Einar
Schlereth
11. März 2016
Der
Koreakrieg 1950-53 war mein erster richtiger Krieg. Ich war also 12 –
15 Jahre alt. Den Weltkrieg hatte ich als gerade 8 Jahre alt
gewordener Flüchtling von Marienwerder/Wpr. mitgemacht. Am 1. Januar '45 über
die zugefrorene Weichsel, durch den Korridor, nördlich an Berlin
vorüber, Schwerin, Lüneburg und Ankunft in Bischofsheim v. d. Rhön im
Oktober '45. Für einen Jungen war das ein Abenteuer. Die
Alpträume kamen später.
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| Vorsicht: Koreanische Bedrohung! |
Der Koreakrieg war anders. Ich
erlebte ihn wirklich mit in der Zeitung, Illustrierten, dem Radio.
Und ich fieberte dem Sieg der Koreaner entgegen. Ich sehe noch heute
den engen Ring vor mir, den die Nordkoreaner um Pusan gezogen hatten
und fragte mich, warum sie nicht endlich die Amis ins Meer werfen.
Ich wüsste nicht, dass ich ihn mit irgendjemandem diskutiert hätte.
Mit meinem Vater ganz bestimmt nicht
und in der Schule gewiss auch nicht. Dort war man stramm pro-USA. Und
wir Flüchtlinge waren Polackenpack, arme Teufel und ohne Glauben.
Damals hörte man ja nur, dass natürlich die Kommunisten den Krieg vom Zaun gebrochen hatten, doch ich scheine dem nicht richtig Glauben geschenkt zu haben. Jedenfalls war ich entschieden für die Freiheit der Koreaner und dafür, dass die Amis dort nichts zu suchen hätten. Und später erfuhr ich dann u. a. von Wilfried Burchett auch, welch ausgekochte Lüge der 'kommunistische Angriff' war. Obwohl ich natürlich über die westlichen Verluste erfreut und über die der Koreaner betrübt war, glaube ich nicht, dass ich mir damals die konkreten Gräuel des Krieges vorstellen konnte, zumal wir gewiss nicht die Bilder präsentiert bekamen, die man sich heute auf Google ansehen kann. (Schaut sie euch an – da könnt ihr fröhliche amerikanische Kopfabschneider bewundern.) Natürlich erfuhren wir auch nichts über die mächtigen Demonstrationen gegen den Krieg. Das nannte sich allerdings trotzdem demokratische Erziehung.
Damals hörte man ja nur, dass natürlich die Kommunisten den Krieg vom Zaun gebrochen hatten, doch ich scheine dem nicht richtig Glauben geschenkt zu haben. Jedenfalls war ich entschieden für die Freiheit der Koreaner und dafür, dass die Amis dort nichts zu suchen hätten. Und später erfuhr ich dann u. a. von Wilfried Burchett auch, welch ausgekochte Lüge der 'kommunistische Angriff' war. Obwohl ich natürlich über die westlichen Verluste erfreut und über die der Koreaner betrübt war, glaube ich nicht, dass ich mir damals die konkreten Gräuel des Krieges vorstellen konnte, zumal wir gewiss nicht die Bilder präsentiert bekamen, die man sich heute auf Google ansehen kann. (Schaut sie euch an – da könnt ihr fröhliche amerikanische Kopfabschneider bewundern.) Natürlich erfuhren wir auch nichts über die mächtigen Demonstrationen gegen den Krieg. Das nannte sich allerdings trotzdem demokratische Erziehung.
