Posts mit dem Label Portugal - Nelkenrevolution 1974 - bürgerlicher statt sozialistischer Umsturz - Otelo ins Gefängnis - 2017 linke Regierungskoaliton - Isla de Amora - Festa do Avante werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Dienstag, 16. Oktober 2018

Portugal: das Land der Roten Nelken


Wer erinnert sich noch an die Roten Nelken in Portugal? Sind das nur noch die ‘Alten von Anno Dunnemal’ wie ich? Schließlich sind 56 Jahre vergangen und nur die 76-jährigen Menschen könnten noch konkrete Erinnerungen daran haben. Erst vor wenigen Tagen fiel mir ein, dass ich lange nichts über Portugal gehört oder gelesen habe. Und heute kam der Artikel von TeleSur.
Doch offenbar kennt Anahi Rubin nur die offizielle Variante der Geschichte der Nelkenrevolution. Hier findet ihr einen Teil der Wahrheit und hier einen zweiten Teil. In einem Känguru-Prozess verurteilen die bürgerlichen Umstürzler den revolutionären kommunistischen Umstürzler Otelo Saraiva de Carvalho zu einer 15-jährigen Gefängnishaft. Und damit versank die Revolution im bürgerlichen Sumpf. Ûber die aktuelle linke Regierungskoalition kann ich nichts sagen. Noch nicht.



Portugal: das Land der Roten Nelken

Anahi Rubin

12. Oktober 2018

Aus dem Spanischen: Einar Schlereth

Im vergangenen September hatte ich die Gelegenheit, zur Festa Do Avante auf der Insel Amora in Portugal zu fahren. Dieses Festival findet seit 1974 statt und wird von der PCP (Kommunistische Partei Portugals) organisiert. Jedes Jahr hat das Treffen zentrale Themen, dieses Jahr wurde es dem 200. Jahrestag der Geburt von Karl Marx gewidmet.

In dieser Zeit, wo die Welt von neoliberalen Wellen überschwemmt wird, bedeutet die teilnahme an solch einem Ereignis, die Wette zu verdoppeln, dass eine gerechtere Welt nicht nur möglich, sondern unumgänglich ist.

Nach Verlassen des Flughafens, nahmen wir die U-Bahn und später das Schiff, das uns zur Insel brachte, was mir ein Gefühl der Vertrautheit gab; die Möglichkeit zu spüren, in einem Land zu sein mit ähnlichen Charakteristika wie in Lateinamerika: Geschäfte mit tollen Angeboten, freundliche Menschen in einfacher Kleidung, die sich in ruhigem Rhythmus bewegten umrahmt von weißen Häusern, Straßen mit Kopfsteinpflaster und Meeresbrisen.

Bei der Ankunft in Amora, das gegenüber von Lissabon liegt, begegnen wir den roten Plakaten, die uns zum Festival willkommen heißen, auf dem an drei Tagen mehr als eine Million Personen aus den verschiedensten Orten der Welt über die Perspektiven der progressiven und linken Bewegungen angesichts des weltweitenVormarsches der Rechten diskutieren werden.

Das Festival findet statt in einer riesigen Anlage mit Buden aus allen Gegenden Portugals; mit Musik und typischen Gerichten, was den Teilnehmern erlaubt, näher die Vielfalt der Provinzen kennenzulernen. Es gab auch viele Vertriebene, Theater-Zelte, Kinos, Büchermärkte und vier Bühnen, wo tausende an der politischen Kultur teilnehmen und Musikgruppen des Landes sowie eingeladene Gruppen aus verschiedenen Ländern genießen konnten.