Mittwoch, 3. Dezember 2014

Ein kohärentes System - der Sozialismus

Dies ist ein Beispiel dafür, wie überall das kapitalistische System in Frage gestellt wird. Ein Beispiel auch, wie Dinge einfach erklärt werden können. Die Tragik ist nur, dass unsere Verbindungen zu den Wurzeln brutal gekappt worden sind, was dazu führt, dass heute an allen Ecken und Enden quasi 'das Rad das - sozialistische - neu erfunden' werden muss. Der eine oder andere stellt irgendwann verblüfft fest, dass Marx und Engels daselbe schon vor 150 Jahren sagten. Und heute, wo sich genau das bewahrheitet, was sie kommen sahen, gibt es keine Sozialisten mehr. Oder sagen wir so: durch Selbsterkenntnis und mühsames Sammeln der zerstreuten Puzzles und verborgener Dokumente werden wieder Sozialisten auferstehen, werden neue Führer heranwachsen, die den orientierungslosen Bewegungen helfen können, den richtigen Weg zu finden.

Janet Surman
1. Dezember 2014

Die Mängel des Kapitalismus, die Zeitungen sind voll davon, sind laut und deutlich in der ganzen Welt verkündet worden. Zahllose Fragen über Dinge für ernsthafte Diskussionen sind aufgeworfen worden, die im allgemeinen als politisch, ökonomisch oder sozial eingestuft werden, die aber selten isoliert auf einem dieser Gebiete betrachtet werden können. Die Verbindungen zwischen diesen drei Bereichen und zwischen den verschiedenen Themen sind eher ein verknäueltes Netz als eine gradlinige Verbindung.


Man kann die Verbindungen betrachten, die von Aktivisten als Umwelt-Probleme angesehen würden: das Fracking, die Beseitigung von Bergspitzen, um an die Kohle zu kommen, Abholzung für Monokulturen, industrielle Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden, Verseuchung durch abgereichertes Uran in Kriegen, Atomabfall bei der Energie-Produktion etc.  Alles sind in erster Linie dringende soziale Probleme aus Gründen ernsthafter Risiken für die kurz- und langfristige Gesundheit der Arbeiter und ihren Wohnorte, die aber den Imperativen des Busisness und 'des Markts' untergeordnet wurden, um weiterhin Profite zu machen, d. h. ökonomische Erwägungen kommen zuerst. Die Politik ist so eng mit der kapitalistischen Wirtschaft verknüpft, dass die Politiker gezwungen sind, Entscheidungen zu treffen, um das System  aufrechtzuerhalten und es so efizient und profitabel wie möglich zu machen. Welche Frage auch immer herausgegriffen wird zur näheren Untersuchung, so erscheint ein ähnliches Muster - am Ende, wenn es zur Entscheidung kommt, wie immer es verpackt und mit Plattitüden zugedeckt wird, wird die große Mehrheit der Politiker die ökonomische Linie wählen.

Wenn Probleme in Bezug auf Arbeit erwogen werden, stellt man fest, dass das, was den Arbeiter interessiert, was ganz anderes ist als das, was den Arbeitgeber interessiert. Alles, jeder Gesichtswinkel, jedes Detail, jeder Aspekt wird zum Wohl der Wirtschaft entschieden. Stundenlohn, Krankheitsgeld, Überstunden, Pension, Ferien-, Vater- oder Mutterschaftsurlaub, Verträge - alles liegt in den Händen des Arbeitgebers zu gewähren oder aufzuheben - nicht in denen des Angestellten. Die Zeiten für Pausen und Essen, Strafen für zu spätes Erscheinen, plötzliche Kündigungen, unerwartete  Entlassungen, späte Versammlungen - was auch immer, sie entscheiden. Die Gewerkschaften können vielleicht die schlimmsten Lohnkürzungen verhindern, die Entlassungen reduzieren oder vielleicht einen früheren Bonus zurückgewinnen, aber insgesamt ist der Kampf eine endlose, verlorene Schlacht. Ein kurzer Blick auf die Statistik zeigt ganz klar, welche Seite gewinnt. Ein soziales System würde die Arbeitssituation unter einer anderen Perspektive ansehen: welche Arbeit muss durch und für die kooperativen Gemeinschaften geleistet werden, wie kann sie verteilt werden, Zufriedenheit mit der Arbeit, volle Teilnahme am Entscheidungsprozess und gemeinsamer Besitz aller Mittel zum Leben.

