Dienstag, 10. November 2020

Selbst die indische Diaspora kennt keine Linken nur Rechte

Einar Schlereth

10. November 2020

Indien ist begeistert über den indischen Ursprung von Kamala Haris, die zum Vizepräsidenten des US-Schurken-Staates gewählt wurde. Wie großartig – eine Frau, die niemand – nobody – in den USA gewählt hat, pardon außer Biden. Dieser Kriegsverbrecher und children-f...... an der Spitze eines Schurkenstaates. Es passt ja alles ausgezeichnet. Aber sie sollten sich nicht zu früh freuen, weil vielleicht der amtierende Boss es doch noch schafft, eine saubere Zählung zu absolvieren, obwohl die Yankees ja mit dem Zählen ihre Schwierigkeiten haben. Viele können nicht die angrenzenden Länder zählen.

Aber ich stieß auf einen Artikel von einem Dr. Faizi “Die Diaspora in der Politik: Die Welt bietet Indien eine Lektion an”. Die Lektion, die Faizi meint, ist, dass weder die Wahl von Kamala noch die Wahl eines indischen Ministers in Neu-Seeland ein Stirnrunzeln hervorgerufen hat. Dass aber etwa Sonja Gandhi, als sie sich 1999 zur Wahl aufstellen ließ, massiv als Ausländerin angegriffen wurde.

Dr. Faizi schreibt weierhin: “Die Welt ist offen und tolerant gegenüber indischen Immigranten gewesen, die in die Politik eingestiegen sind und Schlüsselpositionen einnahmen, sowohl in Entwicklungsländern als auch in entwickelten Ländern in beinahe allen Gegenden der Welt.”

Und weiter:

“Während die Länder der Welt offen und gastfreundlich gegenüber Indern sind, die dort landen, sei es als Zwangsarbeiter von einst oder als moderne Wirtschaftsmigranten, kommen die unserer Kultur innewohnenden Vorstellungen von Ausgrenzung und Ächtung zur Geltung, wenn es um Ausländer geht, die in unserem Land öffentliche Ämter bekleiden. Das Jahrtausende alte theologisch ordinierte Kastensystem, das einen großen Teil der Inder ausgrenzt, kann Menschen ausländischer Herkunft nicht ohne weiteres willkommen heißen, selbst wenn wir vom liberalen Geist fremder Gesellschaften profitieren. Die Erhebung von Personen indischer Herkunft in politische Positionen in fremden Ländern ist überraschend groß und liegt jenseits der Kasten- und Religionsbarrieren, die in Indien oft anzutreffen sind.”

Faizi zählt all die Länder auf, in denen Inder prominente Rollen spielen: Singapur, Malaysia (wo regelmäßig mehrere Inder Ministerposten innehaben), Fiji, Mauritius, Tansania, Südafrika (wo auch oft mehrere Inder Ministerposten inne-haben), genau wie in England, Costa Rica und er zitiert den kanadischen Präsidenten Trudeau, der sagte, dass er mehr Sikhs im Kabinett habe als Modi. Und die Beispiele nehmen kein Ende.

 

Abschließend schreibt Faizi:

“Dies ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte der indischen Diaspora, die durch harte Arbeit und Hingabe erreicht wurde. Und es geschieht auch deshalb, weil die Welt im Großen und Ganzen offen und tolerant ist, im Gegensatz zu dem, was von einigen politischen Kräften in die indische Psyche eingespeist wird. Interessanterweise sind die Autoren dieser Errungenschaften repräsentativ für das zusammengesetzte Indien, den Regenbogen verschiedener Sprachen, ethnischer Gruppen und Religionen, und nicht wie die Herrschaft einiger weniger privilegierter gesellschaftlicher Gruppen. Die Diaspora, die Nutznießer der Aufnahmegesellschaften, die Vielfalt und Toleranz schätzen, sollten energisch versuchen, zu den Bemühungen beizutragen, auch Indien in eine solche Gesellschaft zu verwandeln, die Vielfalt und Toleranz wirklich schätzt, besonders in diesen schwierigen Zeiten für das Land. Damit nicht ihre eigene Zukunft im Ausland auf dem Spiel steht, da die Diskriminierung und die Gräueltaten in Indien weltweit an Aufmerksamkeit gewinnen.”

Ja, so muss ein Inellektueller in Indien schreiben, um nicht gleich im Knast zu landen oder mindestens den Posten zu verlieren. Sehr, sehr vorsichtig und abwiegelnd, wie etwa “Kasten- und Religionsbarrieren sind in Indien oft anzutreffen”. Es muss natürlich heißen “durch die Bank anzutreffen”. Erst vor ein paar Tagen las ich, ebenfalls von einem Inde, dass in Indien die 600 Millionen Bauern- und Landarbeier, Dalits, die Indigenen und Unberührbaren so gut wie vollständig von allen höheren Rängen ausgeschlossen sind, weil das System der Kasten es nicht erlaubt.

Faizi hat allerdings in einem früheren Artikel darauf hingewiesen, dass es in der Diaspora so gut wie keine linken Vertreter gäbe. Und er hat auch Kamala als eine äußerst rechte Vertreterin der Diaspora bezeichnet. Als ich mit meiner Familie zwei Jahre in Tansania verbrachte, haben wir unter Indern nur einen alten Mann getroffen, der allein in einer kleinen Hütte wohnte und mit seinen schwarzen Nachbarn als Mensch unter Menschen lebte.

Während alle anderen, die wir trafen, auch wenn sie nur kleine Kramläden hatten, sich als Halbgötter aufführten und Schwarze quasi als Sklaven betrachteten. Ich erinnere mich an eine Episode, bei der mir wirklich die Spucke wegblieb. Ich hatte in einem kleinen Laden etwas gekauft und der dicke, kohlschwarze Händler hielt mit mir noch einen Plausch und natürlich auf die faulen, schwarzen Arbeiter zu sprechen kam, die man immer antreiben muss und die “WIR WEIßEN NIEMALS VERSTEHEN WÜRDEN”, wobei er mir noch den Arm um die Schulter legte.

Obwohl das Kastensystem in Tansania oder Uganda oder sonstwo außerhalb Indiens keine offizielle Geltung hat, schleppen sie das wohl insgeheim immer mit sich rum. Kein Wunder, dass Idi Amin sie aus dem Land rausjagte.

Mir ist es ein Rätsel, wie man solch ein Land, ob mit oder ohne Nehru, Indira und Gandhi jemals als Demokratie bezeichnen konnte. Und wie “demokratisch” es heute ist, hat Modi ja mit aller Deutlichkeit gezeigt, als er sich persönlich Kaschmir einverleibt hat und ein Terrorregime einführte, das jeder Vorstellung spottet. Die gesame “zivilisierte” Welt hat geschwiegen und schweigt immer noch. Aber in der Krim, wo die Leute freiwillig und jubelnd in ihre alte Heimat (die ihnen ja von Chruschtschow im Suff gestohlen wurde) zurückkehrten und als Brüder und Schwestern aufgenommen wurden, da wird von Besatzung und Terror gefaselt.

Selbst für den failed state USA sehe ich ab und zu einen ganz, ganz kleinen Hoffnungsschimmer, aber wenn ich Indien mir anschaue, dann sehe ich nicht die allergeringste Hoffnung. Nur eine gewaltige Explosion des Volkszornes könnte etwas bewirken, aber die würde und müsste alles in den Schatten stellen, was es an Revolutionen bislang gegeben hat.


Samstag, 7. November 2020

JAN MYRDAL ist tot

Natürlich hätte ich auch einen Nachruf schreiben können, da ich Jan seit mindestens 50 Jahren kannte, 6 seiner Bücher übersetzt habe plus zahlreiche seiner Artikel. Allein auf diesem Blog gibt es 14 Artikel von ihm. Aber da hätte ich auch über Differenzen schreiben müssen, die meist von dritter Seite verursacht wurden, aber das wollte ich nicht, da ich Persönliches um der Sache willen immer zurückstellte und weiterhin Jans Arbeiten übersetzte, meistens kostenlos, da es fast unmöglich war, Jan bei größeren deutschen Verlagen unterzubringen. Denn in politischen Fragen stimmten wir so gut wie immer überein. Und das gilt auch für diese Übersetzung aus dem Schwedischen, die Jan gerecht wird. Alles, was ich in deutschen Blättern las, war mit reichlich Lügen gespickt, die ich immer schon scharf zurückgewiesen hatte. Und nun hat Cecilia Cervin das Wort, die lange Zeit Vorsitzende der Jan Myrdal-Gesellschaft war.


JAN MYRDAL IST TOT

Cecilia Cervin

Oktober 2020

Foto: Olle Asp

So brutal soll es gesagt werden. Verschönende Umschreibungen wie ‘Er ging fort’, ‘Er hat uns verlassen’, ‘Von hinnen geschieden’ etc. waren ihm verhasst. Und über die Macht des Wortes hat er geschrieben.

Wenige Menschen dürften so bewusst ihrer eigenen Sterblichkeit gewesen sein wie Jan Myrdal. Diese Einsicht lähmte ihn nicht, sondern verstärkte seinen enormen Arbeitseifer. Seit er im Ernst in früher Jugend zu schreiben begann, war er sich seiner Aufgabe bewusst: Er würde schreiben. Er war nicht auf literarischen Ruhm aus. Er wollte um politischer Wirkung willen schreiben, für eine bessere Gesellschaft, eine bessere Welt. Und er wusste, dass seine Zeit kurz war – nur ein schnell verschwindendes Menschenleben. Wie sollte das ausreichen für alles, was er sagen musste?

Das Bewusstsein von der Kürze der Zeit war ihm immer gegenwärtig und spornte ihn an, zu lesen, zu sprechen und zu schreiben. Dadurch hinterließ er ein ausnehmend umfassendes Werk, eine der großen literarischen Verfasserschaft Schwedens, groß nicht nur dem Umfang nach, sondern vor allem der Qualität wegen.

