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Samstag, 27. Juli 2013

UPDATE: "Alle 28 Stunden morden Polizisten einen Schwarzen in den USA"


Einar Schlereth

27. Juli 2013

ICH MUSS MICH ABERMALS KORRIGIEREN. LETZTLICH WAR DER ERSTE ARTIKEL DOCH DER RICHTIGE, AUCH WENN KLEINERE FEHLER ENTHALTEN WAREN. DIE KORREKTUR, NACHDEM ICH DAS VIDEO VON STEFAN MOLYNEUX GESEHEN HATTE, WAR RICHTIG UND DENNOCH FALSCH. 

Ich will es zu erklären versuchen. Molyneux hat - wie ich meine ohne böse Absicht - sich bei seiner Betrachtungsweise im engsten Rahmen gehalten und ist, wie ein echter Paragraphenritter dem Buchstaben des Gesetzes gefolgt. Und da kann man tatsächlich zu einem Freispruch kommen, denn Martin hat in der Tat als erster angegriffen.

Dennoch stimmte etwas nicht und die Geschichte ließ mir keine Ruhe. Jetzt haben mich eine gute Freundin in Kalifornien und vor allem ein Artikel von Timothy Dwight Smith "A Critical Look At Oppression: The Exoneration Of Trayvon Martin's Killer" (Ein kritischer Blick auf Unterdrückung: Die Entlastung von Trayvon Martins Mörder) auf die richtige Spur gebracht, die eigentlich schon im Kommentar des ersten Artikels der Sache nach enthalten war, aber ich war blind.

Timothy stellt den großen, den Gesamtzusammenhang in den Vereinigten Staaten her. Nicht nur das Hier und Jetzt, das Heute und diesen Totschlag, sondern die Situation, wie sie in den USA heute UND gestern UND im vorigen Jahr  UND seit hunderten von  Jahren herrscht. Das vergessen wir allzu oft und halten die USA immer noch für ein normales Land, das nicht ist, nicht war und niemals war. Es ist ein Staat, der mit Gewalt gegründet wurde, auf Gewalt aufbaute und unaufhörlich in seiner Geschichte Gewalt gegen andere Menschen, Völker und ganze Kontinente ausübte. Ein Staat, der nach einem Wort des ehemaligen Chefredakteurs vom 'Stern' Rolf Winter "friedensunfähig" ist.
Genau diesen Zusammenhang stellt Timothy her. Es ist ein langer, ausgezeichneter  Artikel, den ich leider unmöglich zur Zeit übersetzen kann. Ich kann ihn wärmstens empfehlen.

Aber ich habe hier noch einen genau so langen Artikel von meinem geliebten Arthur
Silber 'Stop Doing the Vicious Work of the Ruling Class' (Hört auf, die schmutzige Arbeit der herrschenden Klasse zu machen), der fast exakt das Dilemma beschreibt, in dem ich mich befand. Ich zitiere:

"Zwar habe ich den Fall nicht genau verfolgt, denke aber, dass ich genug kritische Fakten habe, um mir ein grundlegendes Urteil bilden zu können. Hätte ich in der Zimmerman- Jury gesessen, hätte ich 'nicht schuldig' geurteilt. In einem Artikel, selten wegen seiner Kohärenz in der Sache,, sagt Ta-Nehisi Coates dasselbe:
"Beim Versuch, das Umbringen von Trayvon Martin durch George Zimmerman zu beurteilen, tauchen zwei scheinbar widersprechende Wahrheiten für mich auf. Die erste ist,  basierend auf dem Fall, wie er vom Staat dargestellt wird und auf dem Gesetz von Florida beruht, dass George Zimmerman nicht verurteilt werden sollte wegen Mordes zweiten Grades oder Totschlag. Die zweite ist, dass das Töten von Trayvon Martin eine tiefe Ungerechtigkeit ist."
Er hat völlig Recht und seine Argumentation  verdient eure Beachtung.

Behaltet den offenbaren Punkt, der oft vergessen wird, im Hinterkopf: nicht schuldig bedeutet nicht unschuldig. Zimmerman ist gewiss schuldig, Martin gefolgt zu sein, wahrscheinlich schleichend, in einer völlig ungerechtfertigten Art und Weise. Er mag auch schuldig sein, selbst ein Rassist zu sein; einige Fakten deuten das an, aber andere nicht. Bezüglich dessen, was in jener Nacht geschah, ist es zweifellos wahr, dass, hätte Zimmerman nicht gehandelt, wie er tat, wäre die Tragödie nicht passiert. In dem Sinne war Zimmerman der Hauptverursacher von Martins Tod."

Und weitere fünf Seiten folgen, wo Arthur Silber eben jenen Gesamtzusammenhang herstellt, von dem ich oben sprach. Es ist also ebenfalls ein Artikel, der einen tiefen Einblick in die amerikanischen Verhältnisse vermittelt.

1 Kommentar:

  1. Trayvon Martin war so freundlich den "Latino" Zimmerman mit dem rassistischen Schimpfwort Cracker zu belegen, da hier "angedeutet" wird Zimmerman habe aus rassistischen Motiven heraus gehandelt.

    Und wäre Trayvon Martin fleisig zur Schule gegangen, so wäre er mit Hausaufgaben eines Schulprojekt beschäftigt gewesen ... "hätte ... (Trayvon Martin) ... nicht gehandelt, wie er tat, wäre die Tragödie nicht passiert. In dem Sinne war ... (Trayvon Martin) ... der Hauptverursacher von Martins Tod."

    Und hattte die "Lebens"-mittelindustrie nicht die feinen ADHS-ADS und Aggressivitätssteigernde Zusatzstoffe ... "... In dem Sinne ..." :D

    Aggressiv durch falsches Essen - RP Online
    http://www.rp-online.de/gesundheit/news/aggressiv-durch-falsches-essen-1.2345054
    Mahlzeit kann Verhalten beeinflussen Aggressiv durch falsches Essen 16.09.2003
    Falsche Ernährung kann den Menschen agressiv machen.
    (google: Aggressivität Gefängnis Zusatzstoffe)

    Und "wahrscheinlich schleichend", gibt es da Indizien? Ist nicht Martin mit einer "Was guckst Du ... Ich mach dich Krankenhaus ... Ey du opfa isch mach dich Friedhof" Mentalität auf sein Opfer angeschlichen?

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