Die Ursache identifizieren


Bei genauem Hinsehen haben alle 'einzelnen Probleme' eine gemeinsame Wurzel, und zwar das weltkapitalistische System, das die Wirtschaft und Politik über soziale Erwägungen stellt. Dies ist einer der bemerkenswertesten Faktoren, der allen Forderungen des Volkes in der ganzen Welt gemeinsam ist; Individuen in den Besetzungen und Aufständen der riesigen Mehrheit - 'den 99 %' - haben dagegen protestiert und lehnen es ab. Es ist unannehmbar für sie, ohne Stimme oder angemessene Vertretung zu sein; ohne Freiheit der Rede in den sogenannten Demokratien; Banken zu haben und Unternehmen, die zu groß für einen Bankrott sind und ausgelöst werden müssen, während Unmengen Häuser geräumt werden, massenhaft Leute arbeitslos sind und Kinder in Armut leben; immer mehr Geld für die Armee ausgegeben wird und Erziehungs-Kosten steigen; soziale Dienstleistungen und Personal im öffentlichen Sektor gestrichen werden; alle Arten von Abmachungen und Sozialverträgen gebrochen werden, da politische und unternehmerische Interessen sich weigern, die Probleme des Klimawandels anzugehen und so weiter.

Es ist enorm wichtig, einen Blick zurückzuwerfen, um zu verstehen, was getan werden muss, um frühere Fehler zu vermeiden. Wenn nicht bewusste Schritte unternommen werden, um die Richtung der Politik und Ökonomie zu ändern, dann werden alle Dinge im sozialen Bereich weiterhin von geringerer Bedeutung im Gesamtsystem angesehen werden. Es geht um mehr als die Überwindung einer endlosen Kette von 'Einzelfragen', sondern um die übergeordnete Notwendigkeit eines kohärenten, logischen Systems, das letztendlich dem Volk dient - ein wahrhaft soziales System. Als Individuen ist es möglich oder sogar wahrscheinlich, dass gewisse 'Einzelfragen' eine mehr persönliche Saite berühren oder relevanter sind, doch bevor wir uns nicht klar werden, dass alles das Ergebnis kapitalistischer Normen ist und dass die Ursachen angegangen werden müssen und nicht die Effekte, werden wir, die 99 %, weiterhin auf der Straße trotten und nach einer Reform hier oder dort rufen und uns und künftige Generationen weiter der Tortur aussetzen, die wir zu beenden geschworen haben.

Nein zu Reformen


Jeder, der versucht hat, ein Kleidungsstück zu flicken, ein Möbel zu reparieren oder etwas aus unpassenden Stücken neu zu machen, wird wissen, dass es viel einfacher ist, von vorne zu beginnen und etwas Neues zu schaffen. So ist es mit dem Kapitalismus und dem Reformismus - gebt die Idee auf, wieder und wieder zu versuchen, etwas zu reformieren, das niemals für die große Mehrheit funktioniert hat, hier ein bisschen zu feilen und dort und nach ein paar Monaten oder Jahren muss man wieder anfangen. Es ist weit besser, alle Energien zu vereinen von jenen, die einen besseren Weg zum Leben und Arbeiten, suchen, der auf den Menschen als  soziale Tiere basiert, sich zu organisieren und gemeinsam bei Null neu zu beginnen, wahren demokratischen Prinzipien entsprechend.

Wir wir die gegenwärtige Struktur der Beziehungen beenden wollen, die überall ökonomische Fragen an erste Stelle setzt, was von ganzem Herzen durch das gegenwärtige politische System unterstützt wird, dann folgt daraus, dass wir ein System verfolgen müssen, das zum Wohl der großen Mehrheit organisiert ist - eines, wo soziale Angelegenheiten über den ökonomischen und politischen stehen. Viele soziale Bewegungen und Aktivisten gehen weit, genau die Fehler zu betonen, worüber hier geschrieben wurde, aber an der letzten Hürde scheitern sie. Die Gründe des Scheiterns werden klar zu Tage liegen; das kapitalistische ökonomische System, das nicht für die Massen des Volkes funktioniert, dessen Logik gewollt dazu beiträgt, dass viele scheitern. Man wird darüber reden, Vorschläge machen, sogar Aktionen verlangen zu sozialisieren, den Besitz neu zu verteilen oder gerechter, die Jobs, die Löhne, das Land und die Mittel zum Leben, aber man sieht nicht, dass man etwas von einem System fordert, das auf diese Forderungen wegen seiner inhärenten Logik nicht eingehen kann.

