Mittwoch, 19. September 2018

Ein tragischer Vorfall zur Verwischung eines Verbrechens?


Einar Schlereth

19. September 2018


Der russische Präsident nennt den Abschuss seiner Il-20 «eine Kette tragischer Umstände». Tragik wird laut Meyers «im Walten eines unentrinnbaren tragischen Schicksals» bzw in einem «tragischen Konflikt» gesehen. Und davon kann in diesem Fall keine Rede sein. Zuallererst muss man hier doch die Frage stellen, was der plötzliche Bombenregen auf Latakia zu bedeuten hatte, von dem die Bewohner berichten: Vier israelische F-16 US-Jets griffen Syrien an, was «sie mehr als einmal in den vergangenen Tagen machten», wobei 8 Menschen verwundet wurden. Was hatten die Flugzeuge dort zu suchen und mit welchem Recht bombten sie ein fremdes Land? Ach so, weil die zionistische Entität immer bomben kann, wann und wo es ihr beliebt? Ob im Sudan, dem Iran oder im Irak oder nun in Syrien. Immer feige aus dem Hinterhalt bombt, da sie ja unterm Schutzschirm des großen Bruders steht. Und deswegen in dem gestohlenen Land Palästina die Menschen, darunter auch Kinder einsperren, ermorden, foltern kann, wie es ihm beliebt, und gerne Babies im Leib werdender Mütter verrecken lässt. Und das seit 70 Jahren, wofür es von der westlichen Werte-Gemeinschaft auch noch gelobt, geehrt und belohnt wird!

Das syrische Nachrichtenbüro SANA berichtete aus Moskau gestern, dass Russlands Sprecher des Verteidigungsministeriums Generalmajor Igor Konaschenkow sagte, dass «Israelische Piloten das russische Flugzeug als Schutz benutzten und es zum Ziel der syrischen Luftabwehr machten», was zur Folge hatte, dass die Il-20, die eine größere Radarsektion einnimmt als eine F-16, von der syrischen Luftabwehr abgeschossen wurde, wobei 15 russische Soldaten ums Leben kamen.» Er hob hervor, dass die israelischen Luftkontrollsysteme und die Piloten wussten, dass das russische Flugzeug in der Gegend anwesend war.

Als die IL-20 im Landeanflug
auf die Basis Humaymim war, kam es bei der syrischen Luftabwehr, die den Bombenregen abzuwehren versuchte, zu dem fatalen Missverständnis, dass mit veralteten russischen S-200 Raketen das Flugzeug des engsten Bündnispartners getroffen wurde. Heuchlerisch bedauern die Zionisten den Tod der Russen, aber insgeheim reiben sie sich die Hände. Denn sie wünschen ja nichts lieber, als ein Zerwürfnis zwischen Syrien und Russland. Deswegen versuchen alle Westmädchen jeden Vorfall – wie die Drohnenangriffe der Halsabschneider auf Humaymim – eine falsche Wendung zu geben oder die schwierigen Diskussionen in Astana zwischen Wladimir Putin, Rouhani und Erdogan als Beginn eines Bruches dieser Allianz zu deuten. Dazu empfehle ich, den vorzüglichen Artikel von Murat Kılıç in RussiaToday zu lesen. Er schreibt:

«Der letzte Gipfel in Teheran, mit den Garantiemächten Türkei, Russland und Iran im Rahmen des Astana-Abkommens, wird von Verfechtern des "transatlantischen Bündnisses" als gescheitert bewertet. Doch das ist vielmehr ein Wunschdenken bestimmter Kreise.»

Der tri-laterale Gipfel in Astana von Iran-Russland-Türkei

Wie desparat der Westen auf die Annäherung der Türkei an Russland und Eurasien reagiert hat, ließ sich an der wirren Reaktion der Trump-Verwaltung ablesen. Es begann mit der scheinbar harmlosen Bestellung der Türkei von ein paar S-400 Luftabwehrraketen. Erst bettelten die Amerikaner, dann drohten sie mit dem einen und dem anderen. Dann stornierten sie die Lieferung ihrer modernsten Kampfflugzeuge. Na, das kam ja den Türken gerade gelegen. Wahrscheinlich hat es sich in Ankara auch herumgesprochen, dass US-Abfangjäger oder Abfang-Raketen in dem Fall, dass der Käufer von den USA angegriffen wird, nicht funktionieren.

Allerdings bezweifle ich, dass Putin diese Provokation der Zionisten zum Anlass nimmt, denen mal den Marsch zu blasen. Dies hat er bislang immer sorgfältig vermieden. Wer die Geschichte genauer studiert, wird auch wissen, aus welchen Gründen.

Montag, 17. September 2018

Neue Post aus Russland vom 17. September 2018


Stefan Lindgren

Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth


Russland erhöht den Zinsfuß


Russlands Zentralbank erhöht den Zinsfuß mir 025 % auf 7,5 %. Das beruht vor allem darauf, dass ein Ansteigen der Inflation auf 5 – 5,5 % für 2019erwartet wird, die 2020 wieder auf 4 % sinken wird. Damit versucht Russland auch das Interesse der globalen Investoren wach zu halten, in einer Zeit, wo «der Markt» die Aussichten für Wachstums-Ökonomien unter dem Wildwuchs amerikanischer Sanktions-Drohungen und Zoll-Erhöhungen in Frage stellt.

Russland erhöhte den Zins einen Tag nachdem die Türkei ebenfalls eine kräftige Erhöhung des Zinsfußes ankündigte und ähnliche Maßnahmen folgen in Argentinien, Indonesien und anderen Entwicklungs-Ökonomien.

Der Zins in allen BRICS-Ländern ist höher als in der westlichen Welt. Brasilien hat 6,5 %, China 4,35 %, Südafrika 6,5 % und Indien wird am Ende des Quartals auch auf 6,5 % erhöhen.

Der russische Zinsfuß lag Ende 2014 bei 17 % und auch damals war die Ursache vor allem in Störungen, die von der westlichen Sanktionspolitik ausgingn. Der Wert des Rubels iat um 14 % gegenüber dem Dollar bisher im Jahr gesunken, aber stieg um 9,7 % am Freitag.

https://www.cbr.ru/eng/press/keypr/, wsj 14/9




London sucht noch mehr Verdächtige



Die Verdächtigung zweier Russen, Alexander Petrow und Ruslan Bsjirow des Mordversuchs am Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter führte in dieser Woche dazu, dass die beiden Russen vorzogen, im russischen Fernsehen aufzutreten für ein 20 Minuten Interview.

Sie versicherten, dass sie gewöhnliche Touristen seien, die Salisbury wegen u. a. der berühmten Kathedrale besuchen wollten. Ihr Zeugnis wurde in den Westmedien wegewischt als schlechter Versuch «um zu retten, was zu retten ist» (Anna-Lena Laurén in DN). Im übrigen waren die Männer sehr verschwiegen darüber, wer sie sind. Gewöhnliche Touristen? [Wieso, sie sagten, dass sie Sportler coachen würden. Das reicht doch. Und Putin sagte, sie sind keine Geheimdienstler. D. Û.]

Großbritannien wird monatlich von ca. 22 000 russischen Touristen besucht und viele machen, laut britischen Medien, Ausflüge außerhalb Londons, wobei Salisbury mit seiner Kathedrale und dem Original der «Magna Charta» übliche Ziele sind.

Der frühere Diplomat Craig Murray, der genauestens das Alibi der beiden Russen untersuchte, sagte, dass das wasserdicht sei (https://t.co/EyLjQv0WOh).

Interfaks 13/9, tass 14/9



Pensionsprotest in Novosibirsk



Laut Arrangeuren nahmen am Donnerstag 3000 Personen an einer zugelassenen Demonstration gegen das erhöhte Pensionsalter teil. Laut Behörden nur 600.

Laut dem Vorsitzenden der Gewerkschaftsorganisation in Novosibirsk, Alexander Kozlow, waren es mindestens 2000 Teilnehmer und viele öffentlich Angestellte wurden gedrängt, nicht hinzugehen.

Vielleicht können die Verluste von «Vereintes Russland» zum Teil auch auf dem Widerstand gegen die Pensionsreform beruhen.

Das «Vereinte Russland» konnte nicht 50 % der Stimme im ersten Wahldurchgang gewinnen. Es verlor nur in drei Regionen – Irkutsk, Uljanovsk und Chakasien – in allen Fällen gegen die Kommunisten.

In Primorsky Krai, Russlands östlichster Region, sah es lange so aus, als ob ein Kommunist den Gouvereusposten gewinnen würde. Als 97,87 % der Stimmen ausgezählt waren im zweiten Wahldurchgang am gestrigen Sonntag, den 16. September, führte der Kommunist Andrej Istschenkow, aber als 99,03 % ausgezählt waren, hatte der aktuelle Gouverneur Andrej Tarasenko (Vereintes Russland) mit 49,02 % gewonnen. Istschenko ist in den Hungerstreik getreten, aber die zentrale Wahlkommission verspricht, alle Klagen zu untersuchen.



Interfaks 13/9, tass 17/9

Mittwoch, 12. September 2018

WAS IST DER MENSCH?


