Engdahls Achillesferse ist sein Komunismus-Hass, der ihn z. B. die
Kreditanstalt für Wiederaufbau in goldenen Farben erscheinen lässt. Den hat er wahrscheinlich mit der Muttermilch in den USA eingesogen. Aber man muss dankbar sein, dass der bei ihm nicht, wie bei so vielen, nahtlos in einen Russenhass übergegangen ist. Dieser Artikel ist jedenfalls eine kluge Einschätzung der aktuellen Lage in Russland, wie sie ähnlich auch The Saker entwickelt hat. Doch Saker meint, dass es Putins Fehler sei, dass dieser Augiasstall noch nicht ausgemistet wurde, während Engdahl betont, dass es an der Duma liegt, das entsprechende Gesetz für die Zentralbank zu kippen. Das wäre im übrigen ein erneuter Beweis für Putins Verfassungstreue, die ja im Westen so gerne immer angezweifelt wird.
Russlands Achillesferse
F. William Engdahl
5. Juli 2016
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
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Bei den Diskussionen in St. Petersburg wurde mir klarer, wie verwundbar Russland ist. Seine Achillesferse ist die herrschende Ideologie, die jeden Schlüsselposten in der Regierung unter dem Premier Dmitri Medwedew kontrolliert. Unter den Bedingungen der russischen Verfassung, die im Chaos der Jeltsin-Jahre angenommen und enorm von IWF-Beratern beeinflusst wenn nicht gar buchstäblich von ihnen verfasst wurden, liegt die Wirtschaftspolitik in der Verantwortung des Premierministers und seinen verschieden Ministern für Wirtschaft, Finanzen usw. Der russische Präsident Putin ist für Verteidigung und Außenpolitik verantwortlich.
Das macht es fast unmögich, den Kreditfluss wieder zu beleben, um wirklich Investitionen in dringend benötigten Infrastrukturen in dem riesigen Land zu tätigen. Die Russische Zentralbank erhielt zwei Aufgaben unabhängig von der Regierung nach dem Zusammenbruch der SU. Sie sollte die heimische Inflation kontrollieren und den Rubel stabilisieren gegen große ausländische Währungen. Wie bei den westlichen Zentralbanken ist ihre Rolle fast rein monetärer, nicht ökonomischer Art.
