Dienstag, 4. August 2020

Jemen: Ein Strom des Leidens in einer Zeit der Belagerung



---"Wenn Übeltaten kommen wie herabfallender Regen, ruft niemand "Halt!"

Einige der 40 blauen Rucksäcke, die bei einer Demonstration in New York City gegen den Krieg im Jemen getragen wurden. Jeder Rucksack war von einem Schild mit dem Namen und dem Alter eines Kindes begleitet, das am 9. August 2018 bei einem saudi-arabischen Luftangriff in Dahyan, Nordjemen, in einem Schulbus getötet wurde. Foto: CODEPINK

Wenn sich die Verbrechen häufen, werden sie unsichtbar. Wenn die Leiden unerträglich werden, hört man die Schreie nicht mehr. Auch die Schreie fallen wie Regen im Sommer." - Bertolt Brecht
Kathy Kelly
29. Juli 2020
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Im kriegszerrütteten Jemen häufen sich die Verbrechen. Kinder, die keine Verantwortung für die Regierungsführung oder Kriegsführung tragen, müssen die Strafe ertragen. Im Jahr 2018 sagte UNICEF, der Krieg habe den Jemen zu einer lebendigen Hölle für Kinder gemacht. Bis zum Jahresende berichtete Save the Children, dass seit der Eskalation des Krieges im Jahr 2015 bereits 85.000 Kinder unter fünf Jahren verhungert seien. Es wird erwartet, dass bis Ende 2020 23.500 Kinder mit schwerer akuter Unterernährung unmittelbar vom Tod bedroht sein werden.

Im Jemen herrschen katastrophale Bedingungen, da die Menschen versuchen, mit grassierenden Krankheiten, der Ausbreitung von COVID-19, Überschwemmungen, buchstäblichen Heuschreckenschwärmen, zunehmender Vertreibung, zerstörter Infrastruktur und einer zusammengebrochenen Wirtschaft fertig zu werden. Dennoch wütet der Krieg, Bomben fallen weiterhin, und Verzweiflung schürt weitere Verbrechen.

Die am höchsten bezahlten Jobs, die vielen jemenitischen Männern und Jungen zur Verfügung stehen, erfordern die Bereitschaft, sich gegenseitig zu töten und zu verstümmeln, indem sie sich Milizen oder bewaffneten Gruppen anschließen, denen scheinbar nie die Waffen ausgehen. Auch nicht der saudi-arabischen Koalition, die Zivilisten tötet und verstümmelt; stattdessen hält sie Hilfslieferungen auf und zerstört wichtige Infrastruktur mit Waffen, die sie aus westlichen Ländern importiert.

Die Luftangriffe treiben traumatisierte Überlebende in anschwellende, oft tödliche Flüchtlingslager. Inmitten der Trümmer von Fabriken, Fischereien, Straßen, Kanalisations- und Sanitäranlagen, Schulen und Krankenhäusern suchen Jemeniten vergeblich nach Arbeit und zunehmend auch nach Nahrung und Wasser. Die Blockade der Saudi-geführten Koalition, die auch durch westliche Ausbildung und Waffen ermöglicht wird, macht es den Jemeniten unmöglich, eine funktionierende Wirtschaft wiederherzustellen.

Selbst ausländische Hilfe kann zur Strafe werden. Im März 2020 beschloss die U.S. Agency for International Development (USAID), die Hilfe für Jemeniten, die in den von den Houthis kontrollierten Gebieten leben, weitgehend auszusetzen.

Scott Paul, der sich für die humanitäre Politik von Oxfam America einsetzt, kritisierte diese gefühllose Entscheidung, die das Elend, das den gefährdeten Menschen im Jemen auferlegt wird, noch verschlimmert. "In den kommenden Jahren", schrieb er, "werden Wissenschaftler die Suspendierung von USAID als paradigmatisches Beispiel für die Ausbeutung und den Missbrauch humanitärer Prinzipien durch einen Geber untersuchen".

So wie das Übel im Jemen "wie der fallende Regen" kommt, so kommen auch die Schreie von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt: "Stopp!” Hier einige der Ereignisse:

US-Parlamentaarier sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat stimmten dafür, den Verkauf von Waffen und Wartungsarbeiten im Wert von Milliarden Dollar an Saudi-Arabien und seine Verbündeten zu blockieren. Aber Präsident Trump legte 2019 sein Veto gegen den Gesetzentwurf ein.

Kanadas Gesetzgeber verkündeten ein Moratorium für Waffenverkäufe an die Saudis. Doch die kanadische Regierung hat den Waffenverkauf an die Saudis wieder aufgenommen und behauptet, das Moratorium beziehe sich nur auf die Schaffung neuer Verträge, nicht auf bestehende.

Das Vereinigte Königreich hat die Militärverkäufe an Saudi-Arabien wegen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, aber der Minister für internationalen Handel des Vereinigten Königreichs hat die Waffenverkäufe dennoch wieder aufgenommen, da die 516 Anklagen wegen saudi-arabischer Menschenrechtsverletzungen allesamt isolierte Vorfälle seien und kein Muster des Missbrauchs darstellten.

Französische NGOs und Menschenrechtsverfechter forderten ihre Regierung auf, die Waffenverkäufe an die saudi-arabische Koalition einzuschränken, doch Berichte über Waffenverkäufe im Jahr 2019 ergaben, dass die französische Regierung Waffen im Wert von 1,4 Milliarden Euro an Saudi-Arabien verkauft hat.

Britische Aktivisten, die gegen Waffentransfers an die saudi-arabische Koalition sind, haben enthüllt, wie die britische Marine die saudische Marine in Taktiken ausgebildet hat, die für die verheerende jemenitische Blockade unerlässlich sind.

In Kanada, Spanien, Frankreich und Italien weigerten sich Arbeiter, die gegen den anhaltenden Krieg waren, Waffen auf Schiffe zu laden, die nach Saudi-Arabien fuhren. Gruppen von Menschenrechtlern notieren die Durchfahrt von Zügen und Schiffen mit diesen Waffen.

Darüber hinaus gibt es laufend Berichte von Amnesty International, Human Rights Watch, Oxfam, dem Norwegischen Flüchtlingsrat und der Internationalen Kommission des Roten Kreuzes über die ständigen Menschenrechtsverletzungen der saudi-arabischen Koalition auf.

Doch dieser internationale Aufschrei, der nach einem Ende des Krieges ruft, wird immer noch von den Stimmen der militärischen Auftragnehmer mit gut bezahlten Lobbyisten übertönt, die mächtige Eliten in westlichen Regierungen einsetzen. Ihnen geht es lediglich um die Erzielung von Gewinnen und wettbewerbsfähigen Verkäufen.

Im Jahr 2019 erreichte der Gesamtumsatz von Lockheed Martin fast 60 Milliarden Dollar, das beste Jahr in der Geschichte des weltgrößten "Verteidigungs"-Unternehmens. Vor ihrem Rücktritt als CEO prognostizierte Marillyn Hewson, dass die Nachfrage des Pentagon und der US-Verbündeten dem Unternehmen im Jahr 2020 einen Nettogewinn zwischen 6,2 Milliarden und 6,4 Milliarden Dollar einbringen würde.

Hewsons Worte, ruhig gesprochen, übertönten die Schreie jemenitischer Kinder, deren Körper von einer einzigen der Bomben von Lockheed Martin zerfetzt wurden.

Im August 2018 fielen Bomben der Hersteller Raytheon, Boeing, General Dynamics und Lockheed Martin wie ein Sommerregen auf den Jemen. Am 9. August 2018 schoss eine Rakete einen Schulbus im Jemen in die Luft, wobei vierzig Kinder getötet und viele andere verletzt wurden.

Die Fotos zeigten schwer verletzte Kinder, die immer noch die blauen UNICEF-Rucksäcke trugen, die ihnen an jenem Morgen geschenkt worden waren. Andere Fotos zeigten überlebende Kinder, die dabei halfen, Gräber für ihre Schulkameraden vorzubereiten. Ein Foto zeigte ein Stück der Bombe, das aus den Trümmern herausragte und auf dem die Nummer MK82 deutlich eingeprägt war. Diese Nummer auf dem Schrapnell half, Lockheed Martin als den Hersteller zu identifizieren.

Der psychologische Schaden, der diesen Kindern zugefügt wurde, ist unabsehbar. "Mein Sohn ist wirklich bis ins Innerste verletzt", sagten die Eltern, deren Kind durch den Bombenanschlag schwer verletzt wurde. "Wir versuchen, mit ihm zu reden, damit es ihm besser geht, aber wir können selbst nicht unsere Tränen zurückhalten.”

Die Kriegsschreie gegen den Krieg im Jemen fallen auch wie Regen, wie er immer ferne Sommergewitter begleitet. Doch wenn wir mit den Kriegseliten zusammenarbeiten, werden die schrecklichsten Stürme entfesselt. Wir müssen lernen - und zwar schnell – dass unseren vereinzelten Schreie einen Sturzbach bilden, der, wie der Prophet Amos forderte, "Gerechtigkeit wie Wasser und Rechtschaffenheit wie einen mächtigen Strom herabdonnern lässt".

Kathy Kelly (kathy@vcnv.org) ist Koordinatorin der Stimmen für kreative Gewaltfreiheit (www.vcnv.org)

Der Text wurde mit Hilfe von DeepLtranslator übersetzt.


