Montag, 4. Juni 2018

Neue Post aus Russland vom 4. Juni 2018 inkl. ein Lebensbild von Präsident Xi Jinping


Stefan Lindgren


Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth



Eine neue Lage

Eine Reihe Ereignisse in letzter Zeit zeigen die schnellen Veränderungen in der Weltlage, die für Russlands Möglichkeiten, die Sanktionspolitik zu brechen und eine multipolare Weltordnung zu befördern.

Als die Finanzminister der G7-Länder sich zu einem drei Tage langen Treffen in Kanada trafen, wurde der Finanzminister der USA Steve Mnuchin scharfer Kritik ausgesetzt von den sechs Kolllegen, die ihr Missfallen mit Washingtons Maßnahmen ausdrückten, die Importzölle für Stahl und Alumnium zu erhöhen.

Am kommenden Wochenende versammeln sich die Staatschefs der G7-Länder in Quebec. Mnuchin versprach, dass Trump ihre Unruhe stillen würde.

Laut der Tageszeitung Vzgljad gibt es sechs Faktoren, dke heute für eine Annäherung zwischen Russland und der EU sprechen.

Erstens das Missttrauen der atlantischen europäischen Elite gegen Trump. Man glaubt nicht, dass er die westliche Einheit stärken wird.

Zweitens Rückzug von dem Kerntechnik-Abkommen mit dem Iran und die Drohung mit Sanktionen gegen europäische Länder, die im Iran tätig sind.

Drittens die neuen US-Zölle ab 1. Juni auf Stahl und Aluminium von der EU, Kanada und Mexiko. Die EU hat bereits zu Gegenmaßnahmen gegriffen und hat die USA wegen Vertragsbruch bei der Welthandelsorganisation angeklagt.
Die EU wird reziproke Zollerhöhungen auf amerikanische Waren einführen. In Frage kommen höhere Zölle für Autos, die gegenwärtig 40 Mrd. In den EU einbringen.

Viertens: Der wachsende US-Druck auf die EU, Nord-Stream 2 zu stoppen, obwohl Europa der Meinung ist, dass die Frage erledigt ist und sich gerade darauf vorbereitet, den South Stream in Gang zu bringen, der zuvor von den USA-Eingriffen gestoppt wurde. Das Projekt wurde in den «Türkischen Strom» umgewandelt, aber die EU kann die Leitung in die EU verlängern und sogar den bulgarischen Zweig dieses Gasprojektes wiederbeleben. Es war kein Zufall, dass der Vorsitzende der EU-Kommission Jean-Claude Juncker in einer Rede vom 31. Mai in Brüssel erklärte, «dass wir die Bande mit Russland wiederherstelle müssen ... die Dämonisierung von Russland muss aufhören.»

Fünftens besteht die neue Regierung in Italien aus zwei offen anti-europäischen Parteien, die beide für die Wiederherstellung der vollen Zusammenarbeit mit Russland arbeiten wollen.

Sechstens naht das Brexit. Wenn es nicht gelingt, die Verhandlungen zu Ende zu führen und einen geordneten Austritt zu regeln, kommt es zu einer politischen Krise. Glückt Brexit, wird der transatlantische Link geschwächt, weil er seiner anglo-sächsischen Komponente beraubt wird.

vzgljad.ru 3 och 4/6

Bulgarien öffnet sich für russisches Gas

Nach vier Jahren Frost in den russisch-bulgarischen Beziehungen hat es plötzlich zu tauen begonnen.

Im Laufe einer Woche haben sowohl Bulgariens Präsident Rumen Radev und sein Premierminister Bojko Borisov Moskau besucht mit den freundlichsten Absichten und mit dem Vorschlag, die eingefrorenen gemeinsamen Projekte wieder aufzugreifen: den Bau einer Gasleitung durch Bulgarien und ein AKW in der Stadt Belene.

Russland ist natürlich bereit für eine engere Zusammenarbeit mit Bulgarien, da, laut Wladimir Putin, da es Jahrhunderte alte Traditionen der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern gibt sowie enge kulturelle und geistige Bande zwischen den Völkern.

Putin verwies darauf, dass Russland, als Bulgarien sich plötzlich aus den Projekten vor vier Jahren zurückzog, Verluste von ca. 800 Mill € erlitt, ein Fehler, den Russland nicht noch einmal erleben will. Aber wenn die Finanzierung des Projektes gelöst werden kann, ist Russland bereit. Was notwendig ist, sind entweder Garantien seitens des bulgarischen Staates oder der EU-Kommission.

