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Dienstag, 31. Januar 2012

James Hansen riskiert Handschellen, um auf seine Forschung zu verweisen


Egal, welche Art Wahrheit, sie muss auf jeden Fall verfolgt werden - mit Verhaftung, Gas, Wasserkanonen, Pfefferspray, Taser, Knüppel auf den Kopp, 'Gummi' Kugeln, echten Kugeln und am Ende mit Kanonen und KZ.
James Hansen wird vor dem Weißen Haus verhaftet
von Douglas Fischer
am 29. Januar 2012

Das Interview wurde von Douglas Fischer geführt und zusammengefasst.


NASAs Chef-Klimawissenschaftler baute seine Karriere auf dem Studium der Erdatmosphäre und Modellen des möglichen Einflusses des Menschen auf das Klima auf. Dann wurde ihm bewusst, dass die Laboratoriumsarbeit nur ein Teil der Gleichung war.
James E. Hansen hätte nie gedacht, dass seine Entscheidung, die atmosphärischen Modelle zu studieren, zu seiner Verhaftung führen könnte. Aber so war es im vergangenen Sommer, als er vor dem Weissen Haus gegen die Pipeline demonstrierte, die Roherdöl von Albertas Ölsand zum Golf von Mexico transportieren sollte.
Es war auch nicht seine erste Verhaftung. Hansen, der 31 Jahre lang das Goddard-Institut der NASA geleitet hatte, verdiente sich den Spitznamen 'Vater der globalen Erwärmung', nachdem er 1988 vor dem Kongress über die Gefahren der globalen Erwärmung gesprochen hatte und dann nochmals 1989. Dann kehrte er still an seine Arbeit zurück, lehnte Fernseh- und Medienauftritte 15 Jahre lang ab, weil, wie er sagte, „man hat keine Zeit für Forschung, wenn man mit den Medien spricht“.
Das änderte sich 2004, als er merkte, dass die Klimapolitik der Regierungen weltweit nicht die gefährliche Geschichte seiner Forschung widerspiegelte. Er verließ sein Laboratorium und griff die Bush-Regierung an, weil sie die Ergebnisse der Klimaforschung zensierte und verwässerte. 2008 sagte er vor einem britischen Gericht zugunsten der „Kingsnorth Six“ aus, einer Gruppe von Greenpeace-Aktivisten, die erfolgreich erklärten, dass ihre Bemühung, ein Kraftwerk zu schließen nach britischem Recht gerechtfertigt sei, weil dadurch der größere Schaden durch Klimawandel verhindert werde. 2009 und 2010 wurde er verhaftet, weil er gegen ein Kohlen-Tagebaubergwerk protestierte.
Der Herausgeber von DailyClimate.ord Douglas Fischer traf Hansen im Dezember auf dem Treffen der American Geophysical Union in San Francisco, wo er eine Vorhersage über die Auswirkungen auf die Welt mit ihrem nicht nachlassenden Hunger nach Kohlenstoffbasierten Treibstoffen machte.
Frage: Fürchten Sie, dass Sie etwas von ihrer wissenschaftliche Glaubwürdigkeit haben, seit Sie gegen Kohlekraftwerke und in der Klima-Debatte aufgetreten sind?
JH: Wenn ich nicht Artikel in der von Fachleuten geprüften Literatur veröffentlichen würde, könnte das eine brauchbare Kritik sein. Aber ich publiziere immer noch. Ich versuche, diese Wissenschaft dem Publikum anschaulich zu machen. Das ist nicht leicht: Der wissenschaftliche Beweis ist wirklich sehr klar geworden, aber wir leisten keine gute Arbeit, sie zu verbreiten.
F: Klima-Politik ist weniger eine wissenschaftliche Frage geworden als vielmehr ein kulturelles Kennzeichen. Wie kann die Wissenschaft diese Werte und Haltungen beeinflussen?
JH: Wir müssen der Öffentlichkeit deutlich machen, was wirklich vor sich geht. Wenn sie nur auf die Politiker hören, dann verstehen sie die ganze Geschichte nicht, weil nichts getan wird.
F: Sagen Reporter jemals 'Sehen Sie, ich kann Sie nicht als Quelle angeben, weil Sie bei '350.org' oder den Kohlekraftwerken oder diesen Protesten beteiligt sind'?
JH: Die fossile Brennstoffindustrie und jene, die business as usual machen wollen – die werden das benutzen. Aber schauen Sie sich meine Mit-Autoren an. Ich habe einige der besten Wissenschaftler der Welt.
F: Lassen wir die Frage. Sagen Wissenschaftler jemals, 'Jim, ich wünschte, ich könnte so an die Öffentlichkeit wie du kommen, aber ich fürchte, ich werde nicht den Beifall bekommen'?
JH: Es hat Konsequenzen, wenn man auf's Korn genommen wird. Schauen Sie die Leute an, die die Hauptziele waren: Phil Jones, Michael Mann , Ben Santer. Ihre Wissenschaft hat sich bestätigt. Und dennoch forderten (die Angriffe) ihren Zoll von ihnen. Das bezweckt natürlich, dass andere Wissenschaftler den Mund halten.
F: Das Versagen, eine Klimapolitik zu entwickeln, ist nicht der Fehler einer Seite oder einer Person.
JH: Das ist richtig, aber das wird nicht verstanden. Wenn Sie sagen, 'die Demokraten sind die, die bereit sind, etwas zu tun', dann schauen Sie sich die Ergebnisse der vergangenen Administrationen an: Die Emissionen haben am stärksten unter Clinton/Gore zugenommen. Und die Demokraten schlugen eine Politik vor, die übernichts Bedeutendes bewirken wird. Sie wird von den großen Banken bestimmt und die bevorzugen die großen Öl- und großen Kohle-Firmen und die Riesenunternehmen.
F: Ihnen gefiel nie der „Emissionshandel“?
JH: Der einzige Weg, das Problem zu lösen, besteht aus einem einfachen, ehrlichen Preis für die Kohlenstoff. Es ist nicht notwendig, sich an die Banken zu wenden.
F: Wo ist die deutliche Klima-Botschaft?
JH: Obama hätte es tun können, wenn er damit begonnen hätte, als er 70% hinter sich hatte und er eine Politik wie Franklin Roosevelt geführt hätte und Kamingespräche geführt hätte. Es ist nicht so schwierig. Man kann es erklären.
F: Wie lange können die Emissionen zunehmen, bevor wir ernste Folgen riskieren?
JH: Wir müssten den CO2-Ausstoß unter 350 Teilen pro Million halten und möglichst noch etwas niedriger, wenn wir stabile Eisdecken und stabile Küstenlinien haben wollen und viele andere Probleme vermeiden wollen. Das müsste heute beginnen. Im nächsten Jahr müssten wir die Emissionen um 6% vermindern. Vor 5 Jahren hätten 3% genügt. Warten wir bis 2020, dann werden es 20%.
F: Wenn wir also hoffen, den Planeten so zu erhalten, wie ihn die Menschheit kannte, dann sind wir jetzt schon zu spät dran.
Quelle

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