einartysken

Freitag, 1. April 2016

Russland rettete Kulturschätze in Palmyra vor Zerstörung (update)


Hier ist ein Artikel von Franklin Lamb gekommen,  der bestätigt, dass nach Aussagen von Experten die Schäden geringer sind als befürchtet. Er berichtet auch, dass die Führung der Behörde für Antiquitäten und Museen (DGAM) durch zahlreiche Helfer und Mitarbeiter eine Menge transportabler kostbarer Gegenstände vor dem Einmarsch der Terroristen an sichere Orte gebracht hatten. Außerdem hatte die Bevölkerung eine solch feindliche Haltung gegen die Zerstörungen eingenommen, dass die Daesh befürchten musste, von der Bevölkerung angegriffen zu werden. Außerdem seien alle Teile des berühmten Löwen der Göttin Al-Lat, der yerstört wurde, noch vorhanden, so dass er restauriert werden könne.


Es ist vollbracht. Palmyra ist wieder frei.
Moon of Alabama
31. März 2016


Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Wie Syriens Sieg in Palmyra alles verändert


Die Befreiung von Palmyra ist ein entscheidender Wendepunkt im Krieg in Syrien. Zwar gab es schon vorher militärische Erfolge der Syrischen Arabischen Armee (SAA) und ihren Alliierten, aber die Werbewirksamkeit der Sicherung der berühmten römischen Ruinen Palmyras ist viel größer als jeder frühere Sieg. Er wird die falschen Stories über den Konflikt verändern.

Die syrische Regierung ist nicht mehr „das Assad Regime“ und die SAA nicht mehr die Assad-Kräfte. Ban Ki Moon, Chef der UNO, gratulierte der syrischen Regierung zu ihrem Erfolg:
Bei einer Pressekonferenz in Jordanien sagte Ban, dass er „ermutigt sei“, dass das UNESCO- Weltkulturerbe aus den Händen der Extremisten in die Hände der syrische Regierung übergegangen ist, „die jetzt in der Lage ist, dies gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten und zu schützen“.

Ein wichtiger Teil der Befreiung Palmyras war der Einsatz von russischer elektronischer Kriegsausrüstung, um elektro-magnetische Signale rund um Palmyra zu stören. Der Islamische Staat hatte die Ruinen mit Sprengsätzen versehen, konnte sie aber nicht durch Fernzündung zur Explosion bringen. [Wieso konnte die Washington Post vor ein paar Tagen behaupten, dass die Zerstörungen in Palmyra größer als gedacht seien? Wusste man in der WP von den Sprengsätzen? D. Ü.]

Der Mythos, dass die syrische und russische Regierung mit der IS unter einer Decke stecken, was von mehreren Propagandisten sowie der britischen und amerikanischen Regierung erzählt wurde, hat sich jetzt als falsch herausgestellt. Aber es werden noch mehr falsche Behauptungen verbreitet:
Baal  Shamin in Palmyra
In den Feiern ist eine Diskussion untergegangen, wie Palmyra überhaupt gefallen ist. Als der IS die Stadt im Mai 2015 eroberte, trafen die Kämpfer auf wenig Widerstand. Zu der Zeit wurde behauptet, dass die Offiziere und die Miliz in die Obstgärten außerhalb der Stadt geflohen sind und die Soldaten und Bewohner allein gelassen hätten.

Dieses Bild von der Schlacht ist purer Nonsense. Die IS- Offensive, die mit der Besetzung der Stadt endete, dauerte 13 Tage vom 13. Mai bis zum 26. Mai 2015. Schwere Kämpfe und mehrere Gegenoffensiven der SAA fanden damals statt. Nachdem der IS die Stadt endlich erobert hatte, bereitete die SAA sofort eine größere Operation zur Rückgewinnung der Stadt vor. Sie wurde im Juli 2015 erfolgreich durchgeführt, aber wegen mangelnder Luft- Unterstützung gingen die Gewinne eine Woche später wieder verloren.

