Freitag, 13. März 2015

Russlands bemerkenswerte Renaissance

F. William Endahl

10. März 2015

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Russlands neue Generation - findet man so ein Bild bei uns?

Etwas Beeindruckendes geschieht in Russland und es ist völlig verschieden von dem, was man erwarten würde. Statt sich erniedrigt und niedergedrückt zu fühlen, durchläuft Russland so etwas, wie ich es nennen würde, wie eine Art Renaissance, eine Wiedergeburt als eine Nation. Dies trotz oder tatsächlich wegen des Westens, geführt von den sogenannten Neo-Konservativen in Washington, der alles versucht, sogar mit einem Krieg in der Ukraine vor der Haustür Russlands, um dessen Ökonomie zum Kollaps zu bringen, Putin zu erniedrigen und Russland allgemein als schlecht darzustellen. In diesem Prozess entdeckt Russland positive Seiten seiner Kultur, seines Volkes, seines Landes, die lange vergessen oder unterdrückt wurden.

Mein erster von vielen Besuchen Russlands liegt mehr als 20 Jahre zurück, im Mai 1994. Ich war von einem Wirtschafts-Think-Tank in Moskau eingeladen worden, um kritische Gesichtspunkte über den IWF vorzutragen. Meine Eindrücke damals waren die von einem einst großen Volk, das bis auf den letzten Tropfen Lebensenergie erniedrigt worden war. Mafia-Gangster brausten über die breiten Boulevards von Moskau in splitterneuen Mercedes 600-Limousinen mit dunklen Scheiben und ohne Kennzeichen. Gesetzlosigkeit war an der Tagesordnung, von dem US-gestützten Jetsin im Kreml bis hinunter auf den Straßen. "Harvard boys" wie Jeffrey Sachs oder Schwedens Anders Aaslund oder George Soros schwärmten durch die Stadt und dachten sich neue Methoden aus zur Vergewaltigung und Plünderung Russlands unter dem Motto "Schock-Therapie" und "Markt-orientierte Reform", ein anderes Wort füru "gebt uns eure Kronjuwelen".

Der menschliche Zoll jenes Traumas des totalen Kollapses des Lebens in Russland nach dem November 1989 war erschütternd. Ich konnte es in den Augen der gewöhnlichen Russen in den Straßen Moskaus sehen, der Taxifahrer, einkaufender Mütter, ganz normaler Russen.
Heute, zwei Jahrzehnte später, ist Russland wieder mit dem westlichen Feind konfrontiert, der NATO, die nicht nur versucht, es zu erniedrigen, sondern es wirklich als einen funktionierenden Staat zu zerstören, weil Russland einzigartig fähig ist, kräftig Sand ins Getriebe jener westlichen Elite zu schleudern, die hinter den Kriegen in der Ukraine, in Syrien, Libyen, Irak und über Afghanistan hinaus in Afrika und Südafrika am Werk sind.

Statt Niedergedrücktheit bei meinen jüngsten Besuchen in Russland im vergangenen Jahr und auch in zahlreichen Gesprächen mit verschiedensten russischen Bekannten, spüre ich ein neues Gefühl von Stolz, Entschlossenheit, eine Art Wiedergeburt von etwas, was lang begraben war.

Der Sanktions-Bumerang


Nehmt den Sanktionskrieg, den Obama Deutschland, Frankreich und anderen nicht-willigen EU-Staaten aufgezwungen hat. Den Finanz-Feldzug des US- Finanzministeriums gegen den Rubel. Die moralisch korrupten und Washington-beeinflussten Wallstreet-Kreditrating-Agenturen, die die russische Staatsschuld auf "Schrott"-Status heruntersetzten. Die Saudis, die Teilhaber Washingtons, verursachten den freien Fall der Ölpreise. Das Chaos in der Ukraine und die EU-Sabotage der russischen South Stream-Gas-Pipeline in die EU, all dies sollte ein entsetztes Russland auf die Knie zwingen. Hat es aber nicht.

Wie wir schon früher auseinandergesetzt haben, beschlosse Putin und eine wachsende Zahl von einflussreichen russischen Industriellen, einige von eben denjenigen, die vor wenigen Jahren in ihre Londoner Luxuswohnungen geflohen wären, standzuhalten und für das künftige Russland als souveräner Staat zu kämpfen. Hoppla! Das hätte eigentlich in einer Welt der Globalisierung, der Auflösung des Nationalstaates, nicht passieren sollen. Der nationale Stolz, so wurde angenommen, ist ein Relikt wie das Gold. Nicht im Russland von heute.

Am ersten Jahrestag des offenen US-Coups in Kiew, der ein handverlesenes Regime von selbsternannten Neonazi-Kriminellen installierte und einen angeblichen Scientologen-Premier Andrej Yatsenyuk, ausgewählt vom US-Außenministerium, gab es eine Demonstration im Zentrum von Moskau am 22. Februar. Geschätzte 35000 bis 50 000 Menschen traten an - Studenten, Lehrer, Pensionäre, sogar pro-Kreml-Motorradfahrer. Sie protestierten nicht gegen Putin, der die ökonomischen Sanktionen wegen seiner Unnachgiebgkeit gegen die Forderungen Washingtons und der EU verursacht hatte. Sie protestierten gegen die offene Intervention in der Ukraine der USA und der EU. Sie nannten den Protest "Anti-Maidan". Er war organisiert worden von einer der vielen spontanen Bürgerreaktionen auf die Scheußlichkeiten, die sie an ihren Grenzen sehen. Satirische politische Internet-Blogs machen sich lustig über die lächerliche Jen Psaki, die bis vorige Woche die linkische Pressesprecherin des US-Außenministeriums war.

