Montag, 10. August 2015

Ein Brief aus Afrika an #BlackLivesMatter


Thomas C. Mountain greift hier ein ganz wichtiges Thema auf: die Volksmassen müssen im revolutionären Kampf ihre Führung zur Verantwortung ziehen können, ein Punkt, der ebenfalls von meinem Freund Jay Janson wieder und wieder auf den Tisch gebracht wird, wie z. B. in diesem, seinem neuesten Artikel hier und hier. Jay hat allerdings die Angewohnheit, ellenlange Artikel zu schreiben, die zu übersetzen ich, besonders jetzt, nicht die Zeit habe zu übersetzen.


Thomas C. Mountain
5. August 2015
Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Wenn ihr sagt 'Schwarze Leben zählen' (Black Lives matter), meint ihr damit nur Schwarze Amerikanische Leben? Was ist mit den zehntausenden schwarzen Leben, die während des heimlichen Krieges und dem ökonomischen Embargo, das immer noch gegen Kuba von der US-Regierung aufrechterhalten wird, verloren gingen?

Oder was ist mit den schwarzen Leben, die verloren gingen als die UNO den Hungertod von 250000 „schwarzen“ Somalis während der schlimmsten Dürre und Hungersnot in 60 Jahren zwischen 2010 und 2012 managte? Tote, die vorhergesagt wurden, als die UNICEF unter Führung des ehemaligen außenpolitischen Beraters von Barack Obama, Anthony Lake, mit weniger als 10 Cents täglich ausgestattet wurde, um die somalischen Flüchtlinge zu versorgen?

Zählen schwarze Leben, wenn der CIA und seine Kapos in der Menschenhandel- Mafia Ostafrikas hunderte eritreische Migranten in klapprigen Booten auf dem Mittelmeer in den Tod schickten (die eritreische Regierung verlangt immer noch, dass die UNO Anhörungen durchführt, damit die Berge von Beweisen, die sie über die Rolle der CIA bei diesen Verbrechen besitzt, zur internationalen Einsicht offengelegt wird)?

Zählen diese Schwarzen Leben genau so viel wie die Schwarzen amerikanischen Leben?

Das frage ich mich, da einer eurer bekanntesten Aktivisten in den 1970-er und 1980-er Jahren sich damit beschäftigte, das kubanische Volk und seine Führer in einer Serie von bösartigen Erklärungen anzugreifen und Leute guten Willens aufforderte,  auf dem Höhepunkt des geheimen Krieges der CIA gegen das kubanische Volk NICHT Kuba zu unterstützen.

Eben dieser „schwarze Aktivist“ ist mitschuldig an dem jüngst veröffentlichen Haufen von Lügen über das eritreisch Volk und unsere Führer (World To Win News vom 6.Juli), was sich liest, als käme es vom CIA.

Sein Name ist Carl Dix, „Genosse Carl“ für manche, und er ist der Sprecher der Revolutionary Communist Party USA (RCP USA). Als Sprecher der RCP USA ist „Genosse Carl“ strikter Parteidisziplin unterworfen und muss den Diktaten seines ansonsten rein weißen Zentralkomitees folgen.

Um es klar und deutlich zu sagen - „Genosse Carl“ ist NICHT ein unabhängiger, radikaler schwarzer Aktivist, sondern ein Parteimitglied, das Befehlen von weißen Leuten folgt, der Führung seiner Partei.

Die RCP USA begann vor über 40 Jahren Kuba anzugreifen und sie ist immer noch derselben Meinung, obwohl sie nicht  darüber sprechen und es  nie tun werden, weil sie ganz genau wissen, dass es dann eine Empörung unter den wahren schwarzen Leuten gäbe, die sie als Vorhut in den USA zu vertreten behaupten, und das würde sehr schädlich für ihre Glaubwürdigkeit sein.

#BlackLivesMatter ist Teil des Widerstandes der Massen des schwarzen Volkes (und ihrer Unterstützer) in den USA gegen die zunehmende Einführung des Faschismus in dem Land. Eure Bewegung befindet sich in einem frühen Stadium und dank mutiger Führer wie Glen Ford, Cornell West, Marsha Coleman-Abedayo und vielen anderen ähnlich gesinnten Genossen beginnt die Bewegung in Richtung eines echten schwarzen Befreiungskampfes zu gelangen, d. h. zur gemeinsamen Kontrolle der Polizei.

Im Laufe des Aufbaus eures Kampfes ist es entscheidend, aus den Lektionen zu lernen, die von euren Vorfahren blutig bezahlt wurden, und sicherzustellen, dass eure Führung euch Rechenschaft ablegt, d. h. der breiten Masse der Bewegung.

Der verstorbene Kwame Ture (Stokely Carmichael) erklärte mir vor 20 Jahren, wie kritisch der Kampf in der Führung einer Bewegung ist, als er sagte: „Mein großes Problem sind nicht Imperialisten, sondern mein eigenes Zentralkomitee.“ Unser Bruder mag fort sein, aber seine Worte der Weisheit müssen auch heute noch ernst genommen werden, denn ohne Rechenschaft der Führer wird euer Kampf, eine echte schwarze Befreiungsbewegung aufzubauen, damit enden, dass sie sich selbst verschlingt.

Es ist an der Zeit, dass Leute wie „Genosse Carl“ und das rein weiße Zentralkomitee der RCP zur Verantwortung gezogen werden für die Geschichte von Angriffen gegen den Kampf des kubanischen Volkes vor 40 Jahren oder gegen das eritreische Volk heute. Wenn nicht, werdet ihr eines Tages eure Bewegung zerrissen finden vom Opportunismus und wieder wird eine historische Gelegenheit verpasst worden sein.


Quelle - källa - source

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