Sonntag, 15. März 2015

Das Weltkulturerbe retten - der neue Invasions-Vorwand des Westens

Es ist ungeheuerlich: Dieselben US/NATO-Kriminellen, die  seit je das Kulturerbe der Länder, die sie überfallen, zerstören und ausplündern, wollen jetzt das Kulturerbe im Irak "RETTEN". Hier kann ich euch zwei wertvolle Bücher aus dem Ahriman-Verlag empfehlen, zum einen das gerade erschienene Buch von Jeff Archer, der die Wahrheit über Saddam Hussein akribisch beschreibt und eine exzellente Dokumentation von Peter Priskil und Beate Mittmann über die unglaublichen Zerstörungen, die von der US-Kriegsmaschinerie über die Menschen, ihre Städte, ihre ganze Infrastruktur und ihre Kulturschätze gebracht wurde. Dieselben Kanaillen, die alle Museen im Irak geplündert haben, dort wie die Berserker wüteten, die in den Ruinen uralter Städte Militär- Basen einrichteten, die schon in Libyen römische Relikte zerstörten und diese Kultur-Vernichtung in Syrien durch ihre gekauften Söldner fortsetzen, die wollen die Kultur im Irak "retten". Da muss doch etwas oberfaul sein! Genau, das soll nur ein Vorwand sein, um militärisch wieder richtig Fuß zu fassen.

Das Weltkulturerbe retten - der neue Invasions-Vorwand des Westens

Finian Cunningham
11. März 2015

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Verwüsteter und geplünderter Raum im archäologischen Museum von Baghdad.

Ist die Verteidigung des Weltkulturerbes in Irak die neue "Verantwortung zu schützen" (R2P = responsibility to protect)-Doktrin, um westliche Intervention in der geo-strategisch wichtigen Region zu rechtfertigen? Der Zeitpunkt stimmt überein mit den erneuerten Anmahnungen der USA und Saudiarabiens für eine Koalition von Boden-Streikräften, um das Netzwerk des Islamischen Staates im Irak und Syrien zu besiegen - und gerade dann, als es scheint, dass die irakischen und syrischen Armeen die Extremisten in beiden Ländern immer mehr zurückdrängen.


UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon fügte seine Stimme den Rufen nach einer internationalen Streitmacht-Koalition hinzu, um die fortlaufende Zerstörung alter Kulturstätten und Artefakte durch die IS-Terrorgruppe zu verhindern. Die Initiative kommt, nachdem die UNESCO die IS-Kampagne der Plünderung und Vertilgung von alten Kulturgütern als Kriegsverbrechen verurteilte.

IS-Kader - auch unter den Namen ISIL oder ISIS bekannt - haben Propaganda-Videos veröffentlicht von umfassendem Vandalismus in Museen, Kirchen, an Skulpturen und anderen archeologischen Schätzen in Nordirak. Bilder von Bulldozern und Vorschlaghämmer schwingenden Terroristen, die 3000 Jahre alte Portikus und Statuen niederreißen, haben die Welt erschüttert.

Städte unter Kontrolle der IS, wie Mosul und Nimrud, haben erlebt, wie unschätzbare Artefakte in unbeschreiblichen Akten von Gleichgültigkeit vernichtet wurden. Nimrud ist die alte Hauptstadt der Assyrer-Dynastie die ins Jahr 800 v. Chr. zurückreicht und Verbindungen mit dem Urenkel des berühmten biblischen Propheten Noah hat. Das nächste Ziel für die Islamisten ist die Stadt Hatra, Heimat der ältesten Architektur der Welt [das ist Unsinn - die gibt es immer noch in Ägypten, ein paar tausend Jahre älter als im Zweistromland. D. Ü.]