Nicht einmal ein offensichtlicher Versuch unter falscher Flagge in der Financial Times und den westlich kontrollierten Medien, der Putin die Schuld gab, "ein Klima der Paranoia geschaffen zu haben", das den Mord an Nemtsow verursachte, wurde ernst genommen. Westliche "Tricks" funktionieren nicht mehr im heutigen Russland.
Und schaut euch die US- und EU-Sanktionen an. Statt Putins Popularität zu schwächen, haben die Sanktionen zuvor apolitische, gewöhnliche Russen dazu gebracht, sich hinter den Präsidenten zu stellen, der immer noch bei über 80 % große Popularität genießt. Ein neue Umfrage des unabhängigen Levada Zentrums fand heraus, dass 81 % der Russen negativ über die USA denken, die höchste Ziffer seit der "Schock-Therapie" Anfang der 1990-er Jahre in der Jeltsin-Ära. Und 71 % denken negativ über die Europäische Union.

Die Renaissance, die ich entdecke, ist jedoch offenbar in mehr als nur Protesten und Umfragen. Der US-entfachte Krieg in der Ukraine seit März 2014 hat eine humanitäre Katastrophe verursacht, die von den US-gesteuerten deutschen und andere westliche Medien aus ihrer Berichterstattung ausradiert haben. Mehr als eine Million ukrainische Bürger, die ihr Heim verloren oder aus Angst, bei dem irrsinnigen US-entfachten Gemetzel, das in der ganzen Ukraine stattfindet, vernichet zu werden, haben um Asyl in Russland gebeten. Sie sind wie Brüder empfangen worden, wie alle Berichte bezeugen. Das ist eine menschliche Antwort, die eine unerhörte Resonanz bei den einfachen Russen fand. Durch  das Wunder der YouTube und Smart Phone-Videos sind die Russen genau im Bilde über die Wahrheit des US-Krieges in der Ostukraine. Die Russen sind zum ersten Mal seit vielen Jahren politisch empfindsam geworden, als sie merkten, dass gewisse Kreise im Westen sie vernichten wollen, weil sie sich weigern, Vasallen Washingtons zu werden, das zum Berserker geworden ist.

Statt sich dem US-Schatzamt und seinem Rubelkrieg zu beugen und der Drohung, russische Banken aus dem SWIFT (Society for Worldweide Interbank Financial Telecommunication) zu werfen, was eine Kriegshandlung wäre, erklärte die russische Regierung am 16. Februar, dass sie ihr eigenes Banken-Clearing-System fertig habe, in dem 91 einheimsiche Kreditinstitute eingegliedert sind. Das System macht es den russischen Banken möglich, nahtlos über die russische Zentralbank zu kommunizieren.

Es ist innerhalb Russlands, dass die Banken ansonsten verwundbar gegenüber der Abkopplung von SWIFT gewesen wären. Russland schloss sich dem privaten SWIFT-System in Brüssel an, als 1989 die Berliner Mauer fiel. Heute sind Russlands Banken die zweitgrößten Nutzer von SWIFT. Das neue System befindet sich innerhalb des Landes. Es ist ein notwendiger, aber nicht ausreichender Schutz gegen eine SWIFT-Abkopplung. Der nächste Schritt ist ein russisch-chinesisches Interbank-Clearing-System, das unabhängig von SWIFT und Washington ist. Das ist in Vorbereitung.

Am Tag nach Russlands "SWIFT"-Alernative-Ankündigung sagte der chinesische Vize-Außenminister Cheng Guoping, dass China seine strategische Partnerschaft mit Russland im Bereich Finanzen, Weltraum und Flugzeugbau und "die Handels-Kooperation auf eine neue Ebene heben werde". Er fügte hinzu, dass China plane, mehr mit Russland im Finanzbereich zu kooperieren und im Januar sagte der russische Erste Stellvertretende Premierminister Igor Schuwalow, dass Zahlungen in nationalen Währungen und  die ent-Dollarisierung in China verhandelt werden. China ist sich bewusst, dass wenn Russland zusammenbricht, China selbst der nächste ist. Das gescheitete Imperium versucht verzweifelt, mit desperaten Mitteln zu überleben.

Die Russen sind sich auch bewusst, dass ihre Führung in nie dagewesener Weise dabei ist, eine Alternative zu schaffen für das, was sie als eine moralisch dekadente und bankrotte amerikanische Welt ansehen. Für die meisten Russen ist das katastrophale Jahrzehnt der Armut, des Chaos und des Elends der Jeltsin-Ära eine ausreichende Erinnerung daran, was sie erwartet, sollten die russischen Führer sich wieder angesichts einer Übernahme durch amerikanische Banken und Unternehmen prostituieren; und sie erinnern sich auch an Hillary Clintons schamlosen Versuch eines "Resets" der US-russischen Beziehungen, als Medwedew Präsident war. Die Russen sehen, was die USA in der benachbarten Ukraine gemacht haben, wo sogar der Finanzminister Natalia Jaresko eine Amerikanerin ist, eine Person aus dem US-Außenministerium.

Russland und seine Führung sitzen schwerlich zitternd hinter den Mauern des Kreml. Sie schmieden das Gerüst einer neuen internationalen ökonomischen Ordnung, die das Potential hat, die Welt des gegenwärtigen bankrotten Dollar-Systems umzuwandeln. Moskau und Beijing haben kürzlich angekündigt, was ich in einem früheren Post diskutierte, ihr neues Projekt, eine gemeinsame Alternative zum US-Kredit-rating-Monopol von Moody's, S&P und Fitch. Präsident Putins Reise-Programm im vergangenen Jahr war atemberaubend. Weit entfernt, ein internationaler Paria zu sein, was Washington und Victoria Nuland hofften, erhebt sich Russland als ein Land, das den Mut hat, zu Washington "einfach Nein! zu sagen".

Russlands Präsident ist in Zypern gewesen, wo eine mögliche Flottenbasis diskutiert wurde, in Ägypten, wo General al-Sisi den russischen Führer wärmstens empfing und mit ihm bedeutende ökonomische und gemeinsame Kooperation besprach. Und Ende des vorigen Jahres kamen Russland und die BRICS-Staaten überein, eine Infrastrukturbank mit 100 Mrd. Dollar zu bilden, womit die US-kontrollierte Weltbank irrelevant wird. Die Liste wächst praktisch von Tag zu Tag.

