Sonntag, 30. September 2012

Ölverschmutzung: Französischer Öl-Gigant TOTAL verurteilt


ENDLICH einmal werden ein paar Schurken zur Verantwortung gezogen. Doch Kritiker fanden, dass dieses Urteil außerordentlich milde war. Diesen Eindruck hatte ich auch, als die große Zahl der Kläger las und die Dauer bis zur Erholung der betroffenen Gebiete bedachte. Es ist schon eigenartig, dass gegenüber den großen Verbrechern man immer Nachsicht walten lässt, statt mit äußerster Strenge gegen sie vorzugehen. Angesichts des Umfangs der Gewinne, die diese Ölgiganten einstecken, bezahlen sie diese Summe doch aus der Portokasse. Total ist allerdings nicht wie BP in den USA mit Samthandschuhen angefasst worden.


Countercurrents.org
28. September 2012
Das Kassationsgericht, Frankreichs höchste Berufungs-Gericht bestätigte die Verurteilung des Energie-Giganten Total wegen Nachlässigkeit bei dem Schiffsunglück des Öltankers Erika 1999.
Der Bericht von Robert Myles „Erika Öl-Katastrophe – Frankreichs höchstes Gericht bestätigt Verurteilung“ vom 27. September 2012 informiert:
Das Auslaufen des Öls nach dem Sinken der Erika in internationalen Gewässern vor der Westküste Frankreichs verursachte eine nie dagewesene Umwelt-Katastrophe an großen Teilen von Frankreichs Atlantik-Stränden.
Total war zuvor schuldig befunden wurden, Unterhalt-Probleme nicht beachtet zu haben, als man die Erika charterte, einen 25 Jahre alten Tanken, der sich als Rostschüssel herausstellte. Am 12. Dezember 1999 erlitt die Erika Schiffbruch und brach auseinander, bevor sie 75 km vor der Bretagne im Nordwesten Frankreich sank.


So etwas rührt die Ölbosse keineswegs
Danach liefen etwa 30 000 Gallonen [ca. 120 000 l, doch in EuroNews sah ich, dass dort von 200 000 Tonnen die Rede ist. Klingt auch wahrscheinlicher. D. Ü.] Schweröl in die stürmische See und verteilten sich auf 400 km Küstenlinie der südlichen Bretagne mit dem größten Mündungsgebiet von Frankreichs größtem Fluss, der Loire und entlang der Vendée-Küste, ein beliebtes Tourismusgebiet. Zehntausende Seevögel gingen zugrunde und einige der schönsten Strände Frankreichs lagen verwaist. Die ökonomischen Folgen der Öl-Leckage trafen nicht nur den Tourismus sondern auch die Fischerei, ein Standbein der örtlichen Ökonomie, die zum Stillstand kam, weil der Verzehr von Schellfisch aus dem verseuchten Gebiet verboten wurde. In manchen Gebieten dauerte es Jahre, bis sich die örtliche Ökonomie erholte.
Die Prozess-Schlacht kulminierte 2010, als ein Berufungs-Gericht in Paris Total zu einer Strafe von 375 000 € verurteilte und eine Kompensation von 200 Millionen € einer Anzahl von zivilen Klägern, dem französischen Staat und örtlichen Kooperativen und zahlreichen betroffenen Kommunen zusprach.
Als 2008 der Fall erstmals vor einem französischen Gericht verhandelt wurde, sind alle – Total, die italienische Zulassungsbehörde RINA, die das Schiff seetüchtig fand, Erikas Besitzer Giuseppe Savarese und der Schiffshändler Antonio Pollara - verurteilt worden. Das Urteil erkannte wohl die Risiken in der Schiffahrt an, aber war der Meinung, dass Total „es an Vorsicht mangeln“ ließ und nicht „das Alter des Schiffes“ und „die Unterbrechung der Technik und des Unterhalts“ berücksichtigt hätte.
Total versuchte zu argumentieren, dass das Schiff in internationalen Gewässern gekentert sei, wo die französischen Gerichte keine Jurisdiktion hätten. (Obwohl das Schiff in internationalen Gewässern kenterte, sank es in Frankreichs exklusiver ökonomischen Zone.)
Der Fall Erika war die Ursache, dass er zu einer neuen EU-Gesetzgebung zur Regulierung des See-Transports von Gütern und Rohstoffen kam und half, das Prinzip „der Verschmutzer zahlt“ zur Geltung zu bringen.
Eine Anwältin der Kläger, Corinne Lepage, sagte zu Euronews: „Dies ist ein großer Tag für alle Verteidiger der Umwelt. Weil das Berufungs-Gericht das Urteil des französischen Gerichts bestätigt. Es fand, dass Total das Vergehen der Rücksichtslosigkeit begangen habe und daher den zivilen Schaden bezahlen müsse.“ Bruno Retailleau, Führer des Rates der Region Vendée, die am schlimmsten von der Katastrophe betroffen wurde, sagte, dass dieses Urteil demonstriere, „dass das Meer kein gesetzloser Ort sei, nicht ein Ort der Straflosigkeit“.

Quelle - källa - source

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