In Belene stehen 360 Wohnungen für Familien, Geschäfte, Schwimmbasin und ein fertiges Internet bereit und warten seit 4 Jahren. Der AKW-Bau befand sich in der Schluss-Phase. Russland nimmt auch teil an der Modernisierung des vorhandenen AKWs in Kozloduj.

Putin versprach, die Möglichkeiten zu untersuchen für die Wiederbelebung der Gasleitung durch Bulgarien, was jetzt jedoch nur ein Nebenzweig von dem «Türkischen Strom» werden kann.

Als die USA den South Stream stoppte, verlor Bulgarien Transitabgaben in Höhe von 400 Mill. $ pro Jahr. Wieviel Gas jetzt nach Bulgarien kommen kann, hängt u. a. Davon ab, wie es mit Nord Stream -2 geht und das muss verhandelt werden.
Vesti nedeli 3/6

Das nördliche Eismeer ist am saubersten

Das nördliche Eismeer ist das sauberste Meer auf dem Planeten, sagt der stellvertretende Direktor des Marinbiologische Institut Dmitrij Isjkulow in einem Tass- Interview zu den wissenschaftlichen Studien, die seit 2017 dort betrieben werden.

«Trotz der aktiven Entwicklung und Ausbeutung der Polar-Gebiete bleibt das nördliche Eismeer das sauberste Meer», sagt er. Das Institut hat u. a. Das Barent-Meer, das Nordmeer und das Grönlandmeer in einer monatelangen Expedition mit dem Forschungsfahrzeug Dalnyje Zelentsy untersucht. Man studierte Proben von Wasser, Sedimenten, Pflanzen und Tiere, um ein Bild von der Ökologie zu gewinnen.

Es gibt viele Industrien und militärische Anlagen an den Küsten des Eismeeres, aber trotzdem und trotz des Anwachsens des Gassektors, sind sowohl die Barentsee und das Eismee recht frisch.

Zum Beispiel fand man keine Mikro-Plastikpartikel, wovor in den vergangenen Jahren gewarnt wurde. Es scheint nicht, dass der Golfstrom derlei Verunreinigungen in das Eismeer mit sich führt. Die Daten der Forscher geben auch keine Stütze für eine Schwächung des Golfstromes. Es gibt nur säsonale Variationen.

Laut Isjkulov hat das Eismeer einzigartige selbst regulierende Eigenschaften und er fand auch keine Beweis für eine unumkehrbare Erwärmung.

«Unsere Ansicht ist, dass der Prozess zyklisch ist», sagt er. «Die Temperatur stieg vor kurzem, das Eis schmolz, aber in der Zukunft setzt der entgegengesetze Prozess ein. Zyklen von dieser Art sind aus der Vergangenheit sehr gut bekannt.»
Auf der Expedition studierten die Forscher auch, wie sich die Tiere der Arktis verhalten. Es war zum Beispiel eine Überraschung für die Forscher, dass Vögel nicht nur von Nord nach Süden fliegen können, sondern auch tausende Kilometer über die Meridiane. Diese Entdeckung machte man durch Beringung von Möwen. Früher waren Biologen sicher, dass es zwei separate Populationen dieser Vögel in der Arktis und im Fernen Osten gibt. Aber die Forscher stellten jetzt fest, dass die beiden Gruppen fliegen, um sich zu treffen. Aber trotzdem kann man nicht erklären, was die Vögel dazu bringt, so lange Reisen zu unternehmen.

Ein anderes wichtiges Resultat war, dass man feststellen konnte, dass die Populationen der Grönlandwale wächst. Gleichzeitig merkt man eine Erwärmung, weil der atlantische Hornhechte jetzt im Eismeer auftauchen, die es früher nur weiter südlich gegeben hat.

Tass 30/5


Jeder 2. Russe will die FIFA verfolgen

Ganze 54 % aller Russen zwischen 12 und 64 wollen die Weltmeisterschaft verfolgen, die binnen kurzem beginnt. 33 % meinen, dass sie es in Verbindung mit ihren Sommer -Ferien tun können und 5 % wollen frei nehmen, um die Spiele verfolgen zu können.

Von denen, die FIFA verfolgen wollen, werden 21 % es durch den Besuch der Spiele machen, während 80 % sie im Fernsehen verfolgen werden. Ganze 31 % werden sich an verschiedenen Wetten beteiligen.

Tass 29/5

Malaysia: Keine Beweise betreffs MH17

Es gibt keine Beweise dafür, dass Russland für den Abschuss des malaysischen Flugzeuges MH17 verantwortlich ist, sagte der malaysische Transportminister Anthony Loke am Mittwoch, den 30. Mai.