Wirkliche Veränderungen zu machen erfordert ein gründliches Verständnis der Mehrheit von einer anderen Art Politik. Sich bewusst werden, wie partizipative Demokratie wirklich den status quo verändern kann in eine Demokratie, die wirklich, merkbar, entschieden und bewusst organisiert ist, den sozialen Aspekt zu stärken, indem man die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse und nicht die Ökonomie bei allen Entscheidungen an erste Stelle setzt. Dies kann nur erreicht werden, indem zuerst die Grund-Ursache des früheren Scheiterns beseitigt wird, das kaptialistische System selbst. Das sozialistische System ist wegen seiner Prinzipien sehr viel einfacher. Weil die primäre Motivation der ständigen Akkumulation beseitigt wird, indem alle Anreize pekuniärer Vorteile aufgehoben werden zu Gunsten gerechter Verteilung. Diese breite demokratische Veränderung zur Revolutionierung der Politik und Beendigung der ökonomischen Vorherrschaft wird die Umformung in eine neue soziale Ordung bewirken.

Quelle - källa - source

Kommentare:

  1. In der BRD gab / gibt es verkrachte linke Spinner, aber keine Kommunisten mit klarem Verstand. Wer sich nur etwas mit Wirtschaftszahlen beschäftigt weiss, wie erfolgreich die UDSSR zur sogenannten Stalinzeit (Industrialisierung, A-Waffen) war, wie wohlhabend die DDR mit ihrer Miniverschuldung gegenüber den westlichen Looserstaaten war oder wie hoch das kubanische System den anderen Militär Folter Regimen von USa Gnaden in der Region überlegen ist.
    Auf der einen Seite SCHWANKEN diese Bürgerkinder Schwachköpfe zwischen den jungen Marx Fehlern, der irgendwie von Entfremdung schwafelte. Auf der anderen Seite wollen diese Pseudolinken aber die VERWALTUNGSELITE im Sozialismus stellen und auf die Arbeiter bzw. techniche Intelligenz runterschauen.
    Sozialismus heisst, dass alles Grosskapital NICHTS in privater Hand zu suchen hat. Natürlich dürfen kleine Handwerksbetriebe, Freiberufler (Ärzte, Rechtsanwälte, Buchhalter,Architekten, Taxifahrer,..) oder Tante Emmas Läden, private Sexanbieter privat bleiben.
    Solange die selbständige Tätigkeit ÜBERWIEGEND auf eigene Arbeitskraft beruht (DDR Verfassung). Wer Grösseres will, kann sich ja mit andren zu einem Kollektiv zusammenschlissen, solange der persönliche Arbeiteinsatz dominiert und NICHT die Ausbeutung oder - verbale Definition WESTLICHER Finanzämter - die Gewerblichkeit.
    Aber die dumpfen Schickimickielinken in der BRD oder Frankreich haben sich mangels ihrer Schrumpfhirne NIE mit Ökonomiefragen oder den KAPITAL Bänden von Marx / Engels beschäftigt. Die haben einfach nur Angst davor, im Sozialismus mal körperlicher Arbeit am eignen Leibe zu erfahren.

    AntwortenLöschen
  2. Gerade in der heutigen Zeit vielfacher Krisen der kapitalistischen Welt wird wieder häufiger Marx zitiert, Begriffe wie Kapitalismus und Imperialismus tauchen wieder im Mainstream auf. Selbst einige Börsengurus scheinen ihren Marx gelesen zu haben.
    Einer, der exzellent marxsche Denkweise präsentiert, ist Dietmar Dath:
    https://www.youtube.com/watch?v=w6qVaeCIjzs

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. lesen sie lieber mises, hayek und die vertreter der österreichischen schule, die früchte der gedanken von marx können sie immer noch in der realität beobachten, z.b. in nordkorea, kuba und venezuela. nein, es sind keine unglücklichen zustände, das hat system!

      Löschen
  3. Vielen Dank für den Tip. War mir völlig unbekannt. Nun ja, als er anfing zu publizieren, da war ich schon weg aus Deutschland. Ich werde mich mit ihm näher beschäftigen.

    AntwortenLöschen