Donnerstag, 14. März 2013

MALI - Kleinbäuerliche Landwirtschaft unter Druck

Dieser Skandal umfasst inzwischen ganz Afrika und auch Südamerika und zu den Akteuren gehören natürlich die 'westliche Wertegemeinschaft' aber leider auch Länder wie Indien und China. Auf jenen ungeheuren Ländereien wird nicht nur Getreide, Obst, Gemüse und Blumen (die wir natürlich dringend benötigen) angebaut, sondern vor allem wird dort nach klassischem Rezept die Saat der Gewalt gesät. 
Im übrigen möchte ich die Zeitschrift 'Sand im Getiebe', deren Link hier und im folgenden Aufruf der Frauen Malis angegeben ist, besonders empfehlen, da dort noch eine Reihe anderer interessanter Artikel und Links zu Mali stehen.

 

 Mittlerweile findet rund 75 Prozent des Landgrabbings in Afrika statt.


Zu den besonders betroffenen Regionen zählt das Office du Niger in Mali – ein äußerst fruchtbares, vom Nigerwasser gespeistes Binnendelta, das sich im Osten und Norden der Stadt Segou 270 Kilometer östlich der Hauptstadt Bamako erstreckt. Bislang sind ca. 98.000 Hektar Land bewässert (im Rahmen von Gravitations- bewässerung, bei der das Wasser aus- schließlich über Höhenunterschiede auf die Felder gelangt), möglich wären bis zu 960.000 Hektar, wovon insgesamt rund 700.000 Menschen leben könnten.

Ausgerechnet in diesem Gebiet hat die malische Regierung auf Druck der Welt- bank und anderer internationaler (Finanz-) Institutionen seit 2003 mindestens 540.000 Hektar Boden verkauft und über weitere 379.000 Hektar Vorverträge abgeschlossen (Stand: Mai 2011), wobei maliweit 2,5 Millionen Hektar zum Verkauf stehen sollen.

Schwer begreiflich sind derartige Größen- ordnungen nicht nur ob des Umstandes, dass die Ernährungssituation in Mali laut Welthungerindex weiterhin als „ernst“ einzustufen ist. Hinzu kommt, dass jährlich 150.000 Hektar durch Bodenerschöpfung verloren gehen (...).

Konkret ist auf den Flächen vor allem der Anbau von Agrospritpflanzen und Export- getreide geplant, so wie auch ansonsten der Ausverkauf nach leider üblichen Gepflo- genheiten erfolgt: Geheim, das heißt ohne Konsultation der lokalen Bevölkerung, unter Verzicht auf Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen sowie zu grotesk günstigen Konditionen, wozu unter anderem niedrigste Pachtzinsen bzw. Kauf- preise, jahrzehntelange Steuernachlässe („tax holiday“) und nicht Kostendeckende Wassergebühren gehören. (...)

Broschüre „Landgrabbing, Migration, Widerstand“ (Ergebnisse der Delegationsreise im März 2012 von Afrique- Europe-Interact ). Sie kann gegen eine Schutzgebühr von 3 Euro unter nolagerbremen@yahoo.de bestellt werden.

Quelle des französischen Originals 

Quelle der deutschen Übersetung: Sand im Getriebe Nr. 101, Seite 16

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