Die malaysische Untersuchung, die parallell mit der internationalen, von Holland geleiteten Untersuchung (JIT) gemacht wird, hat weit mehr Material, um ihre Schlussfolgerungen zu ziehen. U. a. Hat man auch die Radardaten und die technischen Expertisen aus Russland genutzt, die ihnen angeboten wurden, die aber von den internationalen Untersuchungen ignoriert werden.

https://www.channelnewsasia.com/news/asia/no-
conclusive-evidence-russia-behind-mh17-downing-malaysia-10290266


Lawrow in Pjöngjang

«Wir sind immer bereit, Gespräche mit der russischen Seite zu führen, wie wir unsere freundschaftlichen Verbindungen und unsere Zusammenarbeit stärken und ausbauen können,» sagte Nordkoreas Führer Kim Jong-un als er am 31. Mai Russlands Außenminister Sergej Lawrow empfing. Das war Kims erstes Treffen mit einem russischen hohen Beamten.

«Ich schätze, dass Putin sich der Hegemonie der USA widersetzt und wir sind immer bereit, mit der russischen Seite in der Frage zu verhandeln», sagte Kim vor den Fernsehkameras.

Sergej Lawrow übergab Kim eine symbolische Gabe, einen Schrein aus Palech (dem traditionellen Papiermaché) mit einem dazugehörenden Schlüssel, «um ihre heimlichen Sachen einzuschließen», sagte Lawrow.

Eine Zeitlang war es die Sowjetunion, die Nordkoreas Unabhängigkeit garantierte. Sowjetische Truppen befreiten den Norden im 2. Weltkrieg. 1948 war die SU der erste Staat, der den neuen Staat mit seiner Hauptstadt Pjöngjang anerkannte.

Mitten in der Hauptstadt gibt es ein Denkmal für die sowjetischen Soldaten. Man glaubt, dass die Zeichung dafür von Kim Il Sung persönlich gemacht wurden. Auf der Spitze gibt es einen Roten Stern und ganz unten Inschriften auf Russisch und koreanisch. Wladimir Putin legte dort Kränze nieder im Juli 2000.

Kim sandte warme Grüße an Präsident Putin und nannte die Russen «wunderbare Freunde».

Gleichzeitig, als Russland in der UNO dafür stimmte, die Kernwaffen Nordkoreas als ungesetzlich zu verurteilen, warnte Lawrow vor unüberlegten Handlungen vor dem Treffen Trump – Kim, da Kernwaffenabrüstung ein schwieriger Prozess ist.

«Wir sind der Meinung, dass es sehr wichtig ist, sich diesen Kontakten sehr vorsichtig anzunähern, und keine plötzlichen Bewegungen zu machen ... Wir ermahnen alle Partner, Verantwortung zu zeigen und einen Kollaps zu vermeiden in einem sehr wichtigen, aber empfindlichen Prozess», sagte Lawrow.

Russland unterstützt die stattfindende Normalisiserung der Verbindungen zwischen beiden koreanischen Staaten und ermahnt alle teilnehmenden Partner zu vermeiden, «alles auf einmal» zu fordern.
Als Kommentar zu dem Treffen Lawrow – Kim twitterte Trump:
«Mir gefiel Russlands Treffen mit Kim jong-un nicht. Was war der Zweck mit dem Treffen? Wenn es ein positives Treffen ist, dann ist es gut, und es kann ja positiv sein.»

vesti nedeli 3/6


Putin bei Xi Jinping

Am Mittwoch leitet Putin seinen Staatsbesuch in China ein, wo er auch an dem Spitzentreffen der Shanghai Organisation (SCO) teilnehmen wird, der größten multilateralen Organisation der Welt außerhalb des UNO-Systems (mit einer Einwohnerzahl von 3,3 Mrd. Menschen im Vergleich mit NATOs 0.9 Mrd.).
China ist bereits Russlands größter Handelspartner und Investor. Ein Resultat, das zum großen Teil dem politische Willen des chinesischen Führers Xi Jinping zugeschrieben wird.

Hier folgt ein Bild von russischen Reportern in der Wochenzeitschrift Vesti Nedeli über Xi’s Leben, nachdem sie China besuchten und Xis Fußspuren folgten:

Der nördliche Teil der Provinz Shengxi
In einem der schneebedeckten Täler zwischen den gelben Bergen liegt das kleine Dorf Lian-jiao. Vor beinahe einem halben Jahrhundert während der Kulturrevolution nahm Chinas gegenwärtiger Führer Xi Jinping an einer Umschulung teil, die beinahe sieben Jahre dauerte.