Das Land Mesopotamien zwischen dem Euphrat und Tigris - wo heute das moderne Syrien und Irak liegen - ist bekannt als "die Wiege der menschlichen Zivilisation" [eine neue Lüge, weil nicht sein kann, was nicht sein darf: dass die allerälteste Kultur im Sudan und Ägypten entstand, aber eine SCHWARZE Kultur war. D. Ü.]. Ihr reiches Gewebe an kulturellem Erbe wird reflektiert in dem bisherigen friedlichen Zusammenleben der Religionen. Die systematische Kampagne, die Antquitäten zu zerstören durch das IS-Netzerk geht Hand-in-Hand mit der tödlichen Intoleranz und Verfolgung anderer Menschen, die nicht der obskurantistischen Wahhabi-Ideologie anhängen.

Christen, Shia und Sunni-Moslems, Yazidis und andere sind brutal verfolgt worden, mit schrecklichen Bildern von Köpfungen von Männern und Frauen, und Kindern, die in die Sklaverei verkauft wurden.

Es gibt den Verdacht, dass der Westen sich vorbereitet, diesen starken emotionalen Hintergrund als einen neuen Vorwand zu benutzen, um eine militärische Intervention zu rechtfertigen. Dies scheint wirklich der Fall zu sein, dieweil  die vormaligen Vorwände, wie "Menschenrechte schützen" in der Öffentlichkeit keinen Glauben mehr als politischer Hebel finden.

Die USA und ihre westlichen Alliierten haben lange die "Verantwortung zu schützen" oder "R2P" als durchsichtigen Vorwand benutzt für militärische Intervention. Das Konzept kann auf die 1990-er Jahre zurückverfolgt werden, als Washington und die NATO sich auf den "moralischen Imperativ" beriefen, militärische Gewalt gegen das frühere Jugoslawien zu benutzen, um angeblich Menschenrechte zu schützen. Das viel-gelobte ethische Prinzip hat somit als Mittel gedient, internationales Recht in einer Weise zu interpretieren, dass westliche Militär-Interventionen gerechtfertigt werden, selbst wenn diese Interventionen die NATO-Bombardierung von Städten umfassten, wie es in Belgrad geschah. Es ist auch eine bequeme Reklame-Parole, um die westliche öffentliche Meinung zu überzeugen, ausländische Militär-Einsätze zu billigen.

Natürlich ist eine ethische Dimension immer bewusst benutzt worden, um US- und westliche Kriege im Ausland zu rechtfertigen. Wir können zurück in den ersten Weltkrieg gehen und die Wilson-Erklärung von "das Recht kleiner Länder zu verteidigen". Aber die explizite Benutzung der Menschenrechte laut R2P-Doktrin wurde erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten als wichtigstes Motivations-Prinzip für Militär-Interventionen eingesetzt. Ein Teil der Zustimmung dafür, war der emotionale Druck auf die öffentlichen Gefühle. "Es ist unsere moralische Pflicht, unsere Mitmenschen mit Gewalt zu schützen", heißt das Argument. Es wurde von solch "liberalen Kriegstreibern" wie der gegenwärtigen US-Botschafterin bei der UNO Samantha Power und von Barack Obamas Beraterin für Nationale Sicherheit Susan Rice weit verbreitet.

Ein weiterer formativer Faktor war, dass eine neue ideologische Begründung gebraucht wurde, um die alte Kalte-Kriegs-Propaganda der USA zu ersetzen, die behauptete "die freie Welt gegen den gottlosen Kommunismus zu verteidigen". Fast fünf Jahrzehnte lang hat dieser alte Quark dazu gedient, US-Auslandsinterventionen in der ganzen Welt eine moralische Akzeptanz zu verleihen. Mit der Auflösung der Sowjetunion Anfang der 1990-er brauchten die USA und ihre NATO-Partner neue ideologische Deckmäntelchen. Sie hatten Erfolg mit verschiedenen Ausdrücken wie "Krieg dem Terror", der Beseitigung von "Massenvernichtungs-Waffen" und der R2P.

