Dienstag, 3. Juli 2012

„Zuerst nehmen wir Paraguay und dann Bolivien“: USA verstärken indirekte Angriffe in Südamerika


The 4th Media
Bolivien + Paraguaz - das Herz Südamerika
Leonard hat's nicht kapiert.  Es geht nicht um Manhattan und nicht um Berlin. Ende Juni 2012 ist es offensichtlich, dass die USA einen indirekten Angriff gegen zwei zentrale Länder in Südamerika führt: Paraguay und Bolivien. „Zuerst nehmen wir Paraguay und dann Bolivien“, singt Obama Cohen und die CIA-Meute applaudiert.
In der vergangenen Woche fand in Paraguay ein parlamentarischer Putsch statt. Seither hat sich die Situation im Lande verschlechtert. Die meisten süd- amerikanischen Länder haben ihre Botschafter aus Paraguay abberufen.
Venezuela war das erste Land, das Wirtschaftssanktionen gegen Paraguay durch Einstellung der Erdölzufuhr verhängte. Mercosur – eine EU-ähnliche Union zwischen Brasilien, Uruguay, Argentinien und Paraguay hat die Mitgliedschaft Paraguays suspendiert.
Gegen Ende dieser Woche wird eine Dringlichkeits-Sitzung von UNSASUR – ein politisches Forum der südamerikanischen Länder stattfinden. Hauptthema wird die Umsetzung von Wirtschaftssanktionen sein.
Brasilien sagte, es werde warten, bis formelle Entscheidungen gefallen sind, aber es ist beinahe sicher, dass es die Sanktionen gegen Paraguay unterstützen wird. Das sind schlechte Nachrichten für Paraguay, das heutzutage der Gemüse-Hinterhof von Brasilien ist. 
Paraguayanischer Präsident Fernando Lugo akzeptiert die Absetzungs-Entscheidung


Der abgesetzte Präsident Lugo verkündete gestern, dass er einen friedlichen Widerstand gegen die US-gestützten Usurpanten beginnen werde. Unterdessen kommt es zu Straßengewalt und Medienzensur durch die neue Regierung.
Nicht überraschend liefert CNN hübsche Bilder von Paraguay und behauptet, es sei alles ruhig dort, während Venezuelas Telesur und andere örtliche Netzwerke  live-Bilder über die fortlaufende Gewalt liefern. „Zuerst nehmen wir Paraguay, dann Bolivien“ singt Obama Cohen.

Im vergangenen Monat veröffentlichte ich 'Gas in La Paz', einen Überblick über die massiven Proteste gegen Evo Morales. Vor wenigen Tagen bekam ich ein Email von einem meiner Leser mit einem langen Artikel über den Colquiri Bergarbeiterstreik, der dem „butchers“ (Schlächter = bolivianischer Gesundheitssektor) den 1. Platz als der gewalttätigste streitig machte; man erwartete offenbar, dass ich darüber berichte.
Es zeigte mir, wie schwierig es ist, ein exaktes Bild über das zu geben, was in Bolivien vorgeht. Würde ich über jeden stattfindenden Streik berichten, wäre diese Seite ausschließlich diesem Thema gewidmet. Seither haben die Bergarbeiter La Paz verlassen. Jetzt tauchen die TIPNIS-Schnellstraßen-Proteste wieder auf. Und – noch wichtiger – die bolivianische Polizei begann einen landesweiten wilden Streik mit gewalttätigen Demos, bei denen sogar Dynamitstangen benutzt werden.
Gestern, am 25. Juni 2012 besetzten sie den Murillo-Platz gegenüber dem Kongress und des Präsidenten-Palastes. Dokumente und Möbel aus den Regierungs-Gebäuden wurden von wütenden Polizisten verbrannt. Selbst danach plante ich nicht, diese Sache zu behandeln. Schließlich wird Dynamit von beinahe allen Demonstranten benutzt.
Demonstrierende Polizei