Einar Schlereth

12. September 2018

Klaus Hartmann hat im „Freidenker“, Nr. 3/2018 einen vorzüglichen Artikel über dieses Thema geschrieben, den er am 28. April 2018 in Hannover vorgetragen hat. Er zitiert Alfred Kurella im Zusammenhang mit Feuerbach, wo Kurella sagt: „Feuerbach erkannte die Selbstentfremdung des Menschen in der Religion, die Erfindung von fremden, nicht-menschlichen Wesen, die dem Menschen gegenüber gestellt wurden, als einen gesetzmäßigen und notwendigen Akt im fortschreitenden Prozeß der Selbsterkenntnis des Menschen.“ (S.10)

Ich schrieb in meinem Artikel ‚Wer ist der größte Diktator?‘ von 2014, dass andere Gesellschaften nicht solch abartige nicht-menschliche Wesen geschaffen haben, wobei ich an die alt-ägyptsche und die chinesische Gesellschaft dachte. Diese beiden Gesellschaften schufen große und mächtige Staaten, die Kulturen hervorbrachten, die weit weniger gewalttätig, sondern viel humaner waren als die auf Basis der jüdisch-christlichen Religionen entstandenen. Die ein kulturelles Niveau erreichten, dass die meisten Länder bis heute noch nicht entwickelt haben. Man braucht nur an die hohe Stellung der Frau in Ägypten denken. Immer saßen die Frauen neben ihren männlichen Pharaonen, auch gab es weibliche Pharaonen, die Frauen konnten erben, selbständig sein. Per Gesetz konnte kein Ägypter ein Sklave sein. Die Arbeiter konnten anständig leben, wie die Ausgrabung der Arbeitersiedlungen rund um die Pyramiden beweisen. Die Ägypter entwickelten nicht nur eine, sondern gleich drei Schriften. Und die Schrift von Meroë ist bis heute nicht entziffert. Es hat über Jahrtausende hinweg alle Barbaren-Einfälle abwehren können, bis man den Fehler beging, die Heimat von Söldnern verteidigen zu lassen, den später die Römer wiederholten. Aber ihr kultureller Einfluss blieb noch Jahrtausende im ganzen Mittelmeerraum bestehen, insbesondere der ISIS-Kult.

Osiris (Mitte), Isis und Horus
Das chinesische Reich hat über Jahrtausende keine Expansionskriege geführt, sondern hat friedlich Handel getrieben bis nach Afrika, Arabien, Indien und Südostasien. Es hat bis vor 200 Jahren die fortschrittlichste und größte Volkswirtschaft der Welt gehabt bis sie von den Christen mit Gewalt zerstört wurde. Chinesische Erfindungen und Erkenntnisse in allen Wissenschaften – Astronomie, Medizin, Metallurgie, Technologie, Landwirtschaft und Forschung waren uns Jahrhunderte oder bis zu 1000 Jahren voraus. Sie wurden zu einem großen Teil von dem great old man der Sinologie Joseph Needham in 28 umfangreichen Bänden dargelegt. Von seinem gigantischen Werk wurden nur ganz wenige Arbeiten ins Deutsche übertragen.

In einer kleinen Schrift "Chinas Bedeutung für die westliche Welt", die 1977 von der Deutschen China-Gesellschaft/Köln veröffentlicht wurde, gab uns Needham folgende wahrlich aktuellen Sätze auf den Weg:
„Zugleich ist es auch nur zu offensichtlich, dass die moderne Wissenschaft und Technologie – ob im physikalischen, im chemischen oder im biologischen Bereich – heute täglich neue Entdeckungen macht, die für den Menschen und seine Gesellschaft potentiell von höchster Gefahr sind. Ihre Kontrolle muss im Wesentlichen ethisch und politisch sein, und daher möchte ich nahelegen, dass
möglicherweise in diesem Bereich der besondere Genius des chinesischen Volkes die gesamte menschliche Welt fördern könnte.“
Und noch wichtiger ist dies:
"(Der Westen habe bislang versäumt) zu realisieren, dass es im Osten eine große Kultur gibt, in der seit 2000 Jahren ein machtvolles ethisches System besteht, das niemals durchübernatürliche Sanktionen gestützt wurde. In diesem Bereich, scheint mir, könnte die chinesische Kultur der Welt ein unschätzbares Geschenk darbringen." (S. 48)

Dienstag, 11. September 2018

Neue Post aus Russland vom 10. September 2018



Stefan Lindgren

Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth



Sobjanin gewann die Wahl in Moskau

Eine große Zahl Regionen ging am Sonntag auch wie in Schweden zur Wahl. Ein Wahlresultat scheint klar zu sein: Moskaus aktueller Bügermeister Sergej Sobjanin bleibt es weiterhin. Laut vorläufigen Angaben erhielt er 68 % der Stimmen, aber die Wahllokale berichteten, dass er 74 % gewonnen habe. Die Wahlbeteiligung lag nur bei 31 % (2013 bei 32 %).

Der 2. Platz ging an den Kandidaten der Kommunistischen Partei mit preliminären 11,39 %. Danach kam Ilja Sviridow (Gerechtes Russland) mit 8,83 % und Michail Degtscharew mit 7,11% (LDPR).

Die Opposition hatte Klage eingereicht u. a. Mit Hinweis auf die Verwendung von «Verwaltungs-Ressourcen», mit denen Sobjanin zehnmal häufiger im Fernsehen zu sehen war als seine Rivalen. Aber viele Kenner, u. a. Moscow News, die einer holländischen Stiftung gehört, meinen, dass Moskau seit Sobjanins Antritt im Jahr 2010 eine drastische Veränderung durchgemacht hat. Der Kollektiv-Verkehr ist stark verbessert worden, die Stadt hat breitere Trottoire und Fahrradwege erhalten, die Strandpromenaden sind erheblich verschönert worden, neue Parks sind angelegt worden und alte haben neues Leben gewonnen.

Die zahllosen Kioske aus der Periode von Luzjkow sind verschwunden und viele der öffentlichen Reklametafeln sind beseitigt worden. Die Ambition ist, Moskau zu einer erst-klassigen europäischen Stadt zu machen. Aber der Preis ist unerhört, stellt Moscow News fest. Moskau schluckt allein ein Viertel der föderalen Mittel für das ganze Land.


rbc.ru 9/9



Die Machtpartei gewann nicht überall


«Vereintes Russland», das man als Russlands Machtpartei zu bezeichnen pflegt, gewann wie erwartet die allermeisten Plätze in der Regionenwahl. In 80 von 85 Regionen sollten am Sonntag 31400 Vertrauensposten besetzt werdene. In 22 Regionen wählte man den Chef der Region und in 16 Regionen die gesetzgebenden Versammlungen.

Außerdem gab es Nachwahlen für die staatliche Duma in 7 Ein-Mann-Wahlkreisen und in 12 Regionen Wahlen der kommunalen Vertreter in den regionalen Zentren. Laut der Chefin der zentralen Wahlkommission Ella Pamfilowa fand alle Wahlen in friedlicher Atmosphäre statt ohne ernsthafte Vergehen, mit Ausnahme von ein Paar Fälle in der Republik Burjatien.

Aber laut Pamfilowa war die «Trollfabrik» in vollem Gange, d. h. die Produzenten von falschen Berichten. Sie meinte aber, dass es leichter sei, die falschen Berichte zu handhaben als echte Vergehen.

Laut der Kommisarin für Menschenrechte Tattiana Moskalkowa waren die Wahlen geprägt durch wirkliche Konkurrenz in so gut wie allen Regionen Russlands. In sechs Regionen ist wahrscheinlich die Machtpartei besiegt worden, vor allem von den Kommunisten.

In mehreren Regionen kann es zu einem 2. Wahlgang kommen, wo kein Kandidat mehr als 50 % der Stimmen gewann. Das gilt wahrscheinlich für den Chabarowskreis, wo die LDPR-Kandidat Sergej Furgal dem aktuellen Chef Vjatscheslaw Sjport vom «Vereinten Russland» gegenüber steht. Auch in Primorskij Kreis und Chakassien kann ein zweiter Wahlgang aktuell werden.

In Jakutsk verlor Vereintes Russland und in Uljanovsk und der Irkutsk Region und chakassien sind wahrscheinlich die Kommunisten stärker als die Machtpartei – in Uljanovsk beinahe doppelt so stark.

In der Irkutskregion gewann die KP 34 % und Vereintes Russland nur 27 Prozent.

newsru.com 10/9



Russische Initiative überwacht die schwedische Wahl


Die schwedische Wahl am 9. September wurde von den internationalen Wahlbeobachtern der Organisation für Zusammenarbeit und Sicherheit in Europa überwacht. Das ist das erste Mal seit 2010, dass sich die OSSE für schwedische Wahlen interessiert.

Die Forderung kam von Russland, laut Kent Härstedt, Vorsitzender der schwedischen OSSE-Delegation und abgehender Reichstags-Parlamentarier der Sozialdemokrate. Das OSSE-Team bestand aus zwei internationalen Experten, die keine systematische oder umfassende Beobachtungen der Stimmabgabe, Auszählung oder Stimmzählung vornahmen. Aber sie besuchten eine Anzahl Wahllokale und konnten konstatieren, dass es keine ernsthaften Mängel bei der geheimen schwedischen Wahl gäbe.

In Russland bekommt der Wähler einen Stimmzettel, auf dem alle Namen stehen, nimmt ihn dann mit sich in die Kabine.
In Schweden muss der Wähler vor aller Augen sich seinen Wahlzettel heraussuchen. Findet er ihn nicht, muss er fragen.
Die Prozedur wird nun geändert für die kommenden Wahlen. Das OSSE-Team wird in Schweden sich bis zum 12. September aufhalten und der Bericht wird in zwei Monaten erwartet.


Osce.org 9/9, expressen 10/9

Inszenierte Gasangriffe & US-Fehlschläge

Mit Dank an Klaus Madersbacher!


Inszenierte Gasangriffe & US-Fehlschläge
Richard Black
10. September 

Aus dem Englischen: Klaus Madersbacher

Sputnik: US-Senator Richard Black enthüllte in einem Exklusivinterview mit Sputnik, wie das syrische Volk seinen Präsidenten sieht, was mit der US-Politik im Mittleren Osten schief gelaufen ist und äußerte auch seine Bewunderung für den Zustand der Menschenrechte in dem Land, da "Syrien die besten Frauenrechte und die größten Religionsfreiheiten eines arabischen Landes hat".
Black, ein republikanisches Mitglied des Staatssenats von Virginia, ist kürzlich aus Syrien zurückgekehrt, wo er sich mit dem syrischen Präsidenten Bashar Assad traf und die jüngsten Entwicklungen im Land diskutierte.


