Freitag, 29. Juli 2011

FORTSETZUNG DER ZUSAMMENFASSUNG VOM 27. JULI

Ich werde mich hier kurz fassen, denn die Ereignisse überschlagen sich. Wie ist die gute Nachricht, die ich heute morgen übersetzte und auflegte, zu erklären? Sie kam jedenfalls nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Es gab eine Reihe von klaren Anzeichen:
  1. Die Massenveranstaltungen zur Unterstützung von Muammar Gaddafi folgten Schlag auf Schlag. Manche Beobachter fragten, welche Staatschefs im 'freien' Westen wohl solche Volksmassen auf die Straße locken könnten. Singend, tanzend, pfeifend, Fahnen und selbst gemalte Bilder oder Plakate schwenkend. Wer nicht sieht, dass dies spontan geschieht, dem ist nicht zu helfen.
  2. Die Unterstützung für Gaddafi wuchs in der ganzen Welt sprunghaft, sowohl von Staatsmännern als auch Regierungen und Organisationen, vor allem auch in Afrika. Demonstrationen überall in Afrika und die Erklärungen der Afrikanischen Union (AU) wurden immer schärfer. Das Afrika, das sich die USA mit einem Gewaltstreich zu unterwerfen gedachten. Doch das wurde ein Schuss in den eigenen Fuß.
  3. Der wahre Charakter der 'Rebellen' wurde mit jedem Tag offensichtlicher. Ihr Vorgehen bei eroberten Ortschaften spottete jeder Beschreibung. Mord und Totschlag, Plünderung von Banken, Geschäften, Vorratslagern, Niederbrennen von Wohnvierteln, rassistische Verbrechen gegenüber schwarzen Mitbürgern und Gastarbeitern. Derlei Nachrichten schwappten selbst in die Medien.
  4. Die Unfähigkeit der "Rebellen" - militärisch, politisch, moralisch. Da halfen weder die Unterstützung durch Bomben, Medien noch  illegale Lieferungen von Kriegsmaterial. Ihr ganzes Programm bestand aus: Wir wollen das Öl, das Geld und die Macht. Und heute kommt auch noch die gute Nachricht, dass der oberste Befehlshaber der Rebellenarmee Younis tot ist, erschossen wohl von den eigenen Leuten. "Ein schwerer Schlag für die NATO." Das kann man wohl sagen. [Dies wurde vor 35 Minuten von Google News hier bestätigt.] Laut Mathaba News finden in Bengasi Kämpfe statt. [Die Washington Post spricht ganz allgemein von 'Kämpfen in Bengasi'.] Die Volksmassen hätten den Flughafen und die Militärbasen unter ihre Kontrolle gebracht, seien zum Hauptquartier des TNC marschiert, es angegriffen und eine zivile Führung eingesetzt. Der komplette Artikel liegt hier.
  5. Aber auch die Verbrechen der US/NATO drangen immer mehr an die Öffentlichkeit. Auch wenn denen das im allgemeinen egal ist, weil sie ihrem gigantischen Lügenapparat vertrauen, kann ihnen nicht egal sein, wie die Wut weltweit in der Bevölkerung steigt. Vor allem sinkt die "Beliebtheit" der USA immer tiefer.
  6. Hinzu kommt die tiefe politische, ökonomische und finanzielle Krise, in der die USA stecken. Schaut man sich den Zirkus in Washington an, so erinnert das sehr stark an den "Wiener Kongress" von 1814-15, wo sich unter Führung von Metternich die Großen zusammenfanden, um ebenfalls gegen das Volk zu konspirieren.
Diese Faktoren haben wohl zu der Einsicht verholfen, dass Schadensbegrenzung angesagt ist, Wir werden viele abgedroschene Redensarten zu hören bekommen, wie: 'sich ehrenhaft aus der Affäre ziehen', 'das Gesicht wahren', 'weise Einsicht', 'Friedenswillen zeigen' und zu versuchen, das Ganze möglicherweise 'als Sieg' darzustellen, indem man Gaddafi 'eine Lektion erteilt hat'. Und sicher wird schon irgendwo darüber nachgedacht, welchen Friedens- oder Nobelpreis den ehrenwerten Herren Cameron, Sarkozy und Obama verliehen werden könnte.
Geradezu kindisch hören sich Sprüche an wie, dass man gnädigerweise Gaddafi erlauben werde, in seiner Heimat zu bleiben.
Eines wird man mit Sicherheit nicht hören: eine Entschuldigung für die völlig unprovozierten Verbrechen, Wiedergutmachung für die gewaltigen im Lande entstandenen Schäden (von den Libyern auf 50 Milliarden Dollar geschätzt) und Verurteilung der Kriegsverbrecher.

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