Donnerstag, 20. September 2012

Die Umwelt – Antikriegsbewegung

Ich weiss, dass diese Art Artikel keine so große Begeisterung wecken, aber ich würde dennoch bitten, dass sich möglichst viele Leser diesen Artikel genauer anschauen (und vielleicht nochmal auf den Artikel 'Warnung an die Koreaner'
zurückgreifen, wo sich noch weitere Links finden, vor allem auch zu Fotos von dieser einmaligen Insel - auch siebtes Weltwunder der Natur genannt). Aus diesem Artikel wird deutlich, dass die Amis die Koreaner regelrecht geprügelt haben, um den Vertrag zu unterzeichnen. Und zum anderen die Politik der USA, mit voller Absicht fremde Kulturen zu zerstören, wie es besonders deutlich im Irak und Libyen geschehen ist. Bewusst suchen sie sich besondere kulturelle Schätze aus, wie die Insel Jeju oder die fast ebenso einmalige Insel Sokotra im Jemen, um Militärbasen hinzuknallen. Obendrein werden die Besatzer dann auf der Insel im Verhältnis zur Bevölkerung in einer Überzahl von 4 : 1 sein. Und wer weiss, wie sie auf der japanischen Insel Okinawa hausen und vergewaltigen, der muss die Menschen auf Jeju und Sokotra schon jetzt bedauern. Sehr deutlich wird hier auch das amerikanische Verständnis von Demokratie. Aber woher sollen sie es auch haben? Enttäuschend finde ich, dass man auf der unten stehenden Sponsorenliste gerade mal einen deutschen Namen findet (wo sich die Deutschen doch immer als Naturschützer par excellence sehen). Die sollten sich mal ein Beispiel bei den Südamerikanern nehmen.

David Swanson

12. September 2012

übernommen von: Warisacrime.org

Ereignisse in Südkorea brachten US- und internationale Umweltgruppen in eine Koalition mit Anti-Kriegsgruppen in seltener Opposition gegen die am meisten umweltzerstörenden Kräfte auf Erden: der militär-industrielle Komplex.

Das geschieht normalerweise nicht. Typischerweise widersetzen sich 'Gruppen für Bürgerrechte' Verhaftungen und Folter und Mord, die mit Militärausgaben einhergehen, aber nicht den Ausgaben selbst und nicht den Kriegen.

Typischerweise lamentieren Gruppen, die gegen Armut und für Erziehung sind, über den angeblichen Mangel an Geld, aber vermeiden es zu erwähnen, dass 57 % aller willkürlichen Bundesgelder in Kriegsvorbereitung und Kriege gesteckt werden. Typischerweise ist für Umwelt-Gruppen unser Spitzenverbraucher an Öl, Produzent von 'superfund sites' [Plätze, wo riesige Mengen giftiger Produkte gelagert, verbrannt, vergraben wurden und von der Umweltbehörde zur Säuberung gekennzeichnet sind. D. Ü.] und Vergifter der Erde tabu. Wir sind gegen Verschmutzung, aber nicht gegen Verschmutzung, die verursacht, dass Menschen noch schneller getötet werden.


Die Insel Jeju in Südkorea verändert dies. Eine koordinierte internationale Kampagne versucht, diese wunderschöne Insel vor der Zerstörung zu retten. Der Kongress der Weltnaturschutzunion (IUCN) 2012 findet auf der Insel Jeju statt – während nur 6 km auf der Insel entfernt im Dorf Gangjeong mit dem Bau einer riesigen Marinebasis der Vereinigten Staaten begonnen wird. Das Ausbaggern des Meeresbodens und der Korallen hat bereits begonnen. 94 % der Bewohner von Gangjeong haben gegen den Bau der Basis gestimmt.

Die außerordentliche biologische Vielfalt, die einzigartige vulkanische Topographie und die Kultur der Insel Jeju ziehen viele Touristen an. Das Meer von Gangjeong ist ein nationaler Kulturschatz neben einer Biosphärenreservat der UNESCO. Es gibt nur noch 114 Indopazifische Große Tümmler [eine Delphinart] in Korea und die leben hier – eine von vielen Arten, die durch den Bau der Basis bedroht werden.