Die speziell menschliche Seite


Für mich jedoch liegt der ermutigendste Zug dieser russischen Renaissance in der Generation, die heute Ende der dreißiger bis vierziger Jahre sind - jung, hochintelligent und mit Erfahrung  mit sowohl der Verdorbenheit der sowjetischen, kommunistischen Bürokratie als auch mit der hohlen Welt des US-geführten sogenannten "freien Markt-Kapitalismus". Ich erzähle ein paar Beispiele von den vielen Russen, die ich in der jüngsten Zeit kennengelernt habe.

Was meiner Meinung nach an dieser Generation einzigartig ist - sie ist eine hybride Generation. Die Erziehung, die sie in den Schulen und an den Universitäten genossen hat, war noch großenteils beherrscht von der klassischen russischen Wissenschaft, die, wie ich in vielen Diskussionen mit russischen wissenschaftlichen Freunden über die Jahre festgestellt habe, von einer Qualität ist, die so gut wie unbekannt ist im pragmatischen Westen. Ein amerikanischer Physikprofessor vom MIT, der an Moskauer Universitäten Anfang der 90-er Jahre lehrte, erzählte mir, "wenn ein russischer Wissenschaftsstudent das erste Jahr an der Uni  beginnt, hat er bereits 4 Jahre Biologie, 4 Jahre Chemie, Physik, sowohl integrale und Differentialrechnung, Geometrie hinter sich ... sie beginnen die Uni auf einem Niveau, das vergleichbar ist mit dem eines US-Post-Doktoranden-Studenten".

Sie wuchsen auf in einem Russland, wo es für junge Mädchen normal war, klassisches Ballett oder Tanz zu lernen oder ein Musikinstrument, Sport zu machen, zu malen, wie in der klassischen griechischen Erziehung zu Zeiten von Sokraes oder in Deutschland des 18. Jahrhunderts. Die US-Industrie wollte gehorsame "blöd-gemachte" Arbeiter, die keine Fragen stellen.

Russische Biologie, Mathematik, Physik, Astrophysik, Geophysik - alle Disziplinen gingen an ihren Gegenstand mit einer Qualität heran, die seit langem aus der amerikanischen Wissenschaft verschwunden ist. Ich weiß, als ich Ende der 50-er Jahre während des "Sputnik-Schocks" heranwuchs, als uns gesagt wurde, dass wir als Hochschulschüler doppelt so hart arbeiten müssten, um "die Russen einzuholen". Darin lag ein Kern Wahrheit, aber der Unterschied war nicht Mangel an Studenten, die hart arbeiteten. In jenen Tagen arbeiteten und studierten wir ziemlich hart. Es war die Qualität der russischen wissenschaftlichen Erziehung, die überlegen war.

Besonders das Lehren der Wissenschaften in Russland oder der Sowjetunion war stark beeinflusst von dem  deutschen Erziehungssystem des 18. Jahrhunderts, den sogenannten Humboldt-Reformen von Alexander Humboldt und anderen.
Die starken Bande der russischen Erziehung mit der klassischen deutschen Kultur und Wissenschaft des 19. Jahrhunderts reichten weit zurück bis zur Zeit unter Zar Alexander II, der die Leibeigenen 1861 befreite, indem er dem Beispiel seines Freundes Abraham Lincoln folgte.

Diese Bande mit der deutschen klassischen Kultur wurden später unter Zar Nikolaus II vor dem russisch-japanischen Krieg 1905 vertieft, als der brilliante Sergej Witte Transport-Minister, dann Finanzminister und schließlich Premier war, bevor westliche Intriguen seinen Rücktritt erzwangen. Witte übersetzte die Werke des deutschen Nationalökonomen Friedrich List, der brilliante Opponent von Englands Adam Smith, ins Russische. Bevor ausländische und einheimische Intriguen den Zar in die verhängnisvolle Anglo-russische Entente von 1907 gegen Deutschland manipulierten, ein Pakt, der Englands Krieg 1914 möglich machte, hatte Russland das deutsche klassische System als dem britischen Empirismus und Reduktionismus überlegen angesehen.

Sehr oft habe ich Russen der 1980-er Generation gefragt, warum sie zum Arbeiten nach Russland zurückkamen, nachdem sie in den USA gelebt hatten. Die Antwort war mehr oder weniger "die US-Erziehung war so langweilig, keine Herausforderung ... die amerikanischen Studenten waren so oberflächlich, keine Idee von irgendetwas außerhalb der USA ... weswegen ich trotz aller Probleme beschloss, nachhause zu gehen und mitzuhelfen, ein neues Russland aufzubauen ..."

Einige persönliche Beispiele illustrieren, was ich fand: Irina ging mit ihren Eltern Anfang der 1990-er nach Oregon. Ihr Vater war ein hoher Militär in der UdSSR. Nach dem Kollaps ging er in Pension und wolle raus aus Russland, den Kriegserinnerungen und wollte seine letzten Jahre friedlich in Oregon verbringen. Seine Tochter wuchs dort auf, ging ins College und merkte am Ende, dass sie viel mehr in Russland tun könnte, wo sie heute eine berühmte Journalistin ist, die über die US-entfachten Kriege in Syrien und der Ukraine berichtet, wodurch sie einen mutigen Beitrag zum Weltfrieden leistet.

Konstantin ging in die USA als junger Rundfunkjournalist, machte seinen Film-Master in New York und beschloss, nach Russland zurückzukehren, wo er wertvolle Fernseh-Dokumentarfilme dreht über die Gefahren von GMO und andere wichtige Themen.
Anton blieb in Russland, beschäftigte sich mit Wissenschafts- und Business-Veröffentlichungen und nutzte seine IT-Kenntniss, um seinen eigenen Verlag zu gründen.

