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Samstag, 29. September 2012

Banken profitieren an der Nahrungs-Spekulation


Wie wir wissen, kommt alles Gute aus Amerika, wie etwa die Ganzheitsmethode, wodurch unsere Kinder das Schreiben verlernten, oder die Mengenlehre, wodurch sie das Rechnen verlernten und dann fädelten die Amis auch das Gangsterstück mit den Nahrungs-Fonds ein, so dass immer weniger das Fressen bezahlen können. Und hier erfahren wir von Barclay auch, dass es der globalen Ökonomie sehr gut geht und dass – sie selbstverständlich kaum die Preissteigerungen beeinflussen.


Countercurrents.org
27. September 2012

Banken sind große Spekulanten auf dem globalen Nahrungsmittel-Markt, während Millionen Hunger leiden. In der Folge der Nahrungs-Krise spekulieren Banken mit Nahrung. Barclays hat in zwei Jahren eine halbe Milliarde Pfund durch Spekulation mit Nahrung gemacht.
Unter Zitierung von Untersuchungen der Welt Entwicklungs Bewegung (WDM) berichtet The Independent am 1. September 2012, dass „Barclays mit Wetten auf die Nahrungs-Krise £500 Mill. macht“
(http://www.independent.co.uk/news/business/news/barclays-makes-500m-betting-on-food-crisis-8100011.html

Barclays ist die englische Bank mit dem größten Anteil am Nahrungsmittel-Handel und eine der größten globalen Banken neben den US-Giganten Goldman Sachs und Morgan Stanley

In der letzten August-Woche 2012 wurde der Gigant Glencore stark kritisiert, weil er die globale Nahrungs-Krise und die Preissteigerungen als eine „gute“ Geschäftsgelegenheit bezeichnete.

Der Anteil an Einfluss von nur einer Bank am Landwirtschaftsmarkt kann die Besorgnisse erhöhen, dass die Nahrungs-Spekulation die Preise der Grundnahrungsmittel so hoch treiben könnte, dass sie eine Welle von Plünderungen in den ärmsten Ländern der Welt auslösen, wenn diese für die Bevölkerungen unerschwinglich werden.

England ist von steigenden Nahrungspreisen nicht ausgenommen. Die Ladenpreise sind im Schnitt mit 37.9 % in den vergangenen sieben Jahren gestiegen, laut dem Nationalen Statistikbüro, da die Nachfrage einer reicher werdenden Weltbevölkerung das Angebot übertrifft. Öle und Fette sind in dieser Periode in England um 63 % gestiegen, Fisch um 50.9 %, Brot und Getreide um 36.7 %, Fleisch um 34.5 % und Gemüse um 41.3 %. Im April lagen die Nahrungs-Preise in England um 4.3 % über dem Vorjahr.

Oxfams Berater für den Privatsektor Rob Nash sagte:
„Der Nahrungsmarkt ist zur Spielwiese für Investoren geworden statt ein Markt für die Bauern. Der Trend der großen Investoren, auf Nahrungs-Preise zu wetten, verwandelt Nahrung in ein Finanz-Anlageobjekt, wobei das Risiko von sehr hohen Preisen verschlimmert wird, was die Ärmsten am härtesten trifft.“
Der WDM-Bericht schätzt, dass Barclays 2010 und 2011 529 Mill. £ mit „Nahrungsspekulation“ erzielte – 2010 bis zu 340 Mill. und 2011 nur 189 £, da die Preise gefallen waren.

Die Gewinne, die Barclays und andere Banken aus dem Handel mit allem von Weizen und Mais bis zu Kaffee und Kakao ziehen, werden für dieses Jahr noch höher erwartet, da die Preise wieder steigen. Die Mais-Preise sind seit Anfang Juni schon um 45 % und Weizen um 30 % gestiegen.

