Montag, 8. Juni 2015

Putin im 'Corriere della Sera'


Stefan Lindgren
7. Juni 2015
 Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth

Am 6. Juni gab Präsident Wladimir Putin der italienischen Tageszeitung 'Corriere della Sera' ein Interview, das sogar im russischen Fernsehen und im eigenen Video-Kanal der Zeitung gesendet wurde. In Kürze wird Putin die russische Abteilung der EXPO-Weltausstellung in Mailand eröffnen.
Putin im Gespräch mit der italienischen Zeitung
Als Antwort auf die erste Frage über die italienisch-russischen Verbindungen gab Putin Rechenschaft über den Handel und sagte, dass der Handel in nur wenigen Jahren von 4.2 Mrd. Dollar auf beinahe 49 Mrd. $ gestiegen sei. In Russland arbeiten 400 italienische Unternehmen. Russische Touristen, fast eine Million, bringen Italien mehr als eine Milliarde Dollar jährlich ein.

Zum Thema der EXPO „Nahrung für den Planeten, Energie für das Leben“ sagte Putin, dass Russland jährlich 200 Millionen Dollar für das Lebensmittelprogramm der UNO veranschlagen, um den Hunger auszurotten – von den 9 Mrd. Menschen der Welt hungern 850 Millionen, darunter 100 Millionen Kinder, wie er hervorhob. Russland erhöhe jetzt seine lanwirtschaftliche Kapazität und ist jetzt der drittgrößte Getreideexporteur der Welt. Russland hat ein enormes Potential als Lebensmittelproduzent, erklärte er.
Auf die Frage, wie Russland Europa und seine Sanktions-Politik auffasse, ob man sich wie ein verschmähter Liebhaber fühle, antwortete der lachende Putin, dass Russland immer seriöse Beziehungen vorgeschlagen habe: „Aber ich habe den Eindruck, dass Europa versucht, eine Beziehung ausschließlich auf materieller Basis und zum eigenen Vorteil aufbauen will.“

Er verwies darauf, wie das „dritte Energiepaket“ benutzt wurde, um das russische Gas zu stoppen, dass die EU russische Produkte im Atomenergiebereich stoppt, trotz geschlossener Verträge. Und die EU ist unwillig, die Legitimität unserer Handlungen und unsere Zusammenarbeit mit der Eurasischen Ökonomischen Union anzuerkennen, sagte Putin.

„Wenn die europäischen Länder sich integrieren, ist das gut, aber wenn wir das gleiche tun, versuchen sie es so darzustellen, als wolle Russland wieder ein Imperium errichten. Ich habe seit langem über das Bedürfnis gesprochen, einen gemeinsamen ökonomischen Bereich von Lissabon bis Wladiwostok aufzubauen, was der französische Präsident de Gaulle vor langer Zeit schon aufgegriffen hatte. Heute sagen alle, ja, danach müssen wir streben. Aber was geschieht in der Praxis? Ein Beispiel, wie die EU in der Praxis einer größeren Integration schadet, sind die baltischen Länder, die von dem alen sowjetischen Stromnetz abgehängt wurden, was bedeutete, dass Russland neue Leitungen für gewisse Regionen in Westrussland für 2 – 2.5 Mrd. Euro bauen muss. Wenn dasselbe mit der Ukraine geschieht, würde das Russland Kosten von vielleicht 8 – 10 Mrd. Euro verursachen.“

Putin zeigte, wie die EU-Politik im Fall Ukraine kräftig zur Krise beigetragen hat. Man unterstützte einen Staatsstreich, um, wie man sagte, das Assoziations-Abkommen mit der EU zu retten. Danach hat das Coup-Regime die Unterzeichnung auf den 1. Januar 2016 verschoben. Warum hatte man also so eine Eile damit?

Das Resulat ist, dass die Ukraine sich jetzt dem Staats-Bankrott nähert. Der Export zur EU ist nicht gestiegen – da die Ukraine nichts zu verkaufen hat. In Russland gab es einen Markt für ukrainische Güter, aber der wird jetzt durch politische Maßnahmen geschlossen.

