einartysken

Donnerstag, 19. November 2015

Der militärisch-industrielle Komplex ist die größte Bedrohung für den Weltfrieden in unserer Zeit

Ich finde die Aussagen von Mossen Massarat sehr gut, zumal er mir aus dem Herzen spricht, wenn er den militärisch-industriellen Komplex auf's Korn nimmt. Seit Jahren werfe ich den alternativen Medien vor, die Kriegsindustrie größtenteils zu ignorieren. Und ich erinnere immer wieder an die 20-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und seine großen Kriegsgegner wie Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Carl v. Ossietzky, Tucholsky etc. Einen einzigen Kritikpunkt möchte ich anführen, und zwar die flüchtige Erwähnung von Wallstreet und City of London, die letztlich den genannten Kriegskomplex in der Hand haben. Was im übrigen Marx genauestens vorausgesagt hat. Und beim Interviewer Wernicke erstaunte mich, dass es tatsächlich noch Leute gibt, von denen die USA als eine Demokratie angesehen wird. Die Dutzende Millionen Toten allein nach dem Zweiten Weltkrieg können dazu ja nicht mehr ihre Meinung sagen.

Mohssen Massarrat
Interview von Jens Wernicke

Sand im Getriebe 117
9. November 2015

Die Regime-Change Kriege des Westens
und seines militärisch-industriellen Komplexes

Jens Wernicke: Herr Massarrat, Sie vertreten seit Längerem die Auffassung, Friedenspolitik erfordere es inzwischen mehr denn je, auch und insbesondere den sogenannten Militärisch-industriellen Komplex in den Fokus der Kritik zu nehmen. Was meinen Sie damit? Worum geht es?

Mohssen Massarat: Die Kriegsgegner reagieren gewöhnlich auf Kriege, wenn sie längst ausgebrochen sind. Im günstigsten Fall beschäftigen sie sich kritisch mit offensichtlichen Kriegsvorbereitungen und hoffen, den Krieg verhindern zu können. So oder so läuft man de facto ständig den gewaltsamen Ereignissen hinterher und reagiert letztlich nur auf Symptome.

Dadurch bleibt die fundamentale Struktur von Gewalt und Kriegsproduktion, die
eigentliche Ursache von globalen Kriegen, der Militärisch-industrielle Komplex,
kurz MIK, jenseits unseres Blickes verborgen. Und während wir uns wegen so viel
Unheil und Katastrophen, wie zum Beispiel jetzt im Mittleren Osten, als immer 
ohnmächtiger empfinden, entwickelt dieser sich zu einem immer mächtigeren Monster.

Deshalb gilt es, jetzt die Antikriegsaktivitäten mit einer Aufklärung über den MIK zu
verbinden. Nach so viel sicherem Wissen über bewusste Kriegsplanungen, nach so
viel Erfahrungen mit offensichtlich gelenkter Medienpropaganda, um Menschen 
gezielt für die geplanten Kriege, wie etwa die Jugoslawienkriege in den 1990ern und jene der letzten fünfzehn Jahren im Mittleren Osten, zur Zustimmung zu bewegen, sind die Voraussetzungen für die Demaskierung eines der schlimmsten Übel unserer Gegenwart gar nicht so schlecht. 

4 Kommentare:

  1. Die Großbanken nicht zu vergessen!

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  2. "Was Marx vorausgesagt hat" lol. Wenn man den Kredit zentralisiert (danke Marx!) und dem Staat die Macht gibt, sich unbegrenzte Mittel zu verschaffen, dann muss man sich nicht wundern, wenn diese Macht von den am besten vernetzten Interessen missbraucht wird. Warum hat er das nicht vorausgesagt als er sein Manifest verfasst hat, dessen Forderungen bei den Herrschern mit Begeisterung aufgenommen wurden?
    Die USA machen noch immer über eine halbe Bio. Schulden im Jahr, und das ist aus deren Sicht schon "ein Fortschritt". Ist auch egal. Wozu gibt es diese ganzen staatlichen oder "ordnungsgemäß durchregulierten" Pensionsfonds die den US-Bond-Müll immer noch kaufen (müssen)? Die Privatbanken können auch keinen Gefallen verweigern, denn bei der gefühlten Milliarde sinnloser Regulierungen, nach denen die unwissende Masse sogar noch schreit, sobald der Markt irgendein Lebenszeichen zeigt und versucht die Bankster in den verdienten Bankrott zu schicken, ist jeder ein Krimineller. Der Staat weiß alles und kann alles. Kein Bankmanager oder sollte ich zutreffender sagen Funktionär kann es sich leisten eine Persönlichkeit oder, eine Meinung oder gar einen eigenen Willen zu besitzen, da sonst schnell "Manipulationen" aufgedeckt werden, oder besser gesagt business as usual dazu erklärt wird!
    Sagt schon, was genau müssen wir gegen den MIK machen? Was können wir machen? Wählen wir links, werden noch mehr Leute vom Staat abhängig gemacht und die Gesellschaft noch weiter aufgespalten in Minderheitengruppen, die versuchen, auf Kosten anderer zu leben. Während die sich bei politischen Verteilungskämpfen die Köpfe einschlagen, läuft die Außenpolitik Amok auf unsere Kosten. Wählen wir rechts, dann werden die Amokläufer zu Helden erklärt und wir versinken an anderer Stelle vielleicht etwas langsamer in der Sch.... - oder auch nicht, es ist ja völlig wurscht was man wählt und es passiert oft, dass die Rollen vertauscht werden, damit es weniger Proteste gibt. Der letzte Vorstoß gegen das Faulenzen mit dem BGE namens Arbeitslosenversicherung kam ja gerade von der angeblich linken Seite.
    Bleibt als einzige Option nicht zu wählen. Egal was die dann für Verbrechen begehen, man hat sich nicht freiwillig daran beteiligt, und ohne freien Willen gibt es keine Schuld. Es ist deren Schuld, ganz allein deren Schuld. Man wurde mit der Pistole gezwungen seine Steuern abzudrücken - und soviel gibt man auch, keinen Cent oder kein bisschen Zustimmung mehr, egal was die auch für Begründungen aufstellen warum wir sie angeblich brauchen - gegen diese Mafia kann man halt nicht kämpfen, solange es noch Leute gibt die glauben, irgendeine Mehrheitsentscheidung und die Umbenennung von "Raub" zu "Steuern" oder "Umverteilung" würde plötzlich aus Aggression gegen fremdes Eigentum etwas Gutes machen.

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    1. *nicht "Arbeitslosenversicherung", sondern "Arbeitslosengeld".

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    2. Ja, die Herrschenden waren so begeistert vom Manifest, dass Marx gleich ins Exil gehen musste. Deine Süppchen sind immer nur halb gar gekocht.

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