Mittwoch, 26. Dezember 2012

Noam Chomsky lobt MAO

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Es ist klar, dass Noam Chomsky sich nicht den Mund verbieten lässt. Und er lebt nach dem Motto (von Busch, Brecht , Kroll?): Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich gänzlich ungeniert. Er sagt eben auch unbequeme Wahrheiten - x-mal belegt und bewiesen - ebenso oft mit gegenteiligen Lügen versucht zu widerlegen. Da wird dann eben eine große Hungersnot auch dem Mao in die Schuhe geschoben. Wenn hingegen gewissenlose Verbrecher wie Churchill bewusst ein Hungersnot erzeugen - wie in Bengalen noch während des 2. Weltkrieges mit 6 Millionen Opfern oder die USA mit 'humanitären' Sanktionen ungezählte Opfer verursacht haben, dann psst, psst, psst - davon spricht man doch nicht.

Steven Durel interviewt Chomsky
21. Dezember 2012


In diesem ausführlichen Interview wird über die Neuwahl von Obama gesprochen, seine erste Amtszeit und die Parteienlandschaft in den USA im allgemeinen.
Gegen Ende stellt Steven Durel ihm diese Frage:
In der Vergangenheit waren Sie kritisch gegenüber der Sowjetunion und sagten, dass es ein „staatskapitalistisches“ Land sei und totalitär wäre. Verdienen andere sogenannte kommunistische Länder – China, Nordkorea, Kuba, Vietnam – eine ähnliche Kritik?

Chomsky: Sie verdienen eine Menge Kritik, aber sie sind sehr verschieden voneinander. Ich will keinen Gradmesser anlegen, aber es gibt einige Dinge, die sie tum, die in Ordnung sind.

Nehmt das China Maos, das zu hassen von jedem erwartet wird. Wenn man sich die Jahre des maoistischen China anschaut, dann wurden dort 100 Millionen Menschenleben gerettet im Gegensatz zum demokratischen, kapitalistischen Indien; und zwar allein durch Gesundheits-Programme auf dem Lande. 100 Millionen Menschen zu retten, das ist keine kleine Zahl, was auch die Jahre der großen Hungersnot umfasst.

Niemand darf darüber sprechen. Und tatsächlich ist unter Mao die Sterblichkeitsrate sehr stark gesunken, aber unter den kapitalistischen Reformen stieg sie und ist jetzt in etwa dort, wo sie damals war. Auch dies sind Aspekte der Gesellschaft.
Durel: Welches Land oder Staat kommt ihrer Idee vom libertären Sozialismus am nächsten?
Chomsky: Was den libertären Sozialismus angeht, so gibt es alle möglichen Dimensionen.
Nehmen wir die USA zum Beispiel: Es gibt da ein Projekt in Cleveland, das Cleveland Modell, das sehr interessant ist. Gar Alperovitz ist die treibende Kraft dahinter. Es entwickelt Elemente einer libertären sozialistischen Gesellschaft.
Es gibt dort eine Reihe von Unternehmen im Besitz von Arbeitern, eine Menge von Kooperativen. Die Vereinigten Stahlarbeiter sind mit Mondragon verbunden, die nicht libertär-sozialistisch ist, aber in die Richtung gehen; im Besitz der Arbeiter, große Konglomerate usw., Krankenhäuser, Banken, Handwerksbetriebe, Gemeinschaften. Wenn sie den Mondragon-Stil, diese konstruktiven, institutionellen Strukturen in den Vereinigten Staaten einführen könnten, wäre das sehr schön.

Quelle - källa - source

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