Dienstag, 4. Dezember 2012

A propos UBUNTU - nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil

So peinlich es mir ist, aber was ich zu Ubuntu schrieb, das stimmt einfach nicht mehr. Und es tut mir Leid, dass eine Freundin meinem Rat gleich gefolgt ist und es nicht so einfach und klar fand, wie ich geschrieben hatte. Nach ein paar Tagen mit der neuen Version 12.04 LTS merkte ich, dass man da vieles 'verschlimmbessert' hatte. Ich schaute ins Netz, und da fand ich in der Tat eine Menge Kritik. Ich schrieb einen gewissen Påvel an, der in seiner Kritik eben die Punkte aufgegriffen hatte, die mich auch gestört haben. Und er hat mir sehr freundlich geantwortet - was in der IT-Gemeinde nicht häufig vorkommt - und gleich eine Alternative vorgeschlagen. Ich übersetze hier ein paar wichtige Stellen aus dem schwedischen Original:
"Ja, Ubuntu hat den falschen Weg eingeschlagen. Man setzt nun auf Komputer-Gewöhnungsbedürftige, will einem Spiele aufzwingen, Bezahl-Programme und Reklame. Ubuntu ist kein System mehr, mit dem man arbeiten kann.  ... Schau dir stattdessen mal LinuxMint  mit Cinnamon an. Dort hat man das Beste von Gnome Shell und Ubuntu genommen und ein gutes Arbeitsmilieu geschaffen. ... Ich bin zu Kubuntu übergegangen, das mit KDE ein avanziertes Schreibtischmilieu hat. Gnome und Unity können nicht einmal ein Zehntel so viel. Es dauert allerdings eine Weile, bis man sich bei KDE eingearbeitet hat, was anfangs unbequem ist. Doch ist es ein Schreibtischmilieu, das für Arbeit gedacht ist."
In einem zweiten mail schrieb er ergänzend:
"Ich frage mich, ob es Ubuntu als Operativsystem für Komputer in ein paar Jahren noch geben wird. LinuxMint ist jetzt das, was ich denen empfehle, die Linux testen und ein einfaches System haben wollen. Kubuntu hingegen ist, wie gesagt, anfangs schwierig und man muss erst hineinkommen. Aber wenn diese Stufe genommen hat, ist es ein unglaublich geschmeidiges System für die Arbeit.
Auf seinem Blog wird Påvel noch deutlicher in Bezug auf Mark Shuttleworth, der der auf die Kritik bezüglich der Reklame antwortete, dass man sich nicht bezahlen ließ:
"Es steht nirgends geschrieben, dass Reklame bezahlt werden muss. Es ist häufig sogar so, dass die beste Reklame unbezahlt ist. Sie wird dann als Information, als unparteiisch und objektiv angesehen. ...      Meine Komputer sind für Produktion bestimmt. Konsum ist Nebensache. In Ubuntu hat man mit Unity [die neue Schreibtisch-Oberfläche] die Produktivität liquidiert. Ubuntu ist für Konsum konzipiert und die Reklame ist die Folge davon."


So viel von Påvel. Ich werde seinem Rat folgen und LinuxMint ausprobieren. Hier ist eine empfehlenswerte Seite dazu.

Kommentare:

  1. Ich bin auch schon vor einiger Zeit von Ubuntu weg - erst zu Mint/Mate, dann zu Mint/Cinnamon.
    Ubuntu mit dem "Unity-Desktop" ging gar nicht...
    Ubuntu mit KDE, Xfce, LXDE sind doch "traditionell" aufgebaut?

    Interessante Übersicht über die verschiedenen Linuxdistris:
    http://distrowatch.com/

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  2. Ich kann nur jedem empfehlen, sich vorher die Distributionen genau anzusehen. Distrowatch.com ist schon die richtige Adresse für eine Vorauswahl.

    Ich habe mich letztlich für Debian entschieden, habe aber in der Vergangenheit durchaus auch gute Erfahrungen mit openSuse und Fodora gemacht.

    Zum Testen würde ich mir Oracles VirtualBox (https://www.virtualbox.org/) installieren. Das ist schnell gemacht, und man kann über einen längeren Zeitraum zig Versionen parallel testen.

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