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Dienstag, 10. September 2013

SYRIENS UND RUSSLANDS GESCHICKTER SCHACHZUG


Einar Schlereth

10. September 2013
 
Kerry hatte kaum sein Gestammel auf der Pressekonferenz beendet, als schon aus Moskau von Putin – der schon am Sonntag im Einverständnis mit Bashar al-Assad (sein Außenminister Moallem befand sich gerade in Moskau) eben diese Initiative ergriffen hatte – die Zustimmung zu seinem Vorschlag kam. Das muss ihn vom Stuhl gehauen haben, denn damit hatte er nie gerechnet. Gesagt hatte er, dass es zu keinem Angriff kommen wird, falls Assad seine Chemiewaffen unter internationale Kontrolle stellt.

Doch nach der Zustimmung aus Moskau machte sich eine Sprecherin des US-Außenministeriums sofort an eine Interpretierung von Kerrys Worten. „Außenminister Kerry hat ein rhetorisches Argument benutzt über die Unmöglichkeit und Unwahrscheinlichkeit, dass Assad seine chemischen Waffen ausliefert, die benutzt zu haben, er leugnet.“ Beweise legte auch sie nicht vor und redete nicht einmal davon.

Am Sonntag gab Assad der US-Fernsehstation CBS ein Interview, das tatsächlich vollständig gezeigt wurde. Der dämliche Interviewer Rose betete nur nach, was Obama und sein Außenminister vorgebetet hatten, aber Assad ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er fragte immer wieder, wo sind die Fakten. Man hört nur, dass es sie gibt, aber kein Mensch hat sie gesehen. Die einzigen handfesten Fakten seien jene, die Russland der UNO vorgelegt habe. Doch ist es die reine Zeitverschwendung, mit solchen Kanaillen zu sprechen. Man kann ebenso gut an eine Wand hinreden.