In der Folge erhielt Evo Morales in jüngsten Meinungsumfragen weniger als 25% für eine zweite Amtszeit als Präsident. Gestern warf er eine politische Bombe unter die Demonstranten, als er enthüllte, was viele bereits wussten: die bolivianische Polizei wird von amerikanischen Infiltratoren gemanagt. Der bolivianische Vizepräsident erklärte am selben Tag, dass die Polizei einen Staatsstreich in Bolivien plane. Das ist sehr ähnlich dem, was gerade in Paraguay passierte.
Die CIA-Unterwanderung von Polizei und Militär ist nicht neu. Über das Innenleben der CIA gibt das Tagebuch von Philip Agee einen sehr detailierten Überblick, wie der Tagesablauf vor sich geht. Ich habe diese Frage in 'The Cross of Bethlehem II' weiter ausgedehnt.
Bolivien hat komplexe Beziehungen zu den USA. Zu Beginn von 2008 waren die bolivianischen Nachrichten angefüllt mit Beweisen von weit verbreiteter politischer Aktivität in der Polizei. Schließlich gab die Polizei öffiziell zu, dass Politiker und Journalisten überwacht würden. Die Enthüllung war das Ergebnis von internen Kämpfen zwischen Kommandanten verschiedener Überwachungseinheiten. Die öffentliche Erklärung von Offizieren zeigte den starken Einfluss von persönlichen Interessen in der Entscheidung, gegen die Zeitungen zu vorzugehen.
Er enthüllte auch die grundlegende Missachtung von Gesetz und seinen Grundlagen. Wahrscheinlich spielten diese Ereignisse in den weit verbreiteten Protesten von 2008, die ihren Höhepunkt am 19. August erreichten, was dort als „Bolivian 9/11“ bekannt ist, als Demonstranten in Pando auf Befehl des örtlichen Gouverneurs erschossen wurden, eine Rolle.
Nach der Ausweisung des amerikanischen Botschafters Philip S. Goldberg wurde es schnell ruhiger. Etwa um dieselbe Zeit wurde die DEA, die Kokapflanzen herausrisss, während der CIA die Anpflanzung unterstützte, von Morales rausgeworfen.
Insgesamt waren die Behauptungen der Regierung, dass die USA einen Staatsstreich planten, glaubhaft. Am 23. Juni 2011 bekannten sich General René Sanabria und einer seiner Komplizen in Miami des Drogenhandels und der Verschwörung für schuldig.
Zur Zeit seiner Verhaftung mit 144 kg Kokain (am 14. Februar 2011 in Panama durch die DEA – war dies die Rache für ihren Rauswurf 2008?) war General Sanabria Direktor des Geheimdienstes in Bolivien. Zuvor war er der Kommandeur der Spezial-Anti-Drogen-Polizei- Einheiten in Bolivien. Er wird auch in Chile angeklagt, wo er von Geheimagenten gefilmt wurde, als er ihnen für 5 Millionen $ Kokain anbot.
Bis dato war General Sanabria ein sehr enger Berater von Evon Morales gewesen. Alles in allem ist Bolivien nicht die typische vom CIA geleitete Bananenrepublik; es braucht nichts aus den USA, während die USA den „speziellen Zucker“ brauchen, der dort produziert wird. Wahrscheinlich wären die USA auch glücklich, wenn sie Zugriff auf die sehr reichen Mineralien Boliviens bekämen, unter anderem riesige Mengen an kürzlich entdecktem Uran, Silber, Eisen u. a. Das ist jedoch unter dem gegenwärtigen Regime nicht möglich.


Warum Paraguay und Bolivien?


