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Samstag, 12. Januar 2013

Russell Banks – größter US-Verfasser, aber keine Chance für den Nobelpreis

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Einar Schlereth
12.Januar 2013


Es ist lange her, dass ich sein erstes Buch gelesen habe. Ich kann nicht mehr sagen, welches es war und ob ich es auf Englisch oder Deutsch las. Für solche Dinge habe ich ein ziemlich miserables Gedächtnis. Ich meine, es war „The Sweet Hereafter“, das auf Deutsch unter dem Titel „Das süße Jenseits“ 1991 bei Goldmann, München erschienen ist. Das zweite Buch, sein monumentales „Cloudsplitter“ und den „Trailerpark“ habe ich mit Sicherheit auf amerikanisch gelesen und sein Buch „Gegenströmung“ (Continental Drift) las ich gleich zweimal, einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch. Jetzt wiederum lese ich „Der weiße Schatten“ auf Deutsch (2004 bei Luchterhand, München).

Nun setze ich mich endlich hin, um ihn meinen Lesern vorzustellen und zwar aus vielerlei Gründen. Erstens schreibt er wunderbar, zweitens betreibt er mit seinen Büchern eine Art Aufarbeitung der düsteren US-amerikanischen Vergangenheit, drittens versucht er die eigene Zeit zu bewältigen und viertens gelingt es ihm, schwierigste psychische, seelische und politisch-ökonomische Probleme mit einfachen Worten zu erläutern.
Und alle seine Bücher sind ungeheuer spannend. Sie kommen zwar manchmal in die Nähe eines Kriminalromans, aber der Großteil der Spannung liegt darin, dass Russell Banks uns seine Personen, die meist aus einfachen und sehr einfachen Verhältnissen kommen, so nahe bringt, ihre Schicksale so eindringlich schildert, dass es an griechische Tragödien erinnert.