Sputnik: Sie haben sich kürzlich mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad getroffen. Was war Ihre allgemeine Meinung über den Mann und wie genau ist er in den westlichen Medien vertreten?
Richard Black: Dies ist das zweite Mal, dass ich mich mit Präsident Assad getroffen habe. Wir hatten einen 45-minütigen Termin und sprachen am Ende drei Stunden lang. Beim letzten Mal war er optimistisch, war er entschlossen. Diesmal war sein Gang geradezu beschwingt. Er war sehr fröhlich und glücklich.
Ich denke, dass er wie alle Syrer erkennt, dass, wenn sich der Westen nicht auf eine sehr bösartige Weise einmischt, der Krieg ziemlich bald enden wird. Ich denke, alle Syrer richten sich darauf ein, aber er schien sehr optimistisch und sehr glücklich zu sein.
Sie haben gefragt, wie er in den Medien dargestellt wird. Die Menschen in Syrien wissen, dass er ein sehr bescheidener Mensch ist. Er hat fast einen Hauch von Schüchternheit an sich. Er ist unglaublich intelligent und seinem Volk sehr ergeben.
Er führt keine imperiale Präsidentschaft wie wir und viele westliche Länder. Wenn er plötzlich zu einer religiösen Zeremonie geht, sei es für die Muslime oder die Christen, fährt er selbst, in seinem eigenen SUV. Er hat keine Eskorte und die Leute lieben ihn dafür.
Es gab nie einen einzigen Anschlag auf Präsident Assad. Und er sagt: Wenn das syrische Volk mich raus haben wollte, würden Soldaten eines Tages einmarschieren, würden sie sagen: Herr Präsident, es ist Zeit für Sie zu gehen, Ihre Sachen einzupacken, wir werden Sie hinausbegleiten; Sie sind nicht mehr der Präsident. Und er würde sagen: Ich akzeptiere das, es ist der Wille des Volkes.
Ich kenne keinen anderen Politiker in irgendeinem Land, der die Popularität von Präsident Assad genießt. Ich sah das auf dem Land, als ich mit Hirten sprach. Sie sagten: "Wir lieben unseren Präsidenten; Sie müssen die Menschen im Westen wissen lassen, wie sehr wir Präsident Assad verbunden sind."
Sputnik: Welche Art von Fragen haben Sie mit Assad besprochen? Werden Sie Informationen aus dem Treffen vielleicht an US-Beamte und Gesetzgeber weitergeben?
Richard Black: Die Gesetzgeber - sie neigen dazu, auf den tiefen Staat zu hören, auf die Geheimdienste, deren Hauptzweck im syrischen Krieg darin besteht, Propaganda zu schaffen, um das amerikanische Volk über das zu täuschen, was vor sich geht.
Natürlich haben wir [mit Assad] die bevorstehende Schlacht in Idlib besprochen. Sie wissen, dass die syrische Armee fast ganz Syrien zurückerobert hat, und es eine Tasche mit ultra-extremen Radikalen in Idlib gibt. Die Menschen in Idlib leben unter der Herrschaft dieser sehr bösartigen Dschihadisten. Sie werden von einer Person namens Abjullani geleitet. Abjullani war eine wichtige Figur in Daesh [ISIS]. Er ist die Top-Figur von al-Qaeda in Syrien.
Wenn die USA auf der Seite der Rebellen in Idlib intervenieren würden, würden wir Seite an Seite mit al-Qaeda, also der gleichen Gruppe, die am 11. September die Twin Towers und das Pentagon angegriffen hat, kämpfen. So sprachen wir über Idlib, wir sprachen über die Aussichten für die Kämpfe und natürlich über den Wunsch des Präsidenten, das Blutvergießen so weit wie möglich zu begrenzen.
Dies war immer seine Politik während des gesamten Krieges, im Gegensatz zu dem, was wir mit Mosul und Raqqa gemacht haben, als wir mit Bombenteppichen wahllos alle umgebracht haben, die in diesen Städten waren. Das tun sie in Syrien nicht, weil sie das Volk befreien.
Wir sprachen über die Sanktionen, die amerikanischen Sanktionen, und wie sie Menschen daran hinderten, Lebensmittel, Medikamente gegen Krebs und andere Dinge zu erhalten.
Wenn wir die Sanktionen abschaffen, würde dies die Rückkehr der Flüchtlinge erheblich erleichtern. Wir haben über die Flüchtlinge gesprochen, und Präsident Assad hat es ganz klar gesagt: er will, dass alle Syrer nach Syrien zurückkehren. Die Kraft ihrer Menschen ist die Macht einer Nation. Die Syrer sind sehr intelligent, sehr fleißig. Er will sie zurück.
Sputnik: Was ist mit der Frage der chemischen Waffen? Weil es natürlich in den Medien stand. Westliche Medien haben gesagt, dass Assad wahrscheinlich chemische Waffen einsetzen wird. Ist dieses Thema auch aufgetaucht?
Richard Black: Ich habe den syrischen Krieg sieben Jahre lang studiert. Ich begann ihn zu studieren, weil ich Libyen studiert habe. Weshalb haben wir Libyen angegriffen? Dieses Land hat nie jemanden angegriffen. Und das führte dazu, dass wir libysche Waffen erbeuteten, damit wir sie in die Türkei schicken und sie für eine Invasion in Syrien einsetzen konnten. Ich habe jede dieser Gasangriffsprovokationen studiert, und mit Ausnahme von Douma wurde jede einzelne von ihnen von den Terroristen durchgeführt, oft in Verbindung mit der Türkei oder mit anderen ausländischen Geheimdiensten.
In Douma gibt es eine sehr seltsame Situation, die in den Medien nie bekannt wurde. Der britische Geheimdienst begann einige Wochen zuvor zu warnen, dass es einen Gasangriff in Douma geben würde, dass die Syrer ihn durchführen würden. Und die Tigerkräfte der syrischen Armee starteten einen Angriff aus einer unerwarteten Richtung und eroberten das chemische Labor, mit dem die Rebellen den Gasangriff durchführen wollten, den sie der syrischen Regierung vorwerfen wollten.

Mittwoch, 5. September 2018

Die syrische Armee führt einen Krieg gegen die Barbarei für die Zivilisation


SANA

4. September 2018A


Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Überall findet der Wiederaufbau statt.

US- Senator Richard Black sagte am «Montag, dass die Syrische Arabische Armee (SAA) und ihre Alliierten in der Lage waren, den Terrorismus aus dem größten Teil ihres Territoriums zu vertreben und es blieb niemand übrig außer den Terroristen in Idleb, die Zivilisten als menschliche Schilde benutzen.

«Die syrische Armee versucht, die Zivilisten zu schützen, indem sie durch Korridore für die Evakuierung schafft,» sagte Black den Journalisten nach seiner Tour durch eine Anzahl befreiter Gebiete in Aleppo.

Er verwies darauf, dass die USA «seit 17 Jahren einen Krieg gegen den Terrorismus führt, aber ohne Ergebnisse.»

Der amerikanische Senator bestätigte, dass die Terroristen alle Kulturstätten in Syrien zerstörten; Moscheen und Kirchen und Zivilisten bewusst töteten. Er fügte hinzu, dass die syrische Armee einen Krieg gegen die Barbarei führe und dass Syrien mit Hilfe seines Volkes wieder auferstehen werde.

Der US-Senator hob hervor, dass das syrische Volk das historische Erbe der ganzen Menschheit verteidige.

Nachdem er die Stadt Homs am Montag besucht und die Restaurierungsarbeiten des alten Marktes im Zentrum besichtigt hatte, verwies Black darauf, dass die Terroristen versucht hatten, die historische Identität Syriens zu zerstören.

Er war der Meinung, dass die Restaurierungsarbeiten in Homs die Entschlossenheit des syrischen Volkes zeigen, mit der es den Terrorismus besiegt hat.

Nachdem Senator Black die archeologische Kirche Um al-Zennar besuchte, sagte der Erzbischof der syrischen orthodoxen Kirche für Homs und Hama Selwanos Boutros Al-Nemeh, dass der Besuch von Black in Syrien der Welt die Botschaft vermittelt, dass Syrien sich erholt.

Der Gouverneur von Homs Talal Barazi sagte, dass Black schon 2016 besucht habe und die dortige Zerstörung der Terroristen gesehen habe, und er danach mitteilte, dass die Stadt zu ihrem früheren Leben zurückkehre, nachdem mehr als 60 Prozent der örtlichen Bevölkerung, die verjagt worden waren, zurückgekehrt sind.

Barazi fügte hinzu, dass der Wiederaufbau in Homs in Stufen stattfinde und bestätigte den Eifer, mit dem der kulturelle Aspekt dieser archeologischen Stadt erhalten werde. 




Dienstag, 4. September 2018

Neue Post aus Russland vom 3. September 2018



Stefan Lindgren


Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth


Donbass Präsident ermordet
200 000 Menschen folgten seinem Sarg

Der Präsident der Volksrepublik Donetzk und Oberbefehlshaber der Armee, Alexander Sachartschenko kam nach aller Wahrscheinlichkeit durch eine von Kiew befohlene Terrortat ums Leben.

Der 42-jährige Sachartschenko und sein Leibwächter wurden von einer Sprengladung getötet, als sie ein Café in Donetzk besuchten.

