Freitag, 27. Mai 2016

25 Jahre des Kampfes zum Aufbau des Sozialismus in Eritrea


Thomas C. Mountain
17. Mai 2016


Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Unabhängigkeitsfeier in Eritrea

Am kommenden 24. Mai ist es 25 Jahre her, dass eine zerlumpte Armee von eritreischen Rebellen-Kämpfern mit Afro-Frisur in ihren eroberten äthiopischen Panzern durch die eritreische Hauptstadt Asmara fuhren und die Geburt des modernen „sozialistischen“ Landes Eritrea einleitete. Der Geburts-Prozess – der „bewaffnete Unabhängigkeits-Kampf“ - dauerte 30 Jahre, weshalb der Kampf des Aufbaus des „wissenschaftlichen Sozialismus“, wie Pan-Afrikanisten es nannten, noch am Reifen ist.


Während das Leben der Menschen Eritreas noch schwierig ist, wurde ein sehr populärer großer Schritt zur Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft unternommen, der hier unter dem Namen „Währungs-Change" bekannt ist, der Rückruf der gesamten Währung zum Eintausch. Eritrea ist in diesem Stadium des Sozialismus noch eine Gesellschaft auf Geldbasis und mit Bankkonten für einige wenige. Das Eintauschen des ganzen Geldes ist eine große Angelegenheit in einem sich entwickelnden Land der Dritten Welt.

Ist man also ein Schwarzmarkt-Agent, der Bargeld für seine Geschäfte benutzt und buchstäblich Millionen Nakfa, die eritreische Währung, unter seinem Bett hat, dann wird man eine Meng erklären müssen. Villen in den besseren Gegenden von Asmara sind kürzlich für bis zu 50 Mill. Nakfa verkauft worden.
Wer kann in dieser schweren Zeit den legalen Erwerb von 50 Millionen Nakfa erklären?

Der „Währungs-Wechsel“ hat also den größten Teil des Schwarzmarktes zum Erliegen gebracht. Dieser Schachzug ist von 95 Prozent der leidenden eritreischen Bevölkerung sehr begrüßt worden, vor allem, wenn man bedenkt, dass normale Bürger nur 5000 Nakfa von einem Konto im Monat abheben dürfen. Die meisten Eritreer können nur davon träumen, 5000 Nakfa im Monat zu verdienen, weshalb es nur die Reichen sind, die Schwierigkeiten haben werden.

In einem sozialistischen Land wird der Drang immer weg von der geldbasierten Wirtschaft sein und anfangs, zumindest in Eritrea, zur Verwendung von Schecks für größere Zahlungen von mehreren tausend Nakfa gehen. Der wahrscheinlichste Weg, um vom Bargeld weg zu kommen, ist ein Zahlungs-System mit Mobiltelefonen, wie es im Sudan und zunehmend in Kenya benutzt wird, und das wahrscheinlich auch hier eingeführt werden wird.

Der Währungs-Wechsel hat auch ein größeres Attentat der Feinde Eritreas vereitelt, die hauptsächlich in Äthiopien und Dschibouti sitzen, das die Ökonomie des Landes destabilisieren sollte, indem eritreisches Geld aufgekauft wurde, das nur illegal aus dem Lande geführt werden darf. Es wurde 2015 so schlimm, dass nur Scheine im Wert von 10 und 20 Nakfas bei den Banken erhältlich waren und in begrenztem Maß.

Hunderte Millionen US $ und eritreische Nakfas, die illegal im Besitz von ausländischen Bankstern waren, wurden quasi über Nacht vernichtet, da der Wechsel ein gut gehütetes Geheimnis war bis vor ein paar Wochen vor der Einführung. Sie geschah mit einem Limit von lediglich einer Million Nakfas Einlagen, weshalb die Betrüger buchstäblich in letzter Minute mit ihren illegal erworbenen Geldern zur Bank rennen mussten. Vor den Banken entstanden lange Schlangen mit Säcken, die mit Nakfas vollgestopft waren.

