Dienstag, 9. Dezember 2014

Aufruf: Friedenswinter 2014/2015 Gemeinsam für den Frieden – Friedenslogik statt Kriegsrhetorik

Ich wurde gebeten, diesen Aufruf auch aufzulegen, was ich gerne tue. Ich tue es umso lieber, weil Deutschland heute die Speerspitze bei der Hetze gegen Russland ist und die "größte Schlafwandlerin", wie Oscar Lafontaine sagte, im Kanzleramt sitzt, die unfähig und/oder unwillens ist, eine Friedenspolitik zu führen.

Aufruf: Friedenswinter 2014/2015
Gemeinsam für den Frieden – Friedenslogik statt Kriegsrhetorik

Wir sind – wie Millionen Menschen in unserem Land und weltweit – tief besorgt. Kriege breiten sich weltweit in einer immensen Geschwindigkeit aus, sie kehren mit dem Krieg in der Ukraine nach Europa zurück.
Hundertausende Tote und Verwundete, Millionen Flüchtlinge, noch mehr Hunger und Armut sind die dramatischen Folgen von Kriegen, die primär für wirtschaftliche und geostrategische Interessen geführt werden – in Europa, im Nahen/Mittleren Osten, Afghanistan und in anderen Ländern. Die NATO und besonders die USA führen weltweit völkerrechtswidrige Kriege und geben 72% der weltweiten Rüstungsausgaben aus. Die Bundesregierung ist ein aktiver Bestandteil dieser militaristischen Politik.

Politische Führungskräfte überall auf der Welt sagen uns, noch mehr (High-Tech-) Waffen, Drohnen und eine Automatisierung der Kriegsführung sowie mehr Soldaten seien sinnvoll; noch mehr Rüstung, Waffenexporte und die Ausweitung des Krieges wären notwendig, um Frieden zu schaffen. Wir aber wissen, mit mehr Krieg und noch effizienteren Waffen wird es keinen Frieden geben. Die „Logik des Krieges“ muss weltweit durch die Logik des Friedens abgelöst werden – und wir müssen jetzt hier bei uns damit anfangen.
Wir kritisieren die häufig tendenziöse Berichterstattung in den Medien, die zur Produktion von Feindbildern beiträgt.
Der Weg der Konfrontation und der Gewalt, des Hasses und der Vernichtung muss überwunden werden – gerade als Lehre aus zwei Weltkriegen und Faschismus.
Wir wollen Frieden und Überwindung von Gewalt überall auf der Welt und durch eine umfassende Abrüstung eine Welt ohne Waffen schaffen. Konflikte müssen zivil gelöst werden. Dialog, Verhandlung und das Menschenrecht auf Frieden sind unsere Werte. Die Politik der Gemeinsamen Sicherheit muss das Denken und Handeln bestimmen.
Wir brauchen die 1,35 Billionen Euro, die jedes Jahr für Rüstung ausgegeben werden, für die Überwindung von Hunger und Armut, für Ökologie und Bildung. Die globalen Herausforderungen, die uns und unseren Planeten Erde bedrohen, sind ohne Abrüstung, ohne Frieden nicht zu bewältigen.
Wir wollen:
  • Kooperation statt Konfrontation! Wir treten ein für eine Politik der Gemeinsamen Sicherheit, die auch Russland mit einbeziehen muss.
  • Für eine Zukunft ohne NATO! Ja zur OSZE und zu einer reformierten, demokratisierten UNO.
  • Abrüstung für nachhaltige Entwicklung in Nord und Süd! Stopp von Rüstungsproduktion, Waffenhandel und Rüstungsexporten. Entwicklung von Konversionsprogrammen und aktive Waffenvernichtungen.
  • Keine militärischen Interventionen! Stattdessen humanitäre Hilfe und offene Grenzen für die Flüchtlinge.
  • Eine Welt ohne Atomwaffen, das bedeutet für Deutschland: sofortiger Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel.
  • Eine Welt frei von Militärbasen und internationalen Kriegs-Einsatzzentralen, das bedeutet für Deutschland: Schließung der US Kommandozentralen Ramstein, Africom und Eucom sowie des Luft- und Raumfahrtführungszentrums in Kalkar.
  • Keine Drohnen und keine Automatisierung des Krieges!
  • Friedliche Konfliktlösungen durch Dialoge und Verhandlungen zwischen allen Konfliktparteien! Beendigung aller Kriegshandlungen, u.a. durch sofortige Waffenstillstände!
Eine friedliche Welt ist möglich und nur eine gerechte Welt kann eine friedliche sein.
Wir wissen: Wir werden unser Ziel, Frieden schaffen ohne Waffen, die Träume von Martin Luther King, Berta von Suttner, Mahatma Gandhi und Rosa Luxemburg nicht heute und sofort erreichen. Wir werden es nur erreichen, wenn wir uns und viele andere sich engagieren und wir gemeinsam den Frieden in unsere Hände nehmen.
Den Menschenrechten, dem Völkerrecht und der internationalen Solidarität gilt unser aktives Handeln. Rassismus und Faschismus lehnen wir entschieden ab.
Frieden braucht Mut, Engagement und Solidarität.
Dafür setzen wir uns – regional, national und international vernetzt – im Friedenswinter 2014/2015 ein und fordern alle zum Mitmachen auf.
Wir wollen Mut machende Zeichen setzen:
Höhepunkte des Friedenswinters 2014/2015
Datum
Aktion
9.-19.11.2014
Breite Mobilisierung zur Friedensdekade der Kirchen
8.12.2014 bis 13.12.14
Aktionswoche
Vielfältige dezentrale Aktionen. u.a. symbolische Aktionen, z.B. Aufhängen von Friedensfahnen besonders auch am 10.12.2014 dem Tag der Menschenrechte
13.12.2014
regionale Demonstrationen in Berlin, Hamburg, München (12.12.), Ruhrgebiet in Bochum, Leipzig (10.12), Heidelberg
6.-8. Februar 2015
Friedensdemonstration (7.2.) und Friedenskonferenz zur Sicherheitskonferenz (Siko) in München und zusätzlich dezentrale Aktionen
3.-6. April 2015
Ostermärsche
  1. Mai 2015
Bundesweite Demonstration in Berlin zum 70. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus
14. März 2015
 2. Aktionskonferenz Friedenswinter 2014/2015