Sonntag, 2. August 2020

Der Kern der Sache im Südchinesischen Meer

Pepe Escobar

30. Juli 2020 
Aus dem Englischen: Klaus-Peter Kostag
China's Liaoning Flugzeugträger (C) im Süd-chinesischen Meer bei einer ¨Ubung, April 18, 2018. Photo: AFP/Getty Images

Als die US-Marinegruppen Ronald Reagan und Nimitz kürzlich "Operationen" im Südchinesischen Meer durchmachten, entging es nicht vielen Zynikern, dass die US-Pazifikflotte ihr Bestes tat, um die infantile Thukydides Fallen-Theorie in eine sich selbst erfüllende Prophezeiung zu verwandeln.
Die pro forma offizielle Parole von Konter-Admiral Jim Kirk, Kommandant der Nimitz, war, dass die Ops durchgeführt wurden, um "unser Engagement für eine freie und offene Indo-Pazifik-Nutzung, eine regelbasierte internationale Ordnung für unsere Verbündeten und Partner zu stärken".
Niemand achtet auf diese Klischees, denn die eigentliche Botschaft wurde von einem CIA-Agenten übermittelt, der als Diplomat posierte, Außenminister Mike "We Lie, We Cheat, We Steal" Pompeo: "Die VOLKSREPUBLIK China hat keine rechtlichen Gründe, der Region einseitig ihren Willen aufzuzwingen", in einer Anspielung auf die Neun-Dash-Linie. Für das US-Außenministerium setzt Peking im Südchinesischen Meer nichts als "Gangstertaktiken" ein.
Wieder einmal hat niemand aufgepasst, denn die tatsächlichen Fakten auf dem Meer sind krass. Alles, was sich im Südchinesischen Meer bewegt – Chinas entscheidende Seeverkehrsader – ist der PLA ausgeliefert, die entscheidet, ob und wann sie ihre tödlichen DF-21D- und DF-26-"Trägerkiller"-Raketen einsetzen. Es gibt absolut keine Möglichkeit, dass die US-Pazifikflotte einen heißen Krieg im Südchinesischen Meer gewinnen kann.
Elektronisch verstopft
Ein wichtiger chinesischer Bericht, der nicht verfügbar ist und von westlichen Medien nicht erwähnt und von dem in Hongkong ansässigen Analytiker Thomas Wing Polin übersetzt wurde, ist unerlässlich, um den Kontext zu verstehen.
Der Bericht bezieht sich auf elektronische Kampfflugzeuge von US Growler, die durch elektronische Störgeräte, die auf Inseln und Riffen im Südchinesischen Meer positioniert sind, völlig außer Kontrolle geraten sind.
In dem Bericht heißt es: "Nach dem Unfall haben die Vereinigten Staaten mit China verhandelt und China aufgefordert, die elektronischen Geräte sofort abzubauen, was abgelehnt wurde. Diese elektronischen Geräte sind ein wichtiger Teil der chinesischen Seeverteidigung und keine offensiven Waffen. Daher ist die Forderung des US-Militärs nach einer Demontage unzumutbar."
Noch besser: "Am selben Tag räumte der ehemalige Kommandeur der US-Pazifikflotte, Scott Swift, endlich ein, dass das US-Militär den besten Zeitpunkt verpasst hatte, um das Südchinesische Meer zu kontrollieren. Er glaubt, dass China eine große Anzahl von Hongqi 9-Luftabwehrraketen, H-6K-Bombern und elektronischen Störsystemen auf Inseln und Riffen stationiert hat. Man kann sagen, dass die Verteidigung solide ist. Wenn US-Kampfjets ins Südchinesische Meer eindringen, werden sie wahrscheinlich ihr 'Waterloo'erleben."
Unterm Strich werden die Systeme – einschließlich des elektronischen Jammings – die von der PLA auf Inseln und Riffen im Südchinesischen Meer eingesetzt werden und mehr als die Hälfte der Gesamtfläche abdecken, von Peking als Teil des nationalen Verteidigungssystems betrachtet.

Tulsi Gabbard möchte wissen, ob US-Sanktionen Kinder töten



- und das könnte die Trump-Verwaltung gerade gezwungen haben, damit ins Reine zu kommen

Matthew Petti

22. Juli 2020


Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Sanktionsbumerang

Sanktionen sind der beste Freund der US-Politiker


Das Schatzamt blockiert gegenwärtig über achttausend Personen in der ganzen Welt von der US-Ökonomie als Teil von 35 verschiedenen Sanktions-Programmen, von denen einige Jahrzehnte zurückreichen. Und es gibt einige so gut wie totale US-Wirtschaftsblockaden gegen North Korea, Kuba, Iran, Venezuela und Syrien.

Aber die US-Regierung hat niemals öffentlich den Erfolg dieser Sanktionen gemessen – ob sie entweder Druck auf feindliche Regierungen ausüben oder Zivilisten schaden.

Das mag sich im nächsten Jahr ändern, wenn Tulsi Gabbard (D – Hawaii) damit durchkommt. Das außen-politische Maverick hat erfolgreich einen Zusatz zum Militärbudget im Parlament durchgebracht, der den Präsidenten zwingt, Daten über die Auswirkung der US- Sanktionen weltweit jedes Jahr zu sammeln und öffentlich zu machen.

Der Zusatz muss noch den Senat passieren, aber wenn er in das Militärbudget eingefügt wird, wird er fast sicher Teil der US-Gesetze werden.

«Allzu oft werden US-Sanktionen gegen andere Länder erlassen, um zu versuchen, den Führer des betreffenden Landes zu ‘bestrafen’, ohne Rücksicht darauf, was für Auswirkungen sie haben,» sagte Gabbard in einer Erklärung. “In Wirklichkeit sind diese Sanktionen eine moderne Belagerung, die am meisten die Bürger des Landes trifft, und ihre Versorgung mit Nahrung, Wasser, Medikamenten und Grnndartikel einzuschränken, die sie dringend zum Überleben brauchen, was zu vielen Krnnkheiten, Leiden und Tod führt.”

Sie fügte hinzu, dass es gegenwärtig keine Schätzung oder Rechenschaft für unsere Führer des Landes” gäbe über die Auswirkungen der Sanktionen.

Die Debatte darüber, ob Sanktionen wirksam sind, hat sich in den jüngsten Monaten zugespitzt. Aber es gibt keine authorative Quelle von Daten, auf die weder die eine oder andere Seite zugreifen könnten.

Gabbards Ergänzung würde das ändern

Es erfordert, dass der Präsident, das Außenministerium, das Finanzministerium, das Handelsministerium, die US-Agentur für Internationale Entwicklung und der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen einen jährlichen Report über die Wirkung der Sanktionen auf fremde Länder vorlegen.

Der Report müsste mehrere verschiedene Statistiken über das tägliche Leben – von den Sterblichkeitsraten bis zu den Umweltauswirkungen – als auch eine Erklärung, ob die erklärten außenpolitischen Ziele der Sanktionen erreicht werden”.

Gabbard ist nicht das erste Mitglied der Demokratischen Partei, die die Sanktionen aufs Korn nimmt.

Der Republikaner Joaquin Castro (D- Texas) klagte kürzlich, dass “die ersten Opfer die Zivilisten sind, denen wir den Rücken stärken sollen, anstatt sie zu verarmen” in einem Essay, dass er sich um den Vorsitz im Komittee für außenpolitische Angelegenheiten bewerben werde.

Zuvor hat in diesem Jahr der Republikaner Ilhan Omar (D- Minnesota) ein Gesetz vorgeschlagen, das vom Kongress fordert, alle neuen und bestehenden Sanktionen innerhalb von 2 Monaten zu billigen.

Aber der Zusatz von Gabbard ist die Sanktions-Rechneschaftspflicht, was die beste Cjance hat, Gesetz zu werdeb. Es hat das Haus passiert ohne irgendwelche republikanische Oppostion – und bekam sogar einige positive republikanische Hinweise.

Freitag, 31. Juli 2020

Warum Eurangloland beschlossen hat, alles zu tun, um die Lebensweise des chinesischen Volkes zu zerstören

Mit Jeff Brown stehe ich seit Jahren in Kontakt. Er hatte gerade sein Buch "44 Tage mit dem Rucksack durch China" herausgebracht und kostenlos in das Netz gestellt. Ich las es mit Begeisterung, vor allem, weil Jeff auf so viele kleine Details eingeht, die von vielen 'Chinesologen' übersehen werden. Ich konnte es leider in keinem deutschen Verlag unterbringen. Inzwischen las ich viele seiner Artikel, auch das Interview, das mein Freund André Vltchek mit Brown geführt hat. Auch wenn ich in manchen Fragen nicht mit ihm übereinstimme, so lohnt es sich, ihn zu lesen und zu studieren, zumal er ein völlig fehlerfreies Mandarin spricht.
Ein Hinweis: Diese Übersetzung ist maschinell produziert, was zu manchen Merkwürdigkeiten führt. Aber ihr könnt weiter unten resp.
auf der Originalseite unter 22 Sprachen wählen. 
chinarising.puntopress.com

Warum Eurangloland beschlossen hat, alles zu tun, um die Lebensweise des chinesischen Volkes zu zerstören - bevor es zu spät ist - auch wenn dies bedeutet, den Rest der Welt zu vernichten. China Rising Radio Sinoland 200729


JETZT IN 22 VERSCHIEDENEN SPRACHEN. KLICKEN SIE AUF DIE UNTERE LINKE HAND ECKE "ÜBERSETZEN" -TAB, UM IHRE ZU FINDEN!

Von Jeff J. Brown
Im Bild oben: Von Konfuzius über Mao Zedong bis Xi Jinping steht Chinas alte kommunistisch-sozialistische Lebensweise im Widerspruch zu Vergewaltigung, Plünderung, Besetzungen und Kriegen des westlichen globalen Kapitalismus.