10 Personen wurden verletzt. Sachartschenkos Vater war Ukrainer und seine Mutter Russin aus dem Donbass. Alexander war moralische Autorität und Befehlshaber der bewaffneten Streitkräfte der Volksrepublik. Er hat eine Frau und vier Kinder.

Dass es Kiew ist, das dahintersteckt, wird nur von wenigen bezweifelt. Im März ist in der Ukraine Präsidentenwahl. Petro Poroschenkos einzige Chance ist es, den Konflikt mit LNR/DNR, den beiden selbsternannten Republiken, zu einem richtigen Krieg anzuheizen. Dass Sachartschenko einer der Unterzeichner des Minsker Abkommens war, ist auch von Bedeutung.

Die Terrortat richtete sich ebenso gegen das Abkommen, wie gegen ihn persönlich. Zuvor hatte der Donbass beschlossen, Kiews Terrortaten nicht mit gleicher Münze heimzuzahlen. Aber diesmal verlangt der Vorsitzende des nationalen Rates Denis Pusjilin Rache. Russlands Präsident Putin sagt in einer Erklärung:
«Ich hoffe, dass die Organisatioren und Täter dieses Verbrechens bestraft werden. Ich will nochmals meine Anteilnahme mit den Familien und Freunden Alexander Sachartschenkos und allen Einwohnern des Donbass zum Ausdruck bringen. Russland wird immer bei euch sein.»

Am 31. August rief der Nationale Rat zu einer Krisensitzung auf und ernannte Dmitri Trapeznikow zu Sachartschenkos Nachfolgter. Er war bisher Vizepremier und hat de facto die Verwaltung Sachartschenkos geleitet.

Wenn Kiew glaubte, dass die Ermordung von Sachartschenk Verwirrung und Mutlosigkeit schaffen würde, so zeugt viel vom Gegenteil. Beinahe eine Viertel Million Menschen nahmen an der Beerdigung am Sonntag teil.

Die üblichen Insinuationen des westlichen Medien, dass die Tat eine «interne Abrechnung» sein könnte, bestätigen nur das Bild vom Westen als Sponsoren des Bösen. Sachartschenko war schon früher Mordversuchen ausgesetzt worden. 2016 wurde der bekannte Befehlshaber «Motorola» (Arsenij Pawlow) ermordet und am 17. Februar «Givi» (Michael Tolstych). 2016 wurde auch ein Attentat gegen den Präsidenten der Volksrepublik Lugansk Igor Plotnitski verübt.

Zwei Personen sind gefasst worden und haben zu sprechen begonnen. Laut Trapeznikow war das Sprengmittel, das verwendet wurde, von derselben Sorte wie bei einer Terrortat in Moskau, bei der acht Menschen im Café Puschkin im Jahr 2000 starben.

Izvestija 3/8, vesti nedeli 2/8


Die Pensionsfrage wurde entschieden

In einer halbstündigen Fernsehrede am Mittwoch sprach zum 1. Mal Präsident Putin ausführlich zu der geplanten Pensionsreform.
Er schlug Milderungen der Reform vor, die den wirtschaftlichen Vorteil des Staates verringern mit etwa einem Viertel. Vor allem wird das erhöhte Pensionsalter für Frauen heruntergesetzt und soll jetzt von 55 auf 60 steigen, statt von 55 auf 63.

Der Vorschlag wird in Kürze der Duma vorgelegt. Für Männer bleibt es bei der Erhöhung von 60 auf 65 Jahre. Putin argumentierte ausführlich zu der Reform.

In den vergangenen 15 Jahren ist mittlere Lebensdauer der Russen um 7.8 Jahre gestiegen. Früher war eine Erhöhung des Pensionsalters nicht möglich, aber jetzt ist sie es, meinte Putin.
Mit seinem Wohlfahrtsplan für die Dauer seines Präsidenten-Amtes von sechs Jahren hat er eine durchschnittliche Lebensdauer von 80 Jahren im Blick.

Ein russischer Mann, der sein Pensionsalter von 65 Jahren erreicht, hat noch 13,4 Jahre zu leben und eine Frau, die 60 Jahre erreicht, hat im Schnitt noch 22,3 Jahre zu leben.

Aber dadurch müssen immer weniger Leute immer mehr ältere versorgen. 2005 war das Verhältnis zwischen beiden Gruppen 1,7 : 1. Und im Jahr 2019 wird es bereits 1,2 : 1 sein. Er verwies auch auf die Pensionsniveaus in anderen Ländern. Das Pensionsalter in Deutschland ist für Männer und Frauen 65 Jahre (geplant ist, es um 2 Jahre im Jahr 2030 zu erhöhen), in Frankreich ist es 62,5 Jahre, in Italien 66 Jahre, in den USA 66 oder 67 Jahre, in England 65 für Männer und 60 für Frauen (2020 soll es um 5 Jahre erhöht werden).

Die Altersstruktur in der EU wird weitere Erhöhungen erzwingen. 2060 wird geplant, dass es 69 Jahre in Tschechien und 72,5 in Dänemark sein wird – als Beispiel.

In Russland gibt es Fonds, die die Pensionen für die nächsen 7 – 10 Jahre sichern, sagte Putin. Aber wenn man die Pensionen mehr als die Inflation erhöhen will, um wenigstens 40 % des früheren Lohnniveaus zu erreichen, muss das Pensionsalter erhöht werden, argumentierte Putin.

Zur Pensionsreform heißt es auch, dass die Pensionen jährlich um bis zu 7 % an die Inflation angeglichen werden, was doppelt so viel ist als die erwartete Inflation. 2024 wird das durchschnittliche Pensionsniveau 20 000 Rubel/Monat erreichen, verglichen mit den heutigen 14 144 Rubel.

Aber hier gibt es große Unterschiede geografisch, ethnisch und zwischen verschiedenen Branchen. Grubenarbeiter, Arbeiter in heißen Herstellungsbetrieben, chemischer Industrie, Tschernobyl-Opfer und eine Anzahl anderer Kategorien werden ihre früheres Pensionsalter behalten. Das gilt auch für die kleinen Polarvölker.

Putin schlug noch andere Detail-Berichtigungen vor:

«Dass jene, die in den nächsten zwei Jahren in Pension gehen, dürfen ein halbes Jahr früher gehen. Eine Frau, die 37 Jahre gearbeitet hat und ein Mann, der 42 Jahre gearbeite hat, haben Anrecht auf Pension, unabhängig von dem Alter. Mütter, die fünf Geburten hinter sich haben, können das frühere Pensionsalter beibehalten. Vier Kinder geben vier Jahre Pensionsalter usw.
Alle Vorrechte (gratis Kollektivverkehr, Steuerfreiheit für Wohnungen und Datschas usw.), die an das frühere Pensionsalter gebunden waren, werden zu dem Alter in Kraft treten, unabhängig davon, ob man in Pension geht oder nicht".

Die russische Kommunistische Partei sagt nein zu den Reformen, selbst mit den «kosmetischen» Abstrichen, die Putin vorgeschlagen hat. Am Sonntag veranstalteten die Kommunisten eine Protestveranstaltung auf dem Sacharow-Platz, bei dem nach unabhängigen Berechnungen 8900 Personen anwesend waren. Die Partei «Gerechtes Russland» brachte ca. 1500 Personen auf dem Suworowoplatz auf die Beine.

Russlands Gewerkschaftschef (FNPR) Michael Sjmkaov warnte in einer Erklärung vor Putins Vorschlag, strafrechtliche Verantwortung für Arbeitgeber einzuführen, die Angestellte entlassen, bevor sie das Pensionsalter erreichen. Der Vorschlag kann kontra-produktiv sein, meinte er. Das könne dazu führen, dass Arbeitgeber überhaupt keine alteren Arbeiter einstellen.

http://tass.ru/politika/55009684, rbc.ru 2/9



Es ist schwer, Telegram zu stoppen


Der Beschluss, Telegram zu verbieten – ein sozialer Kommunikations-Dienst im Internet, der es unmöglich macht für Behörden zu kontrollieren – hat sich als unnmöglich erwiesen, gibt der stellvertretende Minister für digitale Entwicklung, Kommunikation und Massenmedien Alexei Volin zugegeben.

Der Gründer von Telegram hat ausreichend Mittel, eine Blockierung des Dienstes zu verhindern. Telegram hat global 200 Millionen Nutzer. «Das ist eine Situation, mit der wir leben müssen,» sagte Volin zu Journalisten in Rostov-am-Don.

Am 28. August beschloss Telegram, seine Integritätspolitik zu erneuern und kann nun Informationen von Netzanwendern enthüllen, wenn es einen Gerichtsbeschluss gibt. Laut der neuen Politik kann das Unternehmen die IP-Adresse des Anwenders und die Mobilnummer nach Erhalt eines Gerichtsbeschlusses enthüllen.

Aber das Nachgeben von Telegram erfüllt nicht die Forderung der russischen Behörden. Seit Anfang August gibt es Versuche mit exakteren Methoden, eine Technik, die Deep Packet Inspektion, um einzelne Online-Dienste zu blockieren. Aber was geschah, als die Behörden versuchten, Telegram zu blockieren, war, dass eine Menge andere Online-Dienste aufhörten zu funktionieren, u. a. die Sprech-Mitteilungen auf Viber, die Wolken-basiereten Anwendungen für Volvo-Autos und Aplikationen, die XIAOMI Videokameras steuern.

Reuters 31/8, tass 29/8



Öle und Kohle liegen an der Spitze



Russlands wichtigsten Rohöl-Produzenten haben im ersten Halbjahr ihren gesamten Gewinn mehr als verdoppelt. Rubelns niedrigerer Kurs seit den ersten Sanktionen wurde 2014 festgelegt und hat es für örtliche Unternehmen billiger gemacht, Öl zu pumpen, während gleichzeitig der Rohölpreis stieg.