Dmitri, der Physik an einer angesehen deutschen Uni lehrte, kehrte in seine Heimat St. Petersburg zurück und wurde Professor. Seine Frau ist auch Physikerin, übersetzt und managt eine Internetseite in russischer Sprache und übersetzte einige meiner Bücher ins Russische.

Was alle diese russischen Bekanntschaften, die jetzt Ende der 30 oder 40 sind, teilen, ist, dass sie geboren wurden, als die Reste von Sowjetrussland noch sehr sichtbar waren, im guten wie im bösen, und erwachsen wurden nach 1991. Diese Generation hat ein Gefühl für Entwicklung, Fortschritt, Veränderung in ihrem Leben, was jetzt für die Schaffung von Russlands Zukunft unschätzbar ist. Sie sind auch, durch ihre Familien und ihre frühe Kindheit im alten Russland verwurzelt, wie Wladimir Putin, und kennen die Realität sowohl des alten und des neuen.

Jetzt, wegen der offen schamlosen Barbarei Washingtons gegen Russland, hält diese Generation Ausschau nach dem, was wertvoll war. Sie wissen, dass die lähmende bürokratische Erstarrung des sowjetischen Stalin-Erbes in der UdSSR tödlich war. Und sie wissen, dass sie eine einzigartige Chance haben, ein neues, dynamisches Russland des 21. Jahrhunderts zu schaffen. abernicht auf Basis des bankrotten Modells des jetzt sterbenden amerikanischen Jahrhunderts von Henry Luce und FD Roosevelt.

Das ist für mich das Herz einer entstehenden Renaissance des Geistes unter den Russen, was mir mehr als Hoffnung für die Zukunft gibt. Und, eine abschließende Bemerkung, es ist die Politik der sogenannten Götter des Geldes, der Banker von London und New York seit wenigstens der Ermordung von Zar Alexander II 1881 gewesen, eine friedlich heranwachsende Allianz zwischen Deutschland und Russland zu verhindern. Das wichtigste Ziel von Victoria Nulands Ukraine-Krieg ist gewesen, die wachsende russisch-deutsche Kooperation zu zerschlagen. Eine lebenswichtige Frage für die Zukunft Deutschlands und Europas wird sein, ob die deutschen Politiker fortfahren, vor dem Thron von Obama oder seinem Nachfolger zu knien oder ihre wahren Interessen in engerer Zusammenarbeit mit der aufstrebenden eurasischen wirtschaftlichen Renaissance zu definieren, die von Russlands Präsident Putin und von Chinas Präsident Xi geschaffen wird.

Ironischerweise hat Washingtons und jetzt de facto NATOs "unerklärter Krieg" gegen Russland diese bemerkenswerte Renaissance des russischen Geistes bewirkt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren beginnen die Russen, sich selst gut zu fühlen und zu fühlen, dass sie gut sind in einer Welt mit einigen sehr schlechten Menschen. Es könnte der Faktor sein, der unsere Welt rettet vor einer Weltdiktatur der Banker und ihrer Militärs.


F. William Engdahl ist Berater für strategische Risiken und Dozent. Er hat ein Diplom in Politik von der Princeton Uni und ist Autor eines Bestsellers über Öl und Geopolitik, der exklusiv für das online-Magazin 'New Eastern Outlook' geschrieben wurde.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Sehr ermutigende Analyse - vielen Dank an William Engdahl, und an den Übersetzer. Ein kleiner Fehler in der Übersetzung ist mir aufgefallen: Jen Psaki ist eine Frau (beachten Sie die Schreibweise ihres Namens) - nur wusste ich nicht, dass sie seit einer Woche nicht mehr Sprecherin des State Departments ist. Sie konnte so perfekt lügen, dass die Journalisten öfter in ungläubiges Lachen ausbrachen.
    Bleibt die Frage: wer folgt ihr nun nach?

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    1. Vielen Dank, Antje. Das kommt davon, wenn man keinen Fernseher hat. Hahaha.

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    2. Nachtrag. William Engdahl, der Meister hat höchstpersönlich den Namen falsch geschrieben, obwohl er sicher TV hat.

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  2. Warum begreift Deutschland nicht,daß unsere Zukunft im Osten liegt, nicht im Westen? Und daß uns Rußland nicht bedroht, sondern nur mit uns Geschäfte machen möchte! Geschäfte, die andere europäische Staaten nicht zustande brächten!

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    1. Sehr gute Frage ! Genau meine Meinung !

      PS. Russland ist leidensfähig. Nur wenige andere Nationen können das. Sie werden durch die EU-US-Schikanen nur noch stärker und als Nation zusammen geschmiedet. Wir können ihnen leider nicht helfen. Mit unserem Flötenorchester in Berlin ist Hopfen und Malz verloren.
      Wenn wir Glück haben bricht der Euro und die EU vorher zusammen. Dann müssen sowieso alle Karten neu gemischt werden.

      MfG. grillbert aus Hamburg.

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    2. Wjatscheslaw Michailowitsch Skrjabin14. März 2015 um 23:55

      Dank an Dich Einar für die Übersetzung.

      In der Youtubefassung spricht ja der Gründer und Vorsitzende des Stratfors George Friedman das deutlich und offen aus: die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich haben seit weit über hundert Jahren alles getan, um eine prosperierende wirtschaftliche Vereinigung des Deutschen Reichs und Rußland zu verhindern.
      Und so tun sie es noch heute. Der einzige Unsicherheitsfaktor sei die Haltung Deutschlands.
      Hitler hatte das erkannt und hatte versucht eine Basis des Auskommen mit Großbritannien zu ereichen.
      Die englische Politik hat das von Grund auf torpediert, auf den nächsten Krieg hingearbeitet und ihn erreicht.
      Bei der Rückbetrachtung müssen wir das vergangene Jahrhundert grundsätzlich als eine Fortsetzung der typisch englischen Politik ansehen, wo jeder gegen jeden ausgespielt wurde und Völker wie die Polen diesen Interessen geopfert wurden.
      Das vergangene Jahrhundert war ein Jahrhundert des angloamerikanischen Zerstörungskriegs gegen das aufblühende Deutsche Reich.
      Diese Politik erfährt heute ihre Fortsetzung durch die US-Politik.

