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Dienstag, 27. März 2012

Das (MAßLOSE) Ausmaß des globalen Waffenhandels


Amitabh Pal hat Recht. Das kann einen zum Wahnsinn treiben – einerseits kein Geld, um die Ärmsten der Armen notdürftig zu ernähren, aber andererseits jede Menge Geld in Waffen stecken. Und das ausgerechnet in Indien mit seinen 800 Mill. Menschen, die von 1 – 2 US $ täglich leben. Und dass China eine Gefahr sein soll, wird ihnen ständig von den USA eingeblasen. Seit tausenden Jahren hat China nicht Indien angegriffen, aber Indien hat 1962 China angegriffen und eine vernichtende Niederlage erlitten. Das haben die Lametta-Hengste in Indien wohl nicht verwunden.
Und nicht nur die Waffenfabrikanten und -Händler sollten sich schämen, sondern vor allem die zehntausende Wissenschaftler, die mit ihrer vom Volk bezahlten Ausbildung ihren Geist in den Dienst für immer neue und immer verhängnisvollere Waffen gegen die Völker der Welt stellen.



von Amitabh Pal
am 25. März 2012
Es gibt wenige so empörende Dinge wie der Jahresbericht von einer meiner liebsten Forschungsinstitutionen. Das Internationale Friedensforschungsinstitut in Stockholm veröffentlichte am 19. März seinen Jahresbericht über den Waffenhandel für die vergangenen vier Jahre, der zeigt, dass er im Vergleich zur Periode 2002-2006 um ein Viertel zugenommen hat. Asien führt die Welt in eine falsche Richtung.
„Asien und Ozeanien stehen für 44% der globalen Waffenimporte, gefolgt von Europa (19%), dem Nahen Osten (17%), Amerika (11%) und Afrika (9%)“, sagt der Report und fügt hinzu, dass „Indien mit 10% der größte Empfänger von Waffen ist“.
Ein Institutsmitglied erklärte Indiens Gründe dem CNN:
„Indien beschafft Waffen in Hinsicht auf seine gespannte Beziehung zu Pakistan und sieht zunehmend China als potentielle Gefährdung an“, sagt Siemon Wezeman von SIPRI.
Wenn Indien mit China wetteifern will, dann hat der Nobeltpreisträger Amartya Sen einen besseren Vorschlag.
„Die Lebenserwartung in China beträgt 73.5 Jahre, während sie in Indien erst bei 64.4 steht. Die Kindessterblichkeit ist 50 auf tausend in Indien, verglichen mit siebzehn in China und die Sterblichkeit unter 5 Jahren beträgt 66 für Inder und 19 für die Chinesen“, schrieb Sen in der Zeitung The Hindu im vergangenen Jahr. Beinahe die Hälfte unserer Kinder sind unterernährt, verglichen mit einem winzigen Prozentsatz in China. Uns mit China vergleichen in diesen wichtigen Dingen, wäre eine gute Perspektive und könnte uns inspirieren und aufklären darüber, was getan werden muss und was nicht.“
Doch leider, statt Sens klugen Rat anzunehmen, wird Indien stattdessen von Phantasien globaler Größe angetrieben und beginnt mit einer Modernisierung der Verteidigung für umwerfende 200 Mrd. $ über das nächste Jahrzehnt.
Dann sind da die Waffenhändler, die mit ihren Waffen hausieren und schamlos profitieren. Da ist eine andere Analyse von SIPRI vom Februar auch niederschmetternd.
„Der Verkauf von Waffen und militärischen Dienstleistungen durch die größten Waffen-Produzenten – die Top 100 von SIPRI – steigt 2010 weiterhin und erreicht 411.1 Mrd. $“, sagt der Bericht (obwohl im Vergleich zu 2009 etwas geringer).


US-Waffenfabrikanten nehmen stolz 1. Platz ein


„Die Verkäufe der 44 US-Gesellschaften unter den Top 100 machen 60% aller Waffenverkäufe im Jahr 2010 aus“, heisst es in der Analyse.
Sollen wir stolz sein, dass die USA überhaupt noch etwas produziert oder sollten wir beschämt sein, dass das Wenige, was sie noch herstellen kann, so destruktiv ist?
Der Bericht verweist auch darauf, wie gefestigt diese Industrie ist.
„Die globale Waffenindustrie ist weiterhin sehr konzentriert; die ersten 10 Waffenproduzenten stehen für 56% oder 230 Mrd. $ der Top 100“. Während Unternehmen in den meisten Bereichen gelitten haben, blühen die Waffen-Ungeheuer. „Die Daten für 2010 zeigen, zum wiederholten Male, dass die ganz Großen nach wie vor Waffen und Dienste verkaufen können, trotz der Finanzkrise, von der andere Industrien betroffen sind“, sagt Susan Jackson von SIPRI.
Giganten wie Lockheed Martin, Boeing, General Dynamics, Raytheon and Northrop Grumman führen die Liste an. (Lockheed Martin allein verkaufte 2010 für 35 Mrd. $!)
Die Frage ist: Was kann dagegen getan werden? Vor vielen Jahren schlug der Ökonom John Kenneth Galbraith vor, die US-Waffenindustrie zu verstaatlichen, mit der Begründung, dass die Dynamik des Waffen-Bazars ohnehin ein Hohn auf die freie Markwirtschaft ist. Fighting Bob La Follette [1855-1925, US-Politiker und starker Gegner von Kartellen. D. Ü.] hatte dieselbe Idee. Es ist an der Zeit, die Idee nochmals zu erwägen.
Quelle - källa - source

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