Mittwoch, 13. Dezember 2017

Auf welcher Basis kann Nordkorea den USA trauen?


Man glaubt immer, das Meiste über Nordkorea zu wissen, aber dann tauchen plötzlich wieder neue Sauereien der Amis auf. Man lernt halt nie aus. Einige kleinere Fehler haben sich aber auch hier eingeschlichen. Das UN-Kommando war ein fake. Die UNO hatte nie zugestimmt. Und dass Nordkoreas Regierung ihre Untertanen miserabel behandelt, das gehört auch zu den Märchen, die den Amis erzählt werden. Alle Freunde, die in Nordkorea waren, erählten in Wort und Bild das Gegenteil. Und die Überwachung der Menschenrechte in Nordkorea soll wohl ein Witz sein. Wie sind denn die Südkoreaner unter ihren brutalen Diktatoren behandelt worden? Aber davon haben die Amerikaner auch so gut wie nichts erfahren.


Auf welcher Basis kann Nordkorea den USA trauen?


Kristin Christman

11. Dezember 2017



Aus dem Englischen: Einar Schlereth
Wohnsiedlungen in Pjöngjang, nachdem die USA 95% aller Wohnhäuser zerbombt hatte.
Die Amerikaner lernen, dass Nordkorea ein Aggressor ist, der gegen internationale Vereinbarungen verstößt und nicht verhandelt. Solange das Land nicht seine Atomwaffen abschafft, wird uns gesagt, müssen die USA ihre Friedensvorschläge weiterhin ablehnen.

Immerhin zog sich Nordkorea 2003 aus dem Vertrag von 1968 über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) zurück. Seine anschließenden Atom- und Raketentests verletzten das Waffenstillstandsabkommen des Koreakrieges von 1953 und den vereinbarten Rahmen von 1994, in dem Nordkorea zugestimmt hat, sein Atomwaffenprogramm zu beenden.

Es klingt alles so prinzipientreu und praktisch, bis man merkt, dass wir nur die halbe Wahrheit erfahren. Und wenn man eine einseitige Geschichte malt, bekommt man nie eine zweiseitige Lösung.

Lasst uns über Verletzungen sprechen. Der Paragraph 13d des Waffenstillstandsabkommens verbietet, neue Arten von Waffen auf die Koreanische Halbinsel zu bringen.

Bis 1958 hatten die USA damit begonnen, gegen das Abkommen zu verstoßen, indem sie Honest John Atomraketen und Atomkanonen nach Südkorea reinholten. Innerhalb eines Jahres wurden atomare Sprengminen und Matador-Raketen mit Atomsprengköpfen installiert. US-Hubschrauber flogen routinemäßig mit Atomwaffen in der Nähe der DMZ. In den 1960er Jahren hatten die USA fast 950 Atomwaffen nach Südkorea entsandt.

In flagranter Verletzung des Waffenstillstands und des Nichtverbreitungsvertrages haben die USA frühzeitig Nuklearwaffen für künftige Konflikte gegen Nordkorea als Eckstein ihrer Strategie einbezogen. Warum? Weil Nordkorea keine Atombomben hatte, um sich zu wehren. Und weil es billiger war, Atombomben statt Truppen aufzustellen.

Wie konnten die US-Atombomben der Überwachung durch die internationalen Inspektionsteams entgehen, die mit der Durchsetzung der im Waffenstillstand festgelegten Waffenbegrenzungen beauftragt waren?

Als das U.N.-Kommando Nordkorea nicht überreden konnte, Paragraph 13d gegenseitig aufzuheben, ließ Präsident Dwight Eisenhower die Inspektionsteams aus ganz Korea abziehen, indem er falsche Beweise gegen sie ausgedacht hatte. Dann behauptete das U.S.-dominierte U.N.-Kommando, dass Nordkorea gegen Paragraph 13d verstoße, und wies darauf hin, dass man sich nicht mehr daran gebunden fühle - und schon wurden massenhaft Atomwaffen eingeführt.

Nordkorea verurteilte die Aufhebung des Paragraphen 13d als Versuch, den Waffenstillstand zu zerstören und Südkorea in eine US-Kernwaffenbasis zu verwandeln.

US-Politiker trauen Nordkorea nicht. Aber auf welcher Grundlage kann Nordkorea den USA vertrauen? Welches Abkommen mit Nordkorea hat die USA jemals nicht verletzt?

1991 zog Präsident George W. Bush Atomwaffen aus Südkorea zurück, weil präzisionsgelenkte konventionelle Waffen nützlicher wurden. Der US-Atomschirm blieb bestehen, und die USA zertrampelten die Waffenstillstandsbedingungen weiter, indem sie Südkoreas ballistische Raketen unterstützten, Patriot-Raketen aufstellten und ein Raketenabwehrsystem installierten.
Welches Abkommen auch immer diskutiert wird, so ist immer das gleiche Verhalten ist zu beobachten: Die USA sehen ihre eigenen Verletzungen nie als falsch an.