Russlands fünf größte Öl-Produzenten zeigten einen 32 % höheren Umsatz im ersten Halbjahr, während der Netto-Gewinn sich beinahe verdoppelte auf 1,25 Billionen Rubel. Aber auf Grund der Sanktionen werden Investoren abgeschreckt vor russischen Ölaktien. Die P/E-Ziffer für russische Aktien liegt bei rund 7, während entsprechende westliche Ölgesellschaften bei 11 bis 15 liegen (Aktienkurs dividiert durch den Gewinn pro Aktien). Gleichzeitig berichtet die russische Kohlenindustrie von Rekorden. Die Produktion wird wahrscheinlich 430 Mill. Erreichen, was den alten Rekord von 1988 übertrifft. Ca. 200 Mill gehen in den Export gegenüber nur einem Dutzend Millionen Ende 1990.

Gleichzeitig ist die Unfall-Ziffer kräftig gesunken. Das schlimmste Jahr, 2007, verzeichnete 232 Tote, während die Zahl der vergangenen Jahre (2014-16) bei 20 resp. 56 lag.

bloomberg 31/8, unz.com 30/8


Risikoreiches Verhalten tötet zwei von drei


In einer großen Studie zur Gesundheitslage in Russland, die von The Lancet veröffentlicht wurde, zeigt, dass 59,2 % aller Todesfälle von Männern zwischen 15- 49 Jahren mit einem risikoreichen Verhalten wie Alkohol, Narkotika und Rauchen zusammenhängt. Die entsprechende Ziffer für den Anteil von Frauen liegt bei 46,8 %.

Eine weitere wichtige Sache, die sich gezeigt hat, ist, dass die Sterblichkeit bei HIV/Aids
im krassen Widerspruch zu den Gesundheitsverbesserungen im allgemeinen steht, die durch die Stabilisierung der Ökonomie entstanden sind. Die Sterblichkeit durch HIV/Aids liegt jetzt in Russland höher als in den USA 1990, als die Epidemie den Höhepunkt erreichte. Das Zentrum der Verbreitung von Aids und TBC liegt in der Gefängnis-Bevölkerung. Das Vorkommen von multiresistenter TBC in russischen Gefängnissen liegt 16 x höher als der Weltdurchschnitt. Migranten sind eine weitere Hochrisiko-Gruppe und Migranten gibt es in Russland mehr als in irgendeinem anderen europäischen Land.

https://www.thelancet.com/action/showPdf?pii=S0140-6736%2818%2931485-5



Russische Filme mit englischen Untertiteln


Schwedisch ist eine kleine Sprache. Wenn jemand so gut Englisch kann, dass er Filmen mit englischen Untertiteln folgen kann, findet eine ganze Menge im Internet. Hier gibt es einige kostenlose Alternativen:
Mosfilm Studio:
https://www.youtube.com/playlist?list=PL4dWJMOQ_
a1TPLZbU-K3ic_HODgNTppT9
Sovjetfilm:
https://sovietmoviesonline.com/
https://www.youtube.com/channel/UCTKpdDNg-
FgqRDg7TbIOgoQ/videos
Sherlock Holmes i rysk tolkning:
https://www.youtube.com/playlist?list=PLCB2AE9A8
DE995622
Dokumentärer:
https://www.youtube.com/watch?v=HI4SrQSdbJQ&lis
t=PLhuA9d7RIOdaPM9tBwNA6nDF4yszMucl7
https://www.youtube.com/playlist?list=PLwGzY25TN
HPBfaoOR3pXw3VyBvmXljeio
https://www.youtube.com/channel/UCuSx-lf2ft7hPce-
GVNHybOw/videos
Ryska revolutionen:
https://www.youtube.com/watch?v=voi4JcOZ768&t=2
37s&index=2&list=PLhuA9d7RIOdYnfvjYvQSF5--oHIv
2U5vn
Aktuella ryska dokumentärer:
https://rtd.rt.com/tags/english-subtitles/
Tecknad film:
https://www.youtube.com/channel/UCUYmVzJ-
Gyzirq_eKlDGBzDA/featured

Ryska posten


Was Clinton zu Jeltsin sagte


Beinahe 600 Seiten Reinschrift von Treffen und Telefon-Gesprächen zwischen US-Präsident Clinton und Russlands Präsident Boris Jeltsin sind freigegeben worden und zeigen eine Reihe merkwürdiger Ereignisse, vor allem, wie Jeltsin gezwungen wurde, sich zu erniedrigen und Clinton um verschiedene Dienste bat, u. a. ein Darlehen von 2,5 Mrd.$, um die Wahl 1996 zu gewinnen, die er gegen die Kommunisten zu verlieren drohte («Die werden die Krim zurückholen», warnte Jeltsin.).

Als Jeltsin Clinton bedrängte wegen der Versprechungen der Westmächte, die NATO nicht auf ehemalige Sowjetrepubliken auszudehnen, verwies Clinton auf die Republikaner, die ihn unter Druck setzten, dass er «gezwungen» war. Und Jeltsin schluckte diesen flagranten Bruch der Versprechen.

Im Balkan-Konflikt warnte Jeltsin, dass das russische Volk die USA hassen würde wegen der Bombardierung Serbiens. Aber gleichzeitig beklagte er, dass Milosevic «Serbe war und nicht Irländer» (Clinton pochte auf irländische Wurzeln)

https://www.rt.com/usa/437299-clinton-yeltsin-doc-
uments-calls/


Russland übt im Mittelmeer ...


Russland begann am Samstag umfangreiche Militärmanöver im Mittelmeer mit 25 Kriegsschiffen und 30 Flugzeugen. Die Übungen, die die ganze Woche dauern sollen, umfassen Fahrzeuge aus Russlands Nord-, Ostsee und Schwarzmeer sowie der Kaspischen Flotte, und Raketen tragende Bomberflugzeuge vom Typ Tu-160 und Su-33, sagt die Tass.

Das Übungsgebiet ist als gefährlich für das Betreten anderer Fahrzeuge und Flugzeuge bezeichnet worden und der Libanon ist wahrscheinlich gezwungen worden, seinen Luftraum zu sperren.

Die Kräftekonzentration vor der Küste Syriens hat wohl mit einer geplanten Offensive gegen die Terroristen-Hochburg in der Provinz Idlib zu tun. Türkische Beobachter sagen, dass Russland in den vergangenen Tagen 11 neue Fahrzeuge in das Mittelmeer geschickt habe und damit beinahe seine Anwesenheit dort verdoppelt habe.
Die Terroristen sprengten am Freitag zwei Brücken über den Fluss Orontes als Versuch, den Vorstoß der Regierungs-Truppen zu verhindern.

Asia times 31/8


... und im Fernen Osten


Im September wird das russische Verteidigungsministerium die größten Militärmanöver seit 1981 durchführen. Laut russischen Sendungen im BBC werden ca. 300 000 Mann an dem Manöver «Osten 2018» teilnehmen.

Das Format ist vergleichbar mit dem Manöver «Westen-8», aber in gewisser Hinsicht noch größer, sagte der Verteidigungsminister Sergej Sjojgu zu Reportern.

Die Übung «Osten 2018» wird vom 11. September bis zum 15. September laufen und beinahe alle Übungsgebiete in den zentraeln und östlichen Militärdistrikten umfassen.

36 0000 Einheiten mit Bodenausrüstung, inkl. Panzer, Panzerschützen-Autos und sonstige Fahrzeuge, sowie 1000 Flugzeuge und Helikopter.

Die Übungen umfassen beinahe ein Drittel der russischen Truppen unter Waffen von insgesamt einer Million Mann. Die große Übung im vergangenen Jahr «Westen 2017» hatte nur 13 000 Mann, was das höchste erlaubte Niveau war, ohne Einladung ausländischer Beobachter zur Überwachung der Übungen entsprechend dem OSSE Wien-Dolument von 2011.

Westliche Analytiker meinten damals, dass frühere Übungen viel größer waren, aber Russland umging laut BBC die Begrenzungen durch verschiedene formelle Kniffe. «westen 2017» galt einem denkbaren Konflikt mit dem Land «Veisjnoria». In sozialen Medien erfand man schnell ein Nationallied für Veisjnoria, man stellte eine Geschichte zusammen und begann sogar Pässe auf den Namen des Landes auszustellen.

Obwohl andere Länder keinen vollen Zutritt zu den Übungen hatten, folgte das NATO-Kommando den Ereignissen mit Satelliten und Radar, um sich ein Bild zu machen von den russischen und weiß-russischen Potential. Die NATO nannte die russische Übung «Osten 2018» als Vorstellung eines umfangreiches Konfliktes. Laut Sprecher der NATO Dylan White bekam die NATO Informationen über die Übung auf einem Treffen im Russland-NATO-Rat im Mai. Weiter sagte er, dass die Übung Russlands Vermögen zeige, an einem großformatigen Konflikt teilzunehmen. «Das passe zu dem Bild, das wir uns seit längerer Zeit machen.»

NATOs Militärattachés in Moskau sind eingeladen worden, der Übung zu folgen und «dieser Vorschlag wird erwogen», laut White. Da die Übung außerhalb des OSSE-Gebietes stattfinde, ist die Einladung eine einseitige Geste des guten Willens.

bbc, interfaks.ru 28/8

Samstag, 1. September 2018

Kotkòbpetrokaribea- bare Vòlè - Widerstand des Volkes von Haiti gegen die Regierungs-Korruption geht weiter (Video)


Èzili Dantò’s Anmerkung:


Kotkòbpetrokaribea- bare Vòlè - Widerstand des 

Volkes von Haiti gegen die Regierungs-Korruption

geht weiter (Video)

29. August 2018

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Dieses LOOP Video von Facebook konnte Downloadhelper nicht korrekt laden. Weiß jemand warum? Unten ist der link zum anklicken.