Wenn die Basis gebaut wird, dann werden dort atom-getriebene U-Boote und Flugzeugträger stationiert und auch die raketenbestückten Kriegsschiffe Aegis. US-Steuerzahler werden die Kosten von Obamas „Drehpunkt“ im asiatischen Pazifik finanzieren, während die Bewohner von Jeju mit zerstörten Häusern bezahlen. Letztlich werden die Kosten für die Erde und das Risiko des Krieges von uns allen getragen.

Die Dorfbewohner sind bei friedlichen Protesten verhaftet worden. Polizei und Bauarbeiter haben ältere Menschen der Gemeinde attackiert, die einen großen Teil der Aktivisten bilden. Unsere Stimmen in Solidarität zu erheben, ist das Wenigste, was wir tun können. Aber Samsung, der Haupt-Bauauftragnehmer für den Bau der Basis, sponsert den Kongress der Weltnaturschutzunion (WCC), die bei der Eröffnung meinte, dass alles in Ordnung sei. Diese Behauptung wird bröckelig.

Von weit weg überschwemmen wir den WCC und Samsung mit Emails. Ihr könnt helfen. Lasst sie wissen, dass wir uns nicht hinters Licht führen lassen. Verlangt, dass Samsung den Bau stoppt und der WCC ablehnt.

Vor Ort haben die Aktivisten jeden einzelnen Teilnehmer des WCC auf die Zerstörung aufmerksam gemacht, die auf der Insel vor sich geht. Und eine Resolution von 34 Organisationen aus der ganzen Welt wird vorgelegt, um den Bau der Militärbasis zu stoppen.

Nehmt euch bitte die Zeit, die Resolution zu lesen und schaut euch die Liste der Unterzeichner an. Das wird der militär-industrielle Komplex auch tun.

WELT-APELL zum Schutz der Menschen, Natur, Kultur und des Erbes des Gangjeong Dorfes


ERKENNEND, dass das Dorf Gangjeong, auch bekannt als das Dorf des Wassers, auf der Insel Jeju, auch bekannt als Insel des Friedens, ein Küstengebiet ist, das tausende Arten von Pflanzen und Tieren beheimatet, Lavafelsen Frischwassergezeiten Pools („Gureombi“), vom Aussterben bedrohte Weich-Korallenriffe, Süßwasserquellen, Naturheiligtümer, historische Begräbnisstätten und beinahe 2000 einheimische Dörfler – Bauern, Fischer und Haenyo Frauen-Taucherinnen [die berühmten japanischen Perlentaucherinnen. D. Ü.], die nachhaltig seit beinahe 4000 Jahren mit dem umgebenden Meer und Erde leben;

BEACHTEND, dass das Gangjeong Dorf eine Ökologische Auszeichnung (vom Umweltministerium – ROK) erhalten hat von globaler, regionaler, nationaler und örtlicher Bedeutung, das seine Insel mit einem von der UNESCO entworfenen Biosphärenreservat und einem Globalen Geologischen Park teilt und in unmittelbarer Nachbarschaft zu drei Welterbe-Plätzen liegt und zahlreichen anderen geschützten Gebieten;

BEACHTEND, dass zahlreiche gefährdete Arten in und um das Dorf Gangjeong leben, wie der Boreal Digging Frog (Kaloula Borealis – auf der roten Liste bedrohter Arten der IUCN), die Red-footed Crab (Sesarma intermedium), die endemische Jeju Süßwasser Garnele (Caridina denticulate keunbaei) und die beinahe ausgerotteten Indopazifischen Tümmler;

BEACHTEND die globale Einzigartigkeit des Jeju Weichkorallen-Habitats, als Naturmonument 422 in Korea bezeichnet: der einzig in der Welt bekannte Ort mit der gemäßigten Octokorallen–Art, die ein blühendes Ökosystem auf einem Substrat von Andesit bildet, und eine ökologische Balance der Jeju marinen Umgebung und der Entwicklung der menschlichen Kultur des Gangjeong-Dorfes vor tausenden von Jahren;

UNTERSTREICHEND, dass von den 50 in Weichkorallen- Habitats nahe Gangjeong gefundenen Korallenarten 27 einheimische Arten sind und mindestens 16 bedrohte und geschützte Arten sind nach nationalen und internationalen Gesetzen, wie z. B. Dendronephthya suensoni, D. Putteri, Tubastraea coccinea, Myriopathes japonica und M. Lata;

