Freitag, 15. Januar 2021

Neue Studie: Nervenzellen-Verjüngung lässt blinde Mäuse sehen

Mit Dank an bild.de übernehme ich diesen Artikel. 

Denn es gibt eine ganze Menge Menschen, die gerne unsterblich werden wollen und viele, die die Nase voll haben und gerne abtreten, um das Elend nicht mehr mit ansehen zu müssen. Zu denen gehöre ich auch.

Neue Studie: Nervenzellen-Verjüngung lässt blinde Mäuse sehen

Bild.de Redaktion

2.12.21

Es wäre ein kleiner Durchbruch in der Altersforschung …

Forscher fanden bei Mäusen heraus, dass sich durch eine Reprogrammierung Nervenzellen verjüngen lassen

Nervenzellen des Gehirns sind zu Beginn des Lebens anpassungsfähig und können sich so nach Verletzungen regenerieren. Die Fähigkeit geht mit der Reifung des Gehirns allerdings in fast allen Hirnregionen verloren. Wissenschaftler kehrten diesen Alterungsprozess jetzt um.

Durch Experimente in Sehnerven von älteren Mäusen fand das internationale Team aus Altersforschern heraus, dass sich der frühe Status zurückgewinnen lassen könnte ‑ indem Nervenzellen reprogrammiert werden!

Die im Fachjournal „Nature“ veröffentlichte Studie geht dabei auf die Idee der sogenannten Horvath-Clock zurück, mit der das biologische Alter eines Organismus anhand bestimmter, epigenetischer Muster auf der DNA bestimmt und dessen zukünftige Gesundheit und Lebensspanne vorausgesagt werden kann.

Diese epigenetischen Muster entstehen unter anderem durch sogenannte Methylierungen, also chemische Gruppen, mit denen das Erbgut während der Embryonalentwicklung bestückt wird. Sie regeln die Aktivität der Gene. Ihr Muster und damit auch die Zellfunktionen verändern sich im Laufe des Lebens, da gewisse Gene nur in bestimmten Lebensabschnitten gebraucht werden. Manche Funktionen gehen beispielsweise im Alter verloren, obwohl die eigentliche Information weiterhin in den Genen verankert ist.

Mäuse konnten wieder sehen

In ihrer Studie verjüngten die Wissenschaftler Neurone des zuvor verletzten Sehnervs der alten Mäuse, indem sie mithilfe einer Gentherapie drei sogenannte Transkriptionsfaktoren in den Zellen aktivierten. Ergebnis: Die Methylierungsmuster auf dem Erbgut wurden so verändert, dass es dem junger Mäuse glich.

Dadurch erlangten die reprogrammierten Zellen offenbar ihre ursprüngliche Fähigkeit zurück, sich nach einer Verletzung regenerieren zu können – im Fall der Experimente nach einer Augenerkrankung oder einer mechanischen Verletzung.

► Labormäuse mit einem induzierten grünen Star (Glaukom) reagierten nach der Behandlung wieder auf optische Reize und konnten sich immerhin anhand von Mustern in einem Raum orientieren, woraus die Forschenden auf ein wiedergekehrtes Sehvermögen schließen.

Was bedeutet das für den Menschen?

In einem parallel veröffentlichten Begleitartikel kommt der Autor Andrew Huberman zu dem Schluss, dass diese Studie eine neue Ära der Medizin einleiten würde, gealterte und geschädigte Gehirne therapieren zu können.

„Die Studie ist technisch sehr hochwertig und zeigt auf, dass das Epigenom tatsächlich ein gutes Ziel sein kann, um altersbedingte Erkrankungen zu therapieren. Ein ähnlicher Ansatz wurde bereits vor einigen Jahren benutzt, um das grundsätzliche Potenzial dieser Vorgehensweise zu demonstrieren“, sagt Dr. Peter Tessarz, Leiter der Arbeitsgruppe Chromatin and Ageing, Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln.

Diese Studien würden vor allem deutlich machen, dass alte Zellen grundsätzlich alle Informationen haben, genauso wie auch junge Zellen, die Information jedoch nicht richtig genutzt wird. „Das Besondere in der vorliegenden Studie ist jetzt jedoch, dass man den Eingriff ins Epigenom gezielt über die Infektion mit harmlosen Viren erreichen kann, was die Möglichkeiten dieses Forschungsansatzes potenziell vergrößern könnte“, ergänzt der Biologe.

Mehr Tests notwendig

„Die Studie weckt sicherlich große Hoffnungen für die regenerative Medizin, allerdings muss der Effekt zunächst in größeren Fallzahlen und unabhängigen Laboren bestätigt werden“, sagt Prof. Dr. Dr. Wolfgang Wagner, Leiter des Lehr- und Forschungsgebiets Stammzellbiologie und Cellular Engineering, Uniklinik RWTH Aachen.

Außerdem sei unklar, ob die gesteigerte Regeneration eher auf einer Reaktivierung der Stammzellen oder im Zusammenhang mit Verjüngungseffekten steht. „Es wird spannend sein zu überprüfen, ob sich ein regenerativer Effekt dann auch auf andere altersassoziierte Erkrankungen übertragen lässt“, so Wagner.

► Und auch Dr. Peter Tessarz mahnt zu Geduld: „Ob und wie sich die Ergebnisse dieser Studie auf andere Erkrankungen oder Gewebe im Alter übertragen lassen, ist leider noch nicht absehbar; das Gleiche gilt für die Übertragbarkeit auf den Menschen …“

Quelle - källa - source

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