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Freitag, 31. Oktober 2014

Massenproteste in Burkina Faso erzwingen Regierungsrücktritt


Einar Schlereth
31. Okotober 2014

Burkina Faso gehört größtenteils zur Sahel-Zone
Seit zwei Tagen ist in Burkina Faso, das Land im Herzen des Sahel, der Teufel los. Wenn Steine fliegen und Wasserkanonen sowie Tränengas eingesetzt wird, dann erwartet man bereits die nächste Farben- Revolution. Und richtig, diese wird der "Schwarze Frühling" genannt.

Es begann damit, dass der seit 27 Jahren an der Macht sitzende Präsident Blaise Compaore an der Verfassung basteln wollte, damit er sich nochmals zur Wahl stellen konnte. Das hat einen Sturm der Entrüstung vor allem unter der Jugend ausgelöst - 60 % der Bevölkerung sind unter 25 Jahre und haben nie einen anderen Präsidenten gekannt -  sowie gigantische Demonstrationen.

Unüberschaubare Menschenmengen

Merkwürdig an diesem neuen Frühling ist, dass es sich bei Campaore um einen
entschiedenen Anhänger der USA und Frankreichs handelt, der sicher mehr als nur einen Finger beim Sturz und der anschließenden Ermordung von Thomas Sankara im Spiel gehabt hat. Ich habe vor genau 2 Jahren über diesen 'Chávez Afrikas' einen Artikel hier veröffentlicht. Campaore hat alle Errungenschaften des Landes unter Sankara umgehend beseitigt und sich dem IWF, der Weltbank und Washington bedingungslos unterworfen. Damit erledigt sich eigentlich auch die Frage, wer hinter dem damaligen Staatsstreich steckte.

Zusätzliche Bestätigung erhält man, wenn man sich anschaut, was es denn so in Burkina Faso zu holen gibt. Nun, wenn man auf der Seite der Deutschen Botschaft in Ouagadougou nachschaut, dann sieht man nur, dass Burkina Faso das fünft-ärmste Land der Welt ist, 14 Mill. Einwohner hat (um 3 Mill zu tief gegriffen!) und arm an Bodenschätzen ist. Die Hälfte der Menschen leben von weniger als einem Dollar pro Tag.

Schaut man hingegen auf die englische Seite von Wikipedia, so findet man, dass im Land Kupfer, Eisen, Mangan, Gold, Kassiterit (ein Zinnerz und Edelstein) und Phosphat abgebaut werden und dass Burkina Faso der 4. größte Goldproduzent Afrikas ist (nach Südafrika, Mali und Ghana), das in SECHS Minen abgebaut wird.

Ist es nicht merkwürdig, dass alle die Länder mit Unmengen von Gold zu den ärmsten Ländern der Welt gehören? Lasst euch nicht von dem Reichtum Südafrikas täuschen - das ist der Reichtum einer winzigen Oberschicht, während die 90 % der Bevölkerung arm wie Kirchenmäuse sind. Wir sahen das ja auch am Beispiel von Haiti in dem Artikel, den ich vor drei Tagen auflegte. Dort liegt Gold im Wert von ca. 20 Mrd. $, weswegen es natürlich von den USA besetzt werden musste, damit das Gold nicht in die falschen Hände fällt.

Zurück zu den Ereignissen in Burkina Faso. Campaore hat erst versucht, sich festzubeißen, ist ihm aber nicht gelungen. Selbst die USA hat blitzschnell reagiert und ihm empfohlen, den Antrag auf Verfassungsänderung zurückzunehmen. Aber es war schon zu spät, die Volksmassen stürmten das Parlament und zündeten es an, ebenso mehrere Regierungsgebäude.
Das Parlament wurde in Brand gesteckt

Nun, und was passiert regelmäßig nach solchen "Auswüchsen" und all dem Chaos? Richtig, da muss natürlich die Armee eingreifen, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Das tat sie denn auch und der Oberbefehlshaber Honoré Traoré hat sich selbst zum Regierungschef ernannt. Da so gut wie alle Armeen Afrikas von den USA ausgebildet und trainiert sowie bewaffnet wurden, haben die USA immer ein paar passende Leute zur Hand, die dem vorangegangenen Gangster nachfolgen können. Das haben wir jüngst im Jemen und in Ägypten gesehen, wo der Generalstabschef Sisi der Kanaille Mubarak fast auf dem Fuße folgte.

In Ouagadougou hat Campaore das Weite gesucht, wohin genau, das weiß man nicht, auch nicht, wieviel er aus der Staatskasse hat mitgehen lassen. Jedenfalls habe ein ansehnlicher Militärkonvoi mit ihm zusammen die Stadt verlassen.

Nun, der Nebel, pardon die Rauchschwaden werden sich schnell lichten, und dann werden wir sehen, wer der große Gewinner sein wird. Dass es das Volk sein wird, glaube ich eher nicht.

Benutzte Quellen hier und hier. Es lohnt sich nicht, aber der Form Genüge zu tun, lege ich sie dazu. Es steht überall dasselbe belanglose Zeug. Schaut selber.

1 Kommentar:

  1. nicht alle ereignisse in der welt gehen auf die us-außenpolitik zurück- die wwkrise ist für die meisten länder nicht ausgestanden. vor allem, wenn man keine eigene notenpresse (mit einer akzeptierten währung) hat, um den finanzsozialismus weiter laufen zu lassen wie in den industrieländern...

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