Dies ist spannend. Russland will zinsfreies Bankensystem nach islamischem Vorbild einführen. Mich würde interessieren, wie genau das funktioniert. Sobald ich einen entsprechenden Artikel finde, werde ich ihn auflegen.
F. William Engdahl
12. Dezember 2015
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| Orthodoxe Kirche denkt um. |
Eine bedeutsame Debatte ist in Russland in Gang, seit die westlichen
scharfen Finanzsanktionen russischen Banken und Unternehmen 2014
aufgezwungen wurden. Es geht um einen Vorschlag des Moskauer
Patriarchats der Orthodoxen Kirche. Der Vorschlag, der dem
Islamischen Zinsfreien Banken-Modell in vieler Hinsicht ähnelt,
wurde zuerst im Dezember 2014 veröffentlicht auf dem Höhepunkt der
Rubel-Krise und dem freien Fall der Ölpreise. In diesem August
erhielt die Idee einen enormen Aufschwung durch die Billigung der
Russischen Industrie-und Handelskammer. Vor 20 Jahren in der Jetsin-Ära und mitten im Chaos der
russischen Hyperinflation und der „IWF-Schocktherapie“ brachte
die Russische Orthodoxe Kirche einen ähnlichen Vorschlag für
zinsfreie Banken als Alternative hervor. Zu jener Zeit herrschte eine
Hühnerschar von liberalen Frei-Markt-Ökonomen um Jeltsin vor wie
etwa Yegor Gaider. Sie öffneten stattdessen das staatliche Eigentum
Russlands buchstäblich der Plünderei durch westliche Banken,
Hedge-Funds und Unternehmen.
Bei meinem ersten Besuch in Russland im Mai 1994, um eine Rede vor
dem Ökonomischen Institut über die IWF- Schocktherapie zu halten,
sah ich mit eigenen Augen die gesetzlose Mafia, russkaya mafiya, wie
sie mit fast nagelneuen modernsten Mercedes-600-Limousinen ohne
Nummernschilder über die fast leere Tverskaya Straße nahe dem Roten
Platz fegten. Es war eine verheerende Zeit in Russland und Washington
sowie die IWF-Technokraten wussten ganz genau, was sie taten, um
Chaos zu generieren.