Tun Sie Ihren Freunden, Ihrer Familie und Ihren Kollegen einen Gefallen, um sicherzustellen, dass sie chinesisch klug sind: 
Journalismus: https://chinarising.puntopress.com/blog-2/
Bücher: http://chinarising.puntopress.com/2017/05/ 19 / the-china-trilogy / und
https://chinarising.puntopress.com/2018/06/18/praise-for-the-china-trilogy-the-votes-are-in-it-rocks-what-are -you-wait-for /
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Sechzehn Jahre auf der Straße, leben und arbeiten mit den Menschen in China , Jeff
Herunterladbarer SoundCloud- Podcast (ebenfalls am Ende dieser Seite), YouTube- Video sowie Syndizierung auf iTunes , Stitcher Radio, RUvid und Ivoox (Links unten),
Ich habe großen Respekt vor traditionellen Konservativen. Ich bewundere auch Libertäre. Sie sind praktisch zwei Seiten derselben Medaille. In beiden Fällen sind wir uns in vielen Punkten nicht einig, aber zumindest aus meiner Sicht haben sie eine Reihe guter Ideen. In diesen Tagen der Coronavirus-Hysterie und des Euranglolandes, die alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Lebensweise des chinesischen Volkes zu zerstören, sind ihre Philosophien überzeugender und überzeugender als je zuvor.
Konservatismus und Libertarismus sind nichts Neues. Konfuzius, der 2.500 Jahre alt ist, vertrat diese Vorstellungen,
  1. Respektieren Sie die Natur, historische und soziale Institutionen.
  2. Seien Sie herausragende Vorbilder, um ihnen den Weg zu zeigen, und haben Sie dann eine begrenzte Regierung in den Angelegenheiten der Menschen.
  3. Überprüfen Sie die Missbräuche der Aristokratie und des reichen Adels.
  4. Bewertung niedriger Steuern auf die Produktionsmittel der Bürger.
  5. Arbeiten Sie hart daran, gute Beziehungen zu angrenzenden Nachbarn aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
  6. Vermeiden Sie Krieg um jeden Preis.
Lao Zi, der Schöpfer des Daoismus und des Dao, traf Konfuzius. Sie haben sich wahrscheinlich gegenseitig inspiriert, wobei letztere fast dasselbe sagten, aber mehr von einem spirituellen Aspekt und weniger von einem sozioökonomischen. Dann kam der Buddhismus im ersten Jahrhundert nach Christus nach China. In den folgenden Jahrtausenden verschmolzen diese drei Philosophien zu einer erfolgreichen Leitphilosophie für die Bürger. Heute unterscheiden die meisten Chinesen nicht wirklich zwischen ihnen. Es ist ein einheitliches, ganzheitliches Ideal.
Das tägliche Ziel ist Xiaokang (小康), was bescheidenen Wohlstand für alle bedeutet. Das ultimative Ziel ist Datong (大同), das eigentlich reiner Kommunismus ist und auf die Wurzeln der chinesischen Zivilisation vor 5.000 Jahren zurückgeht.
Ich habe in The China Trilogy (siehe unten) ausführlich darüber recherchiert und geschrieben .
Die Tatsache, dass das chinesische Volk seit seinen Anfängen Konfuzismus-Daoismus-Buddhismus-Kommunismus-Sozialismus praktiziert und dies immer noch tut, ist ein Beweis für seine tausendjährige Langlebigkeit als Volk und Nation.
Das mag Sie überraschen, aber Mao Zedong setzte diese Tradition nach der Befreiung im Jahr 1949 fort. Unglaublich missverstanden und in der Big Lie Propaganda Machine (BLPM) des Westens psychopathisch dämonisiert, waren der Große Sprung nach vorne und die Kulturrevolution die größten Projekte der Weltgeschichte in Bezug auf die Nummern 2 bis 6 Übertragung der „griechischen“ direkten Demokratie auf Straßen- und Dorfebene. Im Sozialismus dreht sich alles um die Demokratie der Menschen von unten nach oben, sei es in China, der DVRK, dem Iran, Kuba oder Venezuela.
Maos Verwaltungen versuchten immer, die Entscheidungsfindung auf die Menschen zu übertragen, aber in einem Land mit Millionen von Stadtteilen und Weilern kann es laut und wild werden. So musste sich Baba Beijing auf die Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KP Chinas) verlassen, um den nationalen Frieden, die Produktion und den Wohlstand aufrechtzuerhalten. Das war nichts Neues. Chinesische Regierungen im Laufe der Geschichte würden zwischen konfuzianischem Libertarismus und Kontrolle durch die Zentralregierung hin und her schwanken, um das Staatsschiff aufrecht und kohärent zu halten, mit dem Ziel, dass Xiaokang und Datong die Leitmotive sind.

Donnerstag, 30. Juli 2020

Amerikas soziale Hölle



Dies ist Kabirs Amerika. Es ist unser Amerika. Und unsere Schande.
[Und es ist das Amerika, das so viele Menschen der Welt lieben, wo sie so gern leben möchten, aber dieses Amerika nie sehen - nie sehen wollen. D. Ü.]
Chris Hedges
29. Juli 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Robert "Kabir" Luma war 18 Jahre alt, als er sich im falschen Auto mit den falschen Leuten wiederfand. Er musste für diese Fehleinschätzung mit 16 Jahren und 54 Tagen seines Lebens bezahlen, weggesperrt für ein Verbrechen, an dem er nicht beteiligt war und von dem er nicht wusste, dass es geschehen würde. Aus dem Gefängnis entlassen, wurde er auf die Straße geworfen, ohne finanzielle Mittel und wegen der ihm vom Gerichtssystem auferlegten Geldstrafen und Gebühren mit 7.000 Dollar Schulden. Er endete pleite in einem Obdachlosenheim in Newark, bevölkert von anderen, die sich keinen Platz zum Leben leisten konnten, von Süchtigen und Geisteskranken. Das Heim war schmutzig, mit Läusen und Wanzen verseucht.

"Du musst dein Essen im Kühlschrank einschließen", sagte er in einem zerrissenen Sweatshirt, als ich ihn am Bahnhof von Newark traf. "Mit einer Kette an der Tür. Es gibt keinen Herd. Es gibt eine Mikrowelle, die auf dem letzten Loch pfeift. Sie stinkt. Ich versuche, positiv zu bleiben."

Kabir - sein Spitzname bedeutet auf Arabisch "groß" und wurde ihm im Gefängnis wegen seines mächtigen, 270 Pfund schweren, 1,82 Meter langen Körpers gegeben - lebt in der Unterwelt des kriminellen Kastensystems Amerikas. Er wird lebenslang als Schwerverbrecher gebrandmarkt, obwohl er für ein Verbrechen eingesperrt wurde, für das er in den meisten anderen Ländern nur eine geringe oder gar keine Strafe bekommen hätte. Ihm werden öffentliche Unterstützung, Lebensmittelmarken, öffentlicher Wohnraum, das Wahlrecht, das Recht, Geschworener zu sein, die Möglichkeit, für die 40 Stunden pro Woche, die er im Gefängnis gearbeitet hat, Sozialversicherungsbeiträge zu kassieren, Hunderte von Berufslizenzen sind ihm verwehrt, belastet mit alten Gebühren, Geldstrafen und Gerichtskosten, die er nicht bezahlen kann, und unter Verlust des Rechtes, frei von Anstellungs-Diskriminierung zu sein.

Kabir ist einer der zig Millionen Bürger zweiter Klasse in Amerika. Die meisten von ihnen sind arme, farbige Menschen, denen grundlegende Bürger- und Menschenrechte vorenthalten wurden und die ein Leben lang legal diskriminiert werden. Ein Drittel aller schwarzen Männer in Amerika werden als Ex-Verbrecher eingestuft. Kabir lebt ohne eigenes Verschulden, es sei denn, es ist ein Fehler, arm und schwarz zu sein, in einer sozialen Hölle, aus der es fast kein Entkommen gibt. Diese soziale Hölle schürt die Straßenproteste im ganzen Land ebenso wie die Empörung über wahllose Morde durch die Polizei - durchschnittlich drei pro Tag - und die Polizeigewalt. Es ist eine Hölle, die fast alle derer heimsucht, die in dem, was Malcom X unsere "inneren Kolonien" nannte, gefangen sind.

Diese Hölle wurde von Konzernmilliardären und ihren Lakaien in den beiden großen politischen Parteien errichtet, die die Arbeiterklasse und die armen Werktätigen verrieten, um den Gemeinden Arbeitsplätze und soziale Dienste zu entziehen, Gesetze und Steuergesetze umzuschreiben, um auf Kosten der Bürger schwindelerregende Vermögen anzuhäufen und ihre politische und wirtschaftliche Macht zu festigen. Während sie das Land ausplünderten, bauten diese Milliardäre zusammen mit den Politikern, die sie kauften und besaßen, darunter Joe Biden, methodisch brutale Mechanismen der sozialen Kontrolle auf, erweiterten die Gefängnispopulation von 200.000 im Jahr 1970 auf heute 2,3 Millionen und verwandelten die Polizei in tödliche paramilitärische Kräfte der internen Besatzung. Kabir ist ein Opfer, aber er ist ein Opfer zu viel.

Ich traf Kabir 2013 in einem College-Kreditkurs (dies sind verbilligte Kurse auf Kredit, der bei erfolgreichem Abschluss getilgt werden kann. D. Ü.), den ich an der Rutgers-Universität im Staatsgefängnis von East Jersey gab. Als begeisterter Zuhörer der Pacifica-Station in New York City, WBAI, hatte er mich auf der Station gehört und seinen Freunden gesagt, sie sollten meinen Kurs besuchen. Die Klasse, die wegen Kabir die talentiertesten Schriftsteller des Gefängnisses anzog, schrieb ein Stück namens Caged, das im Mai 2018 vom Passage Theater in Trenton aufgeführt wurde. Das Stück war fast jeden Abend ausverkauft und mit Zuschauern gefüllt, die den Schmerz der Massenverhaftung nur allzu gut kannten. Es wurde dieses Jahr bei Haymarket Books veröffentlicht. Es ist die Geschichte der Käfige, der unsichtbaren auf der Straße und der sehr realen im Gefängnis, die ihr Leben bestimmen.

Kabirs süße und sanfte Art und sein selbstironischer, ansteckender Sinn für Humor machten ihn im Gefängnis zu einem geliebten Menschen. Das Leben hatte ihm eine schlechte Hand beschert, aber nichts schien seine Gutmütigkeit, sein Einfühlungsvermögen und sein Mitgefühl beeinträchtigen zu können. Er liebt Tiere. Eine seiner traurigsten Kindheitserfahrungen, erzählte er mir, kam, als er mit seiner Klasse keinen Bauernhof besuchen durfte, weil er Ringelflechte hatte. Er träumte davon, Tierarzt zu werden.