R2P wurde großartig eingesetzt, um NATOs Rolle in Libyen 2011 zu rechtfertigen, was am Ende zum Sturz von Muammar Gaddafi führte und der fortlaufenden internen Zerstörung des nordafrikanischen Landes. Im März 2011 behaupteten die USA und ihre NATO-Partner, dass die Einrichtung einer no-fly-zone  notwendig wäre, um ein Blutbad der Gaddafi-Armee in der östlichen Stadt Bengasi zu verhindern. Das Blutbad kam nie, aber die NATO-No-Fly-Zone verwandelte sich schnell in eine sieben Monate andauernde Bombenkampagne, was dazu führte, dass die IS-verbundenen Dschihadisten Libyen übernehmen konnten nach dem Lynchmord an Gaddafi auf der Straße Mitte Oktober 2011.

Das Ärgerliche an all den Propaganda-Märchen ist, dass es irgendwann die Gefahr des  Glaubwürdigkeitsverlustes gibt. Der durchsichtige Krieg gegen den Terror und die lachhafte Befreiung der Welt von Massenvernichtungs-Waffen (wie in Saddams Irak) sind ebenso ausgelutscht wie die R2P-"Doktrin". Diese Propaganda-Instrumente sind zerschlissen von Widersprüchen, sinnlosen selbst-schadenden Bumerang-Effekten sowie voller absurder Heuchelei und Doppelstandards. Die offensichtliche NATO-Zerstörung Libyens und der Abstieg in ein Mad Max-artiges   Kriegsherrentum - alles im Namen der Mensschenrechte - ist eine unauslöschbare Illustration der verlogenen Vorwände Washingtons und seiner europäischen Alliierten.

Dies erklärt zum Teil, warum die Kalte-Kriegs-Propaganda wieder auferstanden ist mit neuen Versuchen, Russland unter Präsident Putin als eine "expansionistische Bedrohung der globalen Sicherheit" auszumalen. Aber das neue Kalte-Kriegs-Klischee der Dämonisierung Russlands hat in keiner Weise die Potenz der alten Erzählung. Es klingt einfach nicht glaubhaft mit kaum einem Anstrich von Fakten.

In gleicher Weise leidet die US-Geführte Koalition zur Besiegung der IS in Nordsyrien und Irak an einem fatalen Glaubwürdigkeitsverlust. Eine wichtiger Teil der westlichen Öffentlichkeit weiß, dass Washington und seine europäische Alliierten zusammen mit ihren despotischen Arabischen Monarchien vor allem verantwortlich sind für die Schaffung der IS und anderer Extremistengruppen, was auf die illegale Irak-Invasion von 2003 und den Stellvertreterkrieg gegen die syrische Regierung von Präsident Bashar al Assad Anfang März 2011 zurückgeht. Die Flut der Flüchtlinge in der Region und die brutale Verfolgung von Glaubens-Gemeinschaften durch die IS sind alle den westlichen Interventionen und Intriguen zuzuschreiben. Deshalb ist die Berufung auf R2P als ein "Prinzip", um noch mehr Militär-Interventionen des Westens zu rechtfertigen in der Öffentlichkeit nicht einsehbar.

Nein, es braucht einen neuen emotionalen Aufhänger. Und da kommt der neueste Ruf nach einer Koalition, um "das Weltkulturerbe zu schützen" gut zu Pass - zumindest oberflächlich.

In der vergangenen Woche, als US-Außenminister John Kerry die Wahhabi-Saudi-Herrscher besuchte, gab er eine Erklärung ab, dass "der militärische Druck" nötig sei, um Assad zu entfernen. Sein saudischer Gastgeber - der sowohl die IS finanziell und theologisch unterstützte - erklärte ebenfalls, dass "eine neue Koalitions-Streitmacht nötig ist, um die IS auf dem Boden zu zerstören".

Bedeutsam ist, dass diese US-und Saudi-Appelle zu einer Zeit kommen, wo Syrien und der Irak - beide unterstützt von Iran und Russland - bedeutsame Gewinne gegen die Islamisten erzielt haben. Assads Armee zieht die Schlinge um die von Terroristen gehaltene Stadt Aleppo zu, während die irakische Armee auf die IS-Hochburgen Tikrit und Mosul vorgeht.

