Joseph Thomas
30. August 2016 Aus dem Englischen: Einar Schlereth
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Der Historiker des alten Rom Tacitus
(56 – 120 u. Z.) hat geschickt die systematische Art beschrieben,
in der Rom fremde Völker pazifizierte und die Art, in der sein
sozio-kultureller und institutioneller Einfluss in eroberten Ländern
verbreitet wurde.
Im Kapitel 21 seines Buches Agricola,
so benannt nach seinem
Schwiegervater, dessen Eroberungsmethoden der Gegenstand des Textes
sind, erklärte Tacitus:
Sein
Ziel war es, sie an ein Leben in Frieden und Ruhe durch Bereithaltung von Bequemlichkeiten zu gewöhnen. Deshal gab er offizielle
Beistand zum Bau von Tempeln, öffentlichen Plätzen und guten
Häusern. Er erzog die Söhne der Häupter in den
Geisteswissenschaften und gab einer Bevorzugung der britischen
Geschicklichkeit zum Ausdruck, verglichen mit den antrainierten
Fähigkeiten der Gallier. Das Ergebnis war, dass sie, statt Latein zu
verabscheuen, sich bemühten, es effektiv zu sprechen. Auf gleiche
Weise kam unsere nationale Tracht bei ihnen in Mode und die Toga
konnte man überall sehen. Und so wurde die Bevölkerung nach und nach
zur demoralisierenden Versuchung der Arkaden, Bäder und üppigen
Bankette verführt. Die arglosen Briten sprachen von diesen
neumodischen Dingen als von 'Zivilisation', wo sie im Grunde nur ein
Zug ihrer Versklavung waren.
(Moderne „Häuptlings-Söhne“ – und heute auch Töchter – werden vom Imperium rekrutiert, in seinen Lebensstil eingeführt und nachhause geschickt, um ihre Heimat kulturell zu kolonisieren, genau wie Tacitus es vor beinah 2000 Jahren beschrieb.)
(Moderne „Häuptlings-Söhne“ – und heute auch Töchter – werden vom Imperium rekrutiert, in seinen Lebensstil eingeführt und nachhause geschickt, um ihre Heimat kulturell zu kolonisieren, genau wie Tacitus es vor beinah 2000 Jahren beschrieb.)
Weit
entfernt von simpler militärischer Eroberung übten die Römer sich
in ausgeklügelter kultureller Kolonisierung