Demonstration gegen die UN-importierte Cholera.

Wo sind die 3,8 Milliarden Dollar, die PetroCaribe an Treibstoffgeldern fehlen, während ein bösartiges und gieriges Parlament, kolonisierter Marionetten-Präsident und die korrupte Regierung die Treibstoffpreise für die im Stich gelassenen Massen erhöht? Zu diesem Diebstahl gehören außerdem die fehlenden 13,6 Milliarden Dollar an UN-Clinton-NGO-Erdbebengeldern. 

Und die Plünderung der Diaspora-Überweisungen durch Western Union u.a. mit 1.50 Dollar extra für jede Überweisung nach Haiti und außerdem 5 extra Cents für jeden internationalen Anruf aus Haiti (für das Digicel/Clinton Mobilfunk-Monopol); obendrein zahlen die Haitianer die höchsten internationalen Telefongebühren in der westlichen Hemisphäre und die höchsten Tarife für Flüge nach Haiti.

Dazu kommen die gefälschten Wahlen. Die Hillary/Obama Verwaltung, ihre Diplomaten im Außenministerium und ökonomischen Hit Men [hit man: hier könnt ihr euch über das Buch ‘Confessions of an Economic Hit Man’ - «Die Bekenntnisse eines Wirtschafts Hit-Man» und den Film dazu informieren. D. Ü.] mit ihrer unbegrenzten Verderbtheit setzten einen überführten Geldwäscher als Präsidenten Haitis ein mit einem Parlament voller Drogen-Händler. Sie überließen es Trump mit Omarosa, diese Kenneth Merten-PHTK Hausneger ins Amt einzuführen.

Obendrein zu all dem ist den Haitianern für die UN-Cholera-Opfer KEINE GERECHTIGKEIT gewährt worden, keine GERECHTIGKEIT für die Vergewaltigungs-Opfer der UN-Truppen und der Pädophilen des Wohltätigkeits-Industrie-Komplexes ... Das haitianische Volk hat genug von den legalen Banditen, den heimischen und den internationalen, die das arme Haiti häuten, unterdrücken und plündern!

Kotkòbpetrokaribea- Bare Vòlè!


Video-Quelle:



Donnerstag, 30. August 2018

Die wahre russische Einmischung in die US-Politik


Diana Johnstone
29. August 2018

Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Sie schwören auf Teufel komm raus! Da haben sie Übung!
Der Kalte Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion war scheinbar ein Konflikt zwischen zwei Ideologien und zwei sozioökonomischen Systemen.

Das alles scheint vorbei zu sein. Der Tag eines neuen Sozialismus mag unerwartet anbrechen, aber heute regiert der Kapitalismus die Welt. Auf den ersten Blick mag es ein klassischer Kampf zwischen rivalisierenden Kapitalisten sein. Und doch entsteht wieder einmal ein ideologischer Konflikt, der die Kapitalisten selbst spaltet, auch in Russland und in den Vereinigten Staaten selbst. Es ist der Konflikt zwischen der amerikanischen unipolaren Dominanz und einer multipolaren Welt.

Die Niederlage des Kommunismus wurde brutal in einem bestimmten "kapitalistischen Manifest" aus den frühen 1990er Jahren angekündigt, das tatsächlich verkündet wurde: "Unser Leitmotiv ist Profit, erworben auf streng legale Art und Weise. Unser Herr ist Seine Majestät, das Geld, denn nur Sie kann uns zu Reichtum als Norm im Leben führen." Die Autoren dieses kühnen Traktats waren Michail Chodorkowski, der zum reichsten Mann Russlands wurde (bevor er zehn Jahre in einem russischen Gefängnis verbrachte) und sein damaliger Geschäftspartner Leonid Nevzlin, der sich seitdem bequem nach Israel zurückgezogen hat.

Darlehen für Aktien

Das waren die guten alten Zeiten in den 90er Jahren, als die Clinton-Administration Jelzin unterstützte, als er Russland durch die gemeinsamen Anstrengungen ehrgeiziger, gut platzierter Russen und ihrer westlichen Sponsoren, insbesondere durch den Trick "Kredite für Aktien", ausnehmen ließ.

In einem Artikel über ihren Helden Chodorkowski aus dem Jahr 2012 fasste die fanatische Anti-Putin-Journalistin Masha Gessen offen zusammen, wie das funktioniert:
"Die neuen Oligarchen - ein Dutzend Männer, die begonnen hatten, die Macht auszuüben, die das Geld brachte - haben einen Plan ausgeheckt. Sie würden der Regierung Geld leihen, das sie dringend benötigte, und im Gegenzug würde die Regierung Aktienpakete in Höhe einer Mehrheitsbeteiligung an den großen Staatsbetrieben zur Verfügung stellen. Wenn die Regierung in Verzug geriet, wie es sowohl die Oligarchen als auch die Regierung wussten, würden die Oligarchen sie übernehmen. Mit diesem Manöver privatisierte die Jelzin-Regierung Öl, Gas, Mineralien und andere Unternehmen ohne Zustimmung des Parlaments."
Dies funktionierte so gut, dass Chodorkowski von seiner Position in der kommunistischen Jugendorganisation aus seine Verbindungen nutzte, um die Kontrolle über Russlands Erdölgesellschaft Yukos zu erlangen, um der reichste Oligarch in Russland zu werden, mit einem Wert von etwa 15 Milliarden Dollar, von denen er trotz seiner Jahre im Gefängnis (2003-2013) immer noch einen Teil kontrolliert.

Seine Verhaftung machte ihn zu einem Helden der Demokratie in den Vereinigten Staaten, wo er viele Freunde hatte, besonders jene Geschäftspartner, die ihm halfen, Yukos an Chevron und Exxon zu verkaufen. Chodorkowski, ein charmanter und großzügiger junger Mann, hat seine amerikanischen Partner leicht davon überzeugt, dass er Russlands Verfechter der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit ist, insbesondere jener Gesetze, die es dem inländischen Kapital erlauben, zu ausländischen Banken zu fliehen, und dem ausländischen Kapital, die Kontrolle über die russischen Ressourcen zu übernehmen.
Wladimir Putin hat es nicht so gesehen. Ohne den Sozialismus wieder zu wollen, enteignete er Chodorkowski von Jukos und verwandelt die Öl- und Gasindustrie von dem von Jelzin tolerierten "offenen Gesellschaftsmodell" in eine nationale kapitalistische Industrie. Chodorkowski und sein Partner Platon Lebedew wurden beschuldigt, das gesamte Öl, das Yukos in den Jahren 1998 bis 2003 produziert hatte, gestohlen zu haben; sie wurden verurteilt und zu je 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Diese Verschiebung ruinierte die bereits laufenden Pläne der USA, Russland mit seinen vielen Provinzen zu "balkanisieren", wodurch das westliche Kapital seine Eroberung der russischen Wirtschaft fortsetzen konnte.

Die Enteignung von Chodorkowski war sicherlich ein wichtiger Meilenstein im Konflikt zwischen Präsident Putin und Washington. Am 18. November 2005 verabschiedete der Senat einstimmig die Resolution 322 von Senator Joe Biden, die die Behandlung von Chodorkowski und Lebedew als politisch motiviert anprangert.

Dienstag, 28. August 2018

Die Suche nach einem schwer fassbaren Frieden am Horn von Afrika


Ich habe diese Informationen auch schon woanders gelesen und wunderte mich, das Thomas C. Mountain sie nicht erwähnte. Vor allem über den Bau einer Marine-Basis in Eritrea hat er geschwiegen, was ihm wohl kaum entgangen sein kann. Ich muss sagen, dass mich dies sehr beunruhigt. Ich hoffe wirklich, dass Abiy und Afewerki sich nicht von ihrem Plan wahrer Unabhängigkeit abbringen lassen.

Die Suche nach einem schwer fassbaren Frieden am Horn von Afrika

Abayomi Azikiwe

16. August 2018
Die Präsidenten Abiy und Afewerki

In den Staaten am Horn von Afrika finden wichtige Entwicklungen im Bereich der Innen- und Außenbeziehungen statt.

Dies ist eine Region Ostafrikas, die seit dem 19. Jahrhundert durch das Erbe des Kolonialismus und den Neokolonialismus stark zerrüttet wurde. Das Gebiet war ein Brennpunkt für Interventionen der Vereinigten Staaten und anderer NATO-Regierungen.

Die Aussicht auf eine engere Zusammenarbeit ergab sich aus der Tatsache, dass der neue Premierminister Äthiopiens, Abiy Ahmed, vom 8. bis 9. Juli die Hauptstadt des benachbarten Eritrea besuchte, um sich mit seinem Amtskollegen Isayas Afewerki zu treffen. Die beiden Staats- und Regierungschefs unterzeichneten Abkommen zur Beendigung ihres Streits über die Grenzgebiete um Badme, die Wiederaufnahme der direkten Kommunikationsverbindungen und die Zusage, gemeinsame Wirtschaftsprojekte zum Wohle beider Nationen zu starten.

Abiy, der am 2. April inmitten der weit verbreiteten Unzufriedenheit mit der früheren Regierung von Hailemariam Desalegn an die Macht kam, machte die erste Geste gegenüber Eritrea, als er im Juni ankündigte, dass Äthiopien seine Truppen von der Grenze zu Badme abziehen und alle Ansprüche auf das Gebiet widerrufen würde. Später stattete eine Delegation des eritreischen Außenministeriums Addis Abeba einen Arbeitsbesuch ab, der den Ton für eine gegenseitige Reise nach Asmara angab.

