Samstag, 16. März 2013

Totale Zensur im demokratischen Frankreich mit seiner demokratischer Armee – vor allem in Mali


Das ist doch verständlich: Sie wolllen in aller Ruhe und ungestört ihre Massaker, Foltereien, Vergewaltigungen, rassistischen Schikanen und rabiaten Zerstörungen durchführen können. Ohne gefühlsduselige Journalisten und Reporter, die ihnen womöglich die Ohren vollquatschen mit Genfer Konvention und Menschenrechten und so einem Quatsch. Hinterher wird man auf jeden Fall gefeiert: Charles de Gaulle als großer Nationalheld und Genie und der Hollande, der wird sicher auch einst als Genie gefeiert, wie er es nämlich schaffte, dass der Pöbel an seinen Sozialismus glaubte.



Ernst Wolff
13. März 2013
Nur Propaganda erlaubt: Kriegsminister Jean-Yves le Drian spricht zu seinen Legionären
Der Krieg in Mali ist in dieser Woche in den dritten Monat getreten. 4000 französische Soldaten [plus die malische Armee] und etwa 8000 afrikanische Soldaten einer internationalen Streitmacht haben alle größeren Städte im Norden Malis erobert. Doch gibt es kaum irgendwelche Berichte über die Kämpfe und praktisch keine Fotos.

Seit Beginn des Krieges hat die französische in Kooperation mit der malischen Armee systematisch alle Reporter und Journalisten daran gehindert, irgendwelche objekte Berichte zu verfassen.
Am Anfang war es allen internationalen Reportern verboten, die Hauptstadt Bamako zu verlassen, wo sie von den Soldaten der Mali-Junta schikaniert wurden und ihre Ausrüstung beschlagnahmt wurde.

Eine Woche nach Beginn des Krieges wurden wenige als „eingebettete Journalisten“ ausgewählt, ausschließlich von den französichen Medien, die mit nach Nord-Mali fahren durften. Sie mussten jedoch bei ihren zugewiesenen Einheiten bleiben.

Am 31. Januar konfiszierten malische Geheimdienstler das Material von zwei Journalisten, die für den französichen Kanal 'France24' arbeiteten. Sie hatten eine Demonstration gefilmt von Soldaten der „Rothelme“, die wieder in die malische Armee aufgenommen werden wollten.

Am 8. Februar wurden mehrere ausländische Journalisten stundenlang in Bamako von den „Grünhelmen“ festgehalten, die den Staatsstreich im vergangenen März durchgeführt hatten. Der Reuter-Fotograf Benoît Tessier und zwei andere Journalisten, die den Vorfall beobachtet und gefilmt hatten, wurden geschlagen und abgeführt. Ihre Ausrüstung und ihre Handies wurden konfisziert.

Nach der Eroberung von Gao wurde etwa 50 internationalen Reportern erlaubt, die Stadt unter strikten Bedingungen zu besuchen, aber sie wurden gleich wieder aus der Stadt weggeführt, ohne dass sie arbeiten konnten, angeblich wegen eines Selbstmord-Angriffes. Drei Fernseh-Teams, die nach Kidal geflogen waren, wurden auf dem Flughafen von französischem Militär festgehalten bis zu ihrem Abflug.

Unter dem Titel „Gräuel in Mali“ hatte der französiche TV-Kanal 2 einen 22-Minuten-Film am 7. Februar gezeigt, in dem 45 Sekunden über Opfer der malischen Armee gezeigt wurden. Frankreichs zentraler Audiovisual-Rat (CSA) rügte die Programm-Verantwortlichen und beschuldigten sie, „die menschliche Würde verletzt“ zu haben, indem sie Bilder von Leichen zeigten.

Am 28. Februar verstärkte die CSA ihre Warnungen und erklärte, dass „wiederholte und exzessive Darstellung von Leichen unerträglich“ sei, besonders für junges Publikum. Seither gab es keine kritischen Berichte mehr über den Krieg in Mali im französichen Fernsehen.

In der vergangenen Woche ist der Chefredakteur der malischen Zeitung 'Le Républicain' Boukary Ndaou ohne Befugnis vom staatlichen Geheimdienst verhaftet worden. Einige Stunden zuvor hatte er einen offenen Brief eines Soldaten veröffentlicht, der Präsident Dioncounda Traoré beschuldigte, Amadou Sanogo, den Führer des Staatscoups, im März 2012 bezahlt zu haben. Über seinen Aufenthalt ist nichts bekannt und eine Anklage wurde nicht erhoben.

Die Blockierung der Kriegsberichterstattung von Mali beruht auf einem expliziten Befehl der französichen Armee-Führung: vom ersten Tag an sollten die Journalisten mindestens 200 km von den Fronten entfernt gehalten werden. Sie durften sich nur in Konvoys bewegen und durften keine Fotos machen. Eroberte Städte durften sie erst betreten, nachdem alle Feindseligkeiten beendet und alle Opfer entfernt worden waren.

Die Führung der offiziellen Medien sind zur Verteidigung dieser Zensur angetreten.
Antoine Guélaud, Chef der TV-Anstalt TF1 rechtfertigte öffentlich die Politik der Armee, indem er auf die Schwierigkeit verwies, „die richtige Balance zwischen den Informationsanforderungen und der Sicherheit der Jounralisten“ zu finden. „Der Krieg in Mali“, so fuhr er fort, „wäre kein normaler Krieg zwischen zwei Ländern“, sondern werde gegen Terroristen geführt.

Sein Kollege Phil Chetwynd, Chefherausgeber von Agence France Press bezog sich auch apologetisch auf einen „komplexen und gefährlichen Konflikt“. Ein anderer Journalist erklärte, es wäre „immer noch besser, als 'eingebetteter Journalist zu schreiben als gar nicht“.

Die Unterwerfung der französichen Medien unter die Armee -Disziplin hat jedenfalls Vorläufer, vor allem in der Zensur im Algerienkrieg von 1954-1962, der oft als „Krieg ohne Bilder“ bezeichnet worden ist, da die Medien die weit verbreiteten Gräuel, Massaker und die Anwendung von Folter zensierten.

Wie für General Charles de Gaulle in den 60-er Jahren ist die größte Angst der gegenwärtigen französichen Regierung unter dem Sozialisten François Hollande, dass anti-Kriegs-Stimmung mit einer wachsenden Wut auf die anti-Arbeiter-Politik des Staates verschmilzt und zu Aufständen führt. Aus dem Grund ist die französiche Armee fest entschlossen, an der Politik eines „Krieges ohne Bilder“ festzuhalten.

Quelle - källa - source

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