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Freitag, 15. Juli 2016

Karl Marx hatte tiefere Einsichten über Finanzblasen als heutige Ökonomen


Prof. Ismael Hossein-Zadeh
2. Juli 2016


Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Zwar wird Marx für sein tiefes Verständnis der „Bewegungs -Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise“ geehrt, doch behaupten die meisten zeitgenössischen Ökonomen nichtsdestoweniger, dass seine ökonomische Analyse nicht viel taugt, wenn es darum geht, das moderne Banking und die hohe Finanz zu studieren, da sie relativ neu sind, Entwicklungen nach Marx. Ich möchte in diesem Essay nach einer sorgfältigen Lektüre seiner Arbeit über „fiktives Kapital“ behaupten, dass sie tiefe Einsichten und ein besseres Verständnis der Instabilitäten der heutigen Finanzmärkte bietet. [1]

Es stimmt, dass seine Diskussionen über fiktives Kapital kurz und fragmentarisch sind. Nichtsdestoweniger kann das, was er schrieb (in breiten Umrissen) über den Unterschied zwischen Geldkapital und wirklichem Kapital“, zwischen produktiver und unproduktiver Arbeit und zwischen spekulativen und wahren Investitionen von großem Interesse in den Beziehungen zum Aufstieg des Finanzkapitals und seiner destabilisierenden Effekte auf die modernen Märkte unserer Zeit sein. [2]

Die Marx'sche Theorie des Wertes, als das Produkt menschlicher Arbeit, die im Prozess der Produktion erzeugt wird, und der Zwillingstheorie vom Mehrwert – Wert über die Produktions-Kosten hinaus – als Quelle des Profits, der Zinsen und Aktieneinkommen implizieren, dass für eine lebensfähige Ökonomie, die Geldsumme dieser verschieden Einkommenstypen nicht sehr vom Gesamt-Profit-Wert im Produktionsprozess abweichen darf. Mit anderen Worten, ist die Gesamtsumme der Geldeinkommen und/oder Profite in einer Ökonomie letztlich begrenzt durch die Gesamtsumme des wirklichen Wertes, der in einer Ökonomie produziert wird.

Die politischen Implikationen dieser Theorie in Bezug darauf,  was wirklich eine Ökonomie aufrechterhält, sind enorm, da sie leicht die Politiker auf die Gefahren einer bevorstehenden Krise aufmerksam machen können, wenn Abweichungen der monetären Größen von den wahren Wertgrößen zu groß werden und damit nicht nachhaltig sind.