Diesen Artikel übernehme ich mit Dank von chartophylakeion sowie den ersten Kommentar. Endlich eine gute Nachricht für Syrien und sein geschundenes Volk.
Geschrieben von apxwn
Katar bietet der syrischen Regierung an, die diplomatischen Beziehungen wiederaufzunehmen. Das meldet gerade ITAR-TASS* unter Berufung auf Al-Mayadeen, und obwohl sowas in der Art vor kurzem auch schon bei Al-Manar angemerkt
wurde, ist das doch mal eine Nachricht. Emir Tamim führt damit die von
ihm mit seinem Machtantritt begonnene Linie zu einem logischen Ende.
“Gewinnen” kann Katar nicht mehr, inzwischen ist es wichtig, nicht mehr
zu verlieren.
Das Ziel Katars in diesem Krieg war der Regimewechsel zugunsten der
dem Emir hörigen Moslembrüder. Dieses Ziel ist definitiv nicht mehr zu
erreichen; die “Brüder” sind im gesamten Nahen Osten gescheitert. Etwas
Einfluß haben sie noch in Libyen und Tunesien, aber es kann unter keinen
Umständen mehr die Rede von einer Machtübernahme in der Region sein.
Andere politische Ziele hatte Katar nicht, folglich kann man auch
offiziell ausscheiden.
Mehr noch, die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen
bedeutet, dass Emir Tamim die Wahrscheinlichkeit eines Umschwungs
zugunsten Saudi-Arabiens in Syrien gering schätzt. Das Ziel des
Königreichs im Syrienkrieg ist eine Spaltung des Landes, ein
Weitertragen des Krieges in den Irak und die Schaffung eines
“sunnitischen Puffers” zwischen der Arabischen Halbinsel, den
schiitischen Gebieten im Irak, der alawitischen Enklave an der Küste
Syriens und schließlich dem Iran. Die Saud sind aus diesem Grunde
weiterhin in Syrien und dem Irak aktiv, wo sie mit den Händen der von
ihnen finanzierten Rebellenbanden Krieg führen; Tamim al-Thani scheint
aber etwas zu wissen, was die Saud nicht wissen wollen.
Emir Tamim positioniert sich eindeutig als Vasall Obamas und seiner
Gruppierung und also gegen dessen Konkurrenten. Der junge Emir geht
damit in seinem Einsatz aufs Ganze. Im Falle eines Fiaskos der
Obama-Politik wird man ihn um sein persönliches Schicksal schwerlich
beneiden können, denn weder die “republikanischen” Falken in den USA,
noch die israelische Kriegspartei oder die Saud werden ihm diesen
unverhohlenen Verrat verzeihen. Der Emir wird indes sicher nicht so
handeln, weil er in einer ausweglosen Lage ist, obwohl gerade die
finanzielle Situation im Emirat bedrohlich werden kann. Vielmehr erklärt
er damit seine Neutralität in den kommenden, sich bereits abzeichnenden
Entwicklungen.
* Bei ITAR-TASS steht derzeit (20.10.2013, 02:26 GMT+1) allerdings noch der Name des alten Emirs. Wohl ein Versehen?
Kommentare (1)
kaumi
Einzig und allein die Validierung der Nachricht ist noch nicht gesichert.
Sollte aber medial bereits der “Weichmacher” eingesetzt worden sein um diplomatisch den Weg zu bereiten, so zählen für mich tatsächlich hauptsächlich zwei, vo dir genannten, Punkte, als Spirit des Ganzen:
1). Qatar ist raus und seine Siegeserwartung des KSA ist geringer…
…als 2). ein Fall Syriens.
Dass im internationalen Innercircle diese Bewegung an Fahrt aufnimmt, beweist die Tatsache, dass seit kurzem z.B. Spanien, Italien, Belgien und, im sehr geheimen, auch Deutschland an eine engere (Sicherheits-) Zusammenarbeit mit der syrischen Regierung interessiert sind und diverse Vertreter der höheren Geheimdienstebenen der genannten Länder sich in Damaskus die Klinke in die Hand geben.
Assad soll seine Zustimmung von der Bedingung abhängig gemacht haben, dass genannte Staaten erst wieder ihre Vertretungen in Damas besetzen müssten. Die Verhandlungen sind in vollem Gange, das Druckmittel sind die vielen hunderte europäischer Djihaddisten, die allmählich in ihre Heimatländer zurückkehren.