Sein Werk umfasst die meisten Formen und Bereiche, mit Ausnahme möglicherweise der Lyrik. Er hat selbst neue Gattungen geschaffen und vorhandene erneuert.

Verfasser wollte er sich nicht nennen, sondern zog die Bezeichnung Schriftsteller vor in Anschluss an die große gesellschaftskritische Tradition. Die nannte er gerne die refraktäre, die radikal widerspenstige, unbeeinflussbare. Als Schriftsteller mit der übergreiifenden politischen Botschaft konnte frei seine Ausdrucksmittel wählen: Romane, Autobiografie, Radiospiele, Reiseschilderungen. Seine ‘Schriftstellungen’ veröffentlichte er u. a. in Folket i Bild, in den großen Tageszeitungen oder auch, wo es gerade passend war; sie wurden in ca. 20 Bänden zusammengefasst, eine selbstverständliche Lektüre für den, der seinen rein politischen Stellungsnahmen folgen möchte.

Das Politische, selten das Parteipolitische, war sein eigentliches Gebiet, immer mit seinem enormen Können und historischem Bewusstsein als Voraussetzung und Gabe für den Leser. Seine Bücher über Reisen und langen Besuche in anderen Kulturen – Afghanistan, China, Indien, Kambodscha, Mexikoc – sind bei weitem keine traditionellen Reiseschilderungen. Sie handeln nicht von subjektiven, privaten Erlebnissen, sondern von der politischen und ökonomischen Geschichte dieser Länder, gespiegelt in der Jetztzeit des Verfassers. Mit beißender Kritik zeigt er, wie die Machthaber überall, in allen Zeiten, die Schwachen und Machtlosen ausgenutzt haben. Seine Art, die großen Monumente zu deuten, gibt selbst dem politisch Unkundigen neue wichtige Einsichten. Und er hat auch, indem er zeigte, wie die Unterdrückten sich erhoben und immer weiter kämpfen, Möglichkeiten für eine bessere Welt aufgezeigt.

Viele wurden von der langen Reihe Bücher, die er selbst die “Ichbücher” nannte, gefangen genommen. Selbstbiografien sind sie genannt worden und liest man sie aus diesem Winkel, geben sie Anlass für viele Debatten über die Bedingungen des Genres. Aber seine Bücher lassen sich nicht in solch einengende Etikette pressen! Sie können ein Bewusstsein beschreiben, ein Menschenleben, aber auch viel mehr an aufopfernden Stellungsnahmen.

Den Vorsätzen seiner Jugend über Arbeit und Politik verblieb er treu. Bis zuletzt, als die rein physischen Kräfte nachließen, setzte er seine Arbeit fort. Das abschließende große Werk mit Rückblick auf sein Leben, Liebe und Werk kam spät – erst 2019 heraus und er konnte aktiv an seiner Lancierung mitwirken. Der Titel “Ein zweiter Aufschub” reflektiert seine Auffassung von der menschlichen Zeit als kurzen Aufenthalt zwischen Geburt und Tod. Als seine Zeit nochmal, nach mehreren früheren Vorboten, am Ende zu sein schien, bekam er noch einen Aufschub – um ihn mit Arbeit zu füllen.

Das Werk, die Botschaft war für Jan Myrdal wichtiger als die Person. Sicher schrieb er über sich selbst und sicher kann der Leser seinem Leben unter privaten, literarischen und persönlichen Aspekten folgen. Er konnte viel Persönliches, sogar Privates schreiben. Aber das Wichtigste für ihn waren immer die politischen Lehren, die er dem Leser vermitteln wollte.

Neue Einsichten, politisches Bewusstsein hat er auch denen gegeben, die nicht in der Lage waren, alles zu lesen, was er geschrieben hat. Mit seiner Person und seinem Vorbild hat er, seit er erstmals wirklich im Zusammenhang mit der Vietnam-Bewegung in den Massenmedien sichtbar wurde, ein ganzes Gesellschaftsklima beeinflusst. Als politische Person hat er unendlich viel bedeutet, ständig in Frage gestellt wegen sowohl seiner wirklichen Aussagen und solcher, die ihm oder seinen Gegnern nur untergeschoben wurden. Oft hat die Geschichte ihm Recht gegeben. Seine einst kontroversiellen Standpunkte sind mitunter in der öffentlichen Debatte Selbstverständlichkeiten geworden. Anderes musste, wie er selbst zu sagen pflegte, in seinem Zusammenhang, im Licht damals bekannter Fakten gesehen werden.

Große Menschen passen schlecht in kleine Zusammenhänge. Als Kind spielte Jan Myrdal eigener Aussagen zufolge nach seinen eigenen Regeln. Seine Kritiker haben gesagt, dass das Gleiche für ihn auch in Gesellschaftsdebatten gilt. Er folgte nicht den Regeln, sein Spiel war sein eigenes.

Soweit konnte er zustimmen. So war seine Rolle. Anpassung an Normen, die er nicht gutheißen konnte, waren ihm fremd. Er war und blieb ein Refraktär, widerspenstig, nicht anpassbar. Er war derjenige, der immer die allgemeine Meinung in Frage stellte, besonders, wenn alle “Rechtschaffenen” in dieselbe Richtung gingen.

So hat er persönlich das öffentliche Gespräch beeinflusst und dadurch weit mehr als nur seine treuen Leser erreicht.

Die Person Jan Myrdal ist tot. Ihm Frieden seinem Andenken zu wünschen, wäre ein Ausdruck bürgerlicher Sentimentalitär, die er verabscheute.

Stattdessen also:


Lest sein Werk, besucht und benutzt seine Bibliothek und vor allem: setzt den Kampf in seinem Geist fort!


Quelle – källa –source


Freitag, 6. November 2020

Arundhati Roy - Die Welt neu erfinden

Ich schätze Arundhati Roy sehr, vor allem ihre dichterischen Fähigkeiten. Doch leider überträgt sie ihre Dichtung auch gerne in die Welt der Fakten. So kann sie sich zum Beispiel nicht von der Mär der “Lebendigkeit des pluralistischen, säkularen und demokratischen Indiens” trennen. Sie meint damit das Indien von Nehru. Wer dessen Geschichte liest, wird vergeblich nach dem Bild suchen.


Arundhati Roy - Die Welt neu erfinden

Mucheli Rishvanth Reddy

2. November 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Was liegt vor uns?

Die Welt neu erfinden. Nur das.

Mit diesen obigen Zeilen beendete Arundhati Roy ihre Einführung, und sie spiegeln wider, was Roy in dem Buch 'Azadi: Azadi: Freiheit. Faschismus. Fiktion'. In den neun Essays dieses Buches, von denen die meisten zwischen 2018 und 2020 bereits veröffentlicht oder als Vorträge gehalten wurden, untersucht Roy die wichtigen Ereignisse dieser Zeit in Indien, die ihren Höhepunkt in dem, wie Roy es nennt, "The Rise and Rise of Hindu Nation" finden, dessen Einflüsse "sich wie eine Epidemie ausbreiten und in der populären Vorstellung wie eine hirntötende Bösartigkeit aufblühen". Sie fängt diese komplexe Bösartigkeit und die Schwierigkeiten, die sie der Sprache bereitet, ein, um sie in ihrer Gesamtheit zu erforschen.

Roy schrieb anschaulich über die Ereignisse in Indien, die verheerende Auswirkungen auf bestimmte Teile der Bevölkerung haben, insbesondere auf Muslime, Dalits, Studentenaktivisten und Intellektuelle, die sich gegen die Machthaber aussprechen; wie etwa die Unruhen in Delhi, deren wirkliche Täter, obwohl sie auf der Kamera bei aufrührerischen Reden festgehalten wurden, nicht einmal in der FIR aufgelistet wurden und auch nie werden, über Verhaftungen von Intellektuellen und Aktivisten, Stimmen der Armen und Marginalisierten sind, wie Sudha Bharadwaj, Arun Ferreria, Veron Gonsalves, Varavara Rao, Gautam Navlakha und viele andere im Zusammenhang mit der Verschwörung zur Gewalt in Bhima-Koregaon und weiteren Verschwörungen zur Ermordung des Premierministers, über die Aufhebung von Artikel 370 und 35A, der vollständigen Abriegelung des Kaschmirtals und der darauf folgenden Brutalität der Streitkräfte gegen ihre eigenen Bürger, Assams NRC und geplante landesweite CAA und NPR, Verhaftungen von Menschen unter dem drakonischen Gesetz zur Verhinderung ungesetzlicher Aktivitäten und Untätigkeit des Staates gegenüber anarchischen Parolen von Mitgliedern der Regierungspartei, einige von ihnen in zentralen Ministerien wie 'Mussalman ka ek ki sthan, Kabristan ya Pakistan! - Ein einziger Ort für den Moslem, der Friedhof oder Pakistan. Sie befasst sich auch mit den Auswirkungen der Dämonisierung und der GST, die verheerende Auswirkungen auf die kleinen und mittleren Industrien hatten und den Großkapitalisten zugute kamen.

Laut Roy werden alle oben genannten und viele weitere Themen von der Regierungspartei genutzt, um Angst zu schüren und die Macht zu gewinnen. Sie schreibt: "Um ihre politischen Errungenschaften zu konsolidieren, besteht die Hauptstrategie der RSS und der BJP darin, ein lang anhaltendes Chaos im industriellen Maßstab zu erzeugen. Sie haben ihre Küche mit siedenden Kochkesseln ausgestattet, die bei Bedarf schnell zum Kochen gebracht werden können". 

