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Montag, 2. März 2020

Wirtschaftssanktionen gegen Syrien – Wie Deutschland und seine Verbündeten Syrien zerstören



Mit Dank an Frau Karin Leukefeld und die Sputnik Redaktion übernehme ich diesen wichtigen Artikel mit der zusätzlichen Frage an die Bundesregierung Deutschlands:
Was hat Syrien jemals Deutschland angetan, um von 
ihm seit 10 Jahren mit Krieg überzogen zu werden, 
dem tausende Menschen, vor allem Kinder zum 
Opfer fallen? 
Es wäre angebracht, dass Russland, China, Syrien  
die Bundesregierung vor dem Internationalen 
Gerichtshof in Den Haag zur Rechenschaft ziehen 
würden. Sollen diese Länder, die Syrien selbstlose 
Hilfe geleistet haben, das (auch mit deutschen 
Waffen) zerstörte Land alleine aufbauen?
 
Wirtschaftssanktionen gegen Syrien – Wie Deutschland und seine 

Verbündeten Syrien zerstören

Karin Leukefeld
Sputnik Deutschland

29. Februar 2020
Maas und Merkel - dies ist euer Opfer!

Nach neun Jahren Krieg ist die zivil-militärisch-humanitäre Intervention für den „Regime-Change“ in Syrien gescheitert. Nun tobt der Krieg nach dem Krieg. Europa und die USA wollen das Land mit fortgesetzten Wirtschafts- und Finanzsanktionen zerstören, weil es sich den westlichen Neuordnungsplänen der Region widersetzt.

„Gestern hatte meine Mutter Geburtstag“, berichtete mir kürzlich ein junger Syrer aus Damaskus. „Weißt Du, was wir ihr geschenkt haben? Zwei Liter Heizöl, damit wir den Nachmittag und Abend im Wohnzimmer heizen konnten!“

Fragen Sie sich, warum angesichts der bedrohlichen Meldungen aus Idlib so eine Bagatelle eine Nachricht sein soll? Sie sollten sich fragen, warum zwei Liter Heizöl in einem Land mit ausreichenden, eigenen Ölressourcen im 21. Jahrhundert so kostbar sind, dass sie der Mutter zum Geburtstag geschenkt werden.

Zumal Syrien eigene Ölressourcen hat, die noch vor zehn Jahren vollkommen ausreichten, die eigene Bevölkerung mit preisgünstigem Öl zu versorgen. Was übrig blieb, das konnte Syrien nach Europa, auch nach Deutschland exportieren. Und die Europäische Union (EU) machte zusätzlich Profit, weil es syrisches Rohöl raffinierte und nach Syrien zurück verkaufte.

Skandal statt Bagatelle

Dass Heizöl in Syrien rar und fast unerschwinglich geworden ist, ist keine Bagatelle, sondern ein Skandal. Es hat mit der europäischen und deutschen Politik gegenüber Syrien zu tun, genauer gesagt, mit den westlichen Wirtschaftssanktionen, die 2011 gegen Syrien verhängt und seitdem jährlich verlängert wurden.

Fragen Sie also den bundesdeutschen Außenminister Heiko Maas, warum Heizöl für die normale Bevölkerung in Syrien so teuer geworden ist, dass die Menschen dort ihre Wohnungen im Winter nicht ausreichend heizen können. Fragen Sie ihn, warum Syrien die eigenen Ölressourcen nicht nutzen kann, warum es für die Syrer kein Öl, kein Gas, keine ausreichenden Medikamente, keine Ersatzteile, keinen internationalen Handel gibt.

Fragen Sie Maas, warum Geldüberweisungen gestoppt und die Bewegungsfreiheit der Syrer massiv behindert wird. Fragen Sie ihn, warum in der EU das Geld der syrischen Zentralbank „eingefroren“ ist, obwohl das Land es dringend für die Versorgung der eigenen Bevölkerung und für den Wiederaufbau braucht.

Wirtschaftskrieg statt Wiederaufbau

Fragen Sie den deutschen Außenminister, warum er bei der Debatte um Idlib im UN-Sicherheitsrat vor zwei Tagen mit Sanktionen gedroht hat, sollte Syrien den Kampf um sein eigenes Territorium nicht einstellen. Fragen Sie ihn, warum er gegenüber der ARD sagte, Sanktionen seien „immer das letzte Mittel“? Dabei hat der EU-Rat – und damit auch Deutschland – zuletzt vor wenigen Tagen die Sanktionen gegen Syrien wieder einmal ausgeweitet.

Seit neun Jahren führen Deutschland und die EU in Kooperation mit den USA mit „einseitigen wirtschaftlichen Strafmaßnahmen“ einen Wirtschaftskrieg gegen Syrien. Der englische Begriff „Coercive Measures“ kann auch mit „Zwangs- oder Beugemaßnahmen“ übersetzt werden. Syrien soll gebeugt werden und sich den regionalen Ordnungsplänen des Westens unterordnen.

Weil Syrien das nicht tut und sich stattdessen mit denjenigen zusammenschließt, die – wie die UN-Charta es festschreibt – die staatliche Souveränität und territoriale Integrität Syriens respektieren, werden Syrien und seine Verbündeten gleich mit bestraft. Die Sanktionen des EU-Rates waren ursprünglich gedacht, um Syrien bei der Lösung seiner internen Probleme 2011, dem Aufstand, der rasch in einen Krieg mündete, zu behindern.

Eskalation statt Friedenssuche