      Um Kritik an meinem Beitrag vorzugreifen, muß ich sagen, die tatsächliche geschichtliche Einordnung von Hitlers Politik ist noch nicht geschehen. Die Geschichte schreibt immer der Sieger. Erst, wenn das Rotkreuzarchiv in Arolsen einer wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung steht, sind wir in der Lage einiges besser zu beurteilen. Das nur möglich, wenn die Israelis das zulassen.
      Das ist keine Entschuldigung von Greueltaten. Ebensowenig wie der Völkermord an den Deutschen und die Auslöschung ganzer Städte durch die Bombardierung der Zivilbevölkerung zu entschuldigen ist.

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    3. Deutschland hat das schon lange begriffen. Das "Problem" ist, dass Deutschland von der Einrichtung BRD der Kolonialmacht USA nach Gutsherrenart "verwaltet" wird und immer noch 70% der Eingeborenen alle vier Jahre zu der Bundestagswahl-POSSE dackeln und es in Deutschland weder eine "linke" noch eine kommunistische Partei gibt, die nicht vom Geheimdienst geschaffen wurde oder von diesem unterwandert wäre.

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  3. Ja, lieber Wjatscheslaw, Hitler wollte zusammen mit den Engländern Russland platt machen. Die Russen waren die bösen Bolschewiken, die er ausrotten wollte und sollte, wie es mit der deutschen Bourgeoisise und dem großen deutschen und angloamerikanischen Kapital abgemacht war. Aber darüber sprechen die Herren Sieger nicht gerne.

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    1. und wenn er es geschafft hätte, wer hätte ihn dann noch "plattmachen" können?

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    2. Der ursprüngliche Plan der Angelsachsen war, daß Hitler den immer stärker werdenden Stalin stoppen sollte, denn der wollte nicht mehr nach dem Plan der NWO arbeiten. Einen Sieger hätte es nicht gegeben, denn Hitler war zu stark von ausländische Geld abhängig und bei Bedarf hätte man halt Stalin wieder mehr gegeben. Schlussendlich wollte und will man beide Länder in die Knie zwingen,... Da macht doch das Rakowski Protokoll endlich Sinn ,...http://www.luebeck-kunterbunt.de/Geschi/Rakowski-Protokoll.htm

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    3. was ich noch ergänzen wollte. Man hatte eigentlich gar nicht erwartet, daß Deutschland so stark würde, sondern hat seit 1918 schon mal profilaktisch die US-Bürger auf Krieg gegen Russland eingestimmt schon deutlich vor WW2 gibt es zahlreiche Artikel die über die Vernichtung von 6 Mio. Juden durch die Russen berichten !? (z.B. NY-Times, http://query.nytimes.com/gst/abstract.html?res=9900E3DB1731EF33A25753C2A9619C946095D6CF ....)

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    4. stalin ist doch nur durch den krieg so stark geworden (also nach außen eine bedrohung) die halbe welt wurde erst NACH kriegsende kommunistisch. ich weiß nicht, was sie als NWO sehen. tatsache ist aber, dass der westen in den letzten jahrzehnten immer mehr sozialistische elemente übernommen hat. die "gleichstellung" zum beispiel, eine sozialistische idee, die das "patriarchat" überwinden sollte. andere punkte aus dem kommunistischen manifest sind auch längst verwirklicht, zentralisierung des kredits oder die progressive einkommenssteuer zum beispiel. wenn hier im westen tatsächlich an einer NWO gearbeitet wird, dann müssten diese neuen, sozialistischen elemente teil davon sein. warum hätte die sowjetunion "inkompatibel" sein sollen?

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    5. @ stalin ist doch nur durch den krieg so stark geworden / bla, bla, balla balla / Sie wollen NICHTS, also NULL von der Wissenschaft des Marxismus (Maxismus-Leninsimus)/Sozialismus verstehen. "Zentralisierung des Kredits" - ups, sind Sie mit "Rote_Pille" verwandt oder sind Sie es selber? (Vergleicht doch mal "Anonym" mit sachlicherkritiker@gmail.com
      91.5.212.57)

      Die Völker der Sowjet-Republiken sind durch die Befreiung von Feudalismus, korrupter Kirche und Kapitalismus vor dem Krieg stark geworden und hatten wirtschaftlich sowohl Europa als auch die USA überflügelt. Der Krieg hatte weder Stalin noch die Sowjet-Republiken stark gemacht, sondern total geschwächt und um ein ganzes Jahrhundert positiver Menschheitsentwicklung zurückgeworfen. Menschlich müsste es eigentlich als ein Wunder Gottes bezeichnet werden, denn trotz 30.000.000 Kriegstoter, 60.000.000 Kriegs-Krüppel und 90.000.000 Witwen und Waisen und der Ermordung Stalins und der Konterrevolution innerhalb der KPdSU 1953 hatte sich der Kollaps der Sowjetunion danach noch 37 Jahre hingezogen.
      Allein diese Tatsachen beweisen die Überlegenheit der Diktatur des Volkes einer sozialistischen Gesellschaftsordnung.

      In unseren faschistisch-kapitalistischen Gesellschaften ist überhaupt gar nichts von dem verwirklicht, was der Kern und das Fundament des Kommunistischen Manifestes ist.