Roy schreibt nicht nur über die Sprache der Politik, sondern denkt auch über die Politik der Sprache nach. Im ersten Essay dieser Sammlung mit dem Titel "In welcher Sprache fällt Regen über gequälten Städten" schrieb sie über ihr Aufwachsen in verschiedenen Regionen Indiens und ihr Aufwachsen mit verschiedenen Sprachen. Mit diesem Bewusstsein für die Schönheit und die Grenzen verschiedener Sprachen nutzt Roy die Bedrohungen, die von den Hindutva-Kräften ausgehen, indem sie ganz Indien, einer Nation der "vielfachen Meutereien", einer Bezeichnung, die von VS Naipaul zur Beschreibung des vielfältigen Subkontinents verwendet wird, eine einzige Sprache aufzwingt. Dies erinnert den Leser an George Orwells dystopischen Roman "1984", in dem Orwell beschreibt, wie in seinem imaginären Land "Ozeanien" in jedem einzelnen Moment Worte in der Sprache entfernt werden, um die Vorstellung von Menschen zu beschneiden, weil das Bewusstsein des Einzelnen durch seine Sprache eingeengt ist. Roy findet ein ähnliches Projekt in Indien. Aber der indische Fall ist komplexer als der von Orwell's Ozeanien. Um die Gefahren zu verstehen, die der Sprache in Indien drohen, verwendet Roy den Ausdruck "Projekt des Nichtsehens".

Dieses "Projekt des Nichtsehens", argumentiert Roy, funktioniert auf unzählige Arten. Auf der einen Seite hat der Staat durch die ständige Unterdrückung der Menschen unter Anwendung der Kolonial-Gesetze die Angst in den Menschen ausgelöst und sie gezwungen, nicht die Wahrheit zu sagen und in der Illusion zu leben, den von den Machthabern verkündeten Mythen zu glauben. Zweitens sind wir in der Falle, den Lügen zu glauben, die von den Hindu-Nationalisten verkündet werden. Roy bemerkte, dass "die Geschichte von Hindu-Nationalisten gehandelt wird, diese abgedroschene Geschichte von falscher Tapferkeit und übertriebener Opferbereitschaft, womit Geschichte in Mythologie und Mythologie in Geschichte verwandelt wird". Hindu- Nationalisten wollen die Geschichte neu schreiben und den vergangenen Realitäten mit nonsense-Fiktion konfrontieren. Darin spiegelt sich die Furcht dieser Mythenmacher wider, sich der vergamgenen Wahrheit zu stellen. "Das einzig Gute an dieser zeitgenössischen Mobtradition ist, dass sie versteht, welche Gefahren von der Kunst ausgehen", und sie versucht, alles zu tun, um die Wahrheit sprechende Kunst zu zerstören.

Über die Verantwortung der Literatur nachdenkend, behauptet Roy, dass die Autoren, um dem Widerstand der Hegemonialen entgegenzuwirken, die neue Sprache schaffen müssen. Sie schreibt: "Für mich, oder für die meisten Schriftsteller unsrer Zeit, die in diesen Gegenden arbeiten, kann Sprache nie eine Selbstverständlichkeit sein. Sie muss gemacht werden. Sie muss gekocht werden. Langsam gekocht". Arundhati Roy hat bisher nur zwei Werke der Belletristik geschrieben, und ihr Schwerpunkt lag auf dem Sachbuchschreiben. Aber um die komplexen Zusammenhänge in Indien zu verbreiten und zu verstehen, betont Roy die Bedeutung der Belletristik. Für Roy ist es die Fiktion, die "über die Weite, die Freiheit und den Spielraum verfügt, um einem Universum unendlicher Komplexität standzuhalten". In ihrem Aufsatz "The Graveyard Talks Back" (Erwiderung des Friedhofs) reflektierte sie über ihre Vorstellung von Fiktion und darüber, wie sie diese benutzt, um Dinge festzuhalten, die sie verfolgen, und Dinge, die sich nicht durch Zahlen und Fakten ausdrücken lassen. Roy nahm den Fall von Kaschmir, einem wunderschönen Tal, das jetzt "mit Friedhöfen bedeckt ist und auf diese Weise buchstäblich fast selbst zu einem Friedhof geworden ist". Die Geschichte Kaschmirs und der Kaschmiris, insbesondere in den vergangenen dreißig Jahren im Allgemeinen, wie sie in den Medien dargestellt wird, ist nicht nur die Geschichte von Ausgangssperre, Terror, Tod, gefälschteWahlen und Menschenrechtsverletzungen. Es ist auch eine Geschichte der "Liebe und Poesie". Sie lässt sich nicht zu Nachrichten verflachen". Diese Wahrheit über Kaschmir kann nur durch Fiktion erzählt werden, "denn nur sie kann von der Luft erzählen, die so erfüllt ist von Angst und Verlust, von Stolz und wahnsinnigem Mut und von unvorstellbarer Grausamkeit. Nur die Fiktion kann versuchen, die Transaktionen zu beschreiben, die in einem solchen Klima stattfinden".

Roy krönt all ihre Gedanken im abschliessenden Essay in dieser Sammlung, in dem es um die Hoffnung geht, eine neue Welt zu betreten. Roy sieht die gegenwärtige globale Pandemie als ein Portal, "ein Tor zwischen einer Welt und der nächsten". Diese Pandemie brachte die zerbrechliche und unmenschliche Natur der Weltordnung zum Vorschein. Obwohl das Virus egalitär ist, das nicht zwischen den Menschen unterscheidet, die es angreifen will, hat das System die Pandemie unter gebührender Berücksichtigung sämtlicher religiösen, kasten- und klassenbedingten Vorurteile bekämpft. Aber diese Pandemie bietet Hoffnung, eine Chance, die Welt neu zu überdenken. Roy setzt sie in die Menschen, "die bereit sind, sich unbeliebt zu machen. Die bereit sind, sich selbst in Gefahr zu bringen. Die bereit sind, die Wahrheit zu sagen", um die Nation in die neuere Welt zu führen und sie von den bösen Mächten fernzuhalten, die versuchen, der Lebendigkeit des pluralistischen, säkularen und demokratischen Indiens zu schaden.

Walter Benjamin sagte einmal: "Der Geschichtenerzähler ist die Gestalt, in der der gerechte Mensch sich selbst begegnet". Roy ist ein solcher Geschichtenerzähler. Ihre Essays sind nachdenklich, introspektiv, kritisch und provozieren die Leser, neu über die Welt nachzudenken, in der wir leben. Wir können ihren Meinungen zustimmen oder sie ablehnen. Aber sie werden unserer Vorstellungskraft unweigerlich neue Farben verleihen und die Leser für ihre Reise der "Neuerfindung der Welt" rüsten.

Bevor sie endet, hinterlässt Arundhati Roy ihren Lesern eine Notiz der Hoffnung und Verzweiflung: "Wir können nur hoffen, dass die Straßen Indiens bald von Menschen bevölkert sein werden, die erkennen, dass das Ende nahe ist, wenn sie nicht handeln. Wenn das nicht geschieht, betrachten Sie diese Worte als Andeutungen eines Endes von jemandem, der diese Zeiten durchlebt hat".


Mucheli Rishvanth Reddy studiert derzeit im letzten Jahr seines BA-Studiums in Wirtschaft, Soziologie und Politikwissenschaft an der Christ University in Bangalore. Post-Id: reddyrishvanth@gmail.com


Quelle - källa- source

Donnerstag, 5. November 2020

The World is Changing: China Launches Campaign for Superpower Status|

In 1900, Germany found itself in a similar situation under Kaiser Wilhelm, who was met by a similar barrage from the world power England. Some of us thought of the strong alliance between Russia and China, which would make an expansion of military power superfluous, but we did not take into account that Putin was leaving soon and what would happen then is in the stars. So Xi is doing the only right thing: Prevention! And he is in a far better position than Wilhelm II.


The World is Changing: China Launches Campaign for Superpower Status|

Dr Ramzy Baroud

26. Oktober 2020

Platz des Himmlischen Friedens

The outdated notion that China ‘just wants to do business’ should be completely erased from our understanding of the rising global power’s political outlook.

Simply put, Beijing has long realized that, in order for it to sustain its economic growth unhindered, it has to develop the necessary tools to protect itself, its allies and their combined interests.

The need for a strong China is not a novel idea developed by the current Chinese President, Xi Jinping. It goes back many decades, spanning various nationalist movements and, ultimately, the Communist Party. What sets Xi apart from the rest is that, thanks to the unprecedented global influence acquired by Beijing during his incumbency (2013 – present), China is now left with no alternative but to match its ‘economic miracle’ with a military one.

US President, Donald Trump, made the trade deficit between his country and China a cornerstone in his foreign policy agenda even before his rise to power. That aside, it is the military deficit that concerns China most. While world media often focuses on China’s military encroachment in the South China Sea – often dubbed ‘provocations’ – little is dedicated to the massive US military presence all around China.

Tens of thousands of US troops are stationed in the West Pacific and in other regions, creating an encirclement, all with the aim of cutting off the possibility of any Chinese strategic expansion. Numerous US military bases dot the Asia-Pacific map, stationed mostly in Japan, South Korea, Philippines, Singapore, Guam and Australia.

In response to China’s military maneuvers in the South China Sea, the US composed the 2018 National Defense Strategy, which is raising the prospects of military confrontations between the US and its Asian allies on the one hand, and China, on the other. US military expansion soon followed. On September 8, the Wall Street Journal, citing US officials, reported that the Republic of Palau has “asked the Pentagon to build ports, bases and airfields on the island nation”.

It is obvious that the Pentagon would not base such a consequential decision on the wishes of a tiny republic like Palau. The immensely strategic value of the country – spread over hundreds of islands in the Philippine Sea, with close ties to China’s arch-enemy and US ally, Taiwan – makes Palau a perfect choice for yet more US military bases.

This is not new. The rise of China, and its clear intentions to expand its military influence in the Pacific, has irked the US for years. Barack Obama’s administration’s ‘Pivot to Asia’ in 2012 was the genesis of the new American belief regarding the imminent challenges awaiting it in that region. The National Defense Strategy of two years ago was a further confirmation that the focal point of US foreign policy has largely shifted away from the Middle East to the Asia-Pacific.

The compromising language that became a feature in China’s foreign policy throughout the 1980s and 90s is now being supplanted by a different discourse, one of political resolve and unprecedented military ambitions. In his speech at the historic October 2017 Communist Party Congress in Beijing, Xi declared the dawn of a “new era”, one where development and strength must synchronize.