An der Erarbeitung des Aufrufs waren beteiligt:
Thomas Bauer (Hannoveraner Friedensbündnis), Gabi Bieberstein (Versöhnungsbund), Reiner Braun (IALANA), Meike Brunken (Mahnwache Göttingen), Andreas Grünwald (Hamburger Forum), Franz Haslbeck (OCCUPEACE München), Peter Jüriens (Mahnwache Bochum), Kristine Karch (Internationales Netzwerk No to War – No to NATO), Lutz Krügener (Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers), Wolfgang Lieberknecht (Initiative für eine gemeinsame Welt), Wiltrud Rösch-Metzler (pax christi), Dominik Rißart (Mahnwache Düsseldorf), Bernhard Trautvetter (Essener Friedensforum), Lucas Wirl (NaturwissenschafterInnen für den Frieden)
Berlin, den 23.10.2014

Unterstützung des Aufrufs Friedenswinter 2014/2015

Wir bitten um Unterstützung des Aufrufs. Wir wenden uns dabei sowohl an Organisationen als auch an Einzelpersonen. 

Fortsetzung  mit Unterschriftenformular und Liste der Unterzeichner hier

Kommentare:

  1. Danke.

    Ein korrekt verfasster Aufruf, im Gegensatz zu dem der "über 60 Persönlichkeiten".

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  2. Hatte vorhin unterzeichnet. Nummer 2103. Ein wenig verärgert bin ich jetzt aber doch. Darauf hin schickten die gerade einen Rundbrief.

    Ein Auszug daraus:

    "Der Aufruf „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“ gibt uns neuen Aufschub. Die Kontroversen um den Text zeigen die Dringlichkeit, öffentlich sichtbar für Frieden einzutreten. Ihr könnt auch diesen Aufruf online unterstützen unter https://www.openpetition.de/petition/online/..."


    (gemeint ist der Aufruf/Appell der "mehr als 60 Persönlichkeiten", der zu der darauf basierenden Petition führte, mit der alle irregeleitet werden.


    Meine Bemerkung darauf:


    Guten Tag,

    das haut ja wohl dem Fass den Boden raus!

    Wieso werbt ihr für den kriminell verfassten irreleitenden Aufruf/Appell der "mehr als 60 Persönlichkeiten" (und für die sich darauf berufende völlig überflüssige "Petition"), die darin die kriminelle Lüge unterzeichnen, die Russische Föderation habe die Krim "annektiert" und die Russische Föderation betreibe eine falsche Ukraine-Politik?

    Einen angenehmen Tag, Andreas Johannes Berchtold


    Bislang keine Antwort, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass da viel Post eingeht.

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    1. Andreas, das ist auf jeden Fall gut, dass du ihnen eins hinter die Löffel gegeben hast. Antworten kann man da nicht erwarten. "Unser" Aufruf wird jedenfalls auch von dem Deutschen Freidenkerverband (Hartmann) unterstützt, der immer eine prinzipielle Linie verfolgt.

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