Die französische Organisation 'Élevages sans frontières' (ESF =
Viehzucht ohne Grenzen) packt ein Thema an, das mich seit Jahrzehnten
nicht loslässt. Schwedische Milchprodukte in Deutschland, deutsche
in Schweden. Japanische Autos in Deutschland und deutsche in Japan.
Italienische Waschmaschinen hier und schwedische in Italien. Welch
ein Irrsinn, aber das wird uns als "markt-gerecht und
wirtschaftlich weisgemacht". Kurz bevor Mao starb, muss er in
Bezug auf China sich auch an diesem Wahnsinn gestört haben. Er
empfahl, statt Rohstoffe und/oder Fertigprodukte über riesige
Entfernungen hin und herzukarren, die Mammut-Produktionsstätten zu
splitten und über das Land zu verteilen. Und die Regionen sollten
autarker werden: alles, was an Ort und Stelle produziert werden kann,
soll an Ort und Stelle verbraucht werden. Darin sah er nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen strategischen Nutzen. Diese Idee wir vielerorts
in der Welt bereits verwirklicht, vor allem hinsichtlich
landwirtschaftlicher Produkte und auch weithin diskutiert wird. In
den USA wird dies von den großen Lebensmittelmafiosi schon als
Gefahr gesehen, so dass es immer wieder zu Polizeiüberfällen auf
derartige Betriebe kommt, bei denen alles kurz und klein gehauen
wird. D. h. es ist eine richtige Strategie.
Örtlich produzieren, um örtlich zu konsumieren
11. August 2014
Aus dem Französischen: Einar Schlereth
"Wir wollen sicher sein, essen zu können und vor allem das zu essen, was wir produzieren und verarbeiten." Dies sagt Marie-Andrée Tall, eine 55-jährige Senegalesin und Präsidentin der Association Afrique Agro Export (AAFEX) und wünscht, den örtlichen, regionalen, afrikanischen Konsum zu fördern.