“The Chinese nation … has stood up, grown rich, and become strong. It will be an era that sees China moving closer to center stage and making greater contributions to mankind,” he said.

Since then, Xi has tirelessly aimed to strike the balance between strength, bravery and victory with that of progress, ingenuity and wealth. For the “China dream” to be realized, “it will take more than drum beating and gong clanging to get there.”

Mittwoch, 4. November 2020

Jüngster 5-Jahres-Plan zeigt Wohlwollen von Chinas System

Andy Mok

2. November 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

 

 Tian'anmen-Platz in Peking, Hauptstadt von China, 28. Mai 2020. /Xinhua

Viele Menschen auf der ganzen Welt, vor allem in den Vereinigten Staaten, sind immer noch in einem unbedachten, primitiven und schädlich giftigen Aberglauben gefangen, dass von allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ein demokratisches System der freien Marktwirtschaft die beste und moralischste Regierungsform sei.

Aber 40 Jahre Reform in China haben gezeigt, dass dies nicht wahr ist. Der Sozialismus mit chinesischen Merkmalen hat weitaus bessere Ergebnisse für weit mehr Menschen gebracht als jedes andere politische System in der Geschichte. Zum Beispiel ist das Pro-Kopf-BIP nach Angaben der Weltbank von umgerechnet 89,5 Dollar im Jahr 1960 auf 10.262 Dollar im Jahr 2019 gestiegen, was einem Anstieg um das 115-fache entspricht.

Vielleicht noch bedeutender ist, dass der Anteil der Chinesen, die unter dem Äquivalent von 1,90 Dollar pro Tag leben, von 66,3 Prozent im Jahr 1990 auf 0,5 Prozent im Jahr 2016 gesunken ist. Darüber hinaus liefert der 14. Fünfjahresplan (2021-25, FYP) ein noch überzeugenderes Beispiel dafür, wie eine wirklich wohlwollende, humane und kompetente Regierung aussieht.

Die allgemeinen Ziele im Vorschlag des 14. FYP, bis 2035 eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen und eine mäßig entwickelte Wirtschaft zu werden, sind nicht überraschend. Aber das Paradigma eines fünfjährigen Planungsprozesses ist für ein wirklich wohlwollendes und effektives Regierungssystem notwendig.

Und dies ist nur möglich, weil Chinas politisches System nicht unter dem Mangel leidet, sich um Stimmen zu bewerben oder politische Punkte sammeln zu müssen, die Länder mit Zweiparteiensystemen belasten. Stattdessen kann Chinas Regierung ihre ganze und ungeteilte Energie und Aufmerksamkeit darauf verwenden, die Wünsche des chinesischen Volkes nach einem besseren Leben zu verwirklichen.

Anstatt sich auf einen inhärent groben, unzuverlässigen und leicht korrumpierbaren Abstimmungsprozess zu verlassen, wurde der 14. FYP durch mehr als eine Million Vorschläge, die online eingereicht wurden, sowie durch Ratschläge von Think Tanks, verschiedenen Regierungsbehörden, Universitäten sowie Wissenschaftlern und anderen Experten geprägt.

Der Plan befasst sich zwar mit Wirtschaftswachstum, Technologie und geopolitischen Fragen, doch eines der wichtigsten Themen ist die Erhöhung der Einkommen bei gleichzeitiger Verringerung der Ungleichheit durch die Ausweitung der Beschäftigungsmöglichkeiten und die Verbesserung der Qualität der verfügbaren Arbeitsplätze.

 

Das Zentrale Geschäftsviertel von in Shenzhen (CBD) in der südchinesischen Provinz Guangdong, 19. März 2019. /Xinhua

Der FYP ist von einem modernen und wissenschaftlichen Ansatz geprägt ist, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen genau und vollständig verstanden werden, so wurzeln doch die Philosophie und die Leitprinzipien dieses Plans in den Gedanken des chinesischen Präsidenten Xi Jinping über den Sozialismus mit chinesischen Merkmalen für eine neue Ära, die ihrerseits auf einer Verschmelzung marxistischer Theorien, Erkenntnissen aus der chinesischen Philosophie und den praktischen Erfahrungen aus Tausenden von Jahren erfolgreicher Regierungsführung beruhen.

Eine wichtige Lehre aus der chinesischen Geschichte ist, dass die Versorgung der physischen Grundbedürfnisse des Volkes die wichtigste Aufgabe eines Herrschers ist. Diejenigen, die sich auf rücksichtslose oder endlose Kriege einlassen oder dies auf andere Weise ignorieren, werden bald beiseite gefegt, da diese Handlungen das Volk verarmen lassen. Und so spiegelt die Betonung der Beschäftigung im 14. FYP sowohl die Weisheit als auch das Wohlwollen und die humane Autorität der chinesischen Regierung wider.

Aber die Konzentration auf die Beschäftigung geht auch auf andere wichtige Bedürfnisse des Volkes ein. Nach Abraham Maslow haben die Menschen eine Reihe von Bedürfnissen, die in einer sequentiellen Reihenfolge befriedigt werden müssen: Physiologische Bedürfnisse, Sicherheit, Zugehörigkeitsgefühl, Wertschätzung, Selbstverwirklichung. Eine Konzentration auf die Beschäftigung, die Erhöhung der Qualität der Arbeitsplätze und die Verringerung der Ungleichheit zwischen Stadt und Land entspricht einer Reihe dieser Bedürfnisse.

Ein Arbeitsplatz stellt natürlich die Mittel für Nahrung, Unterkunft und Kleidung zur Verfügung. Aber er kann auch ein Gefühl der Sicherheit und Hoffnung für die Zukunft vermitteln, das den Sicherheitsbedürfnissen der Menschen entgegenkommt. Darüber hinaus vermittelt eine qualitativ hochwertige Arbeit auch ein Gefühl der Gemeinschaft, des Beitrags und der Leistung. Schließlich sorgt ein gerechteres Beschäftigungssystem dafür, dass die Menschen das Gefühl haben, dass ihre Gesellschaft gerecht ist.

Eine der schwierigsten Aufgaben der Regierung ist es, die richtigen Prioritäten zu setzen. Der 14. FYP Chinas zeigt, dass sich die Regierung weiterhin auf die wahren Bedürfnisse und Bestrebungen des chinesischen Volkes konzentriert. Aus diesem Grund sehen immer mehr Menschen auf der ganzen Welt China als die wahre strahlende Stadt auf einem Hügel.

Andy Mok ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für China und Globalisierung. Der Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und nicht unbedingt die des CGTN.


Quelle - källa - source


Dienstag, 3. November 2020

Könnt ihr riechen, was die Chinesen kochen?

Pepe Escobar

2.Oktober 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Trump riecht nichts ...


Weniger als eine Woche vor den spielverändernden US-Präsidentschaftswahlen ist der eigentliche Kern des geopolitischen und geoökonomischen Handelns für die Außenwelt praktisch unsichtbar.

Wir sprechen über das fünfte Plenum des 19. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), das am vergangenen Montag in Peking begann.

Das Plenum versammelt die 200 Mitglieder - und weitere 100 stellvertretende Mitglieder - des obersten Entscheidungsgremiums des Zivilisationsstaates: das in westlicher liberaler Demokratie ausgedrückte Äquivalent zum chinesischen Kongress.

Die Grundzüge des 14. chinesischen Fünfjahresplans (2021-2025) werden am Ende des Plenums am Donnerstag mit einem Kommuniqué bekannt gegeben. Einzelheiten zur Politik werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben. Und alles wird vom Nationalen Volkskongress (NPC) im März 2021 formell genehmigt werden.

Für alle praktischen Zwecke sollte dies als das angesehen werden, was die chinesische Führung wirklich denkt.

 

Treffen Sie "Chinas System".

Präsident Xi war recht fleißig und lieferte einen ausführlichen Arbeitsbericht, einen Entwurf des Fünfjahresplans und einen vollständigen Überblick über die wichtigsten Ziele Chinas bis 2035.

Xi hat nachdrücklich auf eine Strategie des "doppelten Umlaufs" für China hingewiesen, die darauf abzielt, die Binnenwirtschaft stärker in den Mittelpunkt zu rücken und sie gleichzeitig mit dem Außenhandel und den Auslandsinvestitionen in Einklang zu bringen.

Eigentlich ist eine bessere Definition, aus dem Mandarin übersetzt, "doppelte Entwicklungsdynamik". Nach Xi's eigenen Worten besteht das Ziel darin, "eine bessere Verbindung zwischen inländischen und ausländischen Märkten für ein widerstandsfähigeres und nachhaltigeres Wachstum zu ermöglichen".

Eine spektakuläre Errungenschaft, von der wir bereits wissen, ist, dass das Ziel von Xi für China, den Status einer "mäßig wohlhabenden Gesellschaft" zu erreichen, im Jahr 2020 erreicht worden ist, selbst unter Covid-19. Die extreme Armut ist beseitigt worden.

Der nächste Schritt besteht darin, sich langfristig mit den absolut kritischen Fragen der Krise des Welthandels, der geringeren Nachfrage nach chinesischen Produkten und der unterschiedlich starken Volatilität, die durch den unaufhaltsamen Aufstieg Chinas verursacht wird, auseinanderzusetzen.

Die Hauptpriorität für Peking ist die heimische Wirtschaft - zusammen mit dem Erreichen wichtiger technologischer Ziele, um Chinas hochwertige Entwicklung zu fördern. Dazu gehört der Aufbau hochwertiger, integrierter Lieferketten. Und dann ist da noch der beschwerliche Weg der Umsetzung der notwendigen institutionellen Reformen.

Entscheidend ist, dass Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie die Unternehmen "leitet", damit sie in die Kerntechnologie investieren; das bedeutet Halbleiter, 5G-Anwendungen, das Internet der Dinge (IoT), integrierte Schaltkreise, Biomedizin.