Mit anderen Worten, der Bodenkrieg in Syrien und Irak passt nicht zu den Zielen Washingtons, da er die Gewinne für die russischen und iranischen Alliierten festigt.
Daher wäre eine ausgleichende West/Wahhabi-Intervention wünschenswert. Doch ist das ideologische Arsenal an Vorwänden für US-Militär-Interventionen erschöpft, wiederkehrend, verbraucht und gründlich blamiert.

"Das Weltkulturerbe zu retten" und die 3000 Jahre alten Artefakte könnte die neue Version von "R2P" sein, das von den USA und ihren westlichen Alliierten gebraucht wird.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. die früheren taten der isis wären allein schon vorwand genug, um alles zu rechtfertigen, wenn sie eine intervention im sinn hätten. das weltkulturerbe ist nicht so medienwirksam wie die morde und vergewaltigungen, oder die strengen schariagesetze dort. es muss um etwas anderes gehen.

    AntwortenLöschen
  2. Empfehlung: Am kommenden Wochenende finden vom Ahriman Verlag Lesungen mit Diskussion zu dem neu erschienenen Buch "Uncle Sam’s erster Kolonialkrieg in der Alten Welt - Die Schändung und Knechtung des Irak," von Jeff Archer statt.

    Der US-amerikanische Autor Jeff Archer berichtet aus dem Auge des imperialistischen Taifuns über die planmäßige Zerstörung des Irak und die massenhafte Ermordung seiner Bewohner – ein Verbrechen, das längst Auschwitz-Dimensionen erreicht hat, aber bis heute straflos geblieben ist. Zumal für die deutschen Leser ist die Lektüre dieses Buches äußerst lehrreich, zeigt es doch, daß die amerikanische Öffentlichkeit genauso systematisch belogen wird wie die Bevölkerung Europas. Unbestechlich und minutiös seziert der Verfasser die gängigen Propagandalügen von den phantasierten Morden an kuwaitischen Brutkastenbabys – es ist die moderne Entsprechung zu den judenfeindlichen Ritualmord-Legenden des Mittelalters – bis hin zu den kleinen, schon fast alltäglich anmutenden medialen Niederträchtigkeiten, die dieses Mega-Verbrechen in der Summe erst ermöglichten. Jeff Archer verfährt hier so konsequent wie sein berühmter Landsmann, der Satiriker und Antiimperialist Mark Twain, der die Lügenpresse seiner Zeit ebenfalls schonungslos bloßstellte.

    Termine:
    Freitag, 20.3.2015, 19.00 Uhr, Weinhaus Quintin "Flehlappe"
    Kleine Quintinsgasse 2, 55116 Mainz
    Eintritt: EUR 2,50

    ◦ Samstag, 21.3.2015, 18.00 Uhr, Restaurant Akropolis
    Baumeisterstraße 18, 76137 Karlsruhe
    Veranstaltung zusammen mit dem ADD Karlsruhe
    Eintritt: EUR 2,50

    ◦ Sonntag, 22.3.2015, 18.00 Uhr, Gewerkschaftshaus, Willi-Richter-Saal
    Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, 60329 Frankfurt
    Eintritt: EUR 2,50



    AntwortenLöschen
  3. Schutz von Menschenrechten durch amerikanisches Militär, ja-nee = is klar.

    *1945 haben britische und mordamerikanische Bomberstaffel-Verbände in unermüdlichen Einsätzen (das dauerte mehrere Tage + Nächte) die Einwohner der alt-ehrwürdigen Stadt DRESDEN vor den vielen Zehntausend aggressiven Einwanderern beschützt und somit das historische Weltkultur-Erbe der Stadt Dresden vor Plünderung durch diese bis an die Zähne bewaffelten Schein-Touristen (Terroristen) bewahrt.*

    Ist das noch Satire, oder doppelplus-zynisch³³ ??

    Aber wenn sowas in west-ukrainischen Geschichtsbüchern stehen würde und Arseen Jazenjuk n solche Sätze in ruhigem Ton und bedeutungsvoller Mimik + Gestik in die "Aktuelle Kamera" (TagesSau) sprechen würde, dann würden verdammt viele Leute diese Aussagen glauben.

    AntwortenLöschen