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Sonntag, 10. September 2017

KENYAS „Null und Nichtig“-Wahlen


Vorbemerkung: Ich habe erstmals das Übersetzer-Programm Deeple benutzt, das mir gestern von einem Leser empfohlen wurde. Ich testete es gleich mit kurzen Texten und die waren bis auf kleine Fehler sehr gut übersetzt. Schickte es auch gleich an Freunde. Vergesst es! Ich habe diesen Artikel zum Übersetzen reingelegt und es wurde eine Katastrophe. Ich brauchte länger zum Korrigieren, als wenn ich es selbst übersetzt hätte. Wenn dann noch etliche slang-Ausdrücke auftauchen, dann ist der Ofen völlig aus. Es wird wohl noch sehr, sehr lange dauern, bis eine brauchbare maschinelle Übersetzung das Licht der Welt erblickt.

KENYAS „Null und Nichtig“-Wahlen

Thomas C. Mountain
5. September 2017

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Wieder einmal Lug und Trug.
Es schien, als ob die Wahlen in Kenia im vorigen Monat wie immer fair und ehrlich gestohlen werden würden. Stattdessen hat ein Oberster Gerichtshof, handverlesen von der Königlichen Familie Kenyatta, sich aufgelehnt und zum ersten Mal in der afrikanischen Geschichte die Wahl für „null und nichtig“ erklärt und eine erneute Wahlen angeordnet.

Kenia wird seit der Unabhängigkeit vor mehr als einem halben Jahrhundert von derselben ethnischen Kikuyu-Minderheit regiert, der Familie Kenyatta. Die Briten haben die Kenyatta gewählt, um den Neokolonialismus in einem Land einzuführen, das einst vom Aufstand der Mau-Mau geprägt war, und die Kenyattas haben sich viel länger an die Macht geklammert, als ihre Kolonialherren es erwartet hätten. „Buy, Rig or Steal“ (kaufen, fälschen oder stehlen) war der Modus operandi, ganz gleich, wie groß die Empörung nach dem jüngsten Wahlraub auch war, Kenias neo-koloniale Herrscher haben immer zu den Kenyattas gehalten, und diese Wahl war keine Ausnahme.

In Anwesenheit des früheren US-Außenministers John "Botox" Kerry, der als Wahlbeobachter wohlwollend die Wahlkommission betrachtete, darunter viele (N)o (G)ood (O)utfits [US-gekaufte NGO‘s. D. Ü.] und Regierungsgegner aus aller Welt, erklärte der kenianische Wahlbeauftragte die guten alten Jungs als Sieger.


Was die Einsprüche der Opposition von massiven Betrügereien mit „gehackten“ Wahlmaschinen angeht, erregte unter dem imperialen Gefolge von Stiefelleckern und Schleimern nur ein bisschen Stirnrunzeln, ein Hüsteln und Rülpsen, und am Ende die lang erwartete Erklärung, "Freie und faire Wahlen" (von ein paar kleinen Fehlern abgesehen).

Und dann kam die Revolte des kenianischen Obersten Gerichtshofs. Eine Zange wurde in das Getriebe geschleudert, und siehe da, Geschichte wurde in Sachen neo-kolonialer "Demokratie" geschrieben. Präsident Uhuru Kenyatta, nachdem er zum Sieger erklärt worden war und die Opposition über "Respektierung der Unabhängigkeit der Justiz" belehrte, nannte selbst die Richter des Obersten Gerichtshofs "Gauner" und "Strolche". Donnerwetter!

Die Wurzeln der Revolte des kenianischen Obersten Gerichtshofs könnten sein, dass eine Woche vor der Wahl ein sehr hochrangiges Mitglied der Wahlkommission zu Tode gefoltert wurde. Nicht erstochen oder erschossen, sondern zu Tode gefoltert. Damit alle Wahlbeauftragte die Botschaft verstünden, die vielleicht Zweifel bei der Frage hegten, was ihre Pflicht wäre?

Das war vielleicht der sprichwörtliche Strohhalm, der dem Obersten Gericht das Rückgrat brach und eine Mehrheit der Richter dazu zwang, gegen ihre einstigen Herren zu stimmen. Wer weiß, es war ja nicht so, dass die Beweise irgendwie zwingender als in den vergangenen Wahlen waren, aber vielleicht, weil es laut Opposition so einfach war, die Wahlmaschinen zu hacken.

Um Kenia zu verstehen, muss man das Stammesdenken begreifen und seine tiefe Verwurzelung in Afrika und insbesondere in Kenia. Kenia ist von Natur stark in Völker unterteilt, was die britischen Kolonisatoren förderten als Teil ihrer ‚teile und herrsche‘ -Strategie. Das Leben wird nach Volkszugehörigkeit gelebt, und obwohl sich in den Städten sehr viel gemischt hat, halten sich fast alle in Fragen von sozialer Bedeutung an ihr Volk.

So konnte der regelmäßige Wahlsieg der Kenyattas, aus dem relativ kleinen Kikuyu-Volk über ihre langjährigen Gegner, angeführt von Raila Odinga vom größten Volk der Luo, nur durch Wahlbetrug à la "Buy, Rig or Steal" erklärt werden.

Einer der glücklichsten Momente dieser jüngsten Episode in dem laufenden afrikanischen Wahl-Drama-Schauspiel war das gigantische "Kröten-Schlucken", das in die Kehlen der kaiserlichen Vollstrecker der westlichen Demokratie in Afrika gewürgt wurde. Zum allerersten Mal wird ihnen gesagt, „sich zu verpissen“; indem Lord of Pax Americana John Kerry von den Einheimischen gesagt wird, er solle seine "freie und faire Wahl" nehmen und sonst wohin stecken. Und zwar von dem kenianischen Obersten Gerichtshof!

Nun muss eigentlich eine zweite Wahl in 60 Tagen abgehalten werden, obwohl noch offensteht, ob die geprügelte und angeschlagene Wahlkommissionmafia nicht mitsamt den Wurzeln rausgerissen wird.

Man muss verstehen, dass die Königsfamilie von Kenyatta wie der Ottomane Erdogan in der Türkei zu viel mehr als nur eine Wahl zu verlieren hat, denn es geht um mehr als ein halbes Jahrhundert Beute. Man könnte damit beginnen, wem das Land unter den Mombasa Hotels gehört, den größten in Afrika. Oder wo all das Geld geblieben ist in der langen Zeit?

Rückzahlung kann verflixt schwierig sein und wenn die Luos die nächste Wahl gewinnen, könnten Jahrzehnte der Frustration gegen die Kikuyu zu einer bitteren Abrechnung führen, so dass die Kenyatta-Mafia die Beine unter die Arme nimmt und schleunigst das Land verlässt. Keine Sorge, sie hat eine Menge der Beute in europäischen Banken und Immobilien versteckt. Soll die neue Regierung nur versuchen, irgendetwas davon zurückzubekommen. Zu viele schmutzige Geheimnisse, die die Kenyattas mit dem MI-6 und der CIA verbinden, dürfen keinesfalls das Licht der Welt erblicken. Mit ein paar Freilassungen aus dem Gefängnis ist es nicht getan.

Dennoch war es großartig, Babylon die Kröte fressen zu sehen, und jede Revolte, selbst von einer gekauften Justiz ist hier in Afrika eine gute Nachricht, wo es oft nur von Krieg und Hungersnot die Rede ist und von Flüchtlingen, die unermessliche Not leiden.

Thomas C. Mountain ist ein unabhängiger Journalist in Eritrea, der seit 2006 dort lebt und berichtet. Er kann hier erreicht werden: thomascmountain at gmail dot com


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