Barclays macht das Meiste seiner „Nahrungsspekulation – Profite, indem sie Nahrungs-Fonds einrichtet und managt, die Geld von Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften und reichen Individuen in verschiedene Landwirtschafts-Produkte investiert, wobei sie Gebühren und Kommissionen kassieren.

Seit die De-Regulierung die Schaffung derartiger Fonds 2000 erlaubte, haben Institutionen wie Barclays kollektiv erstaunliche 200 Milliarden Bargeld in Investitionen mit Landwirtschafts-Produkten geschleust, laut der US Commodity Futures Trading Commission.

Barclays Vorherrschaft bei diesem Handel ist ihrem vormaligen Chef Bob Diamond zu verdanken, der Englands höchst bezahlter Bank-Boss war, bis er im vergangenen Monat zum Rücktritt gezwungen wurde auf Grund eine 290 Millionen £ Strafe für den Versuch, die Libor-Zinsrate zu manipulieren. Als Boss von Barclays hat er den Handel mit Nahrungs-Produkten in die Höhe getrieben.

Christine Haigh, verantwortlich für Politik und Kampagnen am WDM und eine Analytikerin des Reports, sagte: „Kein Zweifel, dass Englands größter Akteur auf dem Nahrungs-Markt hofft, in diesem Jahr an den steigenden Nahrungs-Preisen zu verdienen. Sein Verhalten riskiert eine Spekulationsblase zu verursachen und zum Hunger und Armut für Millionen der Ärmsten auf der Welt beizutragen.“

Barclays lehnte es ab, zum Profit aus dem Nahrungs-Handel einen Kommentar abzugeben. Die Bank verteidigt ihr Handeln, indem sie darauf verweist, dass der Handel mit sogenannten Futures Verträgen – eine Abmachung, eine gewisse Menge eines gewissen Produkts zu kaufen oder zu verkaufen zu einem gewissen Preis zu einem gewissen Zeitpunkt – Interessenten wie Bauern und Bäckern helfe, sich gegen das Risiko von steigenden oder fallenden Preisen zu gardieren.

Barclays lehnte es auch ab zu kommentieren, ob sie meine, dass große Spekulationsmengen die Preise und Unbeständigkeit in die Höhe trieben. Ein Sprecher sagte: „Wir geben zu, dass es eine Auffassung bei einigen Interessengruppen gibt, dass die Teilnahme an Nahrungs-Futures-Märkten durch einige Teilnehmer die Preise der Waren übermäßig beeinflusse. Deswegen überwachen wir weiterhin sorgfältig die Markttrends und alle Forschungen, die darüber angestellt werden“, sagte ein Sprecher.

Barclays Kapital-Analytiker gab in einer Notiz für Kunden im Februar zu, dass Spekulation die Preise hochtreibe. Barclays sagte: „Der zweitgrößte Antrieb ist, dass Nahrungs-Investoren nach 2012 wieder begonnen haben, stark zu investieren, nachdem dieser Sektor davor stark unterbelichtet war.“ Weitere treibende Faktoren wären die „Gesundheit der globalen Ökonomie“ sowie „Wetter und Geopolitik“.



1 Kommentar:

  1. Interview mit Jean Ziegler:
    «Jetzt kann ich sagen, wer die Halunken sind»
    Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 01.10.2012

    Es gibt heute genug Nahrung für zwölf Milliarden Menschen, sagt Jean Ziegler. Wenn dennoch Menschen verhungern, sei das organisiertes Verbrechen. Die Haupttäter sind nach Ziegler die Spekulanten.

    http://www.tagesanzeiger.ch//wirtschaft/konjunktur/Jetzt-kann-ich-sagen-wer-die-Halunken--sind/story/11541543?fb_action_ids=392195037519418&fb_action_types=og.likes&fb_source=other_multiline&action_object_map={%22392195037519418%22%3A361513537267431}&action_type_map={%22392195037519418%22%3A%22og.likes%22}&action_ref_map=[]

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