Aber die soziale Hölle des städtischen Amerikas ist der große Zerstörer der Träume. Sie bekämpft und greift die Kinder der Armen an. Sie lehrt sie, dass ihre Träume und schließlich sie selbst wertlos sind. Sie gehen hungrig zu Bett. Sie leben mit Angst. Sie verlieren ihre Väter, Brüder und Schwestern durch Masseneinkerkerung und manchmal auch ihre Mütter. Sie sehen, wie Freunde und Verwandte getötet werden. Sie werden wiederholt aus ihren Wohnungen vertrieben; der Soziologe Matthew Desmond schätzt, dass im Jahr 2016 2,3 Millionen Zwangsräumungen vorgenommen wurden - eine Rate von vier pro Minute. Jede vierte Familie gibt 70 Prozent ihres Einkommens für Miete aus. Ein medizinischer Notfall, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Arbeitszeitverkürzung, Autoreparaturen, Beerdigungskosten, Bußgelder und Strafzettel - und es gibt eine finanzielle Katastrophe. Sie werden von Gläubigern, Zahltagskreditgebern und Inkassobüros gejagt und sind oft gezwungen, Konkurs anzumelden.

Diese soziale Hölle ist unerbittlich. Sie zermürbt sie. Sie macht sie wütend und verbittert. Sie treibt sie in Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Die Botschaft, die ihnen von den dysfunktionalen Schulen, den heruntergekommenen Wohnprojekten, den söldnerischen Finanzinstitutionen, der Gewalt der Banden, der Instabilität und dem allgegenwärtigen Missbrauch durch die Polizei vermittelt wird, ist, dass sie menschlicher Abfall sind. Dass Kabir und meine Schüler unter diesem Angriff ihre Integrität und Menschlichkeit bewahren können, dass sie täglich dieser Hölle trotzen können, um etwas aus ihrem Leben zu machen, dass sie die ersten sind, die anderen mit Mitgefühl und Besorgnis die Hand reichen, macht sie zu einigen der bemerkenswertesten und bewundernswertesten Menschen, die ich je gekannt habe.

Kabir - er bezieht sich auf seinen gesetzlichen Namen Robert Luma als seinen Sklavennamen - wurde von seiner Mutter in Newark aufgezogen. Seinen Vater, der aus Haiti stammte und wenig Englisch sprach, traf er nur dreimal. Kabir spricht kein Kreolisch. Sie konnten sich kaum verständigen. Sein Vater starb in Haiti, während Kabir im Gefängnis war. Kabir war das mittlere von drei Kindern. Die Familie wohnte im ersten Stock eines Hauses am Peabody Place, ein paar Blocks vom Passaic River entfernt. Seine Großtante, die seine Mutter adoptiert hatte und die er als seine Großmutter bezeichnet, wohnte mit ihrem Mann im zweiten Stock. Die Rente und die Ersparnisse seines Großonkels versorgten die Familie. Aber zur Zeit der Generation seiner Mutter waren gut bezahlte Arbeitsplätze, die mit Sozialleistungen und Renten einhergingen, und mit ihnen Stabilität und Würde, verschwunden.

"Das war einer meiner Vorwürfe gegen meine Mutter. Verdammt, ihr könnt mich nicht retten und da mein Vater nicht da ist, wer zum Teufel wird mich dann retten?"

Es gab Schwierigkeiten. Seine Mutter, die ihn oft in der Obhut seiner Großmutter ließ, verbrauchte einen Freund nach dem anderen, von denen einige gewalttätig waren.

"Das war einer meiner Vorwürfe gegen meine Mutter", sagte er. "Verdammt, wenn du mich nicht retten kannst, und mein Vater nicht da ist, wer zum Teufel rettet mich dann?"

Als er klein war, wurde er wegen seiner zerrissenen Secondhand-Klamotten gehänselt und schikaniert. Sensibel und in sich gekehrt hat das Mobbing seine Kindheit erschüttert. Das machte es schwer, aufmerksam zu sein. Er wollte groß und stark werden, unterstützt durch seine Leidenschaft für das Gewichtheben, aber das unbehagliche Schweigen, das seine Geschichten über das Mobbing unterbrach, zeigt, dass der Schmerz immer noch da ist.

Mittwoch, 29. Juli 2020

Top-Amazonas-Satellitenforscher von Bolsonaro entlassen


Von Jenny Gonzales
14. Juli 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung von Daten, die zeigen, dass die Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet ein seit Mitte der 2000er Jahre nicht mehr gesehenes zerstörerisches Ausmaß erreicht hat, wurde der Spitzenwissenschaftler, der für die Verfolgung und Analyse der Daten verantwortlich war. von der Regierung Präsident Jair Bolsonaros entlassen.

Die Forscherin des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE), Lubia Vinhas, die Koordinatorin für die Erdbeobachtungsbehörde des INPE (CGOBT) wurde am Montag entlassen. Vinhas war für die Überwachung der Missionen der Satellitensysteme DETER und PRODES verantwortlich, die die monatliche bzw. jährliche Abholzung der Wälder des Landes messen - beides Pfadfindungssysteme, die lange als Goldstandard für die Überwachung der Abholzung gepriesen wurden.

Das satellitengestützte Entwaldungswarnsystem von INPE entdeckte im Juni 2020 1.034 Quadratkilometer Waldrodung, so dass sich die Gesamtfläche für zwölf Monate auf 9.564 Quadratkilometer belief, das sind 89% mehr als noch vor einem Jahr. Das Ausmaß der Entwaldung im vergangenen Jahr ist das höchste, das seit Beginn der Veröffentlichung monatlicher Zahlen durch INPE im Jahr 2007 verzeichnet wurde.




Juni 2020 ist der 15. Monat in Folge mit zunehmendem Waldverlust; Bolsonaro trat sein Amt im Januar 2019 an, also vor etwa 18 Monaten. Laut DETER, das täglich Abholzungswarnungen über Satellitenbilder sammelt, nahm die Entwaldung von Januar bis Juni 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2019 um 25% zu.

Die Entlassung von Vinhas wurde im Amtsblatt der Union (DOU) veröffentlicht und vom Minister für Wissenschaft und Technologie, Marcos Pontes, unterzeichnet. Es wurde keine Rechtfertigung für die Entlassung gegeben.

Die Pressestelle des Wissenschaftsministeriums, die am Montag von der Mongabay kontaktiert wurde, schickte eine Antwort per E-Mail bezüglich der Entlassung:

"Das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovationen (MCTI) stellt klar, dass die Entlassung von Dr. Lubia Vinhas, die im Amtsblatt der Union veröffentlicht wurde, Teil ihrer Neuzuweisung von der Position des Generalkoordinators des CGOBT zur Position des Leiters der strategischen Projektabteilung ist, die im Rahmen der Umstrukturierung des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE) geschaffen werden soll....

Die Umstrukturierung des INPE, die [heute] auf einer Pressekonferenz am Hauptsitz des MCTI bekannt gegeben wird, zielt darauf ab, Synergien zu suchen und die personellen und infrastrukturellen Ressourcen des Instituts für ein effizienteres Funktionieren zu optimieren. Dr. Lubia Vinhas hat an diesem Prozess teilgenommen und ist mit den vorgesehenen Änderungen einverstanden, die in keinem Zusammenhang mit der Produktion und Verbreitung von Daten über die Entwaldung stehen, die weiterhin den gleichen Verfahren mit Qualität und Transparenz folgen werden.”
Lubia Vinhas, Doktorandin in Angewandter Informatik (ganz links), die am Montag von ihrem Posten als allgemeine Koordinatorin bei INPE entfernt wurde. Sie steht neben Ricardo Galvão, dem ehemaligen INPE-Direktor, der im vergangenen Jahr von der Regierung Bolsonaro entlassen wurde. Bild mit freundlicher Genehmigung von INPE.

Gates' Globale Impfstoff-Agenda: Ein Gewinn für Pharma und für Pflichtimpfung


 Dieser Artikell ist schon einmal auf Global Research veröffentlicht worden. Ich habe mehrmals auf ihn und Robert f. Kenedy, Junior und die Verbrechen von Gates hingewiesen. Bill Gates ist nicht nur Super-Billionär, der seine 50 Mrd. Dollar während der Corona-Pandemie um das Doppelte vergrößern konnte, sondern auch ein Superverbrecher, der mehrmals vor Gericht gestellt wurde (in Indien läuft der Prozess vor dem Höchsten Gericht immer noch). Wer will das Schicksal der eigenen und andrer Kinder in seine Hände legen, der bereits hunderttausende tote und schwer erkrankte Kinder auf dem Gewissen hat? Unfassbar ist es, dass selbst die UNO mit so einem Gauner noch Geschäfte macht.


Gates' Globale Impfstoff-Agenda: Ein Gewinn für Pharma und für Pflichtimpfung 

Von Robert F. Kennedy Jr.
Reposted 17. Juli 2020

Erstmals veröffentlicht auf GR am 13. April 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Für Bill Gates sind Impfstoffe eine strategische Philanthropie, die seine vielen Geschäfte im Zusammenhang mit Impfstoffen (einschließlich Microsofts Bestreben, ein globales Impf-ID-Unternehmen unter Kontrolle zu bekommen] nährt und ihm die diktatorische Kontrolle über die globale Gesundheitspolitik ermöglicht.

Gates' Besessenheit von Impfstoffen scheint durch die Überzeugung genährt zu werden, die Welt mit Technologie zu retten.

