Montag, 24. Juli 2017

Die Jemen-Politik schafft mehr Terroristen


Meine Güte, welch schwindelerregende Naivität. Das habe ich beim flüchtigen Überfliegen nicht bemerkt. Dass so ein Artikel bei Counterpunch auftraucht, ist ungewöhnlich. Nun ja, dort hat auch jemand gepennt.



Adil E. Shamoo – Bonnie Bricker

19. Juli 2017

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Der Westen hat keine Skrupel, die schwächsten Länder zu überfallen und zu zerstören.
Während der Irak sich aus dem tödlichen Griff des Islamisch Staates in seiner blutigsten Form befreit, glaubt man, dass die US-Politik die Lektion gelernt hat von dem Killen unschuldiger Zivilisten und dem Zerstören der grundlegende Funktionen einer Nation. Statt nach mehr als 10 Jahren Drohnen-Attacken gegen angebliche Terroristen zu benutzen, hat jetzt die Trump-Verwaltung das Tor weit geöffnet für die Saudis, das Gemetzel im Jemen zu verstärken.

So wie die Invasion des Irak am Ende den Islamischen Staat erzeugte, ist das Töten unschuldiger Jemeniten ohne jeden Grund ein Rekrutierungsinstrument für Terroristen-Organisationen im ganzen Nahen Osten und Afrika. [Unsere Freunde Shamoo und Bricker haben immer noch nicht mitbekommen, dass der IS von DER CIA GESCHAFFEN WURDE. Und jetzt wurden in Syrien so viele Terroristen getötet, dass neuer Nachschub geschaffen werden muss. D. Ü.] Und wie die Irak-Invasion auf einer falschen Behauptung von den Massenvernichtungswaffen beruhte, so ruht der Krieg im Jemen auf dem betrügerischen Argument, dass die Iraner den Terrorismus in jenem Land unterstützen. In den ersten beiden Jahren des Konfliktes im Jemen konnten die Vereinigten Staaten keinen Beweis für iranische Waffen-Lieferungen in den Jemen finden. Dennoch schlossen sich die USA Saudiarabien und anderen Golfstaaten an mit Waffenlieferungen, Geheiminfos und einer von der USA erzwungenen See-Blockade. Trumps kürzlicher Waffen-Verkauf an die Saudis war 125 Mrd. $ wert.

Die Ergebnisse all dessen sind katastrophal gewesen. Werft einen Blick auf das Leiden des jemenitischen Volkes in den vergangenen Jahren.
Jemen ist eins der ärmsten Länder in der arabischen Region. Es hat Konflikte aus den verschiedensten Gründen erlebt: Religion, Ideologie und Ressourcen. 1990 entstand das vereinte Jemen, aber die Konflikte blieben. Die Zaidis (ein Zweig des Shia-Islam) ist in den Bergen des nördlichen Jemen beheimatet, wo die Houthis die größte Bevölkerungs-Gruppe bilden. Die übrige Bevölkerung des Landes sind Sunni. 2014 stürmten die Houthis den Süden und übernahmen die Kontrolle der Hauptstadt Sanaa und den größten Teil der Umgebung. Der Präsident des Landes, Abdo Rabbu Mansour Hadi floh nach Saudiarabien 2015. In sechs Jahren bildeten die Saudis und Hadi eine Armee und eroberten einen Teil des Gebietes zurück, aber nicht Sanaa.

Der Saudi-geführte Krieg gegen die Houthis bringt Truppen aus Saudiarabien, Hadis Anhänger in der jemenitischen Armee, den Emiraten, islamistische Terroristen und ein paar kleinere Stämme zusammen. Die Saudi Alliierten USA, England, Frankreich, Türkei und Belgien unterstützen das von den Saudis installierte Marionettenregime von Hadi Weitere Unterstützung kommt von den regionalen Ländern Kuweit, Bahrein, die Vereinigte Arabische Republik (UAE), Ägypten, Jordanien, Marokko und Sudan.

Die Saudis kämpfen nicht gegen die Houthi-Soldaten. Sie bombardieren Hospitäler, Schulen, medizinische Kliniken und andere zivile Orte. Die unterlegenen Houthis haben Kindersoldaten eingestellt und benutzen seit neuestem geschmuggelte Waffen aus dem Iran [dies ist kein klarer Beweis für iranische Waffen. Angeblich hat ein australisches Schiff iranische Waffen auf einer Dhow gefunden. D. Ü.]

Jemen, ein Land mit 25 Millionen Menschen, hat bislang 10000 Opfer in dem Konflikt verloren. Es hat auch eine Menge Menschenrechtsverletzungen erlitten und es leidet unter Krankheiten und die Hälfte der Bewohner leidet unter Hunger . „Es gibt keine Nahrung, kein sauberes Wasser, kein Strom, gar nichts,“ sagt eine jemenitische Frau. „Eines Tages kam ein Geschäftsmann zu uns, um uns Teller und Besteck zu geben, aber ich sagte zu ihm sarkastisch ‚Was sollen wir damit anfangen? Die Erde essen?‘“

Die schlimme Situation im Jemen ist noch verschlimmert worden durch den kürzlichen Ausbruch der Cholera. Der Mangel an Abwässerleitungen, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung sind fruchtbarer Boden für die Ausbreitung der Krankheit. Dieser erneute Ausbruch hat Berichten zufolge 269 608 Menschen ergriffen und hat 1600 Tote gefordert. Diese Opferzahl ist größer als die Todeszahl an Cholera-Opfern in der ganzen Welt 2015, wie die Weltgesundheitsorganisation mitteilte.

Das gegenwärtige zivile Gemetzel, Chaos und täglichen Erniedrigungen sind ein vorzügliches Rekrutierungs-Instrument für die Ausdehnung terroristischer Organisatiion. Al Qaida operiert seit langem im Jemen. Bekannt als al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AGAP) verstärkt sie ihre Gegenwart mit technologischer Klugheit und wird jetzt als die gefährlichste Gruppe betrachtert Außerdem hat sich die IS im Jemen bemerkbar gemacht.

Der IS steht vor einer Niederlage. Aber US-Analytiker, jüngst Ashton Carter in einem Leitartikel in der Washington Post, prüfen weiterhin, wie die US-Politik einen Rückschlag erlebte mit dem Terrorismus und der IS. Im Jemen wiederholt die USA dieselben Fehler, die sie im Irak machte. Und die Ergebnisse in Form von terroristischem Rückschlag werden dieselben sein. Wenn die USA nicht lernt, humaner zu sein und die Bande mit korrupten und brutalen Diktatoren kappt wegen des Öls und anderer Interessen, wird der Teufelskreis nie enden.

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