DAHER BETROFFEN über den zivil-militärischen Komplex TOUR BEAUTY, eine 50 ha große Marinebasis Einrichtung, die innerhalb und in Nachbarschaft zum Gangjeong Dorf gebaut werden soll und schätzungsweise 8000 Mariners beherbergen soll und etwa 20 Kriegsschiffe, mehrere Uboote sowie Kreuzfahrschiffe;

BEACHTEND, dass das Referendum des Dorfes Gangjeong am 20. August 2007, an dem 725 Dörfler teilnahmen, eine 94 Prozent-Ablehnung erbrachte;

ERKENNEND, dass der Bau der militärischen Installation direkt und irreparabel nicht nur die Biovielfalt, sondern auch die Kultur, Ökonomie und die allgemeine Wohlfahrt des Dorfes Gangjeong, einen der letzten lebendingen Überbleibsel der traditionellen Jeju-Kultur, gefährdet;

BEACHTEND den ABSOLUTE PRESERVATION ACT für die Jeju Sonder-Selbstverwaltende Provinz (1991) und dass Gangjeong am 27. Oktober 2004 zur ABSOLUTE PRESERVATION AREA erhoben wurde: eine permanente Bezeichnung, die originalen Charakteristika einer Umwelt vor Fremdentwicklung zu schützen, wodurch Bauten verboten sind, die Form und Qualität des Landes verändern und öffentliche Gewässer reklamieren;

BETROFFEN, dass dieser Titel 2010 beseitigt wurde, um die Marinebasis zu erlauben und dass dieser Schritt rückwärts beim Umweltschutz das Prinzip der Nicht-Regression verletzt;

IN ERINNERUNG RUFEND die zahlreichen IUCN-Resolutionen und Empfehlungen, die festhalten, anerkennen, fördern und aufrufen für eine angemessene Durchsetzung von Naturschutzpolitik und Praktiken, die Menschenrechte, kulturelle Vielfalt und traditionelles Wissen indigener Völker respektieren in Übereinstimmung mit internationalen Abkommen;

BETROFFEN über Berichte, dass die Expertise zur Umwelteinwirkung (EIA) für den Bau der Basis fehlerhaft und unvollständig war und gut bekannte Prinzipien internationalen Rechts in Bezug auf EIA, Transparenz, Teilnahme der Öffentlichkeit und der Indigenen, das Recht zu wissen, sowie freie, rechtzeitige und informierte Zustimmung verletzt haben könnten;

BETROFFEN über die Zerstörung von Naturheiligtümern in und in der Nähe von Gangjeong, darauf verweisend, dass der Schutz von Naturorten eine der ältesten Formen von Kultur–basierter Erhaltung ist (Resolution 4038 Anerkennung und Bewahrung von Naturheiligtümern in Schutzgebieten);

ERKENNEND, dass es Aufgabe der IUCN ist, „zu beeinflussen, ermutigen und beizustehen Gesellschaften in der ganzen Welt, die Integrität und Vielfalt der Natur zu bewahren und sicherzustellen, dass jede Benutzung natürlicher Ressourcen ausgewogen und ökologisch nachhaltig ist“; und dass „Gleichheit nicht ohne die Förderung, den Schutz und die Garantie der Menschenrechte möglich ist“;

BEACHTEND die Resolution 3022 – die Befürwortung der Erd-Charta (Bangkok 2004) als „ethischen Führer für die Politik und das Programm der IUCN“ und dass die Militär-Installation jedem Prinzip der Erd-Charta widerspricht;

BEACHTEND die UN-Welt-Charta für die Natur (1982) und dass die Militär-Installation jedem der fünf Prinzipien zur Bewahrung widerspricht, von denen jedes menschliche Verhalten betreffs der Natur geleitet und beurteilt werden soll;

UND ALARMIERT von Berichten über politische Gefangene, Deportationen und Restriktionen der Freiheit der Versammlung und der Rede, wie Verhaftung von religiösen Führern, weil sie gegen die Marinebasis sprachen und sich für die Förderung des örtlichen, nationalen, regionalen und Welt-Naturschutzes und den Schutz der Menschenrechte aussprachen;