Mit dem Versprechen, seinen Anteil von 450 Millionen von 1,2 Milliarden Dollar für die Ausrottung der Kinderlähmung aufzubringen, übernahm Gates die Kontrolle über Indiens National Technical Advisory Group on Immunization (NTAGI), die bis zu 50 Dosen (Tabelle 1) an Polio-Impfstoffen durch sich überschneidende Impfprogramme für Kinder vor dem fünften Lebensjahr vorschrieb. Indische Ärzte geben der Gates-Kampagne die Schuld an einer verheerenden, nicht durch Polio verursachten Epidemie akuter Lähmung (NPAFP), die zwischen 2000 und 2017 490.000 Kinder über die erwarteten Raten hinaus gelähmt hat. Im Jahr 2017 lehnte die indische Regierung Gates' Impfprogramm ab und forderte Gates und seine Impfpolitik auf, Indien zu verlassen. Die NPAFP-Raten sanken rapide.

Die beängstigendsten [Polio]-Epidemien im Kongo, in Afghanistan und auf den Philippinen stehen alle im Zusammenhang mit Impfstoffen.

Im Jahr 2017 gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) widerwillig zu, dass es sich bei der weltweiten Explosion der Kinderlähmung überwiegend um Impfstämme handelt. Die beängstigendsten Epidemien im Kongo, in Afghanistan und auf den Philippinen stehen alle im Zusammenhang mit Impfstoffen. Tatsächlich waren bis 2018 70% der weltweiten Poliofälle Impfstämme.

Im Jahr 2014 finanzierte die Gates Foundation Tests von experimentellen HPV-Impfstoffen, die von Glaxo Smith Kline (GSK) und Merck entwickelt wurden, an 23.000 jungen Mädchen in abgelegenen indischen Provinzen. Ungefähr 1.200 litten unter schweren Nebenwirkungen, darunter Autoimmun- und Fruchtbarkeitsstörungen. Sieben starben. Untersuchungen der indischen Regierung werfen den von Gates finanzierten Forschern weitreichende ethische Verstöße vor: Druck auf gefährdete Mädchen aus den Dörfern, Schikanierung der Eltern, Fälschung von Einverständniserklärungen und Verweigerung der medizinischen Versorgung der verletzten Mädchen. Der Fall befindet sich jetzt vor dem Obersten Gerichtshof des Landes.

Südafrikanische Zeitungen beschwerten sich: "Wir sind Versuchskaninchen für die Arzneimittelhersteller".

Im Jahr 2010 finanzierte die Gates-Stiftung eine Phase-3-Studie des experimentellen Malaria-Impfstoffs von GSK, bei der 151 afrikanische Kleinkinder starben und 1.048 der 5.949 Kinder schwerwiegende Nebenwirkungen wie Lähmungen, Krampfanfälle und Fieberkrämpfe erlitten.

Während der MenAfriVac-Kampagne 2002 von Gates in Afrika südlich der Sahara haben die Mitarbeiter von Gates Tausende afrikanischer Kinder gewaltsam gegen Meningitis geimpft. Ungefähr 50 der 500 geimpften Kinder entwickelten eine Lähmung. Südafrikanische Zeitungen beschwerten sich: "Wir sind Versuchskaninchen für die Drogenhersteller". Nelson Mandelas ehemaliger leitender Wirtschaftswissenschaftler, Professor Patrick Bond, beschreibt die philanthropischen Praktiken von Gates als "rücksichtslos und unmoralisch".

Im Jahr 2010 sagte Gates der WHO 10 Milliarden Dollar zu und sagte: "Wir müssen dies zum Jahrzehnt der Impfstoffe machen". Einen Monat später sagte Gates in einem Ted Talk, dass neue Impfstoffe "die Bevölkerung reduzieren könnten". 2014 beschuldigte Kenias katholische Ärztevereinigung die WHO, Millionen unfreiwilliger kenianischer Frauen mit einer "Tetanus"-Impfstoffkampagne chemisch zu sterilisieren. Unabhängige Labors fanden in jedem getesteten Impfstoff eine Sterilitätsformel. Nachdem sie die Anschuldigungen zurückgewiesen hatte, gab die WHO schließlich zu, dass sie die Sterilitätsimpfstoffe seit über einem Jahrzehnt entwickelt hatte. Ähnliche Anschuldigungen kamen aus Tansania, Nicaragua, Mexiko und den Philippinen.

Eine Studie aus dem Jahr 2017 (Morgenson et. al. 2017) zeigte, dass der populäre DTP-Impfstoff der WHO mehr afrikanische Kinder tötet als die Krankheiten, die er verhindert. DTP-geimpfte Mädchen starben zehnmal häufiger als Kinder, die den Impfstoff noch nicht erhalten hatten. Die WHO hat sich geweigert, den tödlichen Impfstoff zurückzurufen, den sie jährlich zig Millionen afrikanischer Kinder aufzwingt.

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[Beamte der Weltgesundheitsbehörde] sagen, er habe Ressourcen der Behörde umgeleitet, um seiner persönlichen Philosophie zu dienen, dass gute Gesundheit nur mit einer Spritze kommt.

Befürworter der globalen öffentlichen Gesundheit auf der ganzen Welt werfen Gates vor, die Agenda der WHO von den Projekten abzulenken, die nachweislich Infektionskrankheiten eindämmen: sauberes Wasser, Hygiene, Ernährung und wirtschaftliche Entwicklung. Die Gates-Stiftung gibt von ihrem 5-Milliarden-Dollar-Budget nur etwa 650 Millionen Dollar für diese Bereiche aus. Man sagt, er habe Mittel der Organisation umgeleitet, um seiner persönlichen Philosophie zu dienen, dass gute Gesundheit nur in einer Spritze kommt.

Zusätzlich zu seiner Philanthropie, die er zur Kontrolle von WHO, UNICEF, GAVI und PATH einsetzt, finanziert Gates ein privates Pharmaunternehmen, das Impfstoffe herstellt, und spendet zusätzlich 50 Millionen Dollar an 12 Pharmaunternehmen, um die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs zu beschleunigen. In seinen jüngsten Medienauftritten zeigte sich Gates zuversichtlich, dass die Covid-19-Krise ihm nun die Möglichkeit gibt, seine diktatorischen Impfprogramme amerikanischen Kindern aufzuzwingen.

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Dienstag, 28. Juli 2020

Brasiliens höllischer Geldwäsche-Skandal


Warum nur hat Lula nicht schon in der carwash-Affäre sich mit seinen BRICS-Genossen ausgetauscht, da ihm und auch anderen doch glasklar gewesen sein muss, dass Washington eine Attacke gegen Brasilien reitet - die Perle Lateinamerikas. Auch Putin und Xi Jinping hätten sich docb wirklich etwas einfallen lassen können. Wenn Lula schon nicht auf die Idee gekommen ist, die Arbeiter zu bewaffnen, um das Erreicht kraftvoll zu verteidigen.



Da niemand mit Eifer über die Enthüllungen sprechen will, stellt sich die Frage, was Ex-Präsident Lula dagegen unternehmen wird

Von Pepe Escobar
27. Juli 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Geldwaschanlage mit US-Anleitung

Zwei Jahrzehnte nach einem politischen Erdbeben wird ein gewaltiges Nachbeben, das Brasilien erschüttern müsste, mit donnerndem Schweigen beantwortet.

Was jetzt als "die Banestado-Lecks" und "CC5gate" bezeichnet wird, stammt direkt aus dem alten WikiLeaks: eine Liste, die zum ersten Mal in voller Länge veröffentlicht wird und Namen nennt und einen der größten Korruptions- und Geldwäschefälle der Welt in den vergangenen drei Jahrzehnten detailliert beschreibt.

Dieser Skandal ermöglicht die gesunde Ausübung dessen, was Michel Foucault als die Archäologie des Wissens bezeichnet hat. Ohne diese undichten Stellen zu verstehen, ist es unmöglich, Ereignisse in den richtigen Kontext zu stellen, die von dem raffinierten Angriff Washingtons auf Brasilien - zunächst über die Bespitzelung der ersten Amtszeit von Präsident Dilma Roussef (2010-2014) durch die NSA - bis hin zu der "Car Wash"-Korruptionsuntersuchung reichen, die Luis Inácio Lula da Silva ins Gefängnis brachte und den Weg für die Wahl der neofaschistischen Witzfigur Jair Bolsonaro zum Präsidenten ebnete.

Der Erfolg dieses George Orwell-does-Hybridkriegs-Handlungsstränge ist einmal mehr den unabhängigen Medien zu verdanken. Die kleine Website Duplo Expresso, die von dem jungen, wagemutigen, in Bern ansässigen internationalen Anwalt Romulus Maya geleitet wird, veröffentlichte als ersterr die Liste.

Ein epischer fünfstündiger Podcast versammelte die drei Hauptprotagonisten, die den Skandal in den späten 1990er Jahren zuerst angeprangert hatten und ihn nun neu analysieren können: den damaligen Gouverneur des Bundesstaates Parana, Roberto Requiao, den Bundesstaatsanwalt Celso Tres und den pensionierten Polizeikommissar Jose Castilho Neto.

Zuvor hatten mich Maya und der Anthropologe Piero Leirner, Brasiliens führender Analytiker des Hybridkrieges, in einem weiteren Podcast über die unzähligen politischen Feinheiten der undichten Stellen informiert, während wir über Geopolitik im globalen Süden diskutierten.

Die CC5-Listen sind hier, hier und hier. Lassen Sie uns sehen, was sie so besonders macht.

Der Mechanismus 
 

Bereits 1969 richtete die brasilianische Zentralbank ein so genanntes "CC5-Konto" ein, um ausländischen Unternehmen und Führungskräften die legale Überweisung von Vermögenswerten ins Ausland zu erleichtern. Viele Jahre lang war der Geldfluss auf diesen Konten nicht bedeutend. Dann änderte sich alles in den 1990er Jahren - mit dem Auftauchen einer massiven, komplexen kriminellen Gaunerei zum Geldwaschen.

Die ursprüngliche Banestado-Untersuchung begann 1997. Bundesstaatsanwalt Celso Tres war fassungslos, als er feststellte, dass zwischen 1991 und 1996 brasilianische Währung im Wert von nicht weniger als 124 Milliarden US-Dollar nach Übersee überwiesen worden war. Schließlich stieg die Gesamtsumme für die gesamte Lebensdauer der Gaunerei (1991-2002) auf satte 219 Milliarden US-Dollar an - womit Banestado als eines der größten Programme für Geldwäsche der Geschichte gilt.