Es dreht sich also wieder einmal alles um den Chip-Krieg - der das Herzstück der KI, der 5G, des Supercomputing, des Quantencomputing, der Materialwissenschaft, der Biotechnologie, der Fahrzeuge für neue Energien und der Weltraumwissenschaft bildet.

Chinas Führung ist sich sehr wohl bewusst, dass sich die wirklich hohen Einsätze um die nächste Generation der Chiptechnologie drehen.

Geben Sie das Konzept von Chinas System ein: oder wie man den von den USA initiierten "Kalten Krieg in der Hochtechnologie" bekämpfen kann.

Das "System Chinas" wurde vom IT-Experten Ni Guangnan entwickelt. Es zielt darauf ab, "US-Technologien in Kernbereichen einschließlich der wichtigsten IT-Infrastruktur zu ersetzen, in denen das von den USA geführte IOE-System, ein Akronym für ein IT-Netzwerk, das auf den drei größten Anbietern - IBM, Intel und Oracle - basiert, das Monopol hat. Mit selbstentwickelten Servern, Datenbanken und Speichern könnte das System auf Chipsätzen mit geringerer Leistung basieren, ohne dass eine 14-Nanometer- (nm) oder 7-Nanometer-Chipfertigung erforderlich wäre - Hauptziele der von den USA geführten Razzia".

Verschiedene Berechnungen in China stimmen in etwa darin überein, dass die Wirtschaft bis Ende dieses Jahres 72% der Größe der US-Wirtschaft erreichen wird. Der Staatsrat prognostiziert, dass die chinesische Wirtschaft die EU im Jahr 2027 und die USA bis 2032 überholen wird.

Doch gemessen an der Kaufkraftparität (PPP), wie sowohl der IWF als auch The Economist bereits zugegeben haben, ist China bereits heute die größte Volkswirtschaft der Welt.

Das fünfte Plenum bekräftigt noch einmal alle Ziele, die in Made in China 2025 eingebaut sind. Aber es gibt noch mehr: eine Betonung der "Vision 2035" - wenn China als globaler Technologieführer positioniert werden soll.

Die "Vision 2035" betrifft die Halbzeit zwischen unserem heutigen Stand und dem endgültigen Ziel im Jahr 2049. Bis 2035 sollte China eine vollständig modernisierte, sozialistische Nation und eine Supermacht sein, vor allem in Wissenschaft und Technologie und im Verteidigungsbereich.

Xi hatte dies bereits 2017 betont: China wird bis 2035 "im Wesentlichen" eine "sozialistische Modernisierung" verwirklichen. Um dorthin zu gelangen, strebt das Politbüro eine äußerst ehrgeizige Synthese aus "Umfang, Geschwindigkeit, Qualität, Effizienz und Sicherheit" an.

 

Über Westfalen hinaus

Wenn man bedenkt, dass die Trump-Regierung seit Mai 2018 eine unerbittliche Offensive führt, hat die KPCh-Führung China erst seit Juli letzten Jahres konsequent auf einen ihrer Meinung nach langwierigen und erbitterten Kampf mit den USA vorbereitet.

Das hat eine ganze Reihe von Vergleichen mit dem hervorgerufen, was der Kleine Steuermann Deng Xiaoping 1938 über Mao Zedong sagte. Mao sagte damals, dass China "zuerst in die Defensive gehen sollte, bevor es genug Kraft sammelt, um bis zu einem strategischen Patt zu kämpfen und schließlich den "langwierigen Krieg" gegen die japanische Invasion zu gewinnen".

Samstag, 31. Oktober 2020

China: “Das nukleare ‘Damokles-Schwert’ gefährdet das Überleben der Menschheit”

Na wer sind denn nun die gescheiterten Schurken-Staaten? Allen voran natürlich die USA, gefolgt von Deutschland und allen anderen NATO-Staaten. Ich bin dafür, dass ab sofort jeder dieser Staaten mit dem Beiwort ‘Schurken-Staat’ bezeichnet wird.

China: “Das nukleare ‘Damokles-Schwert’ gefährdet das Überleben der Menschheit”

Der Vertrag zum Verbot der Atomwaffen tritt in Kraft

Carla Stea

29. Oktober 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Na dann stellt euch alle mal schön unter den Atomschutzschild ...

Am 2. Oktober 2020 fand die hochrangige Tagung der Vereinten Nationen zum Gedenken an den Internationalen Tag für die vollständige Abschaffung der Kernwaffen und zur Förderung dieses Tagesstatt: Dieses Treffen wurde vom Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und Frankreich boykottiert, WIEDER!

Viele Jahre lang haben die vernünftigeren Mitglieder der Vereinten Nationen, die Mehrheit, die Tatsache bedauert, dass es Verträge gibt, die biologische, chemische und andere Massenvernichtungswaffen verbieten, aber die einzigen Waffen, die noch nicht durch einen internationalen Vertrag verboten sind, sind die tödlichsten Waffen von allen: Atomwaffen. Der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen wurde von den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Russland, China und anderen Ländern unterzeichnet, und Artikel 6 dieses Vertrags verpflichtet die Kernwaffenstaaten zur Beseitigung ihrer Kernwaffenarsenale. Die großen Atommächte, insbesondere die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, haben es nicht nur versäumt, ihre Atomwaffen zu beseitigen, sie geben jetzt auch noch Billionen von Dollar für die Aufrüstung ihrer Atomwaffenbestände aus, was einen dreisten Verstoß gegen Artikel 6 des Atomwaffensperrvertrags darstellt. Gleichzeitig verhängen sie grausame Sanktionen, die die Bevölkerung der DVRK, die eine nukleare Abschreckung entwickelt, dezimieren, in realistischen Bemühungen, ihr Land vor dem schrecklichen Schicksal Libyens und anderer Länder zu schützen, die ihre Anstrengungen zum Bau eines Atom-Schutzes aufgaben.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Rede Chinas hervorzuheben, des einzigen großen Atomkraftstaates, der bei diesem wichtigen Treffen zum Gedenken an den Internationalen Tag für die vollständige Abschaffung der Atomwaffen und zur Förderung dieses Tages gesprochen hat, wie Botschafter Geng Shuang bekräftigte:

“Seit dem ersten Tag des Besitzes von Atomwaffen setzt sich China für das vollständige Verbot und die vollständige Vernichtung von Atomwaffen ein. China hat die Politik des Verzichts auf den Ersteinsatz von Atomwaffen zu jeder Zeit und unter allen Umständen erklärt und verpflichtet sich bedingungslos, keine Atomwaffen gegen Nichtkernwaffenstaaten oder atomwaffenfreie Zonen einzusetzen oder mit dem Einsatz von Atomwaffen zu drohen. China fordert andere Kernwaffenstaaten auf, ähnliche Verpflichtungen einzugehen und ein rechtsverbindliches Instrument in diesem Bereich abzuschließen.....Das vollständige Verbot und die gründliche Vernichtung von Kernwaffen und die letztendliche Verwirklichung einer kernwaffenfreien Welt liegt im gemeinsamen Interesse der Menschheit. China unterstützt die von der NAM vorgeschlagenen GA-Resolutionen zur nuklearen Abrüstung, setzt sich für die Einführung des Internationalen Tages für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen ein und setzt sich für eine atomwaffenfreie Welt ein.

Botschafter Geng fuhr fort:

"In den vergangenen Jahren haben sich die USA für den amerikanischen Exzeptionalismus und America First eingesetzt, und drängten auf die Modernisierung ihres Atomwaffenarsen, senkten die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen und versuchten, ihre Hände im nuklearen Bereich frei zu bekommen. Die USA haben sich einseitig aus dem INF-Vertrag zurückgezogen, negativ auf den Vorschlag zur Verlängerung des New START reagiert und versucht, sich ihrer besonderen Verantwortung bei der nuklearen Abrüstung zu entziehen, indem sie die sogenannten "trilateralen Gespräche" hinausposaunen. Die USA verhängen unilaterale Sanktionen und üben maximalen Druck auf die iranische und die koreanische Halbinsel aus, um ihre eigene geopolitische Agenda voranzubringen. Ein solches Verhalten der USA läuft dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt und den gemeinsamen Interessen der internationalen Gemeinschaft zuwider".

Zu den denkwürdigen Reden auf dem Treffen am 2. Oktober gehörte die Rede des algerischen Außenministers Sabri Boukadoum, der daran erinnerte, dass Algerien zum Zeitpunkt der Verabschiedung des Atomwaffenverbotsvertrags Vorsitzender des Ersten Abrüstungsausschusses gewesen war. Herr Boukadoum erklärte, dass Algerien mit den Verwüstungen durch Atomwaffen, die auf algerischem Territorium getestet wurden, als Algerien noch Kolonie einer Atommacht war, gut vertraut sei. Seine Rede war eine der kraftvollsten und überzeugendsten.

Am 9. Oktober sprach die DVRK vor dem Ersten Ausschuss, und es folgen Auszüge aus der Rede von Botschafter Kim Song:

Donnerstag, 29. Oktober 2020

COVID Berichterstattung von Schweizer Radio und Fernsehen.

Offener Brief von Peter Koenig an den CEO von SRF

Von Peter Koenig

28/10/20

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Schreckgespenst bekommt's mit der Angst 

Achtung ....... CEO, Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Meine Bedenken betreffen die Berichterstattung des SRF über Covid.

Ist Ihnen klar, dass es keine einzige SRF-Nachrichtensendung gibt, in der nicht Covid im Mittelpunkt steht?


Covid-Diskussionen erscheinen sogar zwischen den Nachrichtenthemen als Sondersendungen und Diskussions-"Panoramen".

Sie sind ständig alarmierend und zielen eindeutig auf Angstmacherei ab.

Fast stündlich wird über neue "Fälle" berichtet, wie sie sich innerhalb von 24 Stunden verdoppeln und verdreifachen, es ist erstaunlich, wirklich Angst einflößend; dass wir uns in einer zweiten Welle befinden, dass die Krankenhäuser überfüllt sind, dass Testen-Testen-Testen der Schlüssel ist, damit wir verhindern können, dass andere infiziert werden...