Der Versuch der USA, den zentralen Teil von Südamerika zu kontrollieren, ist nicht neu. Während des versuchten Staatsstreichs von 2008 wurde bekannt, dass die US-Armee plane, eine Luftwaffenbasis in Paraguay für einen Angriff auf Bolivien zu benutzen.
Im Juni 2012 füllte die Affäre der Errichtung einer US-Armee-Basis in der Chaco-Provinz die argentinischen Zeitungen. Das argentinische Außenministerium gab bekannt, dass die Regierung deren Anwesenheit abgesegnet habe. Hysterische Regierungsbeamte zeigten leere Lagerhallen und versicherten, dass es nichts auf der Basis gab, nicht einmal Soldaten (wenn das stimmt, warum existiert sie dann?).
Keineswegs überraschend bietet die Basis einen guten Zugang zu Paraguay und Bolivien. In Bolivien gab es Behauptungen, dass es im bolivianischen Amazonas-Becken eine geheime NASA-Basis gäbe. All dies ist nicht zufällig; außer direkter Kontrolle ihrer reichen Ressourcen bietet die Region einen strategischen militärischen Zugang zum größten Teil des Kontinents. Die USA brauchen diesen Zugang, weil eine neue Supermacht in Südamerika an Terrain gewinnt.
Der Putsch und die nachfolgende Suspendierung von der Mercosur kamen kurz vor der Mercosur-Konferenz; bei diesem Ereignis wurde die Unterzeichnung von bedeutenden Verträgen zwischen Mercosur und China erwartet.
Zu ersten Mal gehen die Abkommen über die Lieferung von Rohstoffen aus Südamerika nach China hinaus. Die neuen Abkommen sehen die Schaffung von Produktionsanlagen in Südamerika vor. Vor ein paar Monaten behandelte ich die schnell wachsenden Beziehungen zwischen China, Venezuela und dem Iran.
In der Tat kontrolliert China bereits einen gröſeren Teil der Ökonomie Venezuelas. Das ist der amerikanische Horror, dass sein „Hinterhof“ - wie er von der imperialistischen Monroe-Doktrin definiert wurde – nicht mehr sein Hinterhof ist, sondern eine Straße nach China. Die Abkommen der Mercosur zu sabotieren und zu versuchen, einen Zugang zu den reichsten Minen der Welt zu gewinnen, ist ein akzeptables Ziel von Obama Cohen, selbst auf Kosten von massiven Menschenrechtsverletzungen. Warum sollten sich schließlich Obama Cohen um ein paar Tote und das Elend von ganzen Gesellschaften kümmern, wenn sie die CNN-Berichte kontrollieren?


Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. Dieses US-Verbrecherpack kann wahrscheinlich keiner mehr stoppen!
    Überall in der Welt morden, brandschatzen, bomben, vergiften, terrorisieren alles und jeden.

    So ein verkommenes Drecksland ist einmalig.

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  2. Wer stöpselt denn diesen Stuss hier zusammen? Ich lebe seit einigen Jahren in Bolivien und kenne daher die Befindlichkeiten der Menschen ganz gut. Morales hat bereits die Verfassung ändern lassen, damit er wieder kandidieren konnte und ist durch Wahlfälschungen bereits in seiner zweiten Amtszeit! Noch nicht bemerkt? Die arbeiten derzeit an seiner "Wiederwahl" für eine dritte Amtszeit, da die Bande weiß, dass sie ins Gefängnis gehen, wenn sie jemals abgewählt werden!

    Dass die Polizei, wie auch praktisch alle anderen Berufsgruppen hier extrem unterbezahlt sind, während unter Morales zugleich die Lebenshaltunsgkosten explodiert sind, ist auch kein Geheimnis! Dass Morales & sein Regime dann versuchen, davon abzulenken, indem sie den protestierenden Polizisten vorwerfen, sie kämen vom CIA ist ebenso plump wie frech. Nachdem die Polizisten dann 100 Bs Gehaltserhöhung angeboten bekommen hatten, waren sie auch gleich wieder bereit, die Marschierenden Indigenen aus TIPNIS in La Paz mit Gas anzugreifen. Die Polizei ist hier von einem Putsch weiter entfernt, als Oskar Lafontaine von der Kanzlerschaft in der BRD GmbH ...

    Die Korruption ist unter Morales nicht beendet worden, sie wurde nur verlagert. Da Morales nicht nur Präsident des Landes sondern zugleich Chef der Koka-Bauern ist, wird unter seiner Ägide der Kokainhandel als wichtige Devisenquelle genutzt! Und die geplante Straße durch TIPNIS soll nicht etwa nur dem Handel mit Brasilien dienen - was eh unwahrscheinlich ist ... viel wahrscheinlicher ist, dass die Straße bis zur Pazifikküste getrieben und dem brasilianischen Handel mit China dienen soll - sondern liegt vor allem an einer der wichtigsten Kokainhandelsrouten ... da soll also stillschweigend eine Autobahn des Drogenhandels gebaut werden ...

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  3. Tja, und wer stöpselt eine solche Antwort zusammen? Genau solche Kommentare habe ich auch in Venezuela gehört über den Chávez, allerdings von der gehobenen Mittelklasse und von den Superreichen, die er ja bisher fast völlig ungeschoren gelassen hat.
    Die Korruption - die von der überwiegend weißen
    (kolonialen) Oberschicht eingeführt wurde und seit Jahrhunderten tiefe Wurzeln gefasst hat - kann nicht in ein paar Jahren ausgerottet werden. Aber was soll's, ich glaube, du weisst sowieso alles besser.

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