Der Bericht von Tres führte zu einer föderalen Untersuchung, die sich auf Foz do Iguacu im Süden Brasiliens konzentrierte, das strategisch direkt an der Dreiländergrenze von Brasilien, Argentinien und Paraguay liegt, wo lokale Banken über ihre CC5-Konten riesige Geldmengen wuschen.

So funktionierte die Untersuchung. US-Dollar-Händler vom Schwarzmarkt, die mit Bank- und Regierungsangestellten in Verbindung standen, benutzten ein riesiges Netzwerk von Bankkonten unter den Namen ahnungsloser Schlümpfe und Phantomfirmen, um illegale Gelder aus öffentlicher Korruption, Steuerbetrug und organisierter Kriminalität zu waschen, hauptsächlich über die Filiale der Banco do Estado do Parana in Foz do Iguacu. Daher "der Banestado-Fall".

Die bundesstaatlichen Ermittlungen führten zu nichts, bis 2001, als der damalige Polizeidirektor Castilho feststellte, dass die meisten Gelder tatsächlich auf Konten der Banestado-Filiale in New York landeten. Castilho traf im Januar 2002 in New York ein, um die notwendige internationale Geldverfolgung in den Griff zu bekommen.

Durch einen Gerichtsbeschluss überprüften Castilho und sein Team 137 Konten bei Banestado New York und verfolgten dabei 14,9 Milliarden Dollar. In einer ganzen Reihe von Fällen waren die Namen der Begünstigten dieselben wie die Namen brasilianischer Politiker, die damals im Kongress dienten, von Kabinettsministern und sogar von ehemaligen Präsidenten.

Nach einem Monat in New York war Castilho mit einem deftigen 400-seitigen Bericht zurück in Brasilien. Doch trotz der überwältigenden Beweise wurde er aus den Ermittlungen ausgeschlossen, die dann für mindestens ein Jahr auf Eis gelegt wurden. Als die neue Lula-Regierung Anfang 2003 an die Macht kam, war Castilho wieder im Geschäft.

Im April 2003 identifizierte Castilho ein besonders interessantes Chase-Manhattan-Konto mit dem Namen "Tucano" - der Spitzname der PSDB-Partei unter dem ehemaligen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso, der vor Lula an der Macht gewesen war und stets sehr enge Beziehungen zu den politischen Maschinen von Clinton und Blair unterhielt.

Castilho war maßgeblich an der Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission zum Fall Banestado beteiligt. Aber auch diese Kommission führte zu nichts - es gab nicht einmal eine Abstimmung über einen Abschlussbericht. Die meisten beteiligten Unternehmen handelten Geschäfte mit der brasilianischen Steuerbehörde aus und beendeten damit jede Möglichkeit rechtlicher Schritte in Bezug auf Steuerhinterziehung.
Banestado trifft Autowaschanlage

Kurz gesagt, die beiden größten politischen Parteien - Cardosos neoliberale PSDB und Lulas Arbeiterpartei, die sich beide nie wirklich mit den imperialen Machenschaften und der brasilianischen Rentierklasse konfrontiert sahen - begruben aktiv eine eingehende Untersuchung.

Darüber hinaus traf Lula, gleich nach Cardoso, und eingedenk oder unter Bewahrung eines Minimums an Regierbarkeit, die strategische Entscheidung, die Korruption in "Tucano" nicht zu untersuchen, einschließlich einer Reihe von fragwürdigen Privatisierungen.

Die New Yorker Staatsanwälte gingen sogar so weit, eine spezielle Banestado-Liste für Castilho zu erstellen, mit dem was für die Strafverfolgung von größter Bedeutung war: der vollständige Kreis des Geldwäschereisystems, wobei die Gelder zunächst unter Verwendung der CC5-Konten illegal aus Brasilien überwiesen wurden, als nächstes die New Yorker Filialen der beteiligten brasilianischen Banken passierten, dann Offshore-Bankkonten und Trusts in Steueroasen (z.B. Kaiman, Jersey, Schweiz) erreichten und schließlich als - vollständig gewaschene - "ausländische Investitionen" zur tatsächlichen Verwendung und Nutzung durch die Endbegünstigten, die zuerst die nicht verbuchten Gelder unter Verwendung der CC5-Konten aus dem Land entfernt hatten, nach Brasilien zurückkehrten.

Doch dann wurde sie vom brasilianischen Justizminister Marcio Thomaz Bastos, der von Lula ernannt worden war, annulliert. Wie Superintendent Castilho es metaphorisch ausdrückt: "Das hat mich absichtlich daran gehindert, mit der ermordeten Leiche nach Brasilien zurückzukehren".

Montag, 27. Juli 2020

Der arktische Permafrost taut auf

Robert Hunziker
24. Juli 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Gletscher und Permafrost schmelzen
Es ist keine Überraschung, dass der erste Preis oder das blaue Band für mehr als 2°C über der Basislinie an die Arktis mit Permafrostboden geht, der 25% der nördlichen Hemisphäre bedeckt. Die Anerkennung ist längst überfällig, da sie vom Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) viel zu lange völlig vernachlässigt wurde.

Dieser entscheidende Wissensbrocken kommt in Form einer kürzlich von der National Academy of Sciences gesponserten virtuellen Wissenschaftssitzung (1:27 lang) und kann in seiner Gesamtheit auf YouTube hier angehört werden:



Der Webcast trägt den Titel: Auftauender arktischer Permafrost: Regionale und globale Auswirkungen, moderiert von John P. Holdren, Teresa & John Heinz Professor für Umweltpolitik, John F. Kennedy School of Government, Harvard University.

Das Timing könnte nicht besser sein. Der Polarkreis ist sehr berichtenswert. Daher müssen sich die Menschen fragen, was sie von den beunruhigenden Nachrichten halten sollen, die äußerst beunruhigend sind.

Laut Euronews vom 14. Juli:
"Der extreme Norden und alles jenseits des Polarkreises hat in diesem Jahr Rekordtemperaturen verzeichnet. Am 20. Juni verzeichnete der Meteorologische Dienst Russlands in Werchowjansk einen Spitzenwert von 38°C, die höchste registrierte Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im späten neunzehnten Jahrhundert".

"Dies trägt zum raschen Schmelzen des Permafrosts bei, des gefrorenen Bodens der Region, auf dem viele Industriebaustellen und Gebäude errichtet werden, viele davon für den Abbau von Kohlenwasserstoffen", ebd.

"Das Schmelzen der Pole, die als Temperaturregler für die atmosphärischen Strömungen fungieren, hat Folgen für das gesamte Klima", ebd.

Es ist entschieden, dass das, was in der Arktis geschieht, nicht in der Arktis bleibt.

Laut Professor Holdren: "Die Temperaturen in der Arktis steigen zwei- bis dreimal schneller als der globale Durchschnitt... Die Arktis wird auch weiterhin eine Vorreiterrolle beim Klimawandel spielen".

Die erste Rednerin des virtuellen Webcasts war Dr. Susan M. Natali, Associate Scientist und Direktorin des Arktis-Programms am Woods Hole Research Center, eine arktische Ökologin, die sich auf das Ökosystem und die Folgen von Permafrost-Tauwetter für den Kohlenstoffkreislauf konzentriert.

Laut Dr. Natali ist die Temperaturanomalie der Arktis bereits 2°C wärmer als der langfristige Durchschnitt. Zu den Folgen gehören der Verlust von Meereis, das Abschmelzen der grönländischen Eisschilde und das Auftauen des Permafrosts.

Das Auftauen des Permafrosts wird durch Bohrlöcher überwacht, die in der gesamten Arktis in einer Tiefe von 20 Metern gebohrt werden. Gemessene Temperaturänderungen vermeiden somit eine jahreszeitliche Dynamik. Diese tiefen Permafrosttemperaturen werden in einigen Fällen bis zu 40 Jahre lang gemessen. Die Ergebnisse: Die Permafrosttemperaturen erwärmen sich unabhängig von der Jahreszeit auf breiter Front deutlich.

Samstag, 25. Juli 2020

Rassismus in Chile



André Vltchek

24. Juli 2020


Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Mapuche geben ihrer Frustration Ausdruck

Als kürzlich eine pensionierte chilenische UN-Angestellte versuchte, das ECLAC (UN Ökonomie-Kommission für Lateinamerika und die Karibik mit Sitz in Santiago de Chile) zu betreten, um ihre Rente in der Bank innerhalb des Gebäudekomplexes abzuholen, wurde ihr Wagen von einem Sicherheitsoffizier der UNO gestoppt. Sie wurde gebeten, ein Formular auszufüllen. Nach ihrem Geschmack dauerte es zu lange und sie begann zu hupen. Der Sicherheitschef ging zu ihr und versuchte ihr das Prozedere zu erläutern, das kürzlich wegen der COVID-19 Pandemie verschärft wurde. Der Sicherheitsoffizier war zufällig ein Afro-Brasilianer.

Das gefiel ihr offensichtlich nicht und sie explodierte:
“Dieser pikante Nigger ist der Sicherheitschef? Ich werde ihn in die USA schicken, damit sie ihn dort killen können! Ich werde an die Zeitung Mercurio schreiben! Wer kann glauben, dass dieser Nigger der Boss ist?”

Ihr grässlicher Ausbruch wurde gemeldet und erreichte schnell die ECLAC-Chefin, die zufällig ein progressive mexikanische Wissenschaftlerin war – Alicia Bárcena – eine lautstarke Bewunderin von AMLO, Hugo Chávez, Correa, Evo und Lula ist. Empört wurde sie sofort aktiv, verbot der ehemaligen Angestellten den Zutritt in das Gebäude und berichtete den Vorfall an das UN-Hauptquartier in New York.

