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Montag, 8. Oktober 2018

Neue Post aus Russland vom 8. Oktober 2018



Stefan Lindgren

Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth


Indien kauft russische S-400 Raketen


Am 4. Oktober landete Präsident Putin zu einem offiziellen Besuch in Neu Delhi, Indien. Putin und Narendra Modi unterzeichneten 20 verschiedene Dokumente, wovon das wichtigste um den Kauf von fünf Komplexen an Luftabwehr-Raketen S-400 «Triumf» für mehr als 5 Milliarden Dollar ging.

Indien entschloss sich für diesen Kauf, obwohl die USA offen mit der Einführung von Sanktionen gedroht hat. Vor Putins Besuch machte der Chef des indischen Generalstabs Generalleutnant Bipin Ravatt einen 6-tägigen Besuch in Russland. Indien betreibt eine selbständige Politik, erklärte Ravat und erwägt, trotz der Sanktionsdrohung noch weiter zu gehen mit dem Kauf von einigen Modellen der russischen Kamov-Helikopter und anderer Waffensysteme.

Um nicht unnötig Pakistan zu irritieren geschah die Unterzeichnung des Waffengeschäfts diskret ohne Anwesenheit der Medien. Aber Putin betonte, dass die Zusammenarbeit mit Indien sich nicht nur um Waffen drehe. Im August nahm Indien zum ersten Mal an einer gemeinsamen anti-terroristischen Übung «Friedlicher Auftrag 2018» [Merkt euch das: Eine Militärübung ist ein «Friedlicher Auftrag». D. Ü. ] auf dem russischen Territorium teil.
Die 20 Dokumente gingen alle um Gas, Erdöl, Maschinenbau bis hin zur IT-Sphäre.

Das Flaggschiff in der russisch-indischen Zusammenarbeit ist das Kernkraftwerk in Kudankulam im Süden des Landes. Es wird auf Jahrzehnte hinaus Bestellungen bei der russischen Atom-Industrie einbringen. Aber jetzt haben Russland und Indien beschlossen, weiterzugehen und weitere sechs Reaktoren zu bauen mit der neuesten Technologie «Rosatoms», die bereits in Novovoronezj und in Leningrads AKW verwendet wird.

Sogar auf dem Eisenbahngebiet wurden wichtige Abkommen geschlossen. Indien ist der Welt größte Eisenbahnnation – acht Milliarden Menschen fahren jeden Tag mit der Bahn im Lande und die Streckenlänge ist die 4-größte der Welt (nach USA, China und Russland). Weniger als die Hälfte ist elektrifiziert. U. a. soll Russland Steuersysteme für die indischen Gleisanlagen liefern, die von schweren Unfällen betroffen waren.

Rbc 8/10


Drohendes Kirchen-Schisma

Der Patriarch von Moskau und ganz Russland Kirill hat in einem Brief alle orthodoxen Kirchen ermahnt, eine allgemeine Diskussion über die sogenannte autokefali (Selbstverwaltung) zu starten. Traditionell stand die dominierende orthodoxe Kirche in der Ukraine unter dem Moskauer Patriarchat, aber das wollen jetzt die Politiker der Ukraine ändern. Es scheint, das es ihnen glückte, sogar das Patriarchat in Konstantinopel, dessen Oberhaupt (heute der Patriarch Bartholomeus) traditionell als Primus inter pares gerechnet wird, für den Plan gewonnen hat. In den russischen Medien hört man oft Anklagen, dass hinter dem Plan Washingtons Hand steckt, um die ukrainische Kirche von Moskau abzuspalten. Präsident Poroshenkos Plan scheint zu sein, Konstantinopels Anerkennung der nicht-kanonischen (nicht anerkannten) ukrainischen orthodoxen Kirche des Kiew Patriarchats (UOC-KP) zu gewinnen. Das würde jedenfalls das Startsignal für einen umfassenden Kampf um Kirchen und Kircheneigentum in der ganzen Ukraine sein.

Mitte September begannen zwei Exarken (Repräsentanten des Patriarchen von Konstantinopel) zusammen mit der UOC-KP zu arbeiten, um die autokefalin vorzubereiten. Die Initiative wird stark vom Moskauer Patriarchen kritisiert, der praktisch die diplomatischen Beziehungen zum Patriarchen in Konstantinopel abgebrochen hat. Die Heilige Synode der russisch-orthodoxen Kirche außerhalb Russlands und die heilige Synode für die ukrainische orthodoxe Kirche haben alle ihre Dienste für den Patriarchen in Konstantinopel eingestellt.
Keine der lokalen Kirchen hat ihre Unterstützung für die ukrainische autokefali zugesagt.