Ermächtigungsgesetze? Moment bitte, hatten wir das nicht schon mal? Ja richtig, lange her. Gut 80 Jahre, als da so ein Anstreicher aus Österreich das Deutsche Reich braun gemalt hat. Und jetzt schon wieder? Jetzt nicht in Berlin sondern Brüssel. Und das bedeutet wohl, dass die nicht gewählten, traumhaft hoch dotierten Schläfer-Faschos alle in Brüssel in der Warteschleife sitzen und bis zum Einsatz ihre Kulis in geheimen Kommissionen der Parlamente die Vorarbeit machen lassen oder wie darf man das verstehen?
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| Grandville 'Auferstehung der Zensur' (1832) |
Zensur war gestern
Dagmar Henn
18. September 2014
Mitte der 70er erschien in München eine der ersten „alternativen Stadtzeitungen“, und jeden Donnerstag lief ich auf dem Heimweg von der Schule zum Kiosk, um mir die neueste Nummer zu holen. Die Eile war nötig; am Nachmittag war das „Blatt“ oft bereits beschlagnahmt.
Der Grund dafür waren meist die Zeichnungen des Karrikaturisten Seyfried, der die Seiten mit kleinen bärtigen Anarchisten mit Bömbchen oder Zeichnungen eines Polizeichors beim Absingen von „lalü lala“ garnierte. Weil Bayern immer etwas weniger von Freiheit hielt als der Rest der Republik, fühlte sich dann entweder die Polizei beleidigt oder die Zeichungen wurden als „Verherrlichung von Gewalt“ verboten. Wenn man das „Blatt“ lesen wollte, musste man also schneller sein als die Staatsmacht.
