Montag, 30. Juli 2018

Eine radikal neue Regierung in Pakistan? (UPDATE)

Nun, das war vorauszusehen, dass unsere "Demokraten" diesen demokratisch gewählten Imran Khan gar nicht mögen. Moon of Alabama hat gestern eine Reihe von negativen amerikanischen und britischen Reaktionen gegen seinen Wahlsieg zusammengestellt. Die New York Times und die London Times stehen wie üblich an der vordersten Front, wenn es darum geht, einen Ehrenmann so richtig niederzumachen. Denn Imran Khan hat schon bewiesen, dass er es ernst meint mit seinem Kampf gegen die Korruption. Und das ist natürlich für die 2 Times-Schwestern eine Supersauerei, weil man dann ja keine Leute mehr in Pakistan kaufen kann. Natürlich ist Mr. Khan auch "unvorhersehbar", anders gesagt, es ist ihm nicht zu trauen. Also warten wir es mal ab, wem nicht zu trauen ist.


Dr Arshad Khan


30. Juli 2018


Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Imran Khan, neuer Präsident von Pakistan

Pakistan hat einen neuen Premierminister. Ein bemerkenswerter Mann: eine bemerkenswerte Karriere im Cricket, die zu zahlreichen Auszeichnungen und Rekorden führte; ein bemerkenswerter Politiker, verspottet, als er anfing, der nach einem 22-jährigen Kampf die Spitze der Macht erreicht hat.

Die Weltmeisterschaft 1992 als Kapitän des pakistanischen Cricket-Teams nach Hause zu bringen, machte ihn zum Nationalhelden. Seine Leistungen im Sport haben dazu geführt, dass er als einer der besten Allrounder im Sport und als der beste schnelle Cricket Bowler aller Zeiten gilt. Er ist einer von nur acht, die das Allrounder Triple erreicht haben, also über 3000 Läufe und 300 Wickets in Testspielen.

Dennoch wird er alles Geschick und die Hartnäckigkeit benötigen, die er in seiner Doppelkarriere bewiesen hat, um mit den aktuellen politischen und steuerlichen Problemen Pakistans fertig zu werden. Obwohl seine PTI (Tehreek-e-Insaf) Justice Party keine absolute Mehrheit erhielt, hat sie mehr Sitze als die beiden früheren großen dynastischen Parteien der Familien Sharif und Bhutto. Wenn es ihm gelingt, den Einfluss von enorm reichen Grundbesitzern und korrupten Industriellen zu mindern und die feudale Gesellschaft außerhalb der städtischen Gebiete signifikant einzudämmen, wäre das allein eine Signalwirkung. Er hat die bedauerliche Ungleichheit bereits zu einem Eckpfeiler seiner Plattform gemacht.

Ob sein allmählicher Wandel im Laufe der Jahre zu einem religiöseren Diskurs (wie bei der Auseinandersetzung mit der Not der Armen) die Form eines talibanartigen Antifeminismus annimmt, ist trotz der übertriebenen Ängste einiger Kommentatoren, deren Brot und Butter Feminismus ist, schwer vorstellbar.

Wäre es wahr, würde seine ehemalige Frau und Mutter seiner beiden Söhne, Jemima Goldsmith, die als Redakteurin des etablierten linken New Statesman tätig ist, ihm nicht öffentlich gratulieren. Sie haben herzliche Beziehungen und gegenseitigen Respekt, und er bleibt oft im Haus ihrer Mutter, wenn er in England ist.

Kampagnenrhetorik als Leitfaden für die weitere Politik ist bekanntlich unzuverlässig. Egal, wir werden es früh genug wissen. Er hat oft festgestellt, dass Pakistan mit den Taliban militärisch gescheitert ist und daher nur der Dialog und Kompromiss bleibt, um aus der Sackgasse zu kommen. Es erklärt auch seine Haltung gegenüber den USA und ihrer ungeschickte Politik gegenüber Pakistan. Sein Ruf nach Selbstversorgung erklang in einem Land, das der ständigen Erniedrigung müde ist.

Seine Haltung zu Kaschmir ist anders, da er sich nicht auf die territoriale Frage, sondern auf die Menschenrechte und bessere Bedingungen für die Bevölkerung konzentriert. Ein solcher Pragmatismus sollte in Delhi ein offenes Ohr finden und in naher Zukunft zu besseren Beziehungen führen, mit der Hoffnung auf eine endgültige Lösung, die auf irgendeiner Form von Autonomie beruht. Seine häufige Erwähnung eines verstärkten Handels würde wirtschaftliche Verbindungen und eine Vernetzung der Interessen zum Nutzen des gesamten Subkontinents bilden - vertrauensbildende Maßnahmen, die für Vertrauen und langfristigen Frieden unerlässlich sind.

Vieles davon kann sehr schnell bedeutungslos werden, wenn sich die hinduistische nationalistische Bewegung in Indien oder der religiöse Extremismus in Pakistan stärker durchsetzt. Trotz der Rhetorik von Imran Khan ist es schwer vorstellbar, dass er letzteres mit ihren schrecklichen wirtschaftlichen Folgen zulässt.

Tatsächlich ist die Wirtschaft der wichtigste Job. Pakistan steht vor einer Wirtschaftskrise, aber nicht in der Größenordnung von 2008 und 2013. Es gibt ein Leistungsbilanzdefizit und Devisenreserven, die sich um eine Milliarde Dollar pro Monat verringern. Zurück zum IWF und ein Sparplan zum Aufbau von Reserven....
[Soll das etwa eine Empfehlung sein? Das wäre der sicherste Weg, wie man den Karren Pakistan noch tiefer in den Dreck fährt. D. Ü.]


Dr. Arshad M. Khan (http://ofthisandthat.org/index.html) ist ein ehemaliger Professor mit Sitz in den USA, dessen Kommentare über mehrere Jahrzehnte in einer Vielzahl von Print- und Internetmedien erschienen sind. Seine Arbeit wurde im US-Kongress zitiert und im Congressional Record veröffentlicht.

Quelle - källa - source

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