      Wir schreiben das Jahr des Herrn Anno Domini 2015. Durchschnittlich bekommen Frauen in der BRD 15 Euro die Stunde, Männer 20 Euro. Arbeitenden Vätern und Müttern werden Steuern abgeknüpft, um diese dann als Kindergeld wieder auszuzahlen, damit sie in totaler Abhängigkeit vom System leben müssen. Millionen Menschen leben im Zustand mentaler und psychischer Verwahrlosung.
      "Im Zeitraum 1992 bis 2007 sank bezogen auf die Gesamtbevölkerung die Erwerbstätigenquote auf 40,7 Prozent, während die Quote der Sozialleistungsempfänger um 6,5 Prozentpunkte auf 37,8 Prozent anstieg.
      Angesichts der tiefen Rezession und der schon beschlossenen Aufstockung verschiedener Transfers ist es möglich, dass der Abstand beider Quoten im Jahr 2010 auf null schrumpfen wird, sodass statistisch auf jeden Erwerbstätigen ein Sozialleistungsempfänger kommt." (Zitat: Entwicklung von Sozialleistungsbezug und Erwerbstätigkeit* von Waltraut Peter, Januar 2010,  *Diese Studie ist Teilergebnis des von der informedia-Stiftung – Gemeinnützige Stiftung für Gesellschaftswissenschaften und Publizistik Köln geförderten Forschungsprojekts „Wettbewerb der Sozialstandards in einer
      globalisierten Wirtschaft“.)

      In klaren Worten über 32 Millionen Eingeborene unter der Verwaltung der BRD erhalten Sozialhilfe - nennt sich euphemistisch "Leistung"

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    6. natürlich bin ich es. und sie sind der typ, der amputationen wie sie in saudiarabien stattfinden als eine humane strafe bezeichnet hat. einsehbar auf ihrer seite "seidenmacher.de" in ihren kommentaren zu "kurzgefasst was ist marxismus-leninismus". sie sollten sich schämen!

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    7. und der trash-email account mit 100% gefakten daten ist nur einer von vielen, die nur zum kommentieren da sind, ich bin ja nicht dumm irgendwelchen leuten mit extremistischen ansichten im netz meine richtigen daten zu geben.

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  4. Hallo Georg,
    Danke für die intelligente Antwort. Ich liebe Deine sprachlich pointierten Kommentare, wenn die mit Zahlen gespickt sind. Ich hab nichts gegen ehrliche Wertekonservative, rechte / kämpferische Friedensfreunde oder bodenständige (eigentlich ein Propagandawort um braune salongfähig zu machen) Patrioten.
    Aber die Trolle beziehen ihr Denkfundament von Fascho Historikern, die noch nichtmal ihre Heizkostenrechnung lesen können. Die erzählen, dass Marx, Lenin von Gross Kapitalisten bezahlt wurden. Obwohl die kapitaistischen Verbrecherstaaten permanent Kriege / Terror in der UDSSR und auch sonst wie Killerkommandos gegen sozialistische Bewegungen weltweit vorgingen. Selbst wenn dieser imperialistische Mörder Abschaum untereinander verfeindet war, hielten die gegen den ROTEN Klassenfeind zusammen. . Mal einfach das Buch "Lenin für Anfänger" lesen oder bei sascha313 nachgucken. Ich kenne ein paar rechte Historiker, die zu doof für Hauptschulabschluss und Lehre waren. Aber wie durch ein Wunder Geschichte studieren durften und jetzt nur dumm / assozialen Blödsinn verbreiten. Einige hatten reiche Eltern, andere wurden vom Verfassungsschutz gefördert.
    Kein Wunder dass, die Superdoofen behaupten, wir leben im Sozialismus / Kommunismus. Haben diese Spinner ihre Neuroleptika nicht eingenommen ? Haben die Unterbelichteten nichts von den Kürzungen bei Arbeitslosen-, Krankengeld, Streichun von guten Umschulungen, Renten, Medikamenten mitbekommen ? Von den ach so tollen HUNGERlöhnen und verbrecherischen (ja die prügeln heute sogar) LEIHARBEITSFIRMEN ? NWO heisst Arme ärmer, Reiche reicher und Kriegsbefehl gegen Länder, die die sich gegen diese Menschenverachtung wehren ! NWO heisst, auch, Volkseigentum (Bodenschätze, Energie, Verkehr / Post / Telekommunikation / Versicherung / Banken) an superreiche Schmarotzer zu verschenken. Braune NWO heisst Elite- / Herrenmenschenideologie, die Gesundheits- und Altenfürsorge vom Geldbeutel abhängig macht und DEUTSCHE H4ler am liebsten in die Gaskammer stecken würden.
    Die sind so dumm, dass sie sogar Ökonomie für Lernbehinderte (wirtschaftlicher Liberalismus als widerlegter Denkansatz) nicht auf die Reihe kriegen.
    Liebe anonymen PILLEN, Bitte fragt bei uns. Wir wissen nicht immer alles, aber versuchen zu helfen.

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    1. ich habe nie behaupet, dass marx, engels und wer auch immer vom großkapital oder von irgendeinem anderen bezahlt sind. sie haben meiner meinung nach einfach nur unhaltbare thesen aufgestellt, was kein verbrechen ist. bei sascha werde ich zensiert, vielleicht denkt er, dass meine argumente auf neutrale leser überzeugender wirken. antworten, die mich umhauen hatte er nicht. diesen georg könnt ihr vergessen, der ist nicht konservativ oder kommunistisch, seine aussagen sind einfach menschenverachtend, sie müssen einfach nur genauer nachfragen. er würde drakonische strafen (amputationen und hinrichtungen) für das "verbrechen", geld zu verleihen, gutheißen. außerdem glaubt er, das geldsystem würde über die biz vom papst (!) gesteuert, natürlich ohne quellenangabe oder indiz. das mit der biz könnt ihr auf sachas seite nachlesen, wo er die hälfte aller kommentare liefert, und das mit den strafen auf seiner seite (seidenmacher) in der diskussion mit mir (obwohl er teile davon schon geändert und entschärft/gelöscht hat, weil ich ihn darauf hingewiesen habe, dass diese aussagen gewisse grenzen überschreiten).