Russland war zu hundert Prozent von der Ukraine für Helikopter-Motoren abhängig und muss jetzt eigene Fabriken bauen. „Warum sie all das taten, kann ich nicht verstehen und ich habe viele Kollegen, darunter europäische und amerikanische gefragt.“

Auf die Frage zur „russischen Gefahr“, von der nun die baltischen und andere osteuropäische Länder sprechen, antwortete Putin mit einem Bismarck-Zitat: „Das wichtige ist nicht das Gespräch, sondern das Potential.“

Und NATOs Militärausgaben sind zehnmal größer als Russlands, betonte er und verwies darauf, wie frühere russische Basen u. a. In Kuba und Vietnam und einer Reihe von sowjetischen Republiken abgebaut wurden.

„Du selbst hast von NATOs Osterweiterung gesprochen. Aber wir haben uns nirgends erweitert, doch die Infrastruktur der NATO nähert sich unseren Grenzen. Soll dass Ausdruck unserer Aggressivität sein?

Ich glaube, dass nur eine kranke Person und dann im Traum sich vorstellen kann, dass Russland plötzlich die NATO angreifen sollte. Ich glaube, dass man in gewissen Ländern mit der Furcht vor Russland spekuliert. Gewisse Länder wollen die Rolle von Frontstaaten spielen, die extra Hilfe benötigen, militärische und ökonomische.

Lasst uns annehmen, dass die USA ihre führende Stellung in der transatlantischen Gemeinschaft behalten möchte. Sie brauchen dann eine äußere Bedrohung, notwendigerweise einen äußeren Feind, um ihre Führung zu behalten. Iran reicht offenbar nicht mehr. Womit soll man also jemandem Angst einjagen?

Plötzlich entsteht eine Krise in der Ukraine, wo Russland zu reagieren gezwungen wurde. Vielleicht wurde diese Krise zu diesem Zweck geschaffen, ich weiß es nicht. Aber wir sind es nicht, die die Krise geschaffen haben.
Es gibt keinen Anlass, Russland zu fürchten. Die Welt hat sich so sehr verändert, dass Menschen, die alle fünf Sinne beisammen haben, sich nicht so einen Krieg in vollem Umfang vorstellen können. Wir haben eine Menge anderes zu tun, das kann ich ihnen versichern.“

Auf die Frage, welchen der russischen Zaren und Führer aus der Vergangenheit sich Putin am meisten verwandt fühle, weigert er sich zu antworten: „Ich versuche, mir keine Götzenbilder zu schaffen.“

Und als Antwort auf die letzte Frage, welchen Beschluss er am meisten bedaure, sagte er:
„Ehrlich gesagt, kann ich jetzt nicht auf einen einzigen kommen. Der Herr hat wahrscheinlich mein Leben so eingerichtet, dass ich nichts zu bedauern habe.“


kremlin.ru vom 6. Juni


Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Das ist eine ehrliche, gerade Person, die zu so einer Stellungnahme fähig ist. Ich habe grösste Hochachtung vor Herrn Putin. Mit grösstem Bedauern, und eben weil ich bis vor einigen Jahren, genau bis Merkel ihr Zerstörungswerk begann, ein 100%iger Deutscher war, mich jedenfalls so gefühlt habe, stelle ich fest, dass es in Deutschland und der EU keine Politiker gibt, die den Namen verdienen. Das sind alles geisteskranke Luschen. Schön wärs, wenn die selbst das Unheil, welches sie bringen, ausbaden müssten. Eine ehemalige CDU, jawohl, Christlich Demokratische Union, hat sich ins genaue Gegenteil verwandelt. Woran liegt das. Ist plötzlich der Wahnsinn ausgebrochen? Es liegt an Merkel und ihrem Gefolge, die die anständige Männer weggebissen hat. Diese Meute verdient die grösste Verachtung. In der Hoffnung, dass noch irgendeine gerechte Strafe kommt, siehe Aktion und Reaktion, denke ich an Morgen. Mögen in Deutschland mehr so denken und handeln.

    AntwortenLöschen
  2. DER TERRORIST in der Welt ist der Ami mit seiner heuchlerischen Friedenspolitik! Und noch schlimmer: Es sind Cameron, das Merkel und Netanjahu, das kleine jüdische Stinktier, die den Ami bis zum Hals in den Arsch kriechen; VÖLKER HÖRT DIE SIGNALE.

    AntwortenLöschen
  3. Die Frage, die sich stellt ist doch diese : WAS können wir tun ? Wie bekommen wir den deutschen Michel auf die Strasse ?
    Früher gab es Aufkleber der Blöd Zeitung, wenn der Spritpreis 10 Pfennig stieg....inzwischen schwankt der Preis täglich bis zu 10 Cent. Interessiert niemanden. Wir Schlafschafe ( wunderschönes Wort übrigens ! ) wollen uns doch veralbern lassen . Solange der Strom aus der Steckdose kommt, (180% teurer als vor 10 Jahren, dank erneuerbarer Energie ) , wenn uns die Mainstream Medien uns erzählen in Wort + Bild, wie gut es uns geht, die Diskounter uns erklären : Geiz ist geil.... nunja .
    Wer soll da aufwachen ?
    NSA..BND... TITIP... lächerlich..... die Eurokraten werden es schon richten . Wir sind mitten in der NWO.. und merkens nicht mal !
    Feindbild Putin steht doch.....G7 Gipfel ist durch..... demnächst Bilderberger. DORT wird entschieden . Dumm ist nur, das momentan das Finanzsystem bröckelt, die Blase platzt bald . Deswegen auch dieses unsägliche Diskussion ums Bargeldverbot bzw Abschaffung. Cui bono ?
    Manchmal träume ich mich 40 Jahre zurück, als ich nachts für den KBW ( Komunistischer Bund Westdeutschland ) nachts Plakate geklebt habe...wo der Kleister mit gestampften Glühbirnen versetzt wurde :) Gab böse Aua, wenn man die entfernen wollte .
    Zurück zum Thema :
    Putin ist bestimmt kein "Gutmensch", aber einer der wenigen guten Politiker,die es gibt .
    Er hat es geschafft, den Saustall aufzuräumen, den Jelzin hinterlassen hatte, die ehemalige SU mehr oder weniger zu vereinigen, wieder eine Wirtschaftsmacht zu werden. RESPEKT ! Wenn ich dagegen Merkel, Schäuble, Gauck + Co so betrachte.....mannomann... Willy Brandt würde sich im Grabe umdrehen...nein... er würde rotieren !!!
    Es ist nun mal so, das die Elite alle,fast alle Regierungen der Welt unter Kontrolle haben. China, Russland, Indien, (lach,Nord Korea hab ich vergessen ) mal ausgenommen. Aber den Amis schwimmen die Felle weg. Die sind sowas von pleite, das kann man sich nicht vorstellen.....dagegen ist Deutschland mit 2,3 Billionen ja ne Lachnummer.
    Also : Was können wir tun ? Irgendwelche Vorschläge ? Ich bin zu alt, um ne neue RAF zu gründen o.äh.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Also : Was können wir tun ? Irgendwelche Vorschläge ? Ich bin zu alt, um ne neue RAF zu gründen o.äh."

      Ich habe nicht nur Vorschläge, ich weiß genau was getan werden müsste. Von Streik halte ich nichts, da in der Form aufreibend und wirkungslos. Wenn Streik, dann nur auf eine Art - Sitzstreik. Und zwar zu Hause im Sessel, bei Bier und Chips.
      Das ist der beste und wirkungsvollste Streik den man machen kann. Wenn das Gro des Volkes einfach mal 5 Tage zu hause bleibt und es sich gut gehen lässt. Unser Politschundadel würde rotieren und zwar zehnmal schneller als Willy es könnte.

      Ansonsten gibt es nur eine wirkungsvolle Methode. Die wird in dem 4 Minütigen Video gut dargestellt.
      Und ich weiß die Antwort auf die Frage wie man die menschen zusammenbringt - interessiert nur keinen...

      https://www.youtube.com/watch?v=FCSZFsyvPg8

      Löschen
  4. Den deutschen Michel bekommt man erst dann auf die Straße, wenn alles zuspät ist.
    Man sollte sich vorbereiten, sich gute und schlechte Politiker merken, wenn möglich
    Gleichgesinnte suchen.
    Nach dem Knall werden die bisherigen "Luschen" aussortiert, dann wird nicht
    korrumpierbarer Ersatz benötigt mit Vorkenntnissen und gutem Gewissen.
    Bei der Vorbereitung die finanz. Komponente nicht vergessen!
    Ansonsten Zustimmung zu den bisherigen Kommentaren.

    AntwortenLöschen