Man kann sich wirklich fragen, wie der Autor dieses
Artikels, «ob die Öffentlichkeit eigentlich die Wahrheit wissen
will». Auch wenn sie privat sagen, «ist doch klar, dass die lügen»,
so hocken sie dennoch vor der Glotze, verplempern ihr Leben, kommen
nicht zum Lesen, nicht zum Nachdenken und irgendwann sind sie
mausetot und sind gestorben genau so blöd, wie sie geboren wurden.
Ein Satz einer guten Freundin, die das partout vermeiden wollte. Aber
davon gibt es wenige. Wir hören tagtäglich, dass ein alternativer
Newsletter nach dem anderen gesperrt wird – von Google bis Facebook
und Twitter – linke, aber auch rechte (siehe meinen Kommentar von
heute auf Google+ zur Sperrung von der großartigen US-Journalistin
Abby Martin und ihrer Show auf Telesur), aber das Schweigen im Walde
dröhnt einem in den Ohren. Auch auf meinem Blog schrumpft
mysteriöser Weise die Leserschaft während gleichzeitg die Zahl der
Länder steigt. Das verstehe, wer will. Aber einem vergeht die Lust
zum Weitermachen.
Julian Assange und das Schicksal des Journalismus
23. August 2018
Lawrence Davidson
Aus dem Englischen: Einar Schlereth
![]() |
| Assange - isoliert, praktisch eingesperrt und krank. Kaum einen kümmert's. |
Julian Assange ist der Gründer von Wikileaks –
eine Webseite, die dem Recht der Öffentlichkeit gewidmet ist - zu
wissen, was Regierungen und andere mächtige Organisationen tun.
Wikileaks verfolgt das Ziel, relevante Dokumente zu veröffentlichen,
die oft inoffiziell erworben werden, die Licht werfen auf das
kriminelle Verhalten, das zu Kriegen und von Mensch-gemachten
Katastrophen führen. Weil Wikileaks Existenz «leaks» ermutigt,
fürchten Regierungsbeamte die Webseite und insbesondere Julian
Assange.
Wikileaks fungiert im Wesentlichen als Großhandelslieferant von Beweismitteln. Sobald Wikileaks vermutliches offizielles Fehlverhalten festgestellt hat, versucht man, überwältigende Mengen an Beweisen zu sammeln und zu veröffentlichen - manchmal Hunderttausende von Dokumenten gleichzeittig, auf die Journalisten und andere interessierte Parteien zurückgreifen können. Und da die untersuchten Personen und Organisationen letztendlich der Öffentlichkeit gegenüber verantwortlich sind, kann eine solche Rolle als Großlieferant von Beweismitteln als öffentliche Dienstleistung angesehen werden.
Leider sehen die meisten Regierungsbeamten das nicht so. Sie behaupten, dass die Regierung nicht erfolgreich sein kann, wenn Aspekte ihres Verhaltens nicht im Geheimen durchgeführt werden. Die Tatsache, dass diese Aspekte dadurch jeglichen rechenschaftspflichtigen Bezug zur Öffentlichkeit verlieren, wird vernachlässigt. Hier wird davon ausgegangen, dass die meisten Bürger einfach darauf vertrauen, dass ihre Regierungen in ihrem Interesse handeln, auch wenn sie heimlich handeln. Historisch gesehen ist dieses Vertrauen gefährlich naiv. Oft fühlen sich Regierungsbeamte, auch die demokratischen, ihren Bürgern gegenüber nicht verpflichtet, sondern nur gegenüber speziellen Interessen.
Ein Grund dafür ist, dass große und bürokratische Institutionen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, die Tendenz haben, zu eigenständigen Institutionen zu werden - zu Institutionen mit einer eigenen, auf sich selbst bezogenen Kultur, deren Loyalität jede Verantwortung gegenüber externen Gruppen außer denen mit besonderen gemeinsamen Interessen außer Kraft setzt. Mit anderen Worten, langlebige Institutionen/Bürokratien nehmen ein Eigenleben an.
Wikileaks fungiert im Wesentlichen als Großhandelslieferant von Beweismitteln. Sobald Wikileaks vermutliches offizielles Fehlverhalten festgestellt hat, versucht man, überwältigende Mengen an Beweisen zu sammeln und zu veröffentlichen - manchmal Hunderttausende von Dokumenten gleichzeittig, auf die Journalisten und andere interessierte Parteien zurückgreifen können. Und da die untersuchten Personen und Organisationen letztendlich der Öffentlichkeit gegenüber verantwortlich sind, kann eine solche Rolle als Großlieferant von Beweismitteln als öffentliche Dienstleistung angesehen werden.
Leider sehen die meisten Regierungsbeamten das nicht so. Sie behaupten, dass die Regierung nicht erfolgreich sein kann, wenn Aspekte ihres Verhaltens nicht im Geheimen durchgeführt werden. Die Tatsache, dass diese Aspekte dadurch jeglichen rechenschaftspflichtigen Bezug zur Öffentlichkeit verlieren, wird vernachlässigt. Hier wird davon ausgegangen, dass die meisten Bürger einfach darauf vertrauen, dass ihre Regierungen in ihrem Interesse handeln, auch wenn sie heimlich handeln. Historisch gesehen ist dieses Vertrauen gefährlich naiv. Oft fühlen sich Regierungsbeamte, auch die demokratischen, ihren Bürgern gegenüber nicht verpflichtet, sondern nur gegenüber speziellen Interessen.
Ein Grund dafür ist, dass große und bürokratische Institutionen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, die Tendenz haben, zu eigenständigen Institutionen zu werden - zu Institutionen mit einer eigenen, auf sich selbst bezogenen Kultur, deren Loyalität jede Verantwortung gegenüber externen Gruppen außer denen mit besonderen gemeinsamen Interessen außer Kraft setzt. Mit anderen Worten, langlebige Institutionen/Bürokratien nehmen ein Eigenleben an.
