Dieser Artikel ist aus zwei Gründen interessant –
erstens kommt er aus der US-kanadischen Hochburg der Globalisierung
und zweitens ist der Interviewer ein Doktorand am Institut für
Marxismus an der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften.
Wobei angemerkt werden muss, dass in China nach wie vor der Marxismus
breit diskutiert wird (nicht nur in marxistischen Seminaren) und auch
reichlich Literatur dazu veröffentlicht wird. Ja aber – Marx ist
doch tot, hunderte Male tot, so wird es uns doch wieder und wieder
erzählt. Aber hast du nicht gesehen – da taucht er quicklebendig
an allen Ecken und Enden der Welt wieder auf. Wie im Kasperl-Theater,
wo der Kasper den bösen Buben immer wieder totschlägt –
vergebens.
Ich halte den Artikel auch deswegen für so gut,
weil aus akademischen Kreisen selten etwas Vernünftiges zu hören
ist. Aber Lebowitz legt den Finger auf ein paar wichtige Punkte, wozu
ich am Ende noch was sagen werde.
DIE RELEVANZ DES MARXISMUS HEUTE
Ein Interview mit Michael A. Lebowitz von Zhuo Mingliang21. März 2013
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| Karl Marx |
A: Ich denke, dass der vollständige Marxismus für das Verständnis des Kapitalismus relevant ist. Es ist ein Irrtum zu meinen, dass der Kapitalismus sich verändert hat und dass daher sich der Marxismus verändern müsse. Marx hat die Natur des Kapitalismus verstanden; und, obwohl der Kapitalismus sich in seinen Formen verändert hat, ist sein Wesen aber dasselbe geblieben. Kapitalismus ist ein System, das auf der Ausbeutung und der Deformation der Lohnarbeiter zum Zweck des Profits für jene, die die Produktionsmitter besitzen, basiert. Das hat sich nicht verändert.
F: Welches sind die wichtigsten theoretischen Probleme, die der Marxismus gegenwärtig lösen muss? *