Diejenigen, die die umstrittenen US/Südkorea Key Resolve Atomkriegssimulationen unterstützen, bestehen darauf, dass die Abschreckung einer nordkoreanischen Invasion die Kräfte der USA/Südkorea benötigt, um das nordkoreanische Militär schnell zerstören zu können, bevor es großen Schaden anrichtet. Doch solche Ungleichheiten in der militärischen Stärke provozieren Angst, nicht Frieden.

Versetzt euch doch mal in Nordkoreas Lage. Kim Jong Un hält daran fest, dass eine Invasion v on USA/Südkorea am besten abgeschreckt werden kann, wenn Nordkorea über eine starke militärische Kapazität verfügt, die zurückschlagen kann. Die USA haben eine Geschichte der Invasion und Absetzung von Führern in militärisch schwächeren Nationen, einschließlich Irak, Afghanistan, Iran, Kongo, Chile, Guatemala, etc. Also, was ist so verrückt daran, dass Nordkorea versucht, eine weitere US-Invasion abzuwenden?

Und wie kann man erwarten, dass Nordkorea abrüstet, wenn man davon spricht, Kim zu stürzen, und die Kriegsmanöver der USA und Südkoreas könnten vor einer Invasion schützen? Ja, die Kim-Dynastie hat sich gegenüber Nordkoreanern abscheulich verhalten, aber ihre Grausamkeit beweist nicht, dass Nordkoreas Sorgend ungerechtfertigt sind. Inwieweit hat die Angst Nordkoreas vor Invasion oder politischer Ermordung die internen Spannungen verschärft?

Ein gemeinsam ausgehandeltes Abkommen muss nicht nur die Sorgen der USA, sondern auch die Bedürfnisse Nordkoreas für Überleben, Souveränität, einen Friedensvertrag und gegenseitiger atomarer Abrüstung, Nahrung, Zugang zu Energie - einschließlich der 23 Jahre verzögerten Leichtwasserreaktoren - wirtschaftlicher Entwicklung und die diplomatischen Beziehungen berücksichtigen.

Jede Vereinbarung zur "Öffnung Nordkoreas" muss sicherstellen, dass Nordkoreaner nicht zu billigen Arbeitskräften für ausländische Profiteure werden, dass Nordkoreas natürliche Ressourcen sich nicht die Ausländer aneigne und dass die koreanische Identität und Werte nicht durch westliches Konsumverhalten, Individualismus und hektisches Leben umgedreht werden.

Südkoreanische Ängste vor Nordkorea und der USA sollten angegangen werden, einschließlich der Befürchtung, dass die Regierung Südkoreas die US-Regierung mehr repräsentiert als die Südkoreaner, von denen viele gegen US-Militärstützpunkte, Südkoreas Truppeneinsatz im Irak, Waffensysteme und Atomkriegssimulationen protestiert haben.

Schließlich muss das Abkommen auch die Ausbildung und Überwachung der Menschenrechte umfassen, denn die Regierung Nordkoreas muss ihr Volk mit der Freundlichkeit und Wahrhaftigkeit behandeln, mit der sie von der Welt behandelt werden möchte.

Experten wissen, dass gemeinsam ausgehandelte Abkommen Bestand haben, nicht wie mit Gewalt geschlossene Abkommen, bei denen die eine Seite mit "diplomatischem" Druck, Vorbedingungen und Sanktionen die andere Seite bedrängt.

Denkt an die kubanische Raketenkrise. Wir lernen Präsident Kennedy für seine waghalsige Politik und die Drohung mit Atomkrieg zu bewundern, die angeblich den sowjetischen Premier Chruschtschow dazu verleitet hat, mit seinen Raketen nach Hause zu fliegen. Aber in Wirklichkeit hat er in einem geheimen Deal zugestimmt, US-Jupiter-Raketen in der Türkei und Italien im Austausch für sowjetische Entfernung von Raketen in Kuba zurückzuziehen. Außerdem haben die USA versprochen, Kuba nicht zu invadieren. [HAHAHA! D.Ü.]

Es war nicht die Drohung, die wirkte,sondern die Reduzierung der beiderseitigen Ängste.


Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Das stimmt wohl Alles.
    Aber Staaten wie Nordkorea und Iran haben es schwer, ihre Position auf westlichen (d.h. VS-hörigen) Medien zu verbreiten. Sie werden schlicht zensiert!

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  2. OT: Von jemanden, der in Schweden lebt, würde ich gerne erfahren, ob Berichte wie dieser stimmen: https://michael-mannheimer.net/2017/12/13/schweden-radikale-muslime-verjagen-links-feministinnen-aus-eigenem-wohnviertel/

    Ist es in Schweden schlimm, oder nur in den Großstädten?

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    1. Ich weiß zwar nicht, was dies mit einem drohenden Atomkrieg zu tun hat - was wohl eine Bedrohung einer anderen Dimension ist - aber natürlich gibt es solche Deppen und Fanatiker auch hier. Aber das so aufzublasen, wie ihr das tut, zeugt nicht von Intelligenz. Damit macht ihr denen einen großen Gefallen.

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  3. Danke für die Antwort!

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