Xi Jinping wurde im Juni 1953 in Beijing geboren. Sein Vater war eine bedeutende Figur in der chinesischen KP und hatte hohe öffentliche Posten inne. Das änderte sich Anfang der 60-er Jahre, als er plötzlich angeklagt wurde, gegen die Partei konspiriert zu haben, aller Posten enthoben wurden und aus Peking verwiesen wurde.
Xi bei der Umschulung auf dem Land.

Bald wurde Xi Jinping, wie viele andere ausgebildete städtische Jugendliche zur Umschulung durch Arbeit in die Provinz Shengxi. Die Kollision mit einer anderen Wirklichkeit begann für ihn, als er einen Hund mit einem Stück trockenen Brotes fütterte. «Wir waren nicht mit Brot verschwenderisch, aber dieses Brot hatte lange gelegen und war nicht mehr essbar. Als ich meine Tasche untersuchte, fann ich das Stück Brot und gab es dem Hund, der bei der Tür stand. Aber dort hatten die Menschen noch nie Brot gesehen, geschweige denn, es gegessen. Man fragte: ‘Was ist das da?’ und ich antwortete ‘Das ist Brot’. Danach erzählte einer das zehn anderen weiter und die Zehn an hundert. Es entstand das Gerücht, dass Jugendliche aus der Stadt gekommen sind, die Hunde mit Brot füttern. Wir waren also etwas Besonderes, die ungewöhnliche Dinge taten», berichtet Xi.

Er und seine Genossen wurden am 23. Januar 1969 nach Liantsiahe verschickt. Zu der Zeit war das wirklich ein abgelegener Platz – ohne Straßen, Strom und Geschäfte. Wir waren die ersten russischen Journalisten, die diese Orte besuchten.

Laut Xis eigenen Erinnerungen war es schwer, nach der Hauptstadt sich an das harte Leben in einem abgelegenen, armen Dorf zu gewöhnen. Zusammen mit mehreren seiner Kameraden wurden sie bei einem örtlichen Bauern in einer typischen örtlichen Wohnung einquartiert – einer Lehm-Hohle, die aus dem Berg gegraben wurde. Der Eingang wurde mit einem dünnen Holzrahmen verschlossen, der mit Papier von der Innenseite bespannt wurde. Hier wohnte Xi Jinping zusammen mit fünf Kameraden mehr als zwei Jahre. Ihr Bett war eine Erhöhung aus Lehm, bedeckt mit einer Matte und einer Decke.

Danach folgten fünf Jahre in einem anderen Haus. Laut Xi Jinping waren die ersten Monate im Dorf ein richtiger Schock für ihn. Außer der Wohnenge, der Kälte und dem Mangel an grundlegenden Bequemlichkeiten litten die Kommunemitglieder an chronischer Unterernährung und an Flöhen.

«Ich litt unter den Flöhen. Ich weiß nicht wie, aber ich bekam plötzlich eine furchtbare Allergie. Ich bekam roten Ausschlag, wo die Flöhe gebissen hatten, der sich in Blasen verwandelte und dann zu eitern begann. Es war unerhört schmerzhaft. Aber nach drei Jahren war das plötzlich vorbei. Wurde ich gebissen, passierte nichts mehr. Es war, als hätte ich eine andere Haut bekommen», berichtete Xi.

Zu jener Zeit aßen die Bauern vor allem Grütze und Maismehl und verschiedene Hirsesorten. Im Früjahr, wenn das Essen zu Ende ging, aßen die Menschen wilde Pflanzen und Gras.

«Es gibt ein Sprichwort: ‘Im Januar bist du reich, im Februar arm und im März und April – bereits halbtot.’
Das Essen sparte man für die Leute, die auf den Feldern arbeiteten und Frauen und Kinder gingen betteln. Ganz allmählich gewöhnte wir uns daran. Und wir lernten. Wir aßen alles, was man uns gab, denn es gab nicht viel zur Auswahl. Am meisten mochten wir das, was uns die Leute gaben. Eingelegtes Gemüse hielt ich für das beste Essen. Heute noch erinnere ich mich an diese eingelegte Gemüse.

Fleisch sahen wir manchmal monatelang nicht. Und wenn wir was sahen, konnten wir uns nicht beherrschen, sondern rissen ein Stück ab und aßen es roh», erzählt Xi.

