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Sonntag, 4. Oktober 2015

Die Lüge von der Zivilisiertheit der „westlichen Welt“




Sascha Pommrenke
„Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen“, wusste schon Peter Ustinov und widersprach damit dem medialen Bild, „wir“, der sogenannte Westen, würden seit einigen Jahren ohne jegliche Schuld immer häufiger und schlimmer von Barbaren attackiert, gegen die es sich nunmehr zu wehren gölte. Dieser Sicht widerspricht auch der Autor und Publizist Sascha Pommrenke, der gerade ein Buch über den „Terror des Westens“ schreibt. Jens Wernicke sprach mit ihm.

Herr Pommrenke, der Bundespräsident frömmelte einmal in seiner Weihnachtsansprache: „Unsere Kultur, unsere Demokratie steht gegen Unfrieden, Hass und todbringende Gewalt“. Das ist doch schön, oder? Wir sind die Guten, bereits qua „Kultur“…

Gauck macht genau das, wofür er da ist. Er winkt und lächelt. Er ist ein Wohlfühlpräsident, der die Menschen gar nicht erst mit Wahrheiten belasten will. Seine Aufgabe ist es, den Anschein aufrecht zu erhalten, die Deutschen würden in der besten aller Welten leben. Und das gelingt ihm sehr gut.
Mit der Attitüde des predigenden Pfarrers nimmt er die Welt wahr und verkündet sie auch dementsprechend. Deshalb gibt es bei ihm auch das Gute und das Böse. Es gibt Hell und Dunkel. Für ein Staatsoberhaupt ist derlei Eindimensionalität wirklich beeindruckend.

Gefährlich wird es allerdings, wenn diese schlichte Weltsicht zur Sedierung der eigenen Bevölkerung eingesetzt und den militaristischen Interventionisten dabei das Wort geredet wird. So kämpfe das „neue Deutschland“ etwa „für die Menschenrechte“, wie Gauck verkündet. Und in diesem Kampf für das Überleben unschuldiger Menschen sei es manchmal erforderlich, so der Bundespräsident in einem Deutschlandfunk-Interview, auch zu den Waffen zu greifen. Und wer zu den Waffen greift, muss manchmal auch das eigene Leben geben, wie er im Juni 2012 bei seinem Antrittsbesuch bei der Bundeswehr kundtat.

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