Dienstag, 3. Mai 2016

Syrien: Ein bisschen Wahrheit, ein bisschen Lüge – ergibt eine fette Lüge


Einar Schlereth
3. Mai 2016
Hospital der Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan - ein "Versehen" sagt Washington
Glenn Greenwald hat einen Artikel über „Der Witz der US-Justiz und „Rechenschaft“ wenn sie ein Hospital bomben“ geschrieben, wobei uns natürlich gleich die Bombardierung des Krankenhauses der 'Ärzte ohne Grenzen' in Kunduz/ Afghanistan einfällt. Wie die Amerikaner wie immer erst einmal alles abstreiten, dann eine Story erzählen, die vorne und hinten nicht stimmt, danach halt eine andere Story nachschieben, die noch kurioser ist. Kein Problem – es wird eine dritte Geschichte serviert.

Alle Geschichten waren erstunken und erlogen und das gilt auch für ihren abschließenden Report. Die einzig korrekte Geschichte ist die der Ärzte ohne Grenzen: Es war eine gezielte und bewusste Bombardierung, bei der 42 Männer, Frauen und Kinder getötet wurden – einige bei lebendigem Leibe in ihren Betten verbrannten – durch 211 Granaten und Bomben. Sie (US-Militärs) behaupten nun, es sei alles ein Missverständnis gewesen, weswegen natürlich auch kein Mensch zur Verantwortung gezogen werden kann.

Ach, das kennen wir doch, das mit den Missverständnissen, mit dem versehentlichen Angriff. Das haben die USA in allen ihren Kriegen gemacht, schon vor 200 Jahren und vor 100 Jahren und im Weltkrieg, in Korea und in Vietnam und in allen ihren dutzenden Kriegen. Und vor einem Monat haben sie ein Krankenhaus in Aleppo bombardiert, was sie sofort den Russen zuschoben – was sich als Lüge rausstellte – und das machen sie seit Monaten im Jemen, nein, nicht sie persönlich, sie lassen es machen von den engen Frenden, den Saudis, denen sie die Flugzeuge und die Bomben und die Hellfire-Raketen liefern und auch die genauen Koordinaten von den Krankenhäusern, den Wohnvierteln, den Kindergärten, den Wochenmärkten etc.

Alle Krankenhäuser geben routinemäßig die exakten Koordinaten ihrer Lage allen kriegführenden Parteien bekannt – ob das in Afghanistan, im Irak, in Libyen, im Jugoslawien-Krieg, in Gaza, jetzt in Syrien und im Jemen ist. Die Amerikaner nehmen die Daten hocherfreut entgegen – und schwupp, haste nicht gesehen, ist wieder ein Krankenhaus eingeäschert worden. Und die Jemeniten z. B. sind ja selber Schuld, wenn sie nicht genügend militärische Ziele anbieten, was kein Wunder ist, da sie im wesentlichen einen Guerillakrieg führen ohne befestigte Stellungen, Bunker, Feuerleitzentralen etc.

Zurück zu Greenwalds Artikel. Sein Bericht über Kunduz ist korrekt. Aber dann kommt sein abschließender Absatz, den ich vollständig zitieren werde:

„Gestern wurde ein Krankenhaus der 'Ärzte ohne Grenzen' (MSF) durch einen Luftschlag angegriffen, fast sicher bewusst, wahrscheinlich von der syrischen Regierung oder den Russen, wobei mindestens 50 Patienten und Ärzte getötet wurden, darunter der letzte Kinderarzt in Aleppo. Seitens der US-Regierung erklärte US-Außenminister John Kerry: „Wir sind empört von dem gestrigen Luftschlag gegen das al Quds-Hospital [Jerusalem-Hospital], das sowohl von den MSF als auch dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes betrieben wird, wobei dutzende Leute getötet wurden, einschließlich Kinder, Patienten und medizinisches Personal.“ Auf der Liste jener mit minimaler Glaubwürdigkeit, diesen schrecklichen Luftschlag zu verurteilen, stehen jedenfalls nicht Kerry und seine US-Kollegen.“
So weit das Zitat.

Erwartungsgemäß hat sich das natürlich wieder als ganzungeheuerliche Lüge herausgestellt. Die Syrer, die zu denen gehören, die stets die Sache der Palästinenser am stärksten verteidigt haben, die am dringendsten ihre Krankenhäuser und Ärzte brauchen – jeder Soldat kann ja selbst von einer Sekunde auf die nächste Opfer werden – werden ein Krankenhaus bombardieren, das trotzig den Namen Jerusalem trägt! Und den Russen ist in ihrer 5-monatigen gewaltigen Kampagne nicht EIN solcher Fehler unterlaufen.

Trotzdem schreibt Greenwald, dass das Krankenhaus „ höchstwahrscheinlich von den Syrern oder Russen angegriffen wurde“.

Artur Silver, dieser alte, kranke Mann, aber mit einem erfrischenden jugendlichen Geist, hat auf seinem Blog 'Power of Narrative' (Die Kraft der Erzählung) bereits ganz zu Anfang das Verhalten von Greenwald angeprangert, als er 2013 zusammen mit zwei Kollegen das neue Onlinemedium The Intercept gründete – mit dem Geld des Super-Milliardärs Pierre Omidyar. Ihm kam der ganze Deal mit Snowden sehr verdächtig vor. Omidyar gehört zu den 0.001 %, d. h. er ist Teil der Macht. Wer aus der Hand des Papstes frisst, der stirbt daran. Glenn Greenwald ist ein falscher Fuffziger. Das hat er mit diesem Artikel wieder bewiesen und da hilft auch nicht der etwas ironische Satz, den er am Ende drangeklebt hat.




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