Die Dorfbewohnerin Li Tsinlian wurde mit Xi 1969 bekannt, als er mit seiner Brigade zu ihrer Hochzeit kam. Wie Li berichtete, begann der Arbeitstag sehr früh und wer zu spät kam, musste Strafe zahlen.

«Ich erinnere mich an Xi als eine arbeitsame und anspruchslose Person. Er betrug sich immer gut mit den Leuten und hatte keine Angst vor einer Arbeit. Wenn er zum Beispiel Dunk tragen sollte, um oben am Berg zu düngen, machte er die Körbe immer voll. Und wenn er andere Sachen trug, nahm er immer die schweren Sachen.

Ich erinnere mich, wie das Gewicht seine Achseln wund schabte, aber er hielt den Schmerz aus und trug weiter,» sagt Li in Liantsiahe.

In China sagt man: «Wenn du Wasser trinkst, vergiss nicht, wer den Brunnen gegraben hat». Heute ist der Brunnen, der von dem jungen Xi gegraben wurde, als das Wasser im Dorf nicht reichte, eine Sehenswürdigkeit geworden. Laut dem, was man sagt, ist die kleine Schmiede auch etwas, was zustandekam dank der organisatorischen Fähigkeiten des jungen Beijing-Bewohners.

«Zu Anfang konnte ich gar nichts machen, sondern war immer von anderen abhängig. Aber dann lernte ich nach und nach.

Heute kann ich alles. Zum Beispiel Garn spinnen. Aber Strümpfe stricken, darin bin ich immer noch nicht gut. Aber Kleider nähen und ausbessern, das kann ich gut,» berichtet Chinas Präsident.

Eine der schwierigsten Prüfungen für die städtischen Jugendlichen, gesteht Xi, war die anstrengende Landwirtschaftsarbeit, an die weder er noch seine Freunde gewohnt waren. Damals gab es keine Mechanisierung, sondern alles musste von Hand gemacht werden und mit den primitivsten Werkzeugen.

Als er später an diese Periode in seinem Leben zurückdachte, sagt Xi: «Ich dachte die ganze Zeit an die Frage: leben oder sterben. Am Ende kam ich zu der Überzeugung, dass ich dem Vaterland und dem Volk alle meine Kräfte geben muss.»

In vielen Jahrhunderten wurde Mehl in China zwischen Mühlsteinen gemahlen, die von Eseln oder Maultieren angetrieben wurden. So mahle auch Xi und seine Freunde Mehl, bis etwas Ungewöhnliches passierte. 1974 beschlossen die Behörden, Xi Jinping für seine ausdauernde Arbeit mit einem phantastischen Preis zu belohnen – mit einem neuen Motorrad. Aber zur großen Verwunderung vieler bad Xi höflich darum, das Motorrad gegen eine Motormühle zu tauschen, woran alle im Dorf Freude hätten. So bekam das Dorf seine erste motorisierte Mühle.

1975 erhielt Xi die Erlaubnis, nach Beijing zurückzukehre, wo er in die chemisch-technische Fakultät eintrat. Bald wurde auch sein Vater rehabilitiert und aus dem Gefängnis entlassen.

Später im Leben hat Xi nie Liantsiahe vergessen. 1988 erhielt das Dorf Strom, nachdem die Bewohner an Xi geschrieben hatten. Zuletzt besuchte Xi die Dorfbewohner, die mächtig stolz darauf sind, dass sie mitgeholfen haben, Chinas jetzigen Führer erzogen zu haben.

Vesti nedeli 27/5

Kommentare:

  1. Die Umschulung auf dem Land scheint Xi ja recht gut bekommen zu sein, jedenfalls sieht er blendend aus, wenn er es denn ist.
    Diese schönen Geschichten konnte man schon zu Zeiten der "Viererbande" etc. in "China Heute" und der "Peking Rundschau" im Jahr 1976 ff.lesen.
    Ich war in dieser Zeit selbst dort und lernte das chinesische Volk bis heute zu lieben und freue mich über jede Erfolgsmeldung aus diesem Land.
    Aber solche Stories haben wir schon damals nicht ernst genommen. Da haben ja Grimms Märchen mehr Wahrheitsgehalt.

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  2. Mein lieber Wjatscheslaw, solche Stories wurden damals sehr häufig gebracht, aber heute sind die eher selten. Viele Intellektuelle sagen, es sei die Hölle gewesen oder noch schlimmer. Aber es gibt auch eine ganze Menge Leute, die ehrlich zugeben, dass sie viel gelernt haben. Findest du auch im buch von Gao "Kampf um Chinas Vergangenheit", der kein Kommunist ist, aber die Wahrheit berichtet. Dobre notsch.

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