BEACHTEND Resolution 237 'Unterstützung von Umweltschutz-Verteidigern und „VERSTEHEND, dass die Teilnahme von nicht-Regierungs-Organisationen und individuellen Verteidigern wesentlich ist für die Grundlagen der zivilen Gesellschaft, um die Haftung von Regierung und Multis zu gewährleisten; und BEWUSST, dass die Umwelt eines Landes nur wirklich geschützt wird, wenn betroffene Bürger am Prozess beteiligt sind;

BEACHTEND die Prinzipien im 'Draft International Covenant on Environment and Development' (Internationaler Pakt zu Umwelt und Entwicklung) wie jene, die militärische und feindliche Aktivitäten betreffen (Art. 36) das Kultur- und Naturerbe (Art. 26) und die kollektiven Rechte indigener Völker (Art. 15);

FERNER BEACHTEND, dass Militarisierung nicht die Zerstörung einer Kommune, einer Kultur, gefährdeter Arten oder fragiler Ökosysteme rechtfertigt;

UND UNTERSTREICHEND, dass es Aufgabe der IUCN ist, eine gerechte Welt zu fördern, die die Natur schätzt und erhält und die Organisation sich selbst als Vertreter der Natur und Beschützer der Natur sieht;


Die IUCN WCC auf ihrer fünften Sitzung in Jeju, Republik Korea, vom 6. - 15. September 2012:


1. BESTÄTIGT ERNEUT ihre Verpflichtung gegenüber der UN Welt-Charta für die Natur und die Erd-Charta;

2. FORDERT die Republik Korea auf;

a) unmittelbar den Bau des zivil-militärischen Komplexes Tour Beauty zu stoppen;

b) ein unabhängiges Gremium einzuladen, um eine voll transparente wissenschaftliche, kulturelle und gesetzliche Einschätzung der Biovielfalt und des kulturellen Erbes des Gebietes zu erstellen und der Öffentlichkeit bekanntzugeben; und

c) die geschädigten Gebiete wiederherzustellen.


Sponsor:

Center for Humans and Nature

Co-Sponsoren
:

- Chicago Zoological Society (USA)
- Internationaler Rat für Umweltrecht (Deutschland)
- El Centro Ecuatoriano de Derecho Ambiental, CEDA
- Sierra Club (USA)
- Fundacion Ambiente y Recursos Naturales (Argentina)
- Center for Sustainable Development CENESTA (Iran)
- Asociación Preserve Planet (Costa Rica)
- The Christensen Fund (USA) - Terra Lingua (Canada)
- Ecological Society of the Philippines (Philippines)
- Citizen's Institute Environmental Studies (Korea)
- Departamento de Ambiente, Paz y Seguridad, Universidad para la Paz (Costa Rica)
- Coastal Area Resource Development and Management Association (Bangladesh)
- Fundação Vitória Amazônica (Brazil)
- Fundación para el Desarrollo de Alternativas Comunitarias de Conservación del Trópico, ALTROPICO Foundation (Ecuador)
- Fundación Futuro Latinoamericano (Ecuador)
- EcoCiencia (Ecuador)
- Fundación Hábitat y Desarrollo de Argentina (Argentina)
- Instituto de Montaña (Peru)
- Asociación Peruana para la Conservación de la Naturaleza, APECO (Peru)
- Coordinadora de Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica, COICA (Ecuador) - Fundación Biodiversidad (Argentina)
- Fundacao Vitoria Amazonica (Brazil) - Fundación Urundei (Brazil)
- Dipartimento Interateneo Territorio Politecnico e Università di Torino (Italy)
- Programa Restauración de Tortugas Marinas (Costa Rica)
- Corporación Grupo Randi Randi (Ecuador)
- Living Oceans Society (Canada)
- Instituto de Derecho y Economía Ambiental (Paraguay)
- Korean Society of Restoration Ecology (Korea)
- Ramsar Network Japan (Japan)
- The Society for the Protection of Nature in Israel (Isreal)
- Chimbo Foundation (Netherlands)
- Endangered Wildlife Trust (South Africa)


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Quelle - källa - source

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