Diese Story könnte als eine hässliche Anekdote abgelegt werden
können, als krankhaft und ungewöhnlich. Allerdings ist es keineswegs ungewöhnlich. Chile ist ein furchtbar rassistischer Ort, obwohl es, wie so viele Länder, in denen der Rassismus blüht, nicht offen zugegeben wird.

Vorbei sind die internationalistischen Ideale der Allende-Ära und vorbei ist auch die Solidarität mit anderen lateinamerikanischen Ländern. Es scheint, als ob allein noch die Chilenische Kommunistische Partei wenigstens etws Sympathie für das venezolanische Volk übrig hat. Und niemand hier fordert mehr die Rückgabe des Zugangs zum Meer für Bolivien, das buchstäblich gestohlen wurde in dem schamlosen “Pazifik-Krieg”, in dem Chine beschämenderweise gemeinsame Sache mit Großbritannien gegen Bolivien und Peru machte.



*
"Wir sind die Engländer Lateinamerikas". So sehen sich die Chilenen selbst gern.

Und sie verachten offen diejenigen, die nicht so weiß sind wie sie: Peruaner, Bolivianer, Haitianer.

Während des gesamten 20. Jahrhunderts beruhte die chilenische Einwanderungspolitik auf dem entschlossenen Bemühen, die weißesten Weißen anzuziehen, von Deutschen über Tschechen, Kroaten und Schweizer. Selbst die Italiener waren ihnen nicht gut genug. Eine neue Welle europäischer Migranten siedelte sich vor allem im Süden an und drängte die einheimischen, indigenen Mapuche an den Rand und ins Elend.

Die chilenische Linke hat sehr wenig mit dem Kampf der Indigenen zu tun. Es ist eine Linke westlicher Prägung, die dem erloschenen "Anarchosyndikalismus" in den Vereinigten Staaten viel näher steht als dem kubanischen, venezolanischen oder bolivianischen pan-lateinamerikanischen Kampf. Die Mehrheit der chilenischen "Revolutionäre" fühlt sich in Miami, Paris oder Rom viel wohler als bei ihrem eigenen unterdrückten Volk an Orten wie Puerto Saavedra oder Temuco.

In Chile spielt die Rasse eine äußerst wichtige Rolle. Sie öffnet und schließt Türen. Sie bestimmt, wer welche Arbeit bekommt und wer am Ende in unausweichlichem Elend lebt.



*


Unter dem Deckmantel des "Kampfes gegen COVID-19" entfesselte die chilenische rechtsextreme Regierung von Sebastian Piñera eine neue Phase des Krieges gegen das Volk der Mapuche, einen Krieg, den selbst einige ausländische Massenmedien nicht mehr ignorieren konnten.

Laut Bericht der Thomas Reuters Foundation News vom 17. Juni 2020:

"Die Mapuche, was in der Mapudungun-Sprache "Erdenmenschen" bedeutet, machen etwa 10% der 19 Millionen Einwohner Chiles aus und arbeiten hauptsächlich als Subsistenzbauern in der Region Araukanien – eine der ärmsten Gegenden des Landes."

Mapuche-Aktivisten sind in den Hungerstreik getreten, haben Forst- und Farmland besetzt und verbrannt und Autobahnen abgeschnitten, um Gebiete zu fordern, von denen sie sagen, dass sie ihnen gestohlen wurden.

Mapuche-Führer sagen, dass sie wie die schwarzen Amerikaner eine unverhältnismäßig hohe Zahl ihrer eigenen jungen Männer durch Polizeigewalt verloren haben.

Ein solcher Fall war Camilo Catrillanca, der 2018 während eines Polizeieinsatzes erschossen wurde, was unter den Chilenen weit verbreitete Wut auslöste,

Der 24-Jährige wurde zu einem Symbol der Polizeibrutalität, und sein Tod löste den Rücktritt des Polizeichefs des Landes aus".



Doch während es jetzt sogar die Bewegung "Papua Lives Matter" gibt, gibt es im fernen Indonesien bis heute nichts, was der Bewegung "Mapuche Lives Matter" in Chile ähnelt.

Der Reuters-Bericht geht weiter:

"Dennoch bleiben die Kämpfe der indigenen Völker vielen unbekannt, so Karina Riquelme, eine chilenische Anwältin. Jeden Tag leben sie (die Mapuche) in Angst, dass eines ihrer Mitglieder sterben könnte", sagte Riquelme, die mit indigenen Gruppen arbeitet.

"Ich glaube nicht, dass sich die Menschen das vorstellen können, aber es gibt Panzer, Hubschrauber und
Polzei-Stationen in ihren Gemeinden.”

Die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und Gerechtigkeit zu erlangen ist selten, sagte die oppositionelle Gesetzgeberin Emilia Nuyado, Chiles erste Mapuche-Kongressabgeordnete, die 2018 gewählt wurde".

Dienstag, 21. Juli 2020

Die beunruhigende Geschichte des Protestantismus mit der Vormachtstellung der Weißen in den USA


Tiffany Puett
20. Juli 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Sitzung des Ku-Klux-Klan

In den längst überfälligen Diskussionen über das Erbe der Sklaverei und des Rassismus in den Vereinigten Staaten scheinen sich nur wenige mit dem Verhältnis von Religion und Rassismus zu befassen.

Und das, obwohl die Religionsgeschichte in den USA mit Vorstellungen von der Vorherrschaft der Weißen verknüpft ist.

Als Gelehrter, der sich auf Fragen der Religion und Identität spezialisiert hat, plädiere ich für eine tiefere Introspektion darüber, wie die weiße Vorherrsc
haft alle Teile der amerikanischen Gesellschaft durchdringt, einschließlich ihrer religiösen Institutionen.


Rasse und Religion


1835 beschrieb der französische Philosoph Alexis de Tocqueville den Charakter der USA als das Ergebnis "des Geistes der Religion und des Geistes der Freiheit". Er argumentierte: "Andernorts haben sich die USA oft im Krieg befunden, aber in Amerika sind beide irgendwie ineinander übergegangen und auf wunderbare Weise miteinander verbunden worden".

Es gibt jedoch eine fortwährende Spannung zwischen der Erzählung von den USA als einer Nation, die auf Vielfalt und Religionsfreiheit aufgebaut ist, und den Erfahrungen vieler, die in den USA leben - insbesondere rassische, ethnische und religiöse Minderheiten - die Diskriminierung und Marginalisierung ausgesetzt waren.

Es stimmt, dass die Amerikaner ein Mandat für die freie Religionsausübung und die Religionsfreiheit haben, das im Ersten Zusatzartikel der US-Verfassung verankert ist.

Aber diese Versprechungen von Religionsfreiheit und Toleranz sind historisch gesehen mühelos auf Spielarten des Protestantismus ausgedehnt worden als auf andere Religionen. Wie der ehemalige britische Botschafter in der der USA - Vicomte Bryce - 1888 bemerkte, wird dem Christentum auf Bundes- und Staatsebene "eine Art der Anerkennung" zuteil, die im Widerspruch zu der Auffassung steht, dass das Land "in religiösen Angelegenheiten neutral" sei.

Als dominierende Religion in den USA ist die Dominanz des protestantischen Christentums mit der rassischen Dominanz der Weißen - der weißen Vorherrschaft - seit langem verstrickt.


'Das Angelsächsisches Erbe'.


Von den Puritanern bis hin zu Thomas Jefferson und Benjamin Franklin waren die frühen Führer der Vereinigten Staaten durchdrungen von einer Rassenideologie eines göttlich verordneten angelsächsischen Erbes, einer romantisierten Darstellung der angestammten und kulturellen Wurzeln der Einwohner Englands. Sie glaubten, sie bauten eine neue Nation mit einem göttlichen Ziel auf, ein "neues Israel" mit einer doppelten Mission: rassisch und religiös.

Diese Ideologie wird in dem Siegel symbolisiert, das Jefferson für die neue Nation vorschlug und das Präsident John Adams so beschrieb, dass es "die Kinder Israels in der Wildnis darstellt, die bei Tag von einer Wolke und bei Nacht von einer Feuersäule angeführt werden, und auf der anderen Seite Hengist und Horsa, die sächsischen Häuptlinge, von denen WIR die Ehre der Abstammung beanspruchen und deren politische Grundsätze und Regierungsform Wir angenommen haben".

Dies ist Teil einer alten, bestimmenden Erzählung von Amerika als von Gott erwählt, verwurzelt in einem weißen angelsächsischen Erbe und außergewöhnlich in seiner Hingabe an die Werte der Freiheit und der individuellen Rechte - eine Erzählung des US-Exzeptionalismus.

Diese Erzählung hat auch die Vorstellung unterstützt, dass der ideale oder "wahre" amerikanische Bürger im Wesentlichen weiß und protestantisch ist - eine Ansicht, die, wie Historiker des Protestantismus festgestellt haben, sich in den Kanzeln Amerikas vor dem Bürgerkrieg widerspiegelte.

Vorstellungen, die das "Weißsein" mit dem Protestantismus verbanden, wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weiter gefestigt, als Einwanderer aus Irland, Deutschland und Italien in die USA kamen und den Katholizismus mitbrachten.

Diese nicht-protestantischen, nicht anglo-amerikanischen Einwanderer wurden als "weniger weiß" angesehen als die etablierteren anglo-amerikanischen Gemeinschaften und waren einer erheblichen Diskriminierung ausgesetzt.

Erst nach der Assimilierung an die anglo-kulturellen Normen, insbesondere die englische Sprache, wurden ihnen die sozialen und wirtschaftlichen Privilegien gewährt, die mit der "Weiße" einhergingen. Dennoch erlebten viele weiterhin antikatholische Diskriminierung.

Und die USA erlebten weiterhin, wie andere Einwanderergruppen - Latinos, Juden, Asiaten und Leute des Nahen Ostens - im Gegensatz zur Norm des weißen christlichen Amerikaners rassisiert, diskriminiert und als ewige "Ausländer" abgestempelt wurden.

Die angebliche Überlegenheit des weißen Protestantismus, gestützt auf Interpretationen biblischer Texte, wurde jahrhundertelang zur Rechtfertigung der Institution der Sklaverei benutzt.