      ich habe selbstverständlich alle heutigen probleme mitbekommen. nur meine interpretation unterscheidet sich stark von ihrer. ich sehe dahinter die mechanismen und langfristigen folgen des staatsinterventionismus (nicht des sozialismus, der wurde nicht verwirklicht, aber es wird oft als synonym benutzt, weil die interventionen oft in einem scheiternden sozialismusVERSUCH enden), vor allem im geldsystem sind sie sehr wirksam. sie sehen dahinter die folgen des liberalen kapitalismus oder glauben das zumindest. der liberalismus ignoriert die probleme nicht, er sieht sie nur durch andere quellen verursacht und er arbeitet auch nicht im interesse von einer "klasse". er ist eine theorie, die keine klassen sieht, sondern nur menschen und braucht deshalb auch keine gekünstelten unterschiede zwischen "bürgerlicher" und "proletarischer" ökonomie. er kennt nur logisch wahr und logisch falsch. ich weiß nicht, mit welchen "faschohistorikern" sie es zu tun hatten, aber der liberalismus ist älter als die faschistischen lehren und hat meiner meinung nach weniger parallelen zu ihm als alle formen des sozialismus. die ständigen ablenkungen auf das thema faschismus sind einfach nur nervtötend, der liberalismus hat den faschismus niemals für lebensfähig gehalten. schlechte bedingungen für arme sind kein anzeichen für die existenz eines faschismus, sondern die folgen wirtschaftlichen versagens oder der knappheit der mittel, weil noch kein kapitalstock aufgebaut wurde.

      wenn sie auf die realität schauen und sie ihnen nicht gefällt, können sie sich nicht einfach davor drücken, die ursachen genauer zu durchleuchten. wenn gesagt wird, arme werden ärmer, ist die lösung nicht zwingend mehr umverteilung. wir liberale glauben, dass von den mechanismen der umverteilung so starke störungen für die wirtschaft ausgehen, dass sie ein schlechteres ergebnis produziert als sind es sonst täte, wodurch die armut erst richtig verschärft wird. wie z.b. die mindestlöhne, wir denken, dass sie die arbeitslosigkeit erst verfestigen und dadurch armut produzieren anstatt sie zu bekämpfen. wenn sie eine neutrale diskussionsplattform kennen, würde ich gerne versuchen ihnen genauer zu erklären dass die liberalen wirtschaftsideen nicht widerlegt wurden und was wirklich schief läuft. ich bin schon mehrmals dabei gescheitert, aber das liegt auch daran, dass ich immer gegen alle argumentieren musste, einschließlich der betreiber der seiten :).

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    2. Du bist es, der vernünftigen Argumenten nicht zugänglich ist. Faschismus ist keine Ablenkung. Kapitalismus IST Faschismus und auch Liberalismus verwandelt sich spielend leicht in Faschismus, wie wir bei der Machtergreifung des Anstreichers erlebt haben. Das "feine" liberale Akademikerpack ist doch zu gut 90% mit wehenden Fahnen übergelaufen. Und was der große Krasch von 1928 mit dem Sozialismus zu tun, den es erst ein paar Jahre nur in der SU gab und der erst die furchtbaren Wunden lecken musste, die ihm von den vereinigten Kapitalisten aller Länder geschlagen worden waren. Faschismus gehört zum Kapitalismus wie das Amen in der Kirche. Natürlich brauchte der Feudalismus keinen Faschismus, denn das war ja eine quasi von Gott gegebene faschistoide Gesellschaft. Bis 1930 gehen sämtliche historischen Verbrechen - die weltweiten Genozide, viehische Ausbeutung ungezählter Völker, Sklaverei, ungezählte Kriege, 1. Weltkrieg auf das Konto des Kapitalismus. Und dann durfte sich der Sozialismus NICHT FRIEDLICH seiner Natur gemäß entwickeln, sondern wurde fortwährend und permanent angegriffen, untergraben, sabotiert, was Millionen Opfer kostete. In der SU 40 Mill. (wenn man die 10 Mill. Opfer des 1. Überfalls, der von der USA geführt wurde, mitrechnet). Und in China waren es auch einige dutzende Millionen. Und in diesen Aggressionen sind die besten Kommunisten gefallen. Aber alle Kapitalistenknechte stellen sich hin und zeigen mit Fingern und schreien: Die bringen nichts zustande. Immer. Ob sie Fehler machen (was bei einem neuen Gesellschaftsprojekt natürlich ist) oder nicht. Alles ist falsch und verfehlt. Ihr solltet erst einmal über euch selbst nachdenken und alle lockeren Schrauben zusammensuchen.