Eritrea war nach dem gescheiterten Versuch Roms, Abessinien 1896 zu erobern, vom italienischen Imperialismus kolonisiert worden. Menelik II. besiegte jedoch die italienische Armee und erlaubte den Imperialisten, eine Basis am Roten Meer zu errichten, die den Zugang von Addis Abeba zu den für die nationale Entwicklung so wichtigen Wasserstraßen einschränkte.

Der Faschist Benito Mussolini hatte wahnhafte Vorstellungen von der Wiederherstellung des alten Römischen Reiches, und fiel im Oktober 1935 in Abessinien ein und tötete Tausende von Afrikanern durch Einsatz modernster Waffen und chemische Waffen. Nach der Niederlage Italiens im Zweiten Weltkrieg in Nordafrika, haben Großbritannien und später die äthiopische Monarchie unter Seiner Kaiserlichen Majestät Haile Selassie I. Eritrea zum Protektorat unter London ernannt und später als Provinz Äthiopien eingegliedert.

Zwischen eritreischen Unabhängigkeitsorganisationen und Äthiopien tobte ein dreißigjähriger Krieg, der sowohl unter der Monarchie ab 1961 als auch unter der sozialistisch orientierten Regierung nach 1974 bis zu ihrem Untergang 1991 andauerte. Eritrea erklärte sich 1991 für unabhängig und eine von den Vereinten Nationen geförderte Volksabstimmung im Jahr 1993 gewann internationale Anerkennung für die von der eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) geführte Regierung.

Obwohl die Workers Party of Ethiopia (WPE) unter der Leitung von Col. Mengistu Haile Mariam inmitten intensiver Kämpfe mit der Tigray People's Liberation Front (TPLF) kollabierte, sind die Beziehungen zwischen der Revolutionären Demokratischen Volksfront (EPRDF) und die EPLF immer schlechter geworden. In den Jahren 1998 und 2000 kam es bei einem Ausbruch von militärischen Auseinandersetzungen um Badme zu schätzungsweise 100.000 Toten auf beiden Seiten.

Algerien hat im Namen der damaligen Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) einen Waffenstillstand ausgehandelt, aber die Spannungen hielten fast zwei Jahrzehnte lang an. Das Engagement von Addis Abeba und Asmara für normalisierte Beziehungen wurde von den Menschen in der Region und international sehr positiv aufgenommen.

Montag, 27. August 2018

Neue Russische Post vom 27. August 2018



Stefan Lindgren



Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth

Die Venta Maersk soll als erstes dänische Schiff die Nordostpassage erproben.

Sanktionen treten in Kraft

Heute am 27. August 2018 tritt die neueste Welle von US-Sanktionen gegen Russland in Kraft. Es ist verboten, Russland Geld zu leihen und Waffen oder Waren mit doppelter Anwendungsmöglichkeit zu exportieren. Die neuen Regeln wurden erst am Freitag veröffentlicht (https://s3.amazonaws.com/public-inspection.federalregister.gov/2018-18503.Pdf)

Die neuen Sanktionen werden mit Russlands angeblicher Vergiftung des Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter in England im März motiviert. London hat immer noch keine Beiweise für seine Behauptungen vorgelegt.

Aber die USA klagen Moskau an, «chemische Waffen gegen internationales Recht oder tödliche chemische Waffen gegen seine eigenen Bürger» einzusetzen. [Das sagen die Gangster, die seit dem Koreakrieg unentwegt chemische Waffen und andere verbotene Waffen eingesetzt haben, die Millionen Menschen getötet und verkrüppelt haben. D. Ü.] Die Sanktionen sollen «minedestens ein Jahr und bis auf weiteres» gelten.
Das Außenministerium hat jedoch eine Ausnahme für den Export und Rückexport von Produkten und Technik gemacht, die für die Raumfahrt-Kooperation und die zivile Luftsicherheit benötigt werden.

Die US-Sanktionen treffen gegenwärtig ca. 450 russische Wirtschaftsunternehmen, gibt der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow bekannt, darunter alle großen Finanz-, Energie- und Verteidigungsunternehmen.

Sogar 250 Einzelpersonen werden von den Sanktionen betroffen – mit Einreiseverbot, eingefrorenen Guthaben und Finanzierungs- und Handelsbegrenzungen. Aber das ist vielleicht nicht der Gipfel von USAs ökonomischer Kriegführung gegen Russland. Auf dem Tisch des US-Kongresses liegt ein Vorschlag für weitere drakonische Sanktionen, die sich u. a. gegen russische Staatspapiere richten und gegen Aktienbesitz in allen großen russischen Banken, darunter Sberbank, VTB Bank, Gazprombank JSC, Promsvyazbank PJSC, Rosselkhozbank JSC und die Vnesheconombank.

Der Kongress hat auch dem Präsidenten die Vollmacht gegeben, Sanktionen gegen NordStream-2 einzuführen, wogegen Deutschland und Russland sich zu verteidigen gelobt haben.

Russland, das heute die sechstgrößte Ökonomie der Welt hat (BNP, ppp), würde laut dem Internationalen Valutafond um 10 % sinken, wenn der Kongress bis zum Ende geht. Zusammen mit dem schrumpfenden Welthandel als Folge der neuen Zolltarife der USA würde das die depressiven Tendenzen in der Weltwirtschaft verstärken.

Andere Effekte der US-Sanktionen sind, dass die Alu-Preise auf dem Weltmarkt um 30 Prozent gestiegen sind. Allerdings haben die gestiegenen Erdölpreise Russlands Widerstandskraft gestärkt. Der ausländische Anteil an den einheimischen Schulden in Russland fiel auch auf 27.5 % im Juli von 34,5 % im März.

Was kann Russland auf längere Sicht tun, um seine Interessen zu verteidigen? Das Land kann seine Kooperation mit der Türkei, dem Iran und in gewissem Maße mit der EU stärken. Es wird auch bereits spekuliert, dass die Türkei, der Iran und Russland gemeinsam zum Goldstandard übergehen. Das ist bereits eine anerkannte BRICS-Politik, um im größtmöglichen Umfang den Dollar als Resrve-Valuta mit andere Valuten zu ersetzen.

Samstag, 25. August 2018

Wie Chinas Mobile Zahlungs-Ecosysteme Banken überflüssig machen


Das ist ja eine phantastische Nachricht, dass die Banken endlich ausgeschaltet werden. Wir werden also bald Goldman Sachs, Rockefeller und Rothschild mit einer Blechbüchse an den Straßenecken stehen sehen.

Wie Chinas Mobile Zahlungs-Ecosysteme Banken überflüssig machen

Ellen Brown
24. August 2018

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Riesige chinesische Technologieunternehmen haben Kreditkarten und Banken umgangen, um ihre eigenen kostengünstigen digitalen Zahlungssysteme zu entwickeln.

Das US-Kreditkartensystem schöpft übermäßige Geldbeträge von Händlern ab, die ihre Preise erhöhen müssen, um diese Gebühr zu decken. Bei einem typischen $100-Kreditkartenkauf gehen nur $97,25 an den Verkäufer. Der Rest geht an Banken und Verarbeiter. Aber wer kann mit Visa und MasterCard konkurrieren?

Es scheint, dass Chinas neue mobile Zahlungssysteme das können. Laut einem Artikel vom Mai 2018 in Bloomberg mit dem Titel "Why China's Payment Apps Give U.S. Bankers Nightmares" (Weshalb Chinas Zahlungs-Apps den US-Bankern Alpträume verschaffen):

«Die Zukunft des Verbraucherzahlungsverkehrs kann nicht in New York oder London, sondern in China gestaltet werden. Dort fließt das Geld hauptsächlich durch ein Paar digitaler Ökosysteme, die soziale Medien, Handel und Banken miteinander verbinden - allesamt von zwei der wertvollsten Unternehmen der Welt betrieben. Das steht im Gegensatz zu den USA, wo sich zahlreiche Firmen an Gebühren für die Abwicklung von Zahlungen erfreuen. Westliche Bankiers und Kreditkartenmanager, die nach China reisen, kehren mit der gleichen Angst zurück: Zahlungen können billig und einfach ohne sie erfolgen.»

Der Albtraum für die US-Finanzindustrie ist, dass ein großes Technologieunternehmen - sei es aus China oder ein US-Riese wie Amazon oder Facebook - den Erfolg der chinesischen mobilen Zahlungssysteme wiederholen und Banken ausschalten könnte.

Laut John Engen, der im Mai 2018 in American Banker schrieb, verarbeitete China in den ersten zehn Monaten des Jahres 2017 satte 12,8 Billionen Dollar an mobilen Zahlungen. Heute wollen selbst Chinas Straßenhändler kein Geld mehr. Die Bezahlung erfolgt mit einem Telefon und einem QR-Code (eine Art Barcode). Mehr als 90 Prozent der chinesischen Handyzahlungen werden über Alipay und WeChat Pay abgewickelt, konkurrierende Plattformen, die von den beiden größten Internetkonzernen des Landes, Alibaba und Tencent Holdings, unterstützt werden. Alibaba ist Amazon in China, während Tencent Holdings Eigentümer von WeChat ist, einer Messaging- und Social-Media-App mit mehr als einer Milliarde Nutzern.

Alibaba hat Alipay 2004 gegründet, damit Millionen von potenziellen Kunden, die keine Kredit- und Debitkarten hatten, auf seinem riesigen Online-Marktplatz einkaufen können. Alipay ist für kleinere Nutzer seiner Plattform kostenlos. Mit dem Anstieg der monatlichen Gesamttransaktionen steigt auch die Gebühr, aber selbst bei ihrem Maximum ist es weniger als die Hälfte dessen, was PayPal verlangt - rund 1,2 Prozent. Auch Tencent Holdings hat 2005 seine Zahlungsfunktion eingeführt, um die Nutzer länger im Messaging-System zu halten. Das amerikanische Äquivalent wären Amazon und Facebook, die als Hauptleitungen für US-Zahlungen dienen.

