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Donnerstag, 18. Juni 2015

Nicaragua: Der Regenwald ist keine Fahrrinne

Ich habe diesen Artikel schon auf Google+ gelegt, finde ihn aber so wichtig, dass ich ihn auch auf den Blog lege. Diese Überlegungen sind ja entstanden, weil der Panama-Kanal praktisch in der Hand der USA ist und natürlich von ihr jeder Zeit einfach gesperrt weren kann. Daher ist es nicht verwunderlich, dass China Gegenmaßnahmen erwägt, aber ob sie sinnvoll sind, ist eine andre Frage. Wird nur ein großer Dampfer zerstört, wird der Kanal unbefahrbar. Zudem - wie die Organisation 'Rettet den Regenwald' schreibt - sind bislang keinerlei Untersuchungen technischer und ökologischer Art durchgeführt worden. Es gibt jedenfalls viele Gründe, die dagegen sprechen.

Ein Containerfrachter walzt den Regenwald platt
Nicaragua-Kanal: Der globale Rohstoffabbau vernichtet die Natur und bedroht die Menschen
In Mittelamerika soll ein neuer Kanal Containerfrachtern und Öltankern den Weg bahnen. Die Wasserstraße soll die Rohstoffströme nach China erleichtern. Für die Menschen und Natur wäre das Projekt katastrophal: Es drohen massenhafte Umsiedlungen, Regenwaldabholzung und die Zerstörung des Nicaraguasees. 
Bitte unterzeichnen Sie die Petition.

Während Nicaraguas Präsident den Aufbruch des Landes in ein neues Zeitalter feiert, protestieren die Einwohner zu Tausenden. Nein zum Kanal, fordern sie. 280 Kilometer lang, bis zu 520 Meter breit und fast 30 Meter tief – viel größer als der Panamakanal soll die neue Wasserstraße zwischen Pazifik und Karibischem Meer werden. Gewaltige Schleusen, zwei Häfen, eine Freihandelszone und eine Ölpipeline gehören außerdem dazu.

Die geschätzten Baukosten sind mit 50 Milliarden US-Dollar gewaltig, die Auswirkungen für die Menschen und ihre Natur unabsehbar: Mindestens 100.000 Einwohnern drohen Enteignung und Zwangsumsiedlung. Milliarden Tonnen Erdreich müssen bewegt, 400.000 Hektar Regenwälder könnten abgeholzt werden. Sie sind der Lebensraum von Jaguaren, Mittelamerikanischen Tapiren und Geoffroy-Klammeraffen.

Der Nicaraguasee, das Süßwasserreservoir Mittelamerikas, soll auf 90 Kilometern ausgebaggert werden, um eine Fahrrinne für Öltanker und Containerriesen zu schaffen. Die einzigartige Tierwelt des Sees, darunter Buntbarsche und Haie, ist in Gefahr.

„Es gibt noch keine technischen Untersuchungen, keine Umweltstudien, nichts über die Finanzierbarkeit oder die Gewinnaussichten, also nicht die geringsten Voraussetzungen, um mit dem Projekt zu beginnen", erklärt Monica López, Anwältin für Umweltrecht.

Weitgehend ohne öffentliche Diskussion und Ausschreibung hat die Regierung dem chinesischen Geschäftsmann Wang Jing eine Konzession über 50 Jahre für Bau und Betrieb des Kanals übertragen. Wie dessen auf den Kaimaninseln registrierte Betreibergesellschaft HKND (Hong Kong Nicaragua Development) die Baukosten aufbringen will, ist völlig unklar. Fest steht: Der Kanal soll den Abtransport von Rohstoffen vor allem nach China erleichtern.

Bitte unterzeichnen Sie die Petition!

7 Kommentare:

  1. Ja, es ist nachvollziehbar, das China, Indien und die Russische Förderation gern unabhängig vom US-besetzten Panama-Kanal sein wollen.
    Aber es wäre sinvoller die Urssache des Problems zu ändern, anstatt die Symptome.

    Ich trage seit Jahren alle neuen Informationen über US-Kriege, Militär- und Geheimdienst-Interventionen in mein Verzeichnis ein.
    Mittlerweile ist diese Tabelle 5 Seiten lang.

    Denn Nicaragua hatte bereits zahlreiche Interventionen durch die USA:
    1909, 1916, 1926, 1981--92.
    Panama wurde ebenfalls mehrmals überfallen:
    1903, 1989--90

    Hm, ich fände es viel besser, wenn sich sich die internationale Weltgemeinschaft entschließen würde - einen Kanal durch Mordamerika zu bauen.
    Und zwar circa Eintausend Mal so groß im Vergleich zum Nicaraguakanal.
    Beginnend in der Region New Jersey nach Westen.
    Am Besten 1984 Km breit, 51 Km tief. Länge etwa 4000 Km.