Es ist eine einzige große Horrorshow, noch schlimmer als in anderen europäischen Nachrichtensendungen, alias Fehlinformationssendungen, in denen die Covid-Propaganda ebenfalls schlecht ist, aber nicht so intensiv und manipulativ wie in der Schweiz zu sein scheint.

Und glauben Sie mir, mit dieser Meinung stehe ich nicht allein.

*

Es gibt nie eine wirkliche und vollständige Analyse der "Neuinfektionen" ("neue Fälle"); nie eine Erklärung darüber, wie diese neuen "Infektionsfälle" zusammengestellt und zusammengesetzt sind, z.B.

1) Mehr als 80% sind asymptomatisch und daher ohne Übertragungsrisiko. Ja, die WHO hat ihre Meinung bereits mehrmals geändert, immer auf Anweisung ihrer (finanziellen) Vorgesetzten;

Diese "Fälle" nehmen mit zunehmenden Tests zu, die Sie mit den Angstkampagnen von SRF fördern. Gerade jetzt, wo die Grippe und die kalte Jahreszeit kommen, ist es die Angst, die das Immunsystem schwächt und die Menschen anfällig macht (wissenschaftlich erwiesen, wie Sie wahrscheinlich wissen).

Daher rennen verängstigte Menschen zum Arzt oder ins Krankenhaus, um sich testen zu lassen.

Auf diese Weise werden Tests und "Fälle" vermehrt.

3) Es wird nie erwähnt, dass der RT-PCR-Test in einigen Fällen nach Angaben verschiedener Virologen und Ärzteverbände in Deutschland, Belgien und den USA sowie in anderen Ländern bis zu 90 % "falsch-positive" Ergebnisse liefert. Sie gehen in die Statistik ein, aber der "Patient" ist nicht krank, hat keinen Covid.

4) Wie oben erwähnt, treten wir in die winterliche Grippesaison ein. Der PCR-Test kann keine klare Unterscheidung zwischen einer gewöhnlichen Grippe und Covid-19 treffen, da die Ähnlichkeit so frappierend ist. Von der gewöhnlichen Grippe (Erkältung) ist bekannt, dass sie einen Teil Coronaviren enthält. Deshalb werden jetzt alle Fälle der gewöhnlichen Grippe bequem als covid bezeichnet, so dass die "Fallzahlen" in "die Höhe schnellen" und Angst-Dimensionen erzeugen, wodurch noch mehr Menschen zu Tode erschreckt und noch mehr Menschen dazu gebracht werden, zu Testeinrichtungen zu rennen - und die Spirale steigt schnell an, um immer selektivere Sperren zu rechtfertigen, bis das Land zum "Wohl der Menschen" wieder völlig abgeriegelt wird - und die Wirtschaft, was davon übrig ist, in den Keller gestürzt wird - das nennt man "asset-grabbing" durch die Reichen.

Dienstag, 27. Oktober 2020

Die Welt verändert sich: China startet Kampagne für den Supermachtstatus

In einer ähnlichen Situation befand sich 1900 Deutschland unter Kaiser Wilhelm, dem ein ähnliches Sperrfeuer seitens der Weltmacht England entgegenschlug. Einige von uns dachten an die starke Allianz Russland-China, die eine Ausweitung der militärischen Macht überflüssig machen würde, aber wir haben dabei nicht in Rechnung gestellt, dass Putin bald geht und was dann passiert, steht in den Sternen. Also macht Xi das einzig Richtige: Vorbeugen! Und er ist in einer weit besseren Lage als Wilhelm II.

Die Welt verändert sich: China startet Kampagne für den Supermachtstatus

Dr. Ramzy Baroud

26. Oktober 2020


Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Die überholte Vorstellung, dass China "nur Geschäfte machen will", sollte aus unserem Verständnis der politischen Aussichten der aufstrebenden Weltmacht vollständig ausradiert werden.

Einfach ausgedrückt: Peking hat seit langem erkannt, dass es, um sein Wirtschaftswachstum ungehindert fortsetzen zu können, die notwendigen Instrumente entwickeln muss, um sich selbst, seine Verbündeten und deren gemeinsame Interessen zu schützen.

Die Notwendigkeit eines starken Chinas ist keine neue Idee, die der derzeitige chinesische Präsident Xi Jinping entwickelt hat. Sie reicht viele Jahrzehnte zurück und umfasst verschiedene nationalistische Bewegungen und letztlich auch die Kommunistische Partei. Was Xi Jinping von den anderen unterscheidet, ist die Tatsache, dass China dank des beispiellosen globalen Einflusses, den Peking während seiner Amtszeit (2013 - heute) erlangte, nun keine andere Wahl mehr hat, als sein "Wirtschaftswunder" mit einem militärischen zu vergleichen.

Donald Trump machte das Handelsdefizit zwischen seinem Land und China bereits vor seinem Machtantritt zu einem Eckpfeiler seiner außenpolitischen Agenda. Abgesehen davon ist es das Militärdefizit, das China am meisten beunruhigt. Während sich die Weltmedien oft auf Chinas militärisches Eindringen in das Südchinesische Meer konzentrieren - oft als "Provokationen" bezeichnet - wird der massiven US-Militärpräsenz rings um von China wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Zehntausende von US-Soldaten sind im Westpazifik und in anderen Regionen stationiert und bilden eine Einkesselung, alles mit dem Ziel, die Möglichkeit einer strategischen Expansion Chinas zu unterbinden. Zahlreiche US-Basen befinden sich auf der asiatisch-pazifischen Landkarte und sind vor allem in Japan, Südkorea, den Philippinen, Singapur, Guam und Australien stationiert.

Als Reaktion auf Chinas Militärmanöver im Südchinesischen Meer verfassten die USA die Nationale Verteidigungsstrategie 2018, die die Aussichten auf militärische Konfrontationen zwischen den USA und ihren asiatischen Verbündeten auf der einen Seite und China auf der anderen Seite erhöht. Die militärische Expansion der USA folgte bald darauf. Am 8. September berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Beamte, dass die Republik Palau "das Pentagon gebeten hat, Häfen, Basen und Flugplätze auf dem Inselstaat zu bauen".

Es liegt auf der Hand, dass das Pentagon eine solche konsequente Entscheidung nicht auf die Wünsche einer winzigen Republik wie Palau stützen würde. Der immens hohe strategische Wert des Landes - verteilt über Hunderte von Inseln im Philippinischen Meer, mit engen Verbindungen zu Chinas Erzfeind und US-Verbündeten Taiwan - macht Palau zu einer perfekten Wahl für noch mehr US-Militärstützpunkte.

Das ist nicht neu. Der Aufstieg Chinas und seine klaren Absichten, seinen militärischen Einfluss im Pazifik auszuweiten, hat die USA seit Jahren verärgert. Der "Pivot to Asia" von Barack Obamas Regierung im Jahr 2012 war die Geburtsstunde des neuen amerikanischen Glaubens hinsichtlich der bevorstehenden Herausforderungen, die in dieser Region auf sie warten. Die Nationale Verteidigungsstrategie von vor zwei Jahren war eine weitere Bestätigung dafür, dass sich der Schwerpunkt der US-Außenpolitik weitgehend vom Nahen Osten in den asiatisch-pazifischen Raum verlagert hat.

Die kompromissreiche Sprache, die in den 1980er und 90er Jahren zu einem Merkmal der chinesischen Außenpolitik wurde, wird nun von einem anderen Diskurs abgelöst, einem Diskurs der politischen Entschlossenheit und beispielloser militärischer Ambitionen. In seiner Rede auf dem historischen Kommunistischen Parteitag in Peking im Oktober 2017 erklärte Xi den Anbruch einer "neuen Ära", einer Ära, in der Entwicklung und Stärke synchronisiert werden müssen.

"Die chinesische Nation ... ist aufgestanden, reich und stark geworden. Es wird eine Ära sein, in der man China näher ins Zentrum rücken sehen und größere Beiträge für die Menschheit leisten wird", sagte er.

Montag, 26. Oktober 2020

Bolivien: Über 50 %der gewählten Parlamentarier sind Frauen

Ist das nicht phantastisch, wie immer mehr Länder der Welt in Sachen Demokratie und Frauen-Gleichberechtigung die westlichen arroganten kapitalistischen Råuberstaaten und vor allem die USA vorgeführt werden als waffen- und kriegsgeile Hinterwäldler und Dumpfbacken?

Laut der Karte der Frauen in der Politik 2020 der Interparlamentarischen Union und der Frauen der Vereinten Nationen rangiert Bolivien nach Ruanda und Kuba an dritter Stelle in der Welt, was die Vertretung von Frauen im Parlament betrifft.

 

Frauen sind im Parlament und im Senat in der Mehrzahl

Über 50 %der gewählten Parlamentarier sind Frauen

teleSUR

25. Oktober 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Nach den allgemeinen Wahlen in Bolivien am 18. Oktober, die von der Bewewgung für den Sozialismus (MAS) gewonnen wurden, gibt es in beiden Kammern – Paralament und Senat – eine starke weibliche Präsenz.

MAS hat im Senat die Majorität mit 21 Sitzen, von denen 10 von Frauen besetzt wurden. Die Bürger-Gemeinde gewann 11 Sitze, davon 7 für Frauen. We believe erhielten 4 Sitze, 2 davon Frauen.

Im Parlament sind 48.33 % Männer und 51.6 % wurden von Frauen gewonnen.

Die indigene Repräsentation wird von Frauen mit 57,14 Prozent angeführt werden. Auch unter den Vertretern i Senat sind 55,56 Frauen.

Eine bedeutende Anzahl gewählter weiblicher Abgeordneter sind neue Gesichter, was das Vertrauen der Wähler in ihre weiblichen Vertreter zeigt.

Laut der Karte der Frauen in der Politik 2020 der Interparlamentarischen Union und der Frauen der Vereinten Nationen rangiert Bolivien nach Ruanda und Kuba an dritter Stelle in der Welt, was die Vertretung von Frauen im Parlament betrifft.