WeChat und Alibaba haben sich zu vollwertigen digitalen Ökosystemen entwickelt - rund um die Uhr für die Verwaltung der Details des täglichen Lebens. WeChat-Nutzer können Arzttermine vereinbaren, Essen bestellen, ‘hail rides’ (Busse, die bestimmte Routen abfahren und die jeder anwinken und stoppen kann) und vieles mehr durch "Mini-Apps" auf der Kern-App. Alipay nennt sich "Global Lifestyle Super-App" und hat ähnliche Funktionen. Beide haben sich gut entwickelt, indem sie das Bezahlen mit dem Handy billig und einfach gemacht haben. Verbraucher können mit ihren mobilen Apps alles bezahlen und von Mensch zu Mensch bezahlen. Jeder hat einen einzigartigen QR-Code, und der Transfer ist kostenlos. Benutzer müssen sich nicht bei einer Bank oder einer Zahlungsanwendung anmelden, wenn sie Transaktionen durchführen. Sie drücken einfach den "Pay"-Button auf der Hauptapplikation des Ökosystems und ihr einzigartiger QR-Code erscheint für den Händler zum Scannen.
Hier könnt ihr euch weiter durch den Artikel buchstabieren:

Freitag, 24. August 2018

Julian Assange und das Schicksal des Journalismus


Man kann sich wirklich fragen, wie der Autor dieses Artikels, «ob die Öffentlichkeit eigentlich die Wahrheit wissen will». Auch wenn sie privat sagen, «ist doch klar, dass die lügen», so hocken sie dennoch vor der Glotze, verplempern ihr Leben, kommen nicht zum Lesen, nicht zum Nachdenken und irgendwann sind sie mausetot und sind gestorben genau so blöd, wie sie geboren wurden. Ein Satz einer guten Freundin, die das partout vermeiden wollte. Aber davon gibt es wenige. Wir hören tagtäglich, dass ein alternativer Newsletter nach dem anderen gesperrt wird – von Google bis Facebook und Twitter – linke, aber auch rechte (siehe meinen Kommentar von heute auf Google+ zur Sperrung von der großartigen US-Journalistin Abby Martin und ihrer Show auf Telesur), aber das Schweigen im Walde dröhnt einem in den Ohren. Auch auf meinem Blog schrumpft mysteriöser Weise die Leserschaft während gleichzeitg die Zahl der Länder steigt. Das verstehe, wer will. Aber einem vergeht die Lust zum Weitermachen.

Julian Assange und das Schicksal des Journalismus

23. August 2018

Lawrence Davidson

Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Assange - isoliert, praktisch eingesperrt und krank. Kaum einen kümmert's.
Julian Assange ist der Gründer von Wikileaks – eine Webseite, die dem Recht der Öffentlichkeit gewidmet ist - zu wissen, was Regierungen und andere mächtige Organisationen tun. Wikileaks verfolgt das Ziel, relevante Dokumente zu veröffentlichen, die oft inoffiziell erworben werden, die Licht werfen auf das kriminelle Verhalten, das zu Kriegen und von Mensch-gemachten Katastrophen führen. Weil Wikileaks Existenz «leaks» ermutigt, fürchten Regierungsbeamte die Webseite und insbesondere Julian Assange.

Wikileaks fungiert im Wesentlichen als Großhandelslieferant von Beweismitteln. Sobald Wikileaks vermutliches offizielles Fehlverhalten festgestellt hat, versucht man, überwältigende Mengen an Beweisen zu sammeln und zu veröffentlichen - manchmal Hunderttausende von Dokumenten gleichzeittig, auf die Journalisten und andere interessierte Parteien zurückgreifen können. Und da die untersuchten Personen und Organisationen letztendlich der Öffentlichkeit gegenüber verantwortlich sind, kann eine solche Rolle als Großlieferant von Beweismitteln als öffentliche Dienstleistung angesehen werden.

Leider sehen die meisten Regierungsbeamten das nicht so. Sie behaupten, dass die Regierung nicht erfolgreich sein kann, wenn Aspekte ihres Verhaltens nicht im Geheimen durchgeführt werden. Die Tatsache, dass diese Aspekte dadurch jeglichen rechenschaftspflichtigen Bezug zur Öffentlichkeit verlieren, wird vernachlässigt. Hier wird davon ausgegangen, dass die meisten Bürger einfach darauf vertrauen, dass ihre Regierungen in ihrem Interesse handeln, auch wenn sie heimlich handeln. Historisch gesehen ist dieses Vertrauen gefährlich naiv. Oft fühlen sich Regierungsbeamte, auch die demokratischen, ihren Bürgern gegenüber nicht verpflichtet, sondern nur gegenüber speziellen Interessen.

Ein Grund dafür ist, dass große und bürokratische Institutionen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, die Tendenz haben, zu eigenständigen Institutionen zu werden - zu Institutionen mit einer eigenen, auf sich selbst bezogenen Kultur, deren Loyalität jede Verantwortung gegenüber externen Gruppen außer denen mit besonderen gemeinsamen Interessen außer Kraft setzt. Mit anderen Worten, langlebige Institutionen/Bürokratien nehmen ein Eigenleben an.

Mittwoch, 22. August 2018

Neue Post aus Russland vom 20. August 2018



Stefan Lingren

Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth


Putin in Berlin

Russlands Präsident Putin machte den 1. Deutschland-Besuch seit 2014 und traf Kanzlerin Merkel. Die Verhandlungen im Gästehaus Mezeberg außerhalb von Berlin dauerten 3 1/2 Stunden und wurden größtenteil zu zweit abseits im Park geführt.

Putin und Merkel hielten danach keine Pressekonferenz, hatten aber vorher ein kurzes Treffen mit der Presse, wo sie versprachen, die bilateralen Verbindungen sowie Syrien, Iran und den ukrainischen Konflikt zu diskutieren.

Putins Pressesekretär Dmitri Peskow gab nach dem Treffen einige Details bekannt. Man hätte die möglichen US-Sanktionen gegen Unternehmen, die am Norstream-2 beteiligt sind, diskutiert. Laut Peskow seien Putin und Merkel einer Meinung, dass es falsch sei, den Bau zu «politisieren», da es eine rein kommerzielle Angelegenheit sei.

Von deutscher Seite hat man gefordert, dass der Gastransit durch die Ukraine fortgesetzt wird und ein neues Transit-Abkommen Russland-Ukraine unter Beteiligung der EU eingeleitet worden sei.
Merkel und Putin bekräftigten, dass sie festhielten an ihrer Unterstützung des Minsker Abkommens zur Ukraine und das immer noch als einzigen Weg aus der Krise ansähen. Sie diskutierten auch die Möglichkeit, UN-Friedens-bewahrende Streitkräfte im Donbass einzusetzen und gaben ihrer Hoffnung Ausdrucke, dass man bald um eine Feuereinstellung verhandeln werde.

Betreffs Syrien war das Gespräch auf die Rückkehr der Flüchtlinge konzentriert. Vor dem Gespräch sagte Putin, dass es vorteilhaft für Europa wäre, wenn die syrischen Flüchtlinge, ca. Fünf Millionen in Jordanien, Libanon und der Türkei in ihre Heimat zurückkehrten, wofür es nötig sei, die grundlegenden Voraussetzungen zu treffen: die Wasserversorgung wiederherzustellen, die sanitäre Infrastruktur und die Gesundheitsversorgung. Merkel sagte ihrerseits, dass die Syrer in erster Linie Wahlen brauchten und eine Verfassungsreform. Sie sei auch beunruhigt über eine eventuelle humanitäre Krise in der Provinz Idlib, die von den Rebellen kontrolliert würde.

In der Frage Iran sind Moskau und Berlin einer Meinung, dass die Bedingungen im nuklearen Deal weiterhin gelten sollten, obwohl die USA aus dem Vertrag ausgestiegen seien.

Vor dem Treffen hatte Merkel versprochen, die «Menschenrechte» mit Putin aufzugreifen, ohne zu sagen, welche denn. Hingegen nannten Berlin und Moskau gemeinsame Unruhe vor den erhöhten Zöllen der USA.

Beide konnten auch noch diskutieren die Investitionen einzelner Unternehmen in Russland, den kommenden «St. Petersburg-Dialog» und den wichtigen Austausch in hochtechnologischen Bereichen.

Merkel nannte das Treffen ein «Arbeitstreffen». Zuletzt hatte sie Putin in Sotschi im Mai getroffen. Die beiden würden sich angeblich gut verstehen, trotz großer Meinungsverschiedenheiten vor allem wegen der Krim und für Merkel, die zuhause unter Druck steht, ist die Beziehung zu Putin ein Vorteil.

[UND GLEICH DANACH SCHICKT MERKEL 600 PANZER AN DIE RUSSISCHE GRENZE!!! Eine tolle Beziehung, das. D.Ü.]

war & peace 19/8




Das Normandie-Kvartett trifft sich wieder

 
Putin und Merkel diskutierten bie ihrem Treffen auch die Möglichkeit eines neuen Spitzentreffen im «Normandie-Format» unter Teilnahme von Russland, Ukraine, Frankreich und Deutschland.

Laut Putins Mitarbeiter Yuri Usjakov waren sich die Partner einig, dass so ein Treffen gut vorbereitet werden müsse. Der Ort wird wahrscheinlich Paris sein, falls es dazu kommt.

Gleichzeitig hat die Türkei ein Spitzentreffen zu Syrien vorgeschlagen unter Teilnahme von Russland, Türkei, Frankreich und Deutschland. Merkel und Putin diskutierten auch dies und einigten sich, dies von Experten ausarbeiten zu lassen.

Izvestija 20/8