    #
    Ich bin mir sehr sicher, daß schlaue Köppe in den USA die Opposition gegen das neue Projekt *Nicaragua-Kanal* unterstützen werden, und somit das ganze Land zu Fall bringen werden.

    Nee, wer glaubt es ginge den Unterstützern der Opposition (gegen den neuen Kanal) um so wichtige Dinge wie Naturschutz, Umwaltschutz, etc. der ist völlig naiv und denkt zu klein.

    Wenn man also den Kanal überflüssig machen will, sollte die Besetzung Panamas und insbesondere die Verwaltung / Kontolle des Kanals durch US-Firmen beendet werden.
    .... aber ich warte ja schon seit über 7 Jahren auf das Wunder, daß Washington DC. in einem 20 km großen Erdloch verschwindet, so wie diese großen Löcher in Südamerika
    (Metapher)

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    1. Ich tue mich hier auch sehr schwer damit, geradewegs einen Standpunkt gegen den Kanalbau einzunehmen. Und zwar, es ja hier nicht nur um den Schutz der Bewohner der Regenwaldes geht und um den Regenwald selbst. Sondern dieser Kanalbau scheint ja auch ein weiterer Schritt zu sein, die Menschheit von ihrem derzeit größten Übel, der Herrschaft des US-Imperialismus, zu befreien. _ Sehr schwer, hier in diese Sache zu einem eindeutigen Standpunkt zu kommen.....

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    2. Nun, es braucht keinen derartigen Kanal durch die USA, der gigantische Vulkan "Yellow National Park" wird das erledigen.

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  2. Der Bau ist nicht nötig ! .Er dient nur kommerziellen Interessen . Handel ist sehr wichtig ,aber Handel zerstört auch .Warum muß man jeden noch so unwichtigen Gegenstand weltweit über die Meere transportieren , wenn er zu Hause hergestellt werden kann .Es werden Milliarden von Kleinstwerkzeugen und Strumpfhosen um die ganze Welt gefahren ,nur um die Profite der Makler und Plünnhändler zu bedienen . Der Schiffsverkehr könnte auf ein Drittel reduziert werden und Arbeitsplätze können wieder in den Regionen entstehen . Dennoch wird der Kanal gebaut werden , außer der III. Weltkrieg verzögert den Bau .Naturzerstörung können wir uns schon lange nicht mehr leisten . Es kann nur noch um Rückgewinnung gehen , um Wiederaufforstung . Und es bleibt die Frage ,ob es zu viele Menschen gibt .Wer tritt freiwillig vor ? Also bleibt doch nur Kampf ?

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    1. Deine Beobachtung ist völlig richtig. Und nicht nur der Schiffsverkehr, sondern das gesamte Verkehrsaufkommen - zu Lande, zu Wasser und in der Luft - könnte drastisch reduziert werden. Aber so lange sich die Gehirne von der Wachstums-Ideologie verkleistern lassen, ist daran nicht zu denken.

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    2. Die erste Frage hatte Marx schon vor über 160 Jahren beantwortet.
      Wiederaufforstung: Wie viele Bäume haben Sie schon gepflanzt?
      Warum sollte es Ihrer Meinung nach, zu viele Menschen geben?
      Es leben doch gerade mal 10 Milliarden Menschen auf der Erde.

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  3. So bedauerlich das alles ist, der Kanal durch Nicaragua, den China baut und finanziert, ist notwendig, solange die USA den Panama-Kanal nicht unter Internationale Kontrolle stellen. Es hilft ja alles nichts: der Panama Kanal darf weder unter nationaler Kontrolle noch unter der Kontrolle der USA stehen, wenn er auch von Panamas verwaltet werden sollte. Das werden die USA aber eben niemals zulassen, solange sie nicht militärisch wie Hitler-Deutschland geschlagen sind und diese Faschisten nicht von einem Internationalen Gerichtshof zum Tode verurteilt wurden.
    China ist nun einmal die mächtigste Militär-, Finanz- und Wirtschaftsmacht auf dem Planeten, und damit die einzige Nation, die noch die USA militärisch besiegen kann. Außerdem hat der neue Kanal ja nicht nur wirtschaftliche Vorteile für Nicaragua, sondern verringert die Umweltverschmutzung durch diese Riesen-Container um ein Vielfaches, die ja durch einen solchen Kanal 18.000 km Fahrtweg einsparen.

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