Bei den Kämpfen um Palmyra hat die US-Luftwaffe, die behauptete, gegen den IS in Syrien und Irak zu kämpfen, gar nicht eingegriffen. Die IS konnte sich über die offene Syrische Wüste im Osten ungehindert versorgen.

Der einzige Grund, dass der IS erfolgreich Palmyra angreifen konnte, war ein sehr großer, lang andauernder Angriff von al-Qaida-Kämpfern und CIA-Söldnern auf die SAA im Gouvernat Idleb. Die SAA musste Truppen von Palmyra zur Verteidigung von Idleb und Latakia schicken und die verbliebenen Kräfte waren nicht mehr stark genug, die IS-Angriffe abzuwehren.

Der Angriff auf Idleb, für den die CIA ihren Stellvertretern erlaubte, direkt mit der al-Qaida zu kooperieren, wurde mit elektronischen Mitteln von der Türkei aus unterstützt, wodurch die militärische Kommunikation der syrischen Armee gestört wurde. Der Angriff und die offensichtliche Kooperation zwischen Dschihadisten und türkischen sowie US-Geheimdiensten war der Grund, dass Russland und der Iran beschlossen, in den Konflikt  mit ihren eigenen Kräften zu intervenieren. Eine rote Linie war überschritten worden.

Was folgte, war das Aufrollen aller „Rebellen“, die eine unmittelbare Gefahr für die syrische Regierung bildeten. Nachdem die Türkei einen russischen Jet aus dem Hinterhalt abgeschossen hatte, wurden alle „Rebellen“-Kräfte, die von der Türkei unterstützt wurden, bevorzugte Ziele. Als die umfassenden Offensiven in Latakia und um Aleppo erfolgreich waren, zwang Russland die US-gestützten Kräfte und die syrische Regierung zu einer Feuerpause. Diese setzte syrische, iranische und russische Kräfte frei, die gebraucht wurden, um erfolgreich Palmyra zu nehmen. Von dort aus wird der Angriff ostwärts gegen Deir Ezzor und später gegen Raqqa fortgesetzt. [Diese Darstellung hat der MoA wohl im Mond gelesen. Außerdem widerspricht er sich selbst. Die Truppen waren frei, weil sie bei der Feuerpause expressis verbis davon ausgenommen worden waren. Der Kampf gegen die IS sollte fortgesetzt werden. D. Ü.]

Der Palmyra Sieg war die größte Niederlage des IS bisher. Sie stellt für die Obama-Verwaltung ein Problem dar:
Washington war bemüht, die Schlacht gegen den IS als ein Projekt der USA und ihrer Alliierten darzustellen, und Moskau anzuklagen, „moderate“ Rebellen anzugreifen anstatt die Extremisten. Palmyra scheint jetzt eine ganz andere Story zu erzählen.

Gratulationen, jedoch immer noch geladen mit der obligatorischen anti-Assad-Rhetorik, kommen nun von unerwarteter Seite wie dem konservativem Bürgermeister von London herein:
„Ich kann nicht meine Freude über die Nachrichten, die aus Palmyra hereinkommen, verbergen. Es wird berichet, dass die syrische Armee tatsächlich die Kontrolle über das gesamte UNESCO-Kulturerbe gewonnen hat. Es gibt vielleicht noch Tretminen in den Ruinen, aber die Terroristen sind endlich auf der Flucht. Hurrah, sage ich. Bravo – und weiter so.“

[Nun der Herr Bürgermeister hat von dem Vorgefallenen herzlich wenig Ahnung. „Vielleicht Tretminen in den Ruinen“! Da kann er Gift drauf nehmen. Und er weiß auch nichts von dem Projekt, das bereits von Putin zusammen mit seinem Generalstab ausgearbeitet wurde, um Palmyra von Minen zu befreien, was garantiert kein Kinderspiel sein wird. Hier noch weitere Einzelheiten zur Befreiung. D. Ü.]

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen