Ich stimme völlig überein mit Roberts und Cunningham. Vor allem empörte mich auch von Anfang an, dass sich die Russen auf den Zauber mit „moderaten Rebellen“ einließen. In jedem Land der Welt wird ein Typ, der mit einer Waffe rumrennt und wild um sich schießt, sofort erschossen oder in sichere Verwahrung genommen. Dieses Kasperl-Theater hat das syrische Volk viele Opfer gekostet. Auch das war ein verhängnisvolles Nachgeben gegenüber den USA. Man kann und soll verhandeln, aber niemals um Prinzipien feilschen. Das rächt sich immer. Hanebüchen war auch, sich von dem Stinkstiefel Erdogan zweimal an der Nase rumführen zu lassen. Einmal mit dem Plan der Pipeline nach Europa hätte doch gereicht.
Wer zögert, hat schon verloren und Russland zögerte
Paul Craig Roberts
25. September 2016
Aus demEnglischen: Einar Schlereth
Die russische Regierung täuschte sich selbst mit ihrer Phantasie-Vorstellung, dass Russland und Washington eine Gemeinsamkeit im Kampf gegen die ISIS hätten. Die russische Regierung ging sogar auf die Vorstellung ein, dass die verschiedenen ISIS-Gruppen, die unter verschiedenen Pseudonymen operieren, „moderate Rebellen“ seien, die von den Extremisten getrennt werden könnten; und sie stimmten auch mehrmals Feuereinstellungen zu, als der Sieg greifbar nahe war, wodurch Washington die ISIS neu beliefern und selbst langsam US- und NATO-Kräfte in den Konflikt einbeziehen konnte. Die russische Regierung dachte offenbar auch, dass als Ergebnis des Coups gegen Erdogan, bei dem Washington angeblich beteiligt war, die Türkei aufhören würde, die ISIS zu untersützen und lieber mit Russland kooperieren würde.
Nun, die Russen wünschten so innig oder vielleicht sollte ich sagen, so fieberhaft, ein Abkommen mit Washington, dass sie sich selbst betrogen. Wenn Finian Cunninghams Bericht korrekt ist, hat Washington Nutzen aus Russlands Drängen, dass Washington und die Türkei sich am Angriff auf die ISIS beteiligen sollen, gezogen, indem sie den Norden Syriens unter dem Vorwand des „Kampfes gegen ISIS“ invadierten.