Ohne viel Bargeld im Land sank der Schwarzmarktpreis des Dollars schnell von 54 : 1 auf 22 : 1 und noch niedriger auf den Stand vor 15 Jahren, als ich das erste Mal nach Eritrea kam. Der Mangel an Bargeld hat auch die Preise für die Grundnahrungsmittel gedrückt. Vorher kosteten die Tomaten bis zu 60 Nakfas pro Kilo und jetzt nur noch zwischen 10 und 20 Nakfas. Ziegen lagen bei 2000 Nakfas und jetzt um 800 Nakfas. Weizen ist auf 10 und Sorghum noch niedriger gefallen (während unsere Nachbarn in Äthiopien hungern).

Natürlich geschieht dies alles unter einigen Schwierigkeiten. Die Banken mussten sich von Tag zu Tag anpassen. Niemand in den Banken wusste etwas von dem „Währungs-Change" bevor es allgemein bekannt wurde. Es gab also keinen Plan, was man tun könnte. Überweisungen wurden schnell begrenzt, um den Geldfluss zu kontrollieren. Gesetze werden ausgearbeitet, die es strafbar machen, Schecks abzulehnen.

Mieten werden streng kontrolliert und sind eingefroren worden. Sie müssen von den örtlichen Behörden registriert werden und direkt auf das Konto des Besitzers eingezahlt werden. Alle Kündigungen sind für mindestens zwei weitere Jahre untersagt.

Neue Regeln sind aufgestellt worden unter Benutzung von Quadratmeter- und Ortspreisen, um die Explosion illegaler Mieten zu kontrollieren. Sie beliefen sich teilweise auf tausende Nakfas, wenn sie in Wirklichkeit nur hunderte Nakfas im Monat kosten durften.

In schicken Vierteln der Hauptstadt gab es Renten bis zu 40 000 Nakfas, die mit Schwarzgeld bezahlt wurden. Das ist vorbei. Eine Menge Betrüger müssen jetzt beantworten, woher sie ihren Reichtum haben und möglicherweise verlieren sie alles.

Wir werden warten und sehen, was als nächstes passiert, aber ein großer Schritt wurde gemacht, um eine zentrale, volkstümliche, sozialistische Wirtschaft, frei von Korruption, dem schlimmen Krebs in Afrika und im Rest der Dritten Welt, aufzubauen.

Dies ist etwas, was in der internationalen Gemeinschaft genau studiert werden muss, wo man meint, dass „sozialistisch“ genau befolgt werden muss so ähnlich wie in Kuba mit der Lockerung des Privatbesitzes.

Den Sozialismus aufzubauen heißt, sich um die Ärmsten, die Bedürftigsten zu kümmern. Während in den Städten viele klagen über den Mangel an Wasser für eine Dusche, gibt es viele Eritreer, die Mühe haben, Wasser zum Waschen der Hände zu finden.

Sozialismus bedeutet freie Gesundheitsfürsorge für alle. Sozialismus bedeutet freie Erziehung für alle. Sozialismus bedeutet soziale Gleichheit, wirkliche „Demokratie“ (nach Definition des Lexikons) oder zumindest in diese Richtung zu gehen.

Eritrea ist ein „sozialistisches“ Land, obwohl die Führung nicht diesen Ausdruck benutzt. In den vergangenen 25 Jahren ist „Sozialismus“ wie in „Einem reichen Eritrea, aber ohne reiche Eritreer“ aufgebaut worden.

Trotz all des Geredes von „Sozialismus“ heutzutage ist Eritrea eins von drei sozialistischen Ländern auf der Erde und in allen drei Ländern geht der Kampf weiter.

Thomas C. Mountain ist ein unabhängiger Journalist, der in Eritrea lebt und arbeitet seit 2006. Er kann erreicht werden über facebook über @thomasmountain, auf Twitter via #thomasmountain oder via thomasmountain at g mail Punkt com.

Quelle - källa - source

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