Schaut euch dies kleine Twitter Video von Camila an (weiß nicht,wie man es hierher bekommt):

https://twitter.com/i/status/1320007352276439040

Quelle - källa- source



Sonntag, 25. Oktober 2020

Bolivien: Áñez bittet USA um 350 Visen nach dem Sieg von Arce

Das ist mal was ganz Neues. Eine Bande Faschisten macht einen Putsch, der zwar gelingt, aber nicht von Dauer ist, d.h. er ist in die Hose gegangen. Die Opposition gewinnt einen großen Wahlsieg. «Oh, bitte, bitte, Onkel Sam, ich und meine 349 Kollegen brauchen dringend ein Visa, weil es für uns jetzt sehr ungemütlich geworden ist. Wir können uns dann ja was Neues ausdenken. Bitte. Bitte. Es eilt.» Ein guter Tip für die Faschisten in Venezuela.

Bolivien: Áñez bittet USA um 350 Visen nach dem Sieg von Arce

TeleSur

25. Oktober 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Die siegesgewisse Áñez ... auf Betteltour.

Mit dem Sieg der Bewegung Auf dem Weg zum Sozialismus (MAS) bei den Wahlen in Bolivien am 18. Oktober hat die De-facto-Coup-Regierung unter dem Vorsitz von Jeanine Áñez nach Angaben eines in den USA ansässigen Netzwerks Visa aus den Vereinigten Staaten für ihre Beamten beantragt.

Der Journalist des NBC-Nachrichtensenders Tom Brokaw berichtete am Donnerstag über einen Brief von Jeanine Áñez, in dem sie 350 Visa für Beamte ihrer De-facto-Coup-Regierung bei der US-Regierung beantragt hat.

Der Bericht, der von der Kommunikationsplattform Resumen Latinoamericano zitiert wird, weist darauf hin, dass der Grund für den Antrag die Sorge ist, dass die bolivianische De-facto-Regierung von der Regierung des designierten Präsidenten Luis Arce Catacora strafrechtlich verfolgt wird.

Die Nachricht hat sich unter dem Titel in sozialen Netzwerken verbreitet: "Zeit zur Flucht?"

Am Sonntag gelang es dem Kandidaten der Bewegung Auf dem Weg zum Sozialismus (MAS), Luis Arce, die erste Runde der Wahlen in Bolivien zu gewinnen. Die Wahlen fanden 363 Tage nach dem von der Opposition inszenierten und von den USA unterstützten Staatsstreich statt, woraufhin Evo Morales als Präsident des Landes zurücktrat.

Dieser Triumph war möglich trotz der Bemühungen der De-facto-Regierung von Jeanine Áñez, die nach dem Staatsstreich vom November 2019 eingesetzt wurde, sich mit Maßnahmen wie der Verschiebung der Wahlen und der Unterdrückung von Führern und Sympathisanten der MAS in der Regierung zu verewigen.

Trotz ihrer Versuche, die Rückkehr der MAS an die Macht in Bolivien zu verhindern, sah sich Áñez sogar gezwungen, den durchschlagenden Wahlsieg von Morales' Partei anzuerkennen und beendete damit ihr Mandat mit mehreren unerfüllten Versprechungen und Akten von Verbrechen und Gewalt.

Nun ist die MAS nach einem Jahr an die Macht zurückgekehrt, mit der Verpflichtung, die schwerwiegenden Probleme zu lösen, unter denen die Andennation leidet, vor allem die Wirtschaftskrise.

Empfohlene Artikel:

Bolivia coup led by Christian fascist paramilitary leader and millionaire - with foreign support

Bolivia: President-elect  Calls for Organization of American (Puppet) States Almagro's Resignation


Quelle – källa - source

Freitag, 23. Oktober 2020

Ein bisschen Statistik à la GOOGLE

Ein bisschen Statistik à la GOOGLE

 

Dies habe ich jetzt so groß wie möglich eingestellt. Wie soll jemand wie ich mit beidseitigem grauen Star das lesen lönnen? Ich brauche das ja auch nicht zu lesen und die Leser auch nicht. Die sehen ja auf meiner Webseite die Gesamtziffer der Leser:

                                                        9 280 448

Die steht so seit Anfang des Jahres da, mal kommen 20 dazu oder 40 fallen weg (doch auf der offiziellen Statistikseite werden für den Monat im Schnitt 50000 hits angezeigt - Google-Mathematik), was jedem normalen Menschen ja zeigt, was dies für ein hundsmiserabler Blog ist, halt

                                                        VERY BAD

So steht es auch in der Kategorie 3, die Google für die ganz, ganz schlechten Blogs eingerichtet hat. Ich werde mir einen Stempel als GOOGLE-Gütezeichen anfertigen lassen. Dann kann Google noch ein paar Kategorien einrichten oder gleich eine namens ORKUS, in dem gewisse Blogs für immer wegtauchen.


Und nun Gute Nacht.

Kleines Potpourri: zwei gute News und eine schlechte

Kleines Potpourri: 2 gute News und eine schlechte - 

ihr könnt ja mal raten

Nr. 1

Syrien: Sechs Millionen Vertriebene sind in ihre Heimat zurückgekehrt
teleSUR/esf-MS
22. Oktober 2020

Am Donnerstag gaben die syrischen Behörden bekannt, dass sechs Millionen Vertriebene in ihre verschiedenen Teile des Landes zurückgekehrt seien (ihr seht also, dass die Menschen nicht versessen darauf sind, sich in Europa niederzulassen. D.Ü.)

                Assad beim Bad in der Menge - seht ihr Bodyguards? Ich nicht.

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Die Kommunistische Partei Chinas stellt das Volk an erste Stelle

Kim Petersen

21. Oktober 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth


Wo immer wir eine Seele aus einem Leben in Armut befreien,

verteidigen wir die Menschenrechte. Und wann immer wir in

dieser Mission versagen, versagen wir die Menschenrechte.

- Kofi Annan, ehem. Generalsekretär der Vereinten Nationen



In der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es unter anderem, dass "... die Menschen Freiheit von Mangel ... genießen sollen", was "als höchstes Bestreben des gemeinen Volkes verkündet wird.”

In der Präambel der UDHR heißt es weiter, dass "die grundlegenden Menschenrechte in der Würde und im Wert der menschlichen Person ... festgelegt wurden, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensstandards in größerer Freiheit zu fördern".

Artikel 25(1) umreißt, wovon jeder Mensch rechtmäßig Gebrauch machen sollte:

“Jeder Mensch hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Dienste, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität, Verwitwung, Alter oder anderweitigem Mangel an Lebensunterhalt durch Umstände, die sich seiner Kontrolle entziehen.”

Dementsprechend würde jeder, dem die in Artikel 25(1) aufgeführten Rechte fehlen, in einem gewissen Grad von Armut ausgelegt werden.

Glücklicherweise hat sich die UNO zur Beendigung der Armut verpflichtet, und sie behauptet, dass sie seit 2000 Fortschritte in dieser Richtung gemacht hat. Philip Alston, der UN-Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte, hat jedoch einen Affenschreck in entschiedenen Einspruch dagegen erhoben, dass die extreme Armut kurz vor der Ausrottung stünde, basierend auf dem von der Weltbank gemessenen Maß der extremen Armut. Sein Bericht kommt zu dem Schluss, dass genauere Messungen nur einen leichten Rückgang im Kampf gegen die Armut in den letzten dreißig Jahren anzeigen.

Der derzeitige UN-Sonderberichterstatter für extreme Armut und Menschenrechte, Olivier De Schutter, wies in seinem Bericht vom September 2020 auf Herausforderungen im Umgang mit Armut wie die COVID-19-Pandemie hin und "wie der Klimawandel verheerende Folgen für Menschen in Armut haben wird".

In den kapitalistischen Vereinigten Staaten enthüllten die Statistiken von 2019, dass 19,5 % der Amerikaner in Armut leben, ein Rückgang um 1.3 % gegenüber 2018 – die niedrigste veröffentlichte Zahl seit Beginn derartiger Schätzungen 1959.

Gegenwärtig wird die Armutssituation durch COVID-19 noch verschärft, zusammen mit der Tatsache, dass es etwa 26 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung gibt (Zahlen für 2019).

Auch das kapitalistische Kanada, das über eine universelle medizinische Versorgung verfügt, kämpft weiterhin mit Armut. Dies zeigt sich in der Ausbreitung von Zeltstädten - ein Zeichen für Obdachlosigkeit. Leider wird diese Armut nicht immer mit Mitgefühl für die Unterdrückten begrüßt.

Ungeachtet einer Vielzahl westlicher Milliardäre und einiger westlicher Unternehmen, die in den Fortune 500 gelistet sind, lässt sich moralisch argumentieren, dass eine Gesellschaft, die die Armen in einem Meer des Überflusses versinken lässt, gelinde gesagt eine unglückliche Gesellschaft ist.

Stellen Sie sich stattdessen einen Ort vor, an dem jeder ein Zuhause hat, Wasser und reichlich nahrhaftes Essen, angemessene Kleidung, und niemand muss befürchten, verletzt oder krank zu werden und keine medizinische Versorgung zu erhalten. Wenn eine Nation es schaffen würde, eine mitfühlende Gesellschaft zu werden, in der die Grundbedürfnisse aller Menschen erfüllt werden, sollte sie dann nicht von den Dächern der Welt ausgerufen werden? Sollten nicht auch andere Länder prüfen, wie sie solche Menschenrechte für alle ihre Bürger erreichen könnten?

Es ist jedoch nicht nötig, ihn sich nur vorzustellen, denn es gibt einen solchen Ort, der bald frei von Armut sein wird. Aber auf den Dächern ist es weitgehend still. Warum? Weil eine solch monumentale Leistung von den kapitalistischen Ländern der Welt nicht gefeiert wird. Tatsächlich hat der selbsternannte Führer der so genannten Freien Welt (wenn auch nicht armutsfrei) den Ausrotter der Armut zum Feind des Tages erklärt.