Biblische Texte wurden auch benutzt, um Rassentrennung und Jim Crow zu rechtfertigen. Selbst der Ku-Klux-Klan verwurzelte seine Ideologie der weißen Vorherrschaft in der protestantischen Theologie und der Bibel.

In der Argumentation vieler weißer Protestanten war die weiße Vorherrschaft nicht die Folge eines politischen und wirtschaftlichen Arrangements, sondern der Wille Gottes - so wie die Dinge sein sollten. Wie Kelly Baker, Autorin von "The Gospel According to the Klan", feststellt: "Selbst liberale protestantische Kirchen unterstützten die Vorherrschaft der Weißen. Das schien die natürliche Ordnung der Dinge zu sein. Genauso wie die Menschen biblische Texte benutzten, um die Sklaverei zu unterstützen".

Solche Vorstellungen von Rasse und religiöser Überlegenheit verbanden sich auch bei der Zwangseinweisung von Kindern der amerikanischen Ureinwohner in christliche Internate ab der Mitte des 19. Jd. Die Kinder wurden ihrer Familien, Kulturen und Religionen beraubt mit der Begründung, dass sie von den "zivilisierenden Einflüssen" der anglo-amerikanischen christlichen Kultur profitieren würden.


Der “Andere”


Heute erinnern zunehmender Antisemitismus und Islamophobie Amerika daran, dass religiöse Minderheiten nach wie vor einem sozialen und politischen Klima der Voreingenommenheit und Diskriminierung ausgesetzt sind, dass sie als Ausländer oder "Andere" marginalisiert werden.

Die alte Erzählung vom angelsächsischen Amerika nährt nach wie vor die Vorstellung, dass ein "echter" amerikanischer Bürger im Wesentlichen weiß und protestantisch ist.

Sikhs werden angegriffen und man sagt ihnen: "Geht zurück in euer Land". Buddhistische Tempel werden verwüstet, und Moscheen werden Baugenehmigungen verweigert. Berichten zufolge werden Führer muslimischer Gemeinden aufgefordert, "Loyalitätsversprechen" zu unterzeichnen, um ihre "Amerikanertum" zu bestätigen.

Um die religiösen Unterschiede in Amerika zu verstehen, muss man sich vor Augen führen, wie das Land durch Rassismus geprägt worden ist. Und um den Rassismus in den Vereinigten Staaten zu hinterfragen, muss man wissen, wie er soziale Institutionen, einschließlich der Religion, durchdringt.

Tiffany Puett, Außerordentliche Professorin für Religions- und Theologiestudien, St. Edward's University "Quelle". 
Dieser Text wurde mit Hilfe von DeepLtranslator übersetzt.
Quelle - källa - source

Samstag, 18. Juli 2020

Video: Der COVID-19 Lockdown:Ökonomische & und Soziale Folgen

Interview mit Peter Koenig. Der Global Research Report


Die unausgesprochene Wahrheit ist, dass der neue Coronavirus einen Vorwand für die mächtigen finanziellen Interessen und die korrupten Politiker liefert, die ganze Welt in eine Spirale von Massenarbeitslosigkeit, Bankrotte, extreme Armut und Verzweiflung zu versetzen.
Michel Chossudovsky interviewt den Ökonomen und Geopolitik-Analytiker Peter König im Global Research Report.

"Stellt euch vor, ihr lebt in einer Welt, die euch als Demokratie beschrieben wird und ihr glaubt es sogar - aber tatsächlich liegt euer Leben und Schicksal in den Händen von wenigen ultra-reichen, ultra-mächtigen, ultra-inhumanen Oligarchen. Sie werden manchmal Tiefer Staat genannt oder einfach Das Biest oder sonstwie als obskur oder unauffindbar - das spielt keine Rolle. Es sind weniger als 0.0001%." (Peter König, Juli 2020)

Donnerstag, 16. Juli 2020

Gedanken zu “Die Transformation der Bildung”

Gedanken zu “Die Transformation der Bildung”
- ein Artikel von Annett Torres im Freidenker Nr. 2/20

Einar Schlereth
16. Juli 2020

Der Artikel beginnt verwirrend. Ein Franz Stuhlhofer schätze, dass wir eine Wissenexplosion zu erwarten haben und unser Wissen sich alle 100 Jahre verdopple. Im nächsten Satz heißt es, dass die Anzahl der Menschen mit wissenschaftlich-technischer Ausbildung zwischen 1759 und 1850 eine Million betrug, zwischen 1850 und 1950 10 Millionen und von 1950 bis 2000 auf 100 Millionen stieg. Er sagt aber nicht, ob die Wissensmenge in menschlichen Hirnen gemeint ist oder an totes, in Bibliotheken, Museen, Archiven aller Art geknüpft ist und auch nicht, ob diese Aussagen weltweit gelten oder nur für die westliche Welt.

Auf der nächsten Seite werden einerseits Zahlen für die ganze Welt angegeben, andererseits wird z. B. von der Erfindung des Buchdruckes gesprochen (ganz offenbar auf Europa bezogen), aber in China gab es ihn schon tausend Jahre vor Gutenberg und in China hat es auch schon im frühen Mittelalter eine industrielle Revolution gegeben. Bei der Plünderung Chinas wurden tausende Maschinen im Land gestohlen und nach Europa und USA geschafft. China war das führende Industrieland in der Welt und es ist anzunehmen, dass dort schon vor 1800 die Menschen auch älter waren als hier ganz allgemein für das 18. Jahrhundert angegeben wird.

Auf der 3. Seite bezeichnet Annett Torres Bildung heute ganz richtig als Ware und sagt dass «die Freiheit der Wissenschaft ... zur Farce wird», da sie seit langem und zunehmend an Geld gebunden wird. Viele Studien-Reformen (Bologna) und Vereinheitlichungen haben Quantität und Qualität sinken lassen.

Annett Torres macht damit einen großen Sprung bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts, aber sie  hätte ihn gerne schon früher ansetzen können, denn schon gleich nach dem Krieg wurden viele US-amerikanische Normen im Unterricht angewandt, was dann in den 70-er und 80-er Jahren (als
meine Tochter eingeschult wurde) mit Reformen des Mathematik-, Sprachen-  und geschichtlichem Unterrichts nochmals nach unten korrigiert wurde.

Sehr gut, dass Annett Torres auch auf den miserablen Deutschunterricht zu sprechen kommt. Aber wie gesagt, ging es schon Anfang der 70-er Jahre rapide bergab, Grammatik und Orthographie – das fiel alles unter den Tisch. Das Ergebnis war, dass meine Tochter selbst an der Uni nicht korrekt schreiben konnte, «weil es darauf gar nicht ankommt», wie ihre Lehrerin sagte. Dass Erstklässler Englisch – die Herrensprache – lernen müssen, passt auch dazu. Dass sie mit Druckschrift schreiben lernen und ganztägig in der Schule hocken müssen auch. Nicht zu fassen. Da braucht es einen nicht wunder nehmen, wenn die Kinder verwahrlosen, keine Manieren kennen und so häufig auf Drogen
abfahren oder gar kriminell werden.   

Ich habe in den vergangenen Jahren eine Reihe Menschen aus der ehemaligen DDR kennengelernt und musste feststellen, dass sie höflicher, freundlicher, hilfsbereiter sind, dass sie echt gebildet sind, nicht nur oberflächliches Wissen besitzen. Ist das ein Wunder? Während wir jeden Dreck aus den USA vorgesetzt bekamen, uns an allen Verbrechen der USA beteiligt haben, daran auch wunderbar verdient haben, dafür aber ohne Ende buckeln und kriechen mussten und bei jeder Gelegenheit in den Hintern getreten wurden. Dass wir von diesem ordinären US-Diebesgesindel um die Milliarden in Gold bestohlen werden, was sie jetzt auch mit Venezuela machen. Dass wir politisch gesehen, den Status einer Bananerepublik haben, uns aber über diese armen, geknechteten und ausgebeuteten Länder haushoch überheben empfinden und uns noch am Plündern beteiligen. Pfui Teufel. Wir sind das Dreckland, das seit 75 Jahren in den Staub getreten wird. Das haben wir zu gutem Teil der US-»Bildung» zu verdanken. Hätten wir eine wahre Bildung, hätten wir auch mehr Würde und Charakter und würden uns das nicht gefallen lassen.

Damit komme ich zu einer anderen Frage. Warum haben wir seit der Französischen Revolution im Westen keine Revolutionen mehr zustande gebracht? Nun ja 1848 und 1918 wurde hie und da a bisserl revoluzzert, aber das war’s dann auch. Während überall in der Welt Revolutionen entfacht wurden (auch schon häufig in der Vergangenheit), und zwar von ungebildeten Menschen geleitet und oft mit Erfolg zu Ende geführt wurden, herrschte bei uns trotz aller Aufklärung Totenstille. Nicht nur, es wurde geschäftig den Kolonialländern geholfen, die Revolutionen zu unterdrücken. Die einzigen, die den Revolutionären in der 3. Welt halfen, waren die Russen, Chinesen, Koreaner, Kubaner – die sozialistischen, kommunistischen Länder. Denken wir weiter zurück. Im tiefen Mittelalter gab es überall Aufstände der Bauern und des ‘gemeinen Volkes’. In der Schweiz, Norwegen und vor allem in Schweden waren die Bauern-Erhebungen erfolgreich. In Schweden saßen von da an die Bauern als 4. Stand im Reichstag. Und das Land hatte als erstes Schulen FÜR ALLE - gut, es waren nur Katechismus-Schulen, aber alle lernten lesen und oft ein wenig rechnen. Deswegen wurde dort auch der Analphabetismus schnell überwunden. Und Schweden wurde ein Land mit einer großartigen Literatur, die im Gegensatz etwa zu Frankreich eine proletarische ist.

Soll man daraus den Schluss ziehen: je dümmer die Menschen sind, desto eher kämpfen sie für die Menschenreichte und die Freiheit?