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    3. ich habe doch gerade gesagt: die finanzcrashs sind NICHT DIE FOLGE DES SOZIALISMUS. sie sind die folge eines staatseingriffs im westen, den es im reinen sozialismus nicht geben würde, weil er überflüssig wäre. der name des eingriffs ist: kartellierung des finanzsektors durch die zentralbank und künstliche senkung des zinssatzes. im sozialismus wäre so ein eingriff erwiesenermaßen sinnlos, da der staat über alle produktionsmittel verfügt und sie hin- und herschiebt und nicht verleiht. der sozialismus wird nur damit in verbindung gebracht, weil die reaktion der politik auf das versagen ihrer eingriffe meist eine weitere runde dirigismus ist (siehe new deal) und der sozialismus eben für die totale übernahme des produktionsapparates durch den staat steht, also quasi ein ausblick auf die zukunft des interventionismus ist. aber die echten probleme des sozialismus, die ihn als alternative disqualifizieren, können NICHT im heutigen wirtschaftssystem des westens (also dort wo die finanzcrashs stattfinden) erkannt, höchstens erahnt werden, sondern müssen aus der logik des menschlichen handelns hergeleitet werden, die sowohl im kapitalismus als auch im sozialismus gilt. man bekommt hingegen ein halbwegs gutes bild bei den früheren sozialistischen systemen. dass interventionismus teilweise mit sozialismus verwechselt wird, ist nicht uns liberalen zuzuschreiben (mises z.b. hatte den besonderheiten des interventionismus ein eigenes buch gewidmet), sondern den sozialistischen politikern selbst, die statt des sozialistischen meist ein interventionistisches programm durchführen, vielleicht weil sie ahnen, dass die totalverstaatlichung der produktionsmittel hungersnöte und aus ihnen hervorgehende aufstände auslösen müsste. maduro hat ja immer noch die möglichkeit es zu tun. aber ich denke, dass es bei der bevölkerung nicht als befreiung, sondern als selbstmordprogramm angesehen würde und er das weiß. nur umgangssprachlich setzen wir "interventionismus" und "sozialismus" manchmal gleich. sie können aus dem kontext erschließen, was gemeint ist.
      ich verstehe nicht, wie sie die chinesischen hungersnöte oder die opfer der kulturrevolution dem kapitalismus zurechnen können. in einem gebiet in dem die regierung die absolute macht hat ist sie für alles verantwortlich. alles irgendeiner us-sabotage zuzurechnen bedeutet, bei der usa übermenschliche macht anzunehmen. es gibt keine möglichkeit, geschlossenen systemen so sehr zu schaden, sie haben nicht einmal ansatzweise die nötigen ressourcen um das zu tun, und auch keinen anlass, solange diese staaten nicht gegen die usa hetzen. sie hetzen aber oft, um von inneren problemen abzulenken. die sozialististen sagen immer "wirtschaftskrieg" aber wenn es den gäbe müssten sie unzählige maßnahmen, mit denen die kapitalisten ihre wirtschaft unterminieren angeben können. sehr konkret werden sie aber nie. wenn so ein wirtschaftskrieg möglich wäre, hätten die usa doch überhaupt keinen grund so viel geld für waffen auszugeben. sie könnten doch mit dem geld das sie für militär rauswerfen dann einfach die ganze welt durch wirtschaftskriege übernehmen. warum tun sie es nicht?
      (liberaler) kapitalismus und faschismus passen niemals zusammen. aus der krise des interventionistischen systems kann alles mögliche hervorgehen, es muss nicht der faschismus sein. der faschismus betont nationalismus, "gemeinnutz", militarismus und er will die menschen aufteilen in gruppen, die man nicht verlassen kann, weil man bestimmte äußerliche kriterien nicht erfüllt. er neigt auch dazu, die private verfügungsgewalt über das eigentum dort auszusetzen wo es ihm gerade passt. der kapitalismus sieht den nationalismus als hindernis: das kapital soll frei dort hinfließen wo es den höchsten ertrag gibt. der militarismus nutzt einigen kapitalisten, sowie er auch einigen politikern nützt, aber er schadet den meisten. im liberalen kapitalismus ist es egal, welche äußeren merkmale der hersteller eines produkts hat, sein produkt wird nach seinem nutzen beurteilt und er darf es frei verkaufen.

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    4. ...
      die verbrechen vor '30 gehen nicht auf den kapitalismus zurück, auch wenn sie von staaten begangen wurden in denen ein mehr oder weniger kapitalistisches system lief, denn die essenz des kapitalismus ist allein das privateigentum an den produktionsmitteln. es wird durch kriege schwer in mitleidenschaft gezogen. verursacht werden die kriege von politikern und (teilweise eingebildeten) nationalen interessen. sie können die kriege nicht beenden, indem sie das privateigentum aufheben, denn auch die sozialistischen staaten könnten, wenn ihnen bestimmte rohstoffe knapp werden oder zur ablenkung von der innenpolitik, dazu greifen.
      ich sage auch nicht, dass kriege von sozialistischen staaten eine folge des sozialismus sind. was die russen in afghanistan zu suchen hatten hatte sicher nichts mit dem sozialismus am hut. nur dort, wo tote durch die logik des wirtschaftsystems selbst und nicht von den interessen der in ihm handelnden individuen/politiker verursacht werden, wäre dies zulässig. die hungertoten muss ich ihm zwangsläufig anrechnen, weil mir klar ist, dass es diese nicht gegeben hätte, da die produktionstechnik bereits vorher einen stand erreicht hatte, an dem das ausgeschlossen war.
      das prinzip der missachtung des privateigentums und das der kriege ist dasselbe: man nimmt jemandem mit gewalt was weg. wenn man dieses prinzip aufgibt, unterminiert man die wirtschaftliche "legitimation" der kriege und nimmt den regierungen auch die mittel, sie aus anderen vorgegebenen gründen durchzusetzen.
      de besondere hass der faschisten, oder sollte ich doch lieber sagen, nationalsozialisten, auf die kommunisten ergibt sich aus der tatsache, dass der liberalismus schon vorher von beiden seiten zerquetscht worden ist und irrelevant war. sie mussten sich nicht mehr darum streiten, ob der staat die produktion leiten sollte, sondern nur noch um das "wie" und "mit welchem ziel". die faschisten haben bei ihren kriegszielen lediglich bemerkt, dass das wirtschaftsprogramm der sozialisten die wirtschaft schwächen wird und wollten einen intakten produktionsapparat für ihre großmachtambitionen und nicht aus sorge um das wohl der kapitalisten. die kapitalisten hatten die wahl, sich mit denen zu arrangieren und weiterarbeiten zu können, oder eingesperrt zu werden und die verfügung über die produktionsmittel zu verlieren. oder kommunisten zu werden um sich selbst zu enteignen (!) und auch - siehe SU - zum abschuss freizugeben. der liberalismus war politisch nicht stark genug. wie hätten sie an deren stelle also handeln können?

      also bitte, unbedingt unterscheiden. der kapitalismus ist die wirtschaftsverfassung des liberalismus und nicht des faschismus, der ihn nur teilweise und nur mit rücksicht auf seine politischen ambitionen zulässt.

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