In den USA wird die Bezeichnung "Kommunist" von Präsident Donald Trump und seinen Beamten als Abwertung verwendet.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte: "Wir gewährten der Kommunistischen Partei Chinas und dem Regime selbst eine wirtschaftliche Sonderbehandlung, mussten aber erleben, dass die KPCh als Eintrittspreis Schweigen über ihre Menschenrechtsverletzungen für westliche Unternehmen verlangt, die sich in China niederlassen.“

Dienstag, 20. Oktober 2020

Evos Parole ‘Wir kommen wieder’ hat sich bewahrheitet

Einar Schlereth

20. Oktober 2020

Evos Parole ‘Wir kommen wieder’ hat sich bewahrheitet

 

                                Evo Morales kündigt seine Rückkehr an ...

Farooque Chowdhury hat auf countercurrents.org einen begeisterten Brief über die angesagte Rückkehr von Evo Morales und den Sieg des Finanzministers Luis Arce in der vormaligen Regierung von Evo Morales geschrieben. Er war nicht allein – auch in Kuba, in Mexico, in Venezuela und an vielen anderen Orten der Welt wurde gejubelt und gefeiert.

Ehrlich gesagt, hatte ich nicht felsenfest daran geglaubt; ich rechnete eher mit einem Blutbad. Gewiss gab es Streiks und riesige Demonstrationen fast täglich, die manchmal von Polizei und Armee brutal angegriffen wurden, aber nie aufgelöst werden konnten. Die Polizei wagte sich sogar nach Potosí hinein, das Zentrum der Bergarbeiter hoch in den Anden und stellte ein Massaker an. Auch wenn alle diese Aktionen gewissermaßen zaghaft waren, weder Panzer oder Luftwaffe eingesetzt wurden, hatte ich ständig das Gefühl, dass die Regierung noch etwas in der Hinterhand hatte.

Gleichzeitig wurde aber deutlich, dass die Putschregierung kein Konzept, keinen Plan hatten. Sie schafften die Gesetze von Evo Morales ab und brachten es fertig, in wenigen Monaten die Wirtschaft gegen die Wand zu fahren. In kurzer Zeit brach Hunger aus, womit sich die Putschisten selbst ein Armutszeugnis ausstellten. Das Regime wurde schließlich gezwungen, Wahlen auszuschreiben, da es ja ständig von Demokratie quatschte. Aber gab es wirklich Putschisten, die angesichts der protestierenden Volksmassen daran glaubten, eine Wahl zu gewinnen?

Das machte mich andererseits so misstrauisch. Ich hielt es einfach für unwahrscheinlich, dass sich das US-Empire den saftigen Brocken entreißen lassen würde, der immerhin mit einigem Aufwand und US-Kapital-Interessen gewonnen wurde (man denke an die gewaltigen Lithium-Vorkommen im Alto Plano).

Irgendetwas muss passiert sein, was einen Rückzieher nötig machte. Erstens ist halb Südamerika in Aufruhr. Es brodelt in der US-Bastion Kolumbien, in Ecuador, wo die USA auch einen soft-Putsch gemacht hatten, in Peru, in Chile und in Venezuela sind alle Putschversuche gescheitert. Auch in Mittelamerika hat die USA an Boden verloren. Der blutige Putsch in Honduras ist nicht vergessen. Ebensowenig die Aufstandsversuche in Nicaragua. Nun ja, und wie sieht es in den USA selbst aus? Dort kündigt sich ein Debakel erster Ordnung an. Viele Kommentatoren sprechen nur noch von Bananenrepublik oder 3. Weltland.

Aber auch in Bolivien muss etwa schief gelaufen sein. Es ist zu vermuten, dass auf die Armee kein Verlass ist. Sie besteht überwiegend aus Indios, die in ihrer Mehrheit wohl nicht bereit sind, gegen iher Volksgenossen zu marschieren, zumal sie wahrlich nicht im Luxus leben. Was manch einer dem Evo nach dem Putsch vorgeworfen hat, dass er sich offenbar keine Basis in der Armee verschafft hat, ist scheinbar nicht die ganze Wahrheit. Evo hat allein durch seine Rhetorik den Indios ein Selbstwertgefühl vermittelt, das sie in der langen Kolonialgeschichte nirgends erfahren haben. Schließlich war Evo Morales der erste indigene Staatschef eines Landes in Amerika, der es nicht nur geschafft hate, sein Land aus der Armut zu führen, eine beispielhafte wirtschatliche Entwicklung einzuleiten, sondern auch den Menschen ihre Kultur, ihre Sprache, ihre ureigenen Werte zurückzugeben. Ich nehme also an, dass dies bei den einfachen Soldaten auch Anklang gefunden hat.

Ich hoffe, dass wir in den kommenden Monaten eine ganze Menge Hintergründe erfahren werden, die bislang unter dem Teppich gehalten wurden. Und ich hoffe auch, dass Luis Arce und Evo eine erfolgreiche Politik führen werden.


Montag, 19. Oktober 2020

EU und die Landwirtschaft UND die Rettung der Zivilisation

Hier lege ich einen screenshot rein, von den We move -Leuten, der zu dem nachfolgenden Artikel passt:

Man sollte jede Aktion biligen oder unterstützen, aber besser ist es auf jeden Fall, Informationen und Begründungen zu liefern. Landwirtschaft ist für mich und viele andere schon in den 80-ern des vorigen Jahrhunderts wichtig gewesen. Damals halfen wir Bauern, die ihren Hof zum Öko-Betrieb umwandeln worden, mit praktischer Hilfe ein-oder zweimal die Woche. Die Initiative ist verschwunden, aber immer mehr Klagen treten sogar in den normalen Medien auf, über die rapide sinkende Nahrungsmittel-Qualität. Machen wir uns nichts vor: Wir füllen unsere Bäuche überwiegend mit Stroh und zusätzlich mit Vitaminen und Mineralien. Und das ist nicht ein wahres Naturprodukt. Dies wird hier von Wilkin erläutert. Aber mit seinen Abhilfe-Vorschlägen bin ich nicht einverstanden. Im Kapitalismus-Rahmen hat es nie und wird es niemals funktionieren. Beispiele müssen wir uns in progressiven und sozialistischen Ländern wie Venezuela, Kuba und China suchen, die landesweit auf ökologischen Ackerbau zurückgreifen.

Die Rettung der Zivilisation spottbillig

Donovan C. Wilkin

17. Oktober 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

                                        Normale Kinder lieben Dreck....

Außer aus Fels, Wasser und Eis besteht unsere Welt ausschließlich aus Ökosystemprodukten und -dienstleistungen, jenen biologisch essentiellen Konstruktionen der Ökosphäre, die alles am Leben und funktionieren erhalten. Aus unserer kurzsichtigen menschlichen Perspektive neigen wir dazu, diese als globale Gemeingüter zu betrachten, als menschliche Ökosystemleistungen, die den Menschen am Leben und Funktionieren erhalten. Dabei wird die Tatsache ignoriert, dass es genau dieselben globalen Ökosystemleistungen sind, die alles andere am Leben erhalten, dass wir Menschen nur ein Teil einer riesigen interdependenten globalen Gemeinschaft sind. Wir zeichnen uns weitgehend dadurch aus, dass wir nachweislich in der Lage sind, die komplexesten Produkte und Dienstleistungen des Ökosystems auf globaler Ebene völlig zu überwältigen und uns dabei möglicherweise selbst zu zerstören.

Eine idealisierte Liste der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen des Ökosystems, deren Ausbeutung das Überleben der Menschheit jetzt noch problematischer macht, enthält sauberes Wasser, atembare Luft, ein gemäßigtes Klima; ein gesundes Gleichgewicht von Kohlendioxid, Sauerstoff und Stickstoff in der Atmosphäre; ein Überfluss an Nahrung von Pflanzen und Tieren mit gesundheitsfördernden Konzentrationen an Nährstoffen und Mikronährstoffen; eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, Fischerei, Bestäuber- und Mikrobengemeinschaften, die für eine ökologische Stabilität sorgen, die Ausbrüche von Krankheiten und Schädlingen mildert; Wälder und Forste als Baumaterial und schließlich als Brennstoff zum Heizen und Kochen nach dem Kohlenstoffeinsatz; Hochwasserschutz; Dürrebekämpfung; Bekämpfung von Waldbränden; ein wirksamer Boden-Kohlenstoff-Schwamm, der die Evapotranspiration nährt und verlässliche Niederschläge und Kühlung fördert; Grundwasser und die Wiederauffüllung tiefer Grundwasserleiter; Bodenstabilisierung; Nährstoffrückhalt und -recycling in der Landwirtschaft; und in jüngster Zeit Kohlenstoffbindung zur Eindämmung des globalen Klimawandels.

Jedes dieser kritischen Produkte und Dienstleistungen wird direkt durch die Gesundheit des grundlegendsten erneuerbaren Aktivpostens der Erde vermittelt und hängt von dessen Gesundheit ab, sowohl von der Natur als auch von der Landwirtschaft, der wichtigsten Nutzpflanze der Erde, ihrem Boden-Kohlenstoffschwamm, der organischen Bodensubstanz oder dem Humus, der ultimativ wesentlichen symbiotischen Ressource für alles Leben auf dem Land. Bedauerlicherweise wurden drei Viertel dieser Ressource sowie drei Viertel der einheimischen Wälder und Waldflächen der Welt durch kurzsichtige extraktive Landwirtschaft, Viehzucht und forstwirtschaftliche Praktiken eliminiert. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) schätzt, dass der Rest in weiteren 60 Jahren beseitigt werden könnte.

Offener Brief: Stimmungsverändernde Medikamente & Alleinverfügungsgewalt über 10.000 Hiroshima-Bomben u. a.

Ursula Mathern_____________________________________________Merxheim, 17.10.2020
 

 Ursula Mathern            Bachstr. 24        55627 Merxheim         u.mathern@gmx.de


An
die Bundesverteidigungsministerin
Frau Annegret Kramp-Karrenbauer
kah@cdu.de