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Dienstag, 30. Oktober 2018

Laos – China bauen auf, der Westen zerstört und verbreitet Nihilismus



Text & Fotos: André Vltchek
29. Oktober 2018

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Eisenbahnprojekt
Es ist eine dieser komplexen Stories, die so schwierig zu erzählen sind, aber man muss es tun, sie müssen geteilt werden.

Stellt euch den wunderbaren Mekong Fluss vor, wie er nicht weit von der alten Hauptstadt von Laos, Luang Prabang, dahinfließt. Der Fluss ist gewaltig, mit schlammigen Ufern, umgeben von bewaldeten Bergen. Stellt euch dann die armen Dörfer vor und die alten Fähren und auch die gebrochenen Plastiksandalen an den Füßen der Bewohner.

Dann plötzlich, in der Nähe des Dorfes Phonesai, kann man mehrere riesige Betonpfeiler sehen. Sie wachsen aus dem Wasser und aus beiden Flussufern heraus und verbinden buchstäblich zwei Berge.

Bald wird es eine Brücke für Hochgeschwindigkeitszüge sein. Sie wird von China gebaut, einer Nation mit der fortschrittlichsten Technologie für Hochgeschwindigkeits-Züge der Welt. Und etwas weiter flussabwärts wird es eine weitere Brücke geben, für Autos und Fußgänger. Beide Berge werden vorsichtig und sparsam durchbohrt für die beiden Tunnel.

Natürlich ist es viel einfacher, die Berge mit Dynamit wegzublasen. Aber früher in diesem Jahr hat China die «Ökologische Zivilisation» in seine Verfassung verankert, und was man zuhause prdigt, das wird auch im Ausland angewandt.


Eisenbahnprojekt
Dies ist das größte Bauprojekt in der Geschichte von Laos und wird oft als einen Mammut-Ingenieurs-Aufgabe beschrieben: mit 154 Brücken und 76 Tunneln sowie 31 Bahnstationen. Das laotische Terrain ist sehr vielfaältig, seine Natur noch weitgehend unberührt und man bemüht sich, dass es so bleibt. Die Eisenbahnlinie wird 414 km lang sein und wird Boten an der laotisch-chinesischen Grenze mit der laotischen Hauptstadt Vientiane verbinden. Es wird geschätzt, dass 20 000 chinesische Arbeite am Bau mitarbeiten und weitere zehntausende einheimische Arbeiter.

Die Eisenbahn soll 2021 in Betrieb genommen werden und wird Laos mit sowohl China im Norden und Thailand im Süden verbinden.

China Daily berichtete:
"Die laotische Regierung hofft, dass die Fertigstellung der China-Laos-Eisenbahn der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung einen starken Impuls verleihen wird, während der Bau der Eisenbahn in vielen Bereichen der Strecke bereits große Veränderungen gebracht hat.

Auf der Eisenbahnbaustelle von Sinohydro Bureau 3 Co Ltd. zwischen den Städten Luang Prabang und Vangvieng sind die lokalen Mitarbeiter zahlreicher als chinesische Arbeiter. Die nahegelegenen hügeligen Dörfer haben über 300 Einwohner, während etwa 20 von ihnen für Sinohydro 3 arbeiten. Die laotischen Mitarbeiter lernen die Spitzentechnologie und das Management von ihren chinesischen Kollegen.
Chinesische Bauunternehmen spenden auch Geld für lokale Dörfer für den Bau von Brücken und Straßen."
Internationales Krankenhaus Laos-China



Und nicht nur Straßen, ich sah und fotografierte neue Werkstätten, Hotels, kleine Fabriken und Krankenhäuser, entlang der Straße von Luang Prabang nach Phonesai Village. chinesische Baufirmen spenden auch Geld an lokale Dörfer für den Bau von Brücken und Straßen."

Dies alles ist Teil der ‘Belt and Road Initiative’, einem optimistischen, internationalistischen Plan Chinas und seiner Führung, der darauf abzielt, den Aufstieg einer großen Anzahl von Ländern aus der Armut zu erreichen, darunter verschiedene zuvor kolonisierte und (vom Westen) geplünderte Länder in allen Ecken der Welt.

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Während die chinesischen Arbeiter schwitzen und die Zukunft Laos aufbauen, trinken mehrere französischsprachige Touristen auf der Hauptstraße von Luang Prabang Bier.
1995 hat die UNESCO diese alte Hauptstadt Laos in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Es folgte der Massentourismus, hauptsächlich aus dem Westen.
Schön, aber touristisch sentimentales Luang Prabang.
Streng auf "französische Weise" zu einem sentimentalen, kolonialistischen Nostalgie- "lebenden Museum" restauriert, bedient Luang Prabang hauptsächlich europäische Geschmäcker. Die Einheimischen sind hier vor allem dazu da, um zu dienen, "einfach da zu sein", um dekorativ zu dienen; arm und "einheimisch", bescheiden, Handwerk zu verkaufen, auf dem Asphalt zu sitzen und dafür zu sorgen, dass sie angemessen mittellos, aber "freundlich" aussehen.

Es gibt einige elegante Boutiquen und Edel-Hotels in der Stadt. Keine laotische Person könnte sich jemals ein Glas belgisches Bier oder ein Essen in einem der identischen "traditionellen" Restaurants leisten können.

Die Schilder sind auf Englisch, manchmal auf Französisch oder Laotisch, aber sehr selten auf Chinesisch.

Offizielle kommunistische Flaggen von Laos sind fast vollständig aus den Hauptstraßen von Luang Prabang verschwunden.

In einer lokalen Bibliothek wird mir von Herrn Seng Dao, der Chefbibliothekar, erzählt:

"Ausländer, hauptsächlich Europäer, sprachen Einheimische an und fragten sarkastisch, sogar aggressiv: "Warum zeigen Sie hier kommunistische Fahnen?» Oder: "Warum hast du kommunistische Geschichte in deinen Büchern?"

Innerhalb weniger Jahre, wurde im Zentrum der Stadt das stolze kommunistische Erbe und die Identität von Laos fast vollständig durch massenproduzierte minderwertige Seide, banales Spielzeug und anderen Kitsch ersetzt, der die westlichen Kulturfundamentalisten, hauptsächlich aus Europa, bedient.

Aber Laos ist ein kommunistisches Land und die Fahnen wehen rebellisch im Wind